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Online-Petition

"Blutspenden retten Leben – egal ob schwul oder hetero!"

Gerade während der Corona-Krise ist das "diskriminierende" Schwulenverbot beim Blutspenden fatal, so die Jungen Liberalen. Sie haben deswegen eine Petition an Gesundheitsminister Spahn gestartet.


Die pauschale Ausgrenzung von schwulen und bisexuellen Männern beim Blutspenden sorgt für Kritik (Bild: Junge Liberale)

Die Jungen Liberalen (JuLis) fordern in einer Online-Petition auf change.org Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, "das bestehende Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer sowie transgeschlechtliche Menschen so schnell wie möglich aufzuheben." Seit Montag haben bereits mehr als 2.400 Menschen die Petition unterzeichnet.

Blutspenden würden Leben retten, "egal ob schwul oder hetero!", so die Argumentation der Verfasser*innen. Die FDP-Jugendorganisation hat dazu auch die Website blut-ist-nicht-schwul.de geschaltet.

Angesichts der Ausbreitung des Corona-Virus würden vielerorts Blutkonserven knapp, erklärten die JuLis weiter. Es sei daher "absolut fahrlässig", basierend auf einem "vorurteilsbehafteten Pauschalurteil" homo- und bisexuelle Männer und transgeschlechtliche Menschen von der Blut-, Plasma- und Knochenmarkspende auszuschließen. Das Verbot sei diskriminierend, "denn bei einer Blutspende wird das Blut immer auf HIV, Hepatitis A, B und C sowie Syphilis, Ringelröteln-Erreger und Cytomegalieviren getestet".

"Es ist Zeit, nicht länger Spendenwillige faktisch auszuschließen. Wir brauchen neues Denken bei der Blutspende", forderte am Donnerstag auch Michael Kauch, der Bundesvorsitzende der Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL). Der 52-Jährige verwies darauf, dass seine Partei gemeinsam mit den Grünen entsprechende Reformen im Bundestag angemahnt habe (queer.de berichtete).

Bei Heteros zählt Risikoverhalten, Schwule werden pauschal ausgeschlossen

Noch bis 2017 hatte in Deutschland ein pauschales Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer sowie Transpersonen geherrscht, das mit dem erhöhten HIV-Risiko begründet worden war. Die Bundesärztekammer lockerte schließlich das Verbot – allerdings dürfen in dieser Gruppe nur Menschen spenden, die ein Jahr lang keinen Sex gehabt haben. Das schließt sogar Männer ein, die mit ihrem eigenen Ehemann monogam leben.

Aids- und LGBTI-Aktivisten bezeichneten diese Sex-Karrenzzeit als eine "Unverschämtheit" (queer.de berichtete). Sie begründen diese Einschätzung etwa damit, dass das diagnostische Fenster zur Vermeidung falsch-negativer Tests auf HIV bei sechs bis zwölf Wochen liegen, also viel kürzer als ein Jahr. Während Schwule und bisexuelle Männer beim Spenden pauschal als Krankheitsquelle angesehen werden, wird bei Heterosexuellen das tatsächliche sexuelle Risikoverhalten bewertet.

Auch von Organisationen wie dem Roten Kreuz kommen inzwischen Stimmen, gegen Homosexuelle gerichtete Verbote angesichts des Mangels an Blutspenden aufzuheben. Leonhard Stärk, seit 2007 Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, sagte etwa vergangenes Jahr: "Persönlich glaube ich, dass monogam lebende Paare besser als Blutspender geeignet sind als etwa ein heterosexueller Mann mit ständig wechselnden Partnerinnen."

Auch in den Ländern steigt der Unmut über die Diskriminierung beim Blutspenden. So haben sich Ende Januar im Landtag von Niedersachsen alle demokratischen Parteien für ein Ende des Verbotes ausgesprochen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Andy SzaboAnonym
  • 02.04.2020, 13:31h
  • Es freut mich das ihr diese Initiative zum Beenden der Diskriminierung beim Blutspenden teilt. Doch warum habt ihr meine Petition bei weact.campact.de/petitions/knappheit-der-blutreserven-durch-covid-19-diskriminierung-beim-blutspenden-stoppen, die ich euch am 25. März per Facebook geschickt habe veröffentlicht?
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