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Polen

Erzbischof wettert gegen "stinkende Sünde" der Homo- und Transsexualität

Bei einer Predigt meinte der Erzbischof von Bialystok, ein Leben ohne Gott lasse einen nach Sünde riechen.


Erzbischof Tadeusz Wojda bei einer früheren Messe
  • 2. April 2020, 19:06h 31 3 Min.

Polnische LGBTI-Aktivisten beklagen erneut eine Hasspredigt: Am Sonntag nutzte der Erzbischof von Bialystok, Tadeusz Wojda, eine Messe in der heimischen Kathedrale, um sich über vermeintliche Sünden auszulassen.

"Auch wir stinken", sagte der 63-Jährige laut einem Videomitschnitt. "Wir stinken nach Sünde. Wenn kein Leben Gottes in uns ist, riechen wir nach Sünde. Wir stinken nach der Sünde des Ungehorsams, des unmoralischen Lebens, des ständigen Streitens." Und: "Wir stinken nach der Sünde der Pädophilie. Wir stinken nach der Sünde der Homosexualität. Wir stinken nach der Sünde von LGBT."

Die Predigt ist nicht das erste Mal, dass der von Papst Franziskus ernannte Erzbischof, der zuvor bei der Kongregation für die Evangelisierung der Völker arbeitete, gegen Homo- und Trans­sexuelle austeilt. Im letzten Jahr hatte er die Gläubigen seines Bistums in einem Hirtenbrief zum Widerstand gegen den damals bevorstehenden ersten CSD in Bialystok aufgerufen.

Bischofs-Hetze vor CSD schürte Gewalt und Ausgrenzung

Zu dem "Marsch für Gleichberechtigung" müsse man "ein klares Nein" sagen, so Wojda im letzten Juli. "Wir können nicht zulassen, dass die heiligen Werte verspottet und unsere religiösen Gefühle ungestraft beleidigt werden." Entsprechende Veranstaltungen in anderen Städten hätten bereits gezeigt, wie Teilnehmer "mit ihrer unanständigen Haltung und Kleidung" anderen "im öffentlichen Raum, insbesondere Kindern und Jugendlichen, ein ekelhaftes Beispiel geben". Der erste CSD in der 300.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des Landes war wenige Tage später von schweren Ausschreitungen überschattet worden.

Direktlink | Eindrücke von der Gewalt gegen den CSD in Bialystok von Euronews
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Die rund 800 Teilnehmer und auch sie schützende Polizisten wurden von hunderten Hooligans bei dem selbst friedlichen Umzug gestört und mit Steinen, Knallkörpern, faulen Eiern und Flaschen beworfen (queer.de berichtete). Katholische und nationalistische Gruppen hatten zudem rund 40 Gegenkundgebungen abgehalten; vor der Kathedrale beteten hunderte Menschen gegen die "Sünde der Sodomie" und standen Infostände und Plakatwände von homofeindlichen Gruppen wie der irreführend benannten Organisation "Stoppt Pädophilie".

"Erzbischof Wojda hat sich nie für seinen Beitrag zur Entwicklung dieser dramatischen Ereignisse entschuldigt, und wie Sie sehen können, betreibt er weiter sehr effektiv Hassreden", kommentierte der Aktivist Pawel Krupinski, der den Videomitschnitt der neuesten Predigt veröffentlicht hatte, gegenüber queer.pl.

/ radiobialystok | Die Situation vor der Kathedrale an der CSD-Wegstrecke
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Polnische Bischöfe hatten im letzten Jahr die Stimmungsmache der Regierung und ihr nahestehender Medien gegen Homo- und Transsexuelle, die unter anderem zu mehrfacher Gewalt gegen queere Veranstaltungen und politisch zur Schaffung von "LGBTI-freien Zonen" führte, kräftig unterstützt. So hatte der Krakauer Erzbischof vor einer "Regenbogenpest" gewarnt, die Polen wie einst der Nationalsozialismus oder der Kommunismus bedrohe (queer.de berichtete). Die Bischofskonferenz stellte sich öffentlich gegen LGBTI-Rechte (queer.de berichtete). (nb)

-w-

#1 kuesschen11
  • 02.04.2020, 21:19hFrankfurt
  • Die Aussagen des polnischen Erzbischofs stinken nach Pogrom und Klerikalfaschismus.

    Es ist schlimm, wenn diese öffentliche Hass-Hetze schonungslos und ungestraft davon kommt.
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#2 easykey
  • 02.04.2020, 21:57hLudwigsburg
  • Antwort auf #1 von kuesschen11
  • So ist es....warum tun Menschenrechtsorganisationen, die EU oder sonstirgendwer mit Gewicht etwas gegen diese verstaubten Klerikalnazis nichts? Wenn es sein muss, soll Polen direkt aus dem Vatikan regiert werden...aber ohne Zugehörigkeit zu einem zivilisierten Europa - mögen sie in ihrer Welt leben
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#3 Julian SAnonym
  • 02.04.2020, 22:15h
  • Die Hetze der katholischen Kirche wird immer extremer und perverser.

    Es wird immer deutlicher, dass die Kirche die größte Gefahr für Humanität, Freiheit und ein friedliches Miteinander ist.
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