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Queere Emojis

Digitale Pride-Fahnen – aber nicht für Bisexuelle

Schwule, Lesben und trans Menschen können auf WhatsApp und Co. seit einiger Zeit Flagge zeigen. Der Weg zu diesem Punkt war jedoch steiniger als es die bunten Farben anmuten.


Seit 2016 können wir Regenbogenfahnen verschicken (Bild: Jan Bambach)

Für so ziemlich alle Gefühle gibt es sie und werden fleißig genutzt – Emojis machen Chats bunter und sagen mehr als tausend Worte. 2016 wurde beispielsweise die Regenbogenfahne hinzugefügt, die nun als eine von fast 300 Flaggen verfügbar ist neben den vielfältigsten Smileys. Doch wer bestimmt, welche Bildchen letztendlich verschickt werden können?

Wie Texte und auch Emojis in der digitalen Welt aufgebaut sind, wird vom Unicode-Standard festgelegt. In diesem ist definiert, wie solche Symbole auf einer technischen Ebene übertragen werden können. Wie in einem Wörterbuch müssen aber Einträge existieren, damit sie universell verstanden werden können – in diesem Fall von den meisten internetfähigen Geräten.

Damit die Symbole möglichst gleich aussehen, egal, ob sie auf einem iPhone oder in Firefox betrachtet werden, wird genau dieses Unicode-Standard genutzt. Ein Komitee, das Unicode Consortium, legt basierend auf Vorschlägen fest, welche Emojis neu aufgenommen werden sollen. Doch in der Vergangenheit zeigte sich dieses schon mal uneinsichtig, etwa als die Aufnahme der Trans Pride Flag gefordert wurde.

Jahrelange Überzeugungsarbeit

Der Familienpsychiater Ted Eytan hat genau dokumentiert, wie in einem mehrjährigen Prozess dafür gekämpft wurde, dass diese Fahne ebenfalls aufgenommen wird. Nach abgelehnten Vorschlägen sorgte eine virale Petition dafür, dass die Gespräche wieder aufgenommen wurden. In der Petition wurde darauf verwiesen, dass selbst ein Hummer-Emoji (🦞) hinzugefügt wurde. Dies geschah mit der Begründung, dass "Frust und Verwirrung" vermieden werden sollen, wenn man eine Krabbe oder Garnele statt eines Hummers verwenden muss.

Nun wird die Fahne in diesem Jahr tatsächlich zur umfangreichen Sammlung hinzugefügt – vier Jahre nach der ursprünglichen Bitte (queer.de berichtete).

Doch andere sexuelle Minderheiten werden in der digitalen Welt auch mit Emojis weiterhin nicht repräsentiert. Der bisexuelle Aktivist Tanner Marino hat den gleichen Prozess angestoßen, damit die Flagge der Bisexuellen ebenfalls aufgenommen wird. Doch bereits nach zwei Monaten kam die Absage vom Unicode Consortium. In einem von ihm verfassten Blog-Post ruft er nun Menschen dazu auf, mitzuhelfen, dass neben Kastanien (🌰), Fischfrikadellen (🍥) und dem Loch (🕳️) auch bisexuelle Menschen künftig sichtbarer werden können.



#1 schwulenaktivist
  • 28.03.2020, 11:22h
  • Die krampfhafte "Fahnensuche" ist jetzt schon absurd. Die wenigsten Queers kennen alle Variationen auswendig, geschweige dann noch die, welche kommen sollen...
    Es erinnert mich an die schon längst vergangene Hanky-Code-Zeit.

    Wird es noch CIS-nonbin- und fluide Symbole geben? Wann melden sich die Heten auch noch?

    Der Regenbogen scheint über allen Menschen, egal welcher Varianten und egal welcher Hautfarbe (einen weissen Streifen haben bisher nur die Südafrikaner in ihrer nationalisierten Rainbowflag!!!)

    Es musste so kommen mit der Verbürgerlichung der Subkulturen! Statt die wirklich krankmachenden gesundheitsgefährdenden Probleme anzugehen, verlieren sich alle in der Kreation ihrer jeweiligen "Familienwappen"! HOST'ME! ;)
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#2 GegenargumentAnonym
  • 28.03.2020, 11:46h
  • Antwort auf #1 von schwulenaktivist
  • Im Grund ewürde ich dir Recht geben, muss aber Widersprechen.
    Es hat ja schon eine Gewisse Ironie das du "Schwulenaktivist" heißt.
    Ich bin Trans und fühle mich davon jetzt nicht angesprochen. Immerhin bin ich Bisexuell.
    Auch Lesben würde das wohl eher nicht ansprechen, die kämpfe sind ja auch unterschiedlich.
    Und das ist nur dein Name. Genauso verhällt es sich ja auch mit der Regenbogenfahne.
    Eigentlich könnte sich jede/r vom Regenbogen angesprochen fühlen. Aber gleichzeitig geht auch Identität dabei verloren. Die Regenbogenfahne wird umgangssprachlich halt einfach als die "Schwulenfahne" gesehen. Eventuell noch "Homosexuell". Aber das sind halt Sexualitäten und keine Identitäten.
    Ja, in einer perfekten Welt wären wir alle unter der Regenbogenfahne vereint.
    Aber solange es Veranstaltungen gibt die Teile der Community kategorisch ausschließen und es sogar Gruppierungen von Homos gibt die Mobil gegen Trans machen, ist und bleibt es eher utopisch.
    Das selbe mit Bisexuellen die "Nur eine Phase haben" ect.

    Also es ist sowohl von den Kämpfen her, als auch Identitär sinnig eine eigene Fahne zu haben.

    Und solange auf Gayromeo "Transgender" eine Sexualität ist werden wir wohl eigene Fahnen brauchen.

    Auch wenns Schade ist. Soviel dazu nur Grob.
    Darüber kann man natürlich diskutieren und ich denke ich habe nur die Spitze die Eisbergs angesprochen, denn das Thema ist ja gigantisch, aber das würde den Rahmen sprengen.
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#3 NuminexEhemaliges Profil
  • 28.03.2020, 13:37h
  • Finde die Diskussion etwas absurd, denn als nach Harvey Milks Amtsantritt in den 70ern, die Pride Flag ins Leben gerufen wurde, war sie als Symbol für alle queeren Menschen gedacht. Also schließt das auch Transmenschen, Bisexuelle usw. mit ein!

    Weshalb braucht es also für jede Sexualität was eigenes? Und wenn es das braucht, wieso gibt es dann keine eigene Flagge für Schwule und eine für Lesben? Wieso muss man sich auch hier wieder bildlich spalten, statt sich unterm Regenbogen zu vereinen?
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#4 BePrideAnonym
#5 schwulenaktivist
#6 GegenargumentAnonym
#7 OlliAnonym
  • 28.03.2020, 18:53h
  • Man kann es echt übertreiben... reicht nicht die eine Fahne, die jeder kennt und jeder weiß, was die bedeutet? Muss es LSBTIQ* heißen? Was für eine absurde Kombination. Queer - das würde völlig ausreichen. Unter der Regenbogenflagge kann man sich vereinigen. Das ist eine Design Ikone. Dass bisexuelle Menschen jetzt auch ne Fahne brauchen ist einfach nur albern. Man kann wirklich überall Diskriminierung reindichten.
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#8 TheDadProfil
  • 28.03.2020, 19:56hHannover
  • Antwort auf #2 von Gegenargument
  • ""Eigentlich könnte sich jede/r vom Regenbogen angesprochen fühlen. Aber gleichzeitig geht auch Identität dabei verloren.""..

    Eine Regenbogenfahne repräsentiert aber keine individuellen Identitäten..
    Weder geschlechtlich, noch sexuell..

    Sie repräsentiert ein gemeinsames Ziel :

    Das einer diskriminierungsfreien Gesellschaft..

    Wer seine eigene Sichtbarkeit seiner eigenen Identität über diesem Ziel ansiedeln will, hat im Grunde genommen das Ziel nicht verstanden..
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#9 DoubleFacepalmAnonym
  • 28.03.2020, 20:02h
  • Antwort auf #7 von Olli
  • "Dass bisexuelle Menschen jetzt auch ne Fahne brauchen ist einfach nur albern."

    Die letzten 22 Jahre in Isolation verbracht und nichts mehr mitbekommen? Willkommen zurück in der Welt. Sie hat sich in den letzten 22 Jahren verändert und es gibt Neuigkeiten für Dich: Wir haben unsere eigene Flagge seit 1998. Und das aus guten Gründen.

    "The bisexual pride flag was designed by a team led by Michael Page in 1998 in order to give the bisexual community its own symbol comparable to the gay pride flag of the larger LGBT community."

    en.wikipedia.org/wiki/Bisexual_pride_flag
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#10 Vielfalt sichtbar machenAnonym
  • 28.03.2020, 20:55h
  • Seit ein paar Jahren sehe ich immer mehr verschiedene Flaggen bei den Pride Parades in aller Welt, und ich finde das fantastisch.

    Wenn ich vor Ort eine Flagge nicht kenne, kann ich nachfragen und vielleicht in ein Gespräch kommen. Wo alle dieselbe Flagge tragen, gibt es diese Möglichkeit so nicht.

    (Wenn ich merke, dass über die Flaggenauskunft hinaus kein Bedarf da ist, meine dummen Fragen zu beantworten, kann ich mich übrigens auch höflich bedanken und weiter gehen. Sichtbar werden ist nicht verpflichtend an ununterbrochene Aufklärungsarbeit geknüpft. Man darf auch einfach mal feiern wollen.)

    Wenn wir ehrlich sind, hat das mit der Sichtbarkeit der vielen Untergruppen "unter der Regenbogenfahne" doch immer nur in der Theorie funktioniert. Die Praxis ist eine andere.

    Das formalistische Argument "aber die Regenbogenflagge meint euch doch mit" kann sich nur leisten, wer zu den beiden Gruppen gehört, die sowohl in der sogenannten Community als auch in der Öffentlichkeit TATSÄCHLICH mit dieser Flagge identifiziert werden. Für die meisten Menschen ist das einfach "die Schwulenflagge", wenn man Glück hat denkt noch jemand an die Lesben, und das war es dann auch schon.

    Deshalb haben viele Schwule mit dieser Flagge auch kein Problem. Andere haben aber eines, und ich kann sehr gut verstehen, warum. Weil eine "Community" (bzw. eine Flagge), die hauptsächlich mit Schwulen und vielleicht noch mit Lesben identifiziert wird, und die hauptsächlich auch von Schwulen und vielleicht noch von Lesben dominiert wird, von diesen Menschen oft nur sehr bedingt als "ihre" Community (bzw. ihre Flagge) wahrgenommen wird.

    Wer die Vielfalt unserer Communities (ich schreibe absichtlich im Plural!) wirklich sichtbar machen will, kann aus meiner Sicht nicht gut gegen die Vielfalt der Flaggen argumentieren.

    Bitte mehr davon. Zeigt euch. Alle!
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