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Podcast

Warum das Transsexuellengesetz auf den "Müllhaufen der Geschichte" gehört

Im zweiten QUEERKRAM-Podcast spricht Johannes Kram mit trans Oberstleutnant Anastasia Biefang über ihre Karriere bei der Bundeswehr, die Versäumnisse der Politik und positive Erfahrungen mit AKK.

Podigee-Direktlink | Die zweite Folge (60 Min.)

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Anastasia Biefang (Bild: privat)

Durch den Dokumentarfilm "Ich bin Anastasia" wurde sie im vergangenen Jahr bundesweit bekannt: Oberstleutnant Anastasia Biefang ist die erste trans Bataillonskommandeurin der Bundeswehr. Als stellvertretende Vorsitzende des Vereins QueerBw engagiert sich die 45-Jährige zudem für die Interessen aller queeren Angehörigen der deutschen Streitkräfte.

Über die überraschend positiven Reaktionen ihres Arbeitgebers und von Untergebenen auf ihre Transition sowie auf den Film spricht Biefang im zweiten QUEERKRAM-Podcast mit Johannes Kram. Doch nicht alles ist für sie eitel Sonnenschein: Wenn es um LGBTI-Rechte geht, nimmt die Kommandeurin des Informationstechnikbataillons 381 in Storkow kein Blatt vor den Mund, fordert etwa eine "menschenrechtskonforme, zeitgemäße Gesetzgebung" zur Änderung des Geschlechtseintrags, kritisiert "Deadnaming" und das oberflächliche Desinteresse vieler Medien an trans Themen.

Das gut einstündige Gespräch ist ein informativer, lebendiger und empowernder Appell an die Solidarität der gesamten LGBTI-Community, passend zum bevorstehenden Trans Day of Visibility am 31. März. Und bietet zudem Tipps zum Umgang mit Angst in der Corona-Krise. In der Bundeswehr habe sie gelernt, berichtet Anastasia Biefang gleich am Anfang des Interviews, "mit Unsicherheiten umzugehen, Ruhe zu bewahren und nach vorne zu schauen".

Zum Auftakt des QUEERKRAM-Podcasts hatte Johannes Kram im vergangenen Monat den Theaterregisseur Falk Richter und den Schauspieler Jonas Dassler zu Gast. (mize)

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#1 Manuela1269Anonym
  • 29.03.2020, 23:17h
  • Hallo.....
    es wird gefordert ein Gesetz abzuschaffen aber auf der anderen Seite wird staatlicher Schutz gefordert

    Ich bin froh das es das TSG gibt als ich 2014 meine VÄ/PÄ beantragte und ich hätte meinen Weg ins neue Leben garnicht vollziehen können ohne dem TSG .
    Anstatt sich lieber dafür einzusetzen das die Krankenkassen ohne Wenn und Aber alle angleichenden Operationen bezahlen plus bewilligen müssen nebst Korrekturoperationen wird solch Schwachsinn gefordert

    Wenn es das TSG nicht mehr gibt sprich die geforderte Selbstbestimmung wird eingeführt , dann werden die Krankenkassen nix mehr übernehmen und gem. SGB wären die Krankenkassen im Recht .
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#2 DramaQueen24Profil
  • 30.03.2020, 02:19hBerlin
  • Meiner Meinung nach gehört das TSG nicht auf den "Müllhaufen der Geschichte", sondern dringend revidiert werden muss. Denn 1980 wusste man nicht das zum Thema, was man heute weiß.
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#3 TheDadProfil
  • 30.03.2020, 09:45hHannover
  • Antwort auf #1 von Manuela1269
  • ""Hallo.....
    es wird gefordert ein Gesetz abzuschaffen aber auf der anderen Seite wird staatlicher Schutz gefordert ""..

    Die Tragweiten beider Forderungen erschließen sich Dir jetzt aus genau welchem Grund nicht ?

    Muß man um staatlichen Schutz als Mensch zu erhalten sich solchen Gesetzen wie dem TSG unterordnen ?

    Ich denke nicht, denn Artikel 1 GG ist nicht an "Bedingungen" geknüpft, er setzt Bedingungen, an denen sich Gesetze zu orientieren haben, und die sind im TSG strflich missachtet worden..

    Gerichtsfest durch die Oberste Instanz der BRD schon vor 11 Jahren festgestellt weigert sich der Gesetzgeber hier Abhilfen zu schaffen, in etwa die von Dir formulierte Forderung
    ""das die Krankenkassen ohne Wenn und Aber alle angleichenden Operationen bezahlen plus bewilligen müssen nebst Korrekturoperationen""

    was nicht eintreten wird, so lange das TSG in Teilen immer noch Gültigkeit besitzt..

    Das ist in etwa so, als wenn der Gesetzgeber eine Führerschein für das Autofahren voraussetzt, aber gleichzeitig Fahrschulen verbietet..
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#4 TheDadProfil
  • 30.03.2020, 09:49hHannover
  • Antwort auf #2 von DramaQueen24
  • ""Meiner Meinung nach gehört das TSG nicht auf den "Müllhaufen der Geschichte", sondern dringend revidiert werden muss. Denn 1980 wusste man nicht das zum Thema, was man heute weiß.""..

    Mit dieser Auffassung könnte man auch den Paragraphen 175 wieder einführen..

    Weil man damals also nicht wußte das es falsch ist, kann das Gesetz ruhig weiter gelten, und weiter Menschen verfolgen ?

    Wie absurd..
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#5 Alexander_FAnonym
  • 30.03.2020, 11:56h
  • Auf den Müllhaufen der Geschichte gehört das Gesetz vielleicht nicht vollständig, aber eine Neufassung ist unumgänglich. Wo die Frau Oberstleutnant Recht hat, ist definitiv, dass die enormen Kosten, die die Transition derzeit unnötigerweise mit sich bringt, ein bedeutendes Hindernis gerade für Menschen in Armut und Prekarität darstellen und auch anderswo (beispielsweise in Frankreich) so überhaupt nicht erhoben werden.
    Ansonsten muss man sie einfach immer wieder dafür bewundern, dass sie es in einem Laden wie der Bundeswehr geschafft hat, sich so durchzusetzen. In der Bundeswehr, in der ich damals vor 14 Jahren gedient habe, hätte ich mir sowas kaum vorstellen können.
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#6 Anonyma
  • 30.03.2020, 12:49h
  • Antwort auf #1 von Manuela1269
  • "Wenn es das TSG nicht mehr gibt sprich die geforderte Selbstbestimmung wird eingeführt , dann werden die Krankenkassen nix mehr übernehmen und gem. SGB wären die Krankenkassen im Recht ."

    An dieser Stelle hilft ein kurzer Blick in den frei zugänglichen[*] Gesetzestext: Das "TSG" hat nichts(!) mit der Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkassen zu tun. Keine der Normen im "TSG" begründet irgendwelche Ansprüche gegen die Krankenkassen. Damit ist die Behauptung, eine Abschaffung des "TSG" würde dazu führen, dass die Krankenkassen "nix mehr übernehmen" und damit "gem. SGB im Recht wären" einfach nur Unsinn, der unnötige Ängste schürt. Was soll das? Wer denkt sich aus welchen Gründen solchen bodenlosen Unsinn aus?

    [*]
    www.gesetze-im-internet.de/tsg/
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#7 DramaQueen24Profil
  • 30.03.2020, 13:19hBerlin
  • Antwort auf #4 von TheDad
  • Lieber THeDad,

    Man/frau kann über ein Thema unterschiedlicher Meinung sein, jedoch sollte man nie aus der abstrakten Theorie, sondern aus der Praxis antworten. Ich habe den Weg vom CO zur GAO vollzogen. habe dabei den Sinn und den Unsinn mancher Regeln des TSG am eigenem Leibe erfahren. Darum bin ich für eine Modernisierung des TSG, nicht für die Abschaffung.
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#8 DramaQueen24Profil
  • 30.03.2020, 13:21hBerlin
  • Antwort auf #6 von Anonyma
  • Falsch! Das TSG ist eng mit der Reichsversicherungsordnung verknüpft, die Kassen dazu zwingt, alle notwendigen Kosten dafür zu übernehmen. Würde das TSG wegfallen, fällt auch die Reichsversicherungsordnung dafür weg, und Betroffene müssen alles selbst bezahlen, oder sind auf die "Gnade" der Versicherungen angewiesen.
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#9 Svetlana LAnonym
  • 30.03.2020, 13:53h
  • Antwort auf #1 von Manuela1269
  • Wenn du keine Probleme damit hast, dass dir Fragen gestellt werden, z. B. wie oft du es dir selber machst, ob du dabei an Frauen oder Männer denkst usw. (siehe dazu unter siegessaeule.de:
    www.siegessaeule.de/magazin/entw%C3%BCrdigende-fragen-an-tra
    ns-personen-wie-oft-masturbieren-sie-im-monat/)

    dann hast du vermutlich keine Probleme mit dem TSG. Viele empfinden diese Art der Begutachtung aber entwürdigend, weil erstens das überhaupt nichts mit der Frage, ob ich mich als männlich, weiblich oder nonbinär sehe, zu tun hat und zweitens es überhaupt niemanden etwas angeht.

    Und außerdem gilt immer noch: Niemand kann mir meine Gechlechtsidentität weder bestätigen noch widerlegen. Also was soll das ganze Verfahren eigentlich bezwecken, außer das trans*-Menschen entmündigt werden!?

    Und wie schon geschrieben wurde hat das TSG überhaupt gar nichts mit der Kostenübernahme durch die Krankenkassen zu tun.
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#10 GromitAnonym
  • 30.03.2020, 14:23h
  • Frau Biefang hat absolut Recht, das TSG gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, also komplett abgeschafft! Es ist absolut entwürdigend und spricht Betroffenen die Selbstbestimmung ab. Der Geschlechtseintrag muss selbstbestimmt und eigenverantwortlich sein, weil nur jeder Mensch für sich selber eine Aussage zu seinem Geschlecht machen kann - kein anderer.

    Die medizinische Seite hat mit der rechtlichen nichts zu tun. Bei entsprechender Diagnose (nach ICD-10 und auch in Zukunft nach ICD-11) müssen die Krankenkassen medizinische Maßnahmen zahlen.

    Bitte hört endlich auf, das zu vermischen und Betroffene, die vielleicht rechtlich/medizinrechtlich nicht immer ganz sattelfest sind, zu verunsichern.

    Ich verstehe, wenn Leute, die das TSG genutz haben (nutzen mussten), weil das die einzige Möglichkeit war, durchaus dankbar sind. Diese Menschen haben meinen höchsten Respek - ich habe das nicht gekonnt, ich bin mit der entwürdigenden Art und Weise nicht klar gekommen. Und ich verstehe nicht, wie jemand HEUTE noch an diesem zutiefst diskriminierendem und bevormundendem Gesetz festhalten kann, statt eine einfache Vornamens- und Personenstandsänderung per Erklärung beim Standesamt zu fordern.
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