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"Tiger King"

Joe Exotic verklagt US-Behörden auf 94 Millionen Dollar

Der schwule Star der Netflix-Doku "Großkatzen und ihre Raubtiere" will gegen seine Verurteilung wegen Tierquälerei und versuchten Mordes vorgehen.


Joe Exotic zeigt in der Netflix-Doku "Großkatzen und ihre Raubtiere" Kindern, wie man mit Baby-Tigern umgeht (Bild: Netflix)

  • 2. April 2020, 14:27h, noch kein Kommentar

Joseph Allen Maldonado-Passage alias Joe Exotic hat mehrere US-Behörden auf insgesamt 94 Millionen Dollar (86 Millionen Euro) wegen Freiheitsberaubung verklagt. Der offen schwule 57-jährige Wildkatzenhalter war im Januar in seinem Heimatstaat Oklahoma zu 22 Jahren Haft verurteilt worden, unter anderem weil er zwei Mal versucht haben soll, einen Killer auf seine Rivalin anzusetzen – auf jene Frau, die ihren eigenen Mann an Raubkatzen verfüttert haben soll. Ihm wurden auch mehrere Verstöße gegen Tierschutzgesetze zur Last gelegt; so soll er fünf Tiger erschossen haben.

Exotic sieht sich dagegen als Opfer einer Verschwörung. Er sei von der Staatsanwaltschaft attackiert worden, weil er "ein offen schwuler Mann ist, der die größte Sammlung von Tigern" besessen habe. Er verklagte deshalb die amerikanische Tierschutzbehörde, das Innenministerium und den stellvertretenden Bundesgeneralstaatsanwalt, der das Verfahren gegen ihn angestrengt hatte.

Exotic in Corona-Isolation

Dillon Passage, der vierte Lebenspartner bzw. Ehemann von Exotic, erklärte zudem in einer Radioshow von Andy Cohen, dass sich der 57-Jährige hinter Gittern wegen Covid-19 in Isolation begeben habe. Er sei gerade erst verlegt worden und im vorhergehenden Gefängnis habe es erste Corona-Fälle gegeben. In dem Interview erklärte Passage auch, dass er Exotic immer noch liebe. "Er hat mich durch harte Zeiten begleitet und ich gebe ihn nicht auf, wenn er mich am meisten braucht", so der 22-Jährige.

Der exzentrische Joe Exotic ist seit der Veröffentlichung der siebenteiligen Netflix-Dokumentation "Tiger King: Murder, Mayhem and Madness" (auf Deutsch: "Großkatzen und ihre Raubtiere") weltweit zu einem kulturellen Phänomen geworden: Ende März stieg die Doku auf Rang eins in der Netflix-Rangliste in den USA, inzwischen ist sie auch in den deutschen Top-10 angekommen – am Donnerstag lag die Dokureihe auf Rang acht.


Mugshot (Polizeifoto) von Joe Exotic (Bild: Tampa Bay Police Department)

In der Doku wird der Aufstieg und Fall von Exotic beschrieben: Der als Joseph Allen Schreibvogel geborene Wildkatzenexperte betrieb im ländlichen Oklahoma einen Privatzoo, in dem er unzählige Tiger züchtete, mit denen er Millionen verdiente. Er gab sich einerseits als waffenschwingender Redneck ohne Respekt für staatliche Autoritäten und das Gemeinwohl, andererseits als und extravaganter Schwuler mit mehreren Liebhabern.

Exotic sorgte auch mit politischen Ambitionen für Schlagzeilen: So bewarb er sich 2016 um die US-Präsidentschaft (queer.de berichtete). Am Ende konnte er aber nur 962 Stimmen auf sich vereinigen (für Donald Trump stimmten rund 63 Millionen, für Hillary Clinton rund 66 Millionen). 2018 trat er bei der Vorwahl der Libertären Partei für die Gouverneurswahl in Oklahoma an und schaffte es auf 664 Stimmen. Über Jahre war er ein rotes Tuch für Tierschützer, die ihm Tierquälerei vorwarfen. (dk)