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Neue Vorschriften

Sex-Verbot für vietnamesische Häftlinge

In Vietnams Gefängnissen sind homosexuelle Handlungen ab sofort verboten. Mit Verweis auf Sicherheit und Gesundheit dürfen sich die Insassen u.a. auch nicht mehr die Köpfe scheren.


Außerhalb der Knäste ist Homosexualität in Vietnam legal (Bild: Joseph Hunkins / flickr)

Die ohnehin schon berüchtigten Gefängnisse in Vietnam verschärfen ihre Vorschriften. Homosexuelle Handlungen unter Häftlingen sind ab sofort verboten. Auch dürfen sich Insassen künftig nicht die Köpfe scheren, keine Bärte wachsen und keine Tattoos machen lassen, wie staatliche Medien am Mittwoch berichteten. Auch der Tausch oder Handel mit anderen Häftlingen und Suizid-Versuche werden verboten.

Das Sicherheitsministerium untersagt zudem Bücher und Dokumente mit "ungesundem Inhalt", womit anti-staatliche Inhalte gemeint sein könnten. Begründet wurden die neuen Vorschriften als Maßnahmen für Sicherheit und Gesundheit.

Scharfe Kritik von Human Rights Watch

Der Menschenrechtsaktivist Phil Robertson von der Organisation Human Rights Watch kritisierte die Regeln scharf. "Das Sicherheitsministerium versagt darin, zu verstehen, dass man, wenn man Menschen ins Gefängnis schickt, diese nicht komplett ihrer Rechte berauben und sie nicht weniger als menschlich behandeln darf", sagte Robertson der Deutschen Presse-Agentur.

Das südostasiatische Land mit 96 Millionen Einwohnern wird von der Kommunistischen Partei autoritär und mit einem harten Kurs gegen Oppositionelle regiert. Wer dort Staatskritisches in den sozialen Medien postet, muss mit einer Festnahme rechnen.

In den letzten Jahren gab es erstmals Debatten um die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Zwar war Homosexualität in Vietnam nie verboten, allerdings gilt die gleichgeschlechtliche Liebe noch immer als Tabu-Thema. In den größeren Städten finden jährlich kleine Pride-Paraden statt (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 TomDarkProfil
  • 01.04.2020, 20:54hHamburg
  • Vietnam verbietet Homo-Sex in Gefängnissen, Ungarn will Transsexuelle ausgrenzen, in Idaho werden transphobe Gesetze erlassen und in New York errichten Evangelikale eine homophobe Krankenstation ...

    Anscheinend ist corona nicht der einzige Virus der zur Zeit im Umlauf ist.

    Fehlen nur noch Meldungen aus Brasilien, Russland und Polen, aber Ostern fällt bei mir sowieso schon aus.
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#2 TomDarkProfil
#3 marcocharlottenburgAnonym
#4 Leon 4Anonym
  • 02.04.2020, 10:37h
  • Wie sieht egtl die Bestrafung aus wenn man gegen das Suizidversuch-Verbot verstößt....??
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#5 PflichtverteidigerAnonym
  • 02.04.2020, 10:59h
  • Antwort auf #1 von TomDark
  • Als Queere mit vietnamesischen Wurzeln, würde ich den behutsamen Versuch der objektiven Verteidigung wagen.
    Bei dem Verbot von homosexuellen Handlungen in Gefängnissen geht es weniger um die Homosexualität an sich, als darum, den Häftlingen jegliche Handlungen zu verbieten, auf die sie sich freuen könnten. Der Justizvollzug ist sehr hart dort, viel viel härter als in Deutschland. Daher auch die berechtigte Kritik der Human Rights Watch.
    Allerdings kann man nicht davon sprechen, dass Vietnam ein per se extrem homophobes Land ist. Das wäre verkürzt gedacht. Mein vietnamesischer Vater war und ist Homosexuellen nie negativ eingestellt. Als er von meinem queersein erfuhr, sagte er okay und ging zur Tagesordnung über. Die Reaktion meiner polnischen Mutter würde ganz anders ausfallen, daher kein echtes Coming out.
    Auch die Vietnamesen in Vietnam sind LGBT eher neutral-positiv gestimmt, auch im Vergleich zu anderen asiatischen Länder. Vor allem die Jugendlichen sind sehr homo-freundlich. In einigen Jahren wird sich diese Stimmung verbreitet haben.
    Nicht zu vergessen ist, dass der Westen vor nicht allzu langer Zeit in Vietnam Krieg gemacht hat (verzeiht die plumpe Formulierung). Das sitzt vielen älteren noch sehr tief. Bei diesen wird nicht nur die Homosexualität verurteilt (weil vermeintlich westlich) sondern so gut wie alles 'westliche'. Was man davon halten will, hat jeder selbst zu entscheiden.
    Jedoch zu sagen, dass Vietnam von einem 'Homophobie-Virus' überfallen wurde, wie du es scheinbar attestieren willst, ist zu kurz gedacht und ohne hinreichende Auseinandersetzung mit weiteren Fakten und Erfahrungen. Homophobie existiert in jedem Land. Die BRD existiert seit knapp 75 Jahren. Es brauchte knapp 70, um die Ehe für alle einzuführen. Vernünftige Gesetze für Transsexuelle haben wir noch immer nicht. Und das in einem liberal westlichen Land. Kriegsende in Vietnam war vor ca. 45 Jahren. Die Jugend ist zu großen Teilen Homo-freundlich. Wenn diese Jugend in 30 Jahren eigene Kinder hat, in der Politik sitzt etc. dann seh ich eine hoffnungsvolle Zukunft. Einem anderen Land nicht die Zeit zugestehen, die man selbst gebraucht hat, ist schlichtweg unfair.
    Daher meine Bitte: Verschiedene Fakten kennen, viele Erfahrungen kennen, bevor man böse urteilt.
    Gilt für viele Themen hier.
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#6 Ralph
  • 02.04.2020, 12:11h
  • Man nehme mir bitte nicht übel, dass ich es für vertretbar halte, innerhalb des Strafvollzugs sexuelle Handlungen zwischen den Insassen zu verbieten. Sicher, man kann das kritisieren. Aber es ist meiner Meinung nach nicht Ausdruck von Homofeindlichkeit. Sogar das südkoreanische Verbot sexueller Handlungen zwischen Soldaten im Dienst halte ich für vertretbar, nicht allerdings die Verfolgung von Soldaten wegen homosexueller Beziehungen außerhalb des Dienstes.
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