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Staatshomophobie

Uganda nutzt Corona-Krise für Attacke auf LGBTI-Community

20 Homo-, Bi und Transsexuelle aus einem LGBTI-Obdachlosenheim sitzen in Uganda hinter Gittern – laut einem LGBTI-Aktivist ein "klarer Fall von Diskriminierung".


Uganda lässt Homosexuelle brutal verfolgen (Bild: flickr / Matt Lucht / by 2.0)

Die ugandische Polizei hat am vergangenen Sonntag eine Razzia gegen ein Obdachlosenheim für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten am Rande der Hauptstadt Kampala durchgeführt und 23 Menschen festgenommen. 20 von ihnen befinden sich laut internationalen Medienberichten noch immer in Untersuchungshaft – sie dürfen bis 29. April festgehalten werden. Offizieller Anlass für die Festnahme war, dass sie sich nicht an die Kontaktverbotsregeln im Zuge der Corona-Krise gehalten haben sollen – LGBTI-Aktivisten gehen aber davon aus, dass die Festnahme ausschließlich auf staatliche Homophobie zurückzuführen ist.

Bei den Inhaftierten soll es sich um 14 schwule Männer, zwei bisexuelle Männer und vier trans Frauen handeln. Polizeisprecher Patrick Obyango erklärte, die Personen hätten auf kleinem Raum zusammengelebt, obwohl Versammlungen von mehr als zehn Personen derzeit illegal seien. Er stritt ab, dass sie wegen ihrer sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität verhaftet worden seien, wies aber darauf hin, dass "unnatürlicher Sex" verboten sei und natürlich auch geahndet werden könne.

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Kein Zugang zu Anwälten

LGBTI-Aktivist Frank Mushiga von der Organisation "Sexual Minorities Uganda" erklärte, die Festnahmen seien ein "klarer Fall von Diskriminierung". LGBTI-feindliche Nachbarn hätten die Polizei alarmiert und gebeten, eine Razzia durchzuführen. Der LGBTI-Blog "Erasing 76 Crimes" berichtete, dass die Inhaftierten als Folge der Beschränkungen der Bewegungsfreiheit durch die Corona-Krise keinen Zugang zu Rechtsanwälten hätten.

Der 43 Millionen Einwohner zählende ostafrikanische Binnenstaat Uganda zählt zu den homophobsten Ländern des Kontinents. Derzeit können sexuelle und geschlechtliche Minderheiten mit lebenslanger Haft bestraft werden, es wird aber sogar die Einführung der Todesstrafe für Homosexualität diskutiert (queer.de berichtete). Immer wieder kommt es zu Festnahmen (queer.de berichtete). Viele Politiker, auch der autoritär regierende Staatschef Yoweri Museveni, heizen die Stimmung immer wieder mit LGBTI-feindlichen Äußerungen an (queer.de berichtete).

Trotz dieser prekären Lagen werden in Deutschland queere Flüchtlinge aus Uganda aber nicht immer als politisch Verfolgte anerkannt (queer.de berichtete). (dk)



#1 dellbronx51069Anonym
#2 Nk231Anonym
#3 Julian SAnonym
  • 02.04.2020, 22:17h
  • Wer Epidemien oder Naturkatastrophen (oder generell menschliches Leid) für Hetze missbraucht, zeigt damit nicht nur seine Dummheit, sondern auch, was für einen abgrundtief verdorbenen Charakter man hat.

    Und damit verspottet man auch alle echten Opfer solcher Geschehnisse.
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