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Denis Finnegan

Irischer Leichtathlet outet sich als schwul

Einer der besten irischen Dreispringer spricht erstmals öffentlich über seine sexuelle Orientierung, damit es nachfolgende Generationen schwuler Athleten einfacher haben.


Denis Finnegan ist zehnfacher irischer Meister im Dreisprung (Bild: Instagram / the_reality_of_denis)

Der 33-jährige Denis Finnegan, der zehnfache Dreisprung-Meister der Republik Irland, hat sich diese Woche im Sport-Podcast "Five Rings To Rule Them All" als schwul geoutet. Mit diesem Schritt wolle er jüngeren Sportlern Mut machen, zu sich zu stehen. Schließlich sei er "irgendwie langsam" mit seinem Coming-out gewesen, so der in Australien lebende Sportler.

"Es gibt immer noch Menschen, die Angst haben oder unsicher sind, was nach einem Coming-out passieren würde. Ich hoffe, dass ich diesen Personen helfen kann, indem ich meine Geschichte erzähle. Die Akzeptanz ist sehr hoch", so Finnegan. Insbesondere im Leichtathletik-Sport gebe es eine tolerante Atmosphäre – er habe nie Angst gehabt, wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt zu werden. Allerdings gehe er davon aus, dass dies in Männer-Teamsportarten wie beim Fußball anders sei. "In der Leichtathletik ist es dagegen sehr offen. Ich habe mit Mädels und Jungs trainiert, das hat wohl geholfen."

"Wir sind als Schwule so daran gewöhnt, Teile von uns zu verstecken"

Jahrelang habe er sein Coming-out aufgeschoben, weil "in meinem Kopf Szenarien geschwirrt sind von dem, was Negatives passieren könnte". Denn: "Wir sind als Schwule so daran gewöhnt, Teile von uns zu verstecken". Daher habe auch er manchmal mit erfundenen Geschichte versucht, eine heterosexuelle Identität nach außen zu präsentieren. Je mehr Sportler aber offen zu ihrer Homosexualität stehen, desto einfacher werde es für kommende Generationen.

In den letzten Monaten haben sich bereits mehrere erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler als schwul geoutet, darunter etwa der schweizerische Spitzen-Schwinger Curdin Orlik, der kanadische Schwimmer Markus Thormeyer und die italienische Fußball-Nationalspielerin Elena Linari. (cw)



#1 FinnAnonym
  • 27.03.2020, 17:33h
  • Der ist ein wahres Vorbild und Idol. Ein Beispiel echter Sportlichkeit.

    Solche Schmierenkomödien der Selbstverleugnung bringen niemandem etwas. Am wenigsten des Betroffenen selbst.

    Gut, dass er das beendet hat, ehe seine Psyche langfristigen Schaden davon trägt.
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#2 yTywyllAnonym
  • 27.03.2020, 19:13h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Ich sehe das prinzipiell ähnlich, aber bei einer Sache muß ich einfach einhaken: die "Schmierenkomödie" und "Selbstverleugnung" bringen durchaus etwas, nämlich für viele erst einmal Schutz und Sicherheit. Und beides brauchen diese Menschen oft in ihrem Leben, vor allem je abhängiger sie sind. Das ist wohl auch der Grund, warum die meisten die Stärke erst spät finden und manche vielleicht auch nie.

    Natürlich ist die Welt toleranter geworden, aber der Streß, dem man als Nichtnormalo ausgesetzt ist, sollte man nach wie vor nicht unterschätzen. Und deshalb würde ich das nicht als "Schmierenkomödie" bezeichnen.
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#3 RaSuAnonym
#4 TheDadProfil
  • 27.03.2020, 22:30hHannover
  • Antwort auf #2 von yTywyll
  • ""Ich sehe das prinzipiell ähnlich, aber bei einer Sache muß ich einfach einhaken: die "Schmierenkomödie" und "Selbstverleugnung" bringen durchaus etwas, nämlich für viele erst einmal Schutz und Sicherheit.""..

    Dabei hab ich Schmerzen..
    Denn diese Idee des vermeintlichen Schutzes und der Sicherheit hält auch Informationen fern und erschwert den Zugang zu Hilfen und Protektion..

    ""Nichtnormalo""..

    Auch so ein schwieriger Begriff..
    Denn es ist einfach normal ein "Nichtnormalo" zu sein..
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#5 yTywyllAnonym
  • 28.03.2020, 06:35h
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Klar, ich stimme dir zu: Natürlich verhindert das Verstecken den Zugang zu Hilfe und bringt sicher viele psychische Probleme mit sich. Aber das ändert nichts daran, daß es manchmal wichtig und richtig sein kann, sich zu verstecken. Als Kind im Haus christlich-konservativer Eltern ist es einfach keine gute Idee, sich schon als 15-jährige(r) zu outen. Die Kraft und das Selbstbewußtsein hat man zu diesem Zeitpunkt einfach nicht.

    Das Wort "normal" ist auf Menschen und außerhalb der Statistik angewandt, sicher immer problematisch. Deutlich problematischer finde ich aber die Tendenz, wenn sich queere Menschen als total normal betrachten. Da schwingt für mich der Gedanke mit, daß Verhalten nur dann in Ordnung und akzeptabel ist, wenn es "normal" ist, also dem entspricht, was die Mehrheit als richtig und wichtig definiert (Dudendefinition 1b). Wenn ich als Schwuler nur dann akzeptiert bin, wenn ich mich "normal" verhalte und als Mann Fußballschauen, Bier saufen und Frauen anbaggern muß statt RSG gucken und häkeln -- dann ist nichts gewonnen, schon gar keine Freiheit.

    Und genau deshalb ist es ja auch wichtig, daß sich Menschen outen, um zu zeigen: Hey, ich bin anders. Ich bin nicht normal. Ich tue Dinge, die den Erwartungen nicht widerspricht und TROTZDEM bin ich ein netter Mensch, nur eben anders, nicht normal.
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#6 TheDadProfil
  • 28.03.2020, 10:59hHannover
  • Antwort auf #5 von yTywyll
  • ""Als Kind im Haus christlich-konservativer Eltern ist es einfach keine gute Idee, sich schon als 15-jährige(r) zu outen. Die Kraft und das Selbstbewußtsein hat man zu diesem Zeitpunkt einfach nicht.""..

    Die meisten Hilfen findet man nicht im Elternhaus..
    Gerade deshalb, weil nicht nur die besagten "christlich-konservativer Eltern" mit der Tatsache überfordert sind ein Kind vorzufinden welches nicht ihren Vorstellungen aus der eigenen Heteronormativen Erziehung entspricht..

    Das überfordert auch viele andere Eltern..

    Ein ComingOut ist deshalb auch nicht ausschließlich auf die Familie, und einem "dort zuerst" begrenzt, denn um Hilfen und auch Ressourcen zu erreichen genügt es selbst dann nicht sich in der Familie zu outen wenn diese verständnisvoll regieren würden..
    Klar kann das helfen, weil wenigstens schon ein Grundstock an Protektion vorhanden wäre..
    Doch Freundschaften und auch Liebe in einer Beziehung findet man dort eben auch nicht..
    Dazu ist der Weg nach Draußen einfach notwendig..

    ""Das Wort "normal" ist auf Menschen und außerhalb der Statistik angewandt, sicher immer problematisch. Deutlich problematischer finde ich aber die Tendenz, wenn sich queere Menschen als total normal betrachten. Da schwingt für mich der Gedanke mit, daß Verhalten nur dann in Ordnung und akzeptabel ist, wenn es "normal" ist, also dem entspricht, was die Mehrheit als richtig und wichtig definiert (Dudendefinition 1b). Wenn ich als Schwuler nur dann akzeptiert bin, wenn ich mich "normal" verhalte und als Mann Fußballschauen, Bier saufen und Frauen anbaggern muß statt RSG gucken und häkeln -- dann ist nichts gewonnen, schon gar keine Freiheit.""..

    Jepp..
    "Normal" als Begriff ist hier das Problemfeld, denn es wird von vielen dazu genutzt ihre Vorstellungswelt zu charakterisieren, was dann mit einem "normalem Verhalten" gleichgesetzt wird..

    Es ist aber eben nicht un-normal zu existieren..
    Darauf wollte hier hinaus..
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#7 WindheimerAnonym
  • 30.03.2020, 10:01h
  • Was ich immer bedenke......alle sportler,die sich nach der Karriere outen, sagen das sie den jüngeren Mut machen wollen,es auch zu tun....
    Aber warum hatten sie denn nicht den Mut, es vorher zu tun ?
    Denn in der Vergangenheit gab es doch auch schon Persönlichkeiten, die ihr Outing so begründeten
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