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New York in der Corona-Krise
Helfer des Zelt-Krankenhauses im Central Park müssen homophob sein
Die evangelikale Gruppe von Homo-Hasser Franklin Graham zeigt sich im Corona-geplagten New York City von ihrer wohltätigen Seite – zumindest für heterosexuelle Christen.

Alle Helferinnen und Helfer des Zeltkrankenhauses im Central Park müssen ihre Abneigung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten schriftlich garantieren
- 1. April 2020, 11:26h 3 Min.
Mitglieder der evangelikalen Organisation Samaritan's Purse haben am Dienstag mitten im Central Park ein behelfsmäßiges Krankenhaus mit 14 Zelten und 68 Betten für New Yorker Opfer des Corona-Virus eröffnet. So soll das derzeit völlig überforderte öffentliche Gesundheitssystem unterstützt werden. Kritik gab es aber daran, dass Samaritan's Purse auch in der Krise an seiner abwertenden Haltung gegenüber Homo- und Transsexuellen festhalten will.
Ärzte und Pfleger, die für das Zelt-Krankenhaus arbeiten, müssen nämlich ein Glaubensbekenntnis (Statement of Faith) unterzeichnen, in dem sie unter anderem garantieren, dem christlichen Glauben zu folgen und LGBTI-feindlich zu sein. So müssen die Helfer die Ehe für alle ablehnen und dürfen Transsexuelle nicht akzeptieren. Wörtlich heißt es etwa in einem Abschnitt des Vertrages:
"Wir glauben an Gottes Plan für die menschliche Sexualität, die nur im Kontext der Ehe ausgedrückt werden darf. Wir glauben, dass Gott Mann und Frau als einzigartige biologische Personen gemacht hat, die einander komplettieren. Gott hat die monogame Ehe zwischen Mann und Frau als Grundlage für die Familie und die Struktur der menschlichen Gesellschaft eingerichtet. Aus diesem Grund glauben wir, dass die Ehe eine exklusive Union eines genetischen Mannes und einer genetischen Frau ist."
In dem Text wird außerdem erklärt, dass Nicht-Christen nach ihrem Tod auf ewig in der Hölle bestraft werden würden, während "gerechte" Menschen ewiges Leben im Himmel erhalten. Außerdem müssen die Helfer Abtreibungen in allen Fällen ablehnen, was auch Fälle von Inzucht oder Vergewaltigung einschließt.
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Werden auch homo- und transsexuelle Patienten diskriminiert?
LGBTI-Aktivisten warnten eindringlich davor, dass Samaritan's Purse queere Patientinnen und Patienten diskriminieren könnte. Der offen schwule New Yorker Senator Brad Hoylman hat daher bereits am Montag die evangelikalen Aktivisten gewarnt, dass sie trotz ihres Glaubens alle Covid-19-Patienten gleich behandeln müssten.
/ bradhoylmanYou know those medical tents being constructed in Central Park?
Senator Brad Hoylman (@bradhoylman) March 30, 2020
Theyre being set up by notorious anti-gay bigot Franklin Graham.
Mr. Graham must promise to treat EVERY patient with dignity and respect. pic.twitter.com/9ynZ4jHvrU
Am Dienstag erklärte der LGBTI-freundliche New Yorker Bürgermeister Bill di Blasio zudem, dass ihm Samaritan's Purse "versichert" habe, alle Patienten gleich zu behandeln. Es gebe eine "schriftliche Vereinbarung, dass es keinerlei Diskriminierung geben wird", so di Blasio. "Wir werden Leute vom Bürgermeisteramt rüber schicken, um das zu überprüfen."
Franklin Graham soll im Juni nach Köln kommen
Samaritan's Purse ist eine Hilfs- und Evangelisations-Organisation des prominenten Evangelisten Franklin Graham, der zu Beginn der CSD-Saison Mitte Juni auch in der Kölner Lanxess Arena auftreten soll (queer.de berichtete). Trotz Appellen unter anderem von CSD-Organisatoren hält die Lanxess Arena bislang an der Veranstaltung fest, anders als Veranstaltungssäle in Großbritannien (queer.de berichtete). Noch ist aber unklar, ob das Groß-Event wegen der Corona-Krise stattfinden kann.

Franklin Graham ist ein Prediger, der auch ins politische Geschehen in den USA eingreift (Bild: Screenshot Fox News Channel)
Franklin Graham ist der Sohn des 2018 verstorbenen Erweckungspredigers Billy Graham und steht seinem Vater in Homo- und Transphobie in nichts nach. In den letzten Jahren hat Franklin Graham immer wieder gegen queere Menschen polemisiert. So warb er wiederholt für Homo-"Heilung" und lobte unter anderem das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda". 2015 rief er zum Boykott LGBTI-freundlicher Unternehmen auf und erklärte ein Jahr später, dass Homosexuelle pauschal "Feinde" von Christen seien, sofern sie ihre sexuelle Orientierung nicht "bereuen". (dk)
















Und es zeigt, dass man die nicht in die Gesundheitsbereiche lassen darf, weil dann nicht gewährleistet ist, dass sich deren Hass nicht auf die Bahandlung der Patienten durchschlägt.
Man soll nicht auch noch, wenn man eh schon schwer krank ist, sich verstellen müssen und Angst haben müssen, nicht die beste Behandlung zu bekommen, nur weil man man selbst ist.