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Prioritäten in der Corona-Krise

Idaho beschließt zwei transphobe Gesetze

Selbst in Zeiten der Corona-Krise finden Trans-Hasser immer noch Zeit, den Diskriminierungsdruck gegen die ihnen verhasste Gruppe noch zu verstärken.


Governeur Brad Little macht seinen Bundesstaat zu einem der transphobsten der USA (Bild: Phil White / Office of the Governor of Idaho)

Brad Little, der republikanische Gouverneur des US-Agrarstaates Idaho, hat am Montag in der Landeshauptstadt Boise zwei der transfeindlichsten Gesetze der Vereinigten Staaten unterzeichnet – mitten in der Corona-Krise und ausgerechnet am Vorabend des International Transgender Day of Visibility. Beide Gesetze waren zuvor von beiden Kammern des Parlaments gegen den Widerstand der Demokraten durchgeboxt worden; in Repräsentantenhaus und Senat verfügen die Republikaner jeweils um Vier-Fünftel-Mehrheiten.

HB 500 verbietet künftig trans Schülerinnen, sich im Schulsport mit cissexuellen Schülerinnen zu messen. Auch aus dem Unisport sollen trans Frauen ausgeschlossen werden. Das Gesetz enthält auch die scharf kritisierte Passage, dass Schulen bei Verdacht auf Transgeschlechtlichkeit im Schulsport die Genitalien dieser Schülerinnen überprüfen dürfen. Die oppositionellen Demokraten kritisierten, derartige Überprüfungen würden gegen medizinische Standards verstoßen.

Das Gesetz HB 509 verbietet zudem trans Personen pauschal, das Geschlecht in ihrer Geburtsurkunde zu ändern. Das könne, so Kritiker, dazu führen, dass trans Personen das Leben in vielen gesellschaftlichen Aspekten erschwert werde. So sei etwa laut dem Magazin "Forbes" eine Überprüfung der persönlichen Daten beim Kauf einer Immobilie vorgeschrieben – trans Personen könnten somit wegen ihrer Geschlechtsidentität bei strenger Auslegung keine Wohnung oder kein Haus mehr kaufen. Befürworter argumentieren dagegen, mit dem Gesetz werde Identitätsbetrug verhindert.

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Bürgerrechts- und LGBTI-Organisationen halten Gesetze für verfassungswidrig

Bürgerrechtler wie die ACLU und LGBTI-Organisationen wie die Human Rights Campaign (HRC) verurteilten die Gesetze scharf. HRC-Sprecher Alphonso David bedauerte, dass der Gouverneur ausgerechnet während einer globalen Pandemie der "Dämonisierung von Trans-Menschen" Priorität einräume. Beide Gesetze griffen in Grundrechte von trans Menschen ein und seien deshalb verfassungswidrig. "Wir sehen euch vor Gericht", kündigte die ACLU of Idaho nach der Unterzeichnung durch Gouverneur Little an.

Twitter / acluidaho

In vielen Bundesstaaten gibt es derzeit ähnlich transphobe Gesetzesinitiativen. Sie bauen auf eine Art Trans-Panik unter Konservativen, die Akzeptanz von geschlechtlichen Minderheiten als Angriff auf ihren Lebensstil ansehen. Das Weiße Haus von Präsident Donald Trump führt diesen Kampf gegen Trans-Rechte an (queer.de berichtete).

Eine ähnliche Kampagne hatte die Bush-Regierung im Jahr 2003/2004 durchgeführt, damals noch gegen Homosexuelle und die Ehe für alle (queer.de berichtete). In vielen Bundesstaaten wurden damals Volksentscheide zum Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe abgehalten, um die Wahlbeteiligung unter homophoben Konservativen zu erhöhen und die Wiederwahl von George W. Bush zu sichern – der Republikaner gewann damals deutlich gegen seinen demokratischen Gegenkandidaten John Kerry. (dk)



#1 QwertyAnonym
  • 31.03.2020, 12:44h
  • Wenn die in Idaho wüssten, dass der Name ihres Bundesstaats gleichzeitig die Abkürzung für "international day against homophobia" ist...
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#2 Petra Weitzel dgtiAnonym
#3 Leon 4Anonym
#4 QwertyAnonym
#5 Leon 4Anonym
#6 TheDadProfil
  • 31.03.2020, 18:21hHannover
  • ""HB 500 verbietet künftig trans Schülerinnen, sich im Schulsport mit cissexuellen Schülerinnen zu messen. Das Gesetz enthält auch die scharf kritisierten Passage, dass Schulen bei Verdacht auf Transgeschlechtlichkeit im Schulsport die Genitalien dieser Schülerinnen überprüfen dürfen. Die oppositionellen Demokraten kritisierten, derartige Überprüfungen würden gegen medizinische Standards verstoßen.""..

    Gegen was ?
    "Medizinische Standards" ?

    Ich kann mich nicht erinnern in den Menschenrechts-Standards einen Passus gelesen zu haben das man vor anderen Leuten die Hosen runter lassen muß !

    Noch bevor das in Kraft ist, muß dagegen geklagt werden, und wie in den USA üblich, bitte um einige Hundert Millionen Dollar vor einer Zivilen Kammer..

    ""Beide Gesetze griffen in Grundrechte von trans Menschen ein und seien deshalb verfassungswidrig. "Wir sehen euch vor Gericht", kündigte die ACLU of Idaho nach der Unterzeichnung durch Gouverneur Little an.""..

    Das ist die einzig vernünftige Reaktion daauf..
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#7 Religioten-WatchAnonym
  • 01.04.2020, 12:48h
  • "Selbst in Zeiten der Corona-Krise"

    Nicht selbst, sondern gerade in Zeiten wie diesen!

    Christen lieben apokalyptische Zustände und sehnen die Apokalypse herbei, weil sie "glauben", dass dann ihr herbeigesehnter "Heiland" kommt. Deshalb verspüren diese "Gläubigen" vor dem Beginn ihrer geliebten Endzeit den Zwang, noch mal schnell mit ihrem Hass zu zeigen, dass sie den menschenverachtenden Lehren ihres Märchenbuchs ergeben sind und sie in Taten umsetzen.
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#8 Still_Ith
  • 01.04.2020, 15:06h
  • Oha, Leute, die ausgerechnet um den TDoV finden, dass zu viel Emanzipation jetzt aber doch erstmal reguliert werden muss? ^^
    Oder die gar finden "Dann ignorier ich das lieber"?
    Wo kämen wir denn hin, wenn sowas hierzulande passieren würde!

    Nicht wahr, Leon 4?

    lol.

    "Die oppositionellen Demokraten kritisierten, derartige Überprüfungen würden gegen medizinische Standards verstoßen."

    Hmja, fies, wenn sowas die Lehrer dann tun dürfen.

    Als Schüler*innen das bei mir in ner abgelegenen Schulhofecke angefangen haben (und bis zum Hoserunterziehen sind sie in der Gruppe gekommen, ehe ne mutige Viertklässlerin dazwischengegangen ist), war ich, glaube, 7 oder so.

    Ja, schön ist anders.

    Wobei man andererseits sagen muss, dass das sich-begaffen- und evtl. auch betatschen-lassen jetzt ne Erfahrung ist, die für Intersexuelle seitens medizinischem (auch Ausbildungs-) Personal, also ggf. auchmal so nem Dutzend Leute, durchaus zu dem gehört, was in Deutschland lange Zeit normal gewesen ist, unabhängig vom Einverständnis, und vorzugsweise natürlich in der Pubertät, wo alles mal über die "unnormale" Entwicklung drübergucken durfte.
    Das sind übrigens exakt die Menschen, von denen das Gesetz zur Dritten Option heutzutage verlangt, sich von Ärzten nen Attest über ihre "Variante" ausstellen zu lassen.
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#9 globoProfil
#10 Nk231Anonym