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Polen

Erzbischof wettert gegen "stinkende Sünde" der Homo- und Transsexualität

Bei einer Predigt meinte der Erzbischof von Bialystok, ein Leben ohne Gott lasse einen nach Sünde riechen.


Erzbischof Tadeusz Wojda bei einer früheren Messe

Polnische LGBTI-Aktivisten beklagen erneut eine Hasspredigt: Am Sonntag nutzte der Erzbischof von Bialystok, Tadeusz Wojda, eine Messe in der heimischen Kathedrale, um sich über vermeintliche Sünden auszulassen.

"Auch wir stinken", sagte der 63-Jährige laut einem Videomitschnitt. "Wir stinken nach Sünde. Wenn kein Leben Gottes in uns ist, riechen wir nach Sünde. Wir stinken nach der Sünde des Ungehorsams, des unmoralischen Lebens, des ständigen Streitens." Und: "Wir stinken nach der Sünde der Pädophilie. Wir stinken nach der Sünde der Homosexualität. Wir stinken nach der Sünde von LGBT."

Die Predigt ist nicht das erste Mal, dass der von Papst Franziskus ernannte Erzbischof, der zuvor bei der Kongregation für die Evangelisierung der Völker arbeitete, gegen Homo- und Transsexuelle austeilt. Im letzten Jahr hatte er die Gläubigen seines Bistums in einem Hirtenbrief zum Widerstand gegen den damals bevorstehenden ersten CSD in Bialystok aufgerufen.

Bischofs-Hetze vor CSD schürte Gewalt und Ausgrenzung

Zu dem "Marsch für Gleichberechtigung" müsse man "ein klares Nein" sagen, so Wojda im letzten Juli. "Wir können nicht zulassen, dass die heiligen Werte verspottet und unsere religiösen Gefühle ungestraft beleidigt werden." Entsprechende Veranstaltungen in anderen Städten hätten bereits gezeigt, wie Teilnehmer "mit ihrer unanständigen Haltung und Kleidung" anderen "im öffentlichen Raum, insbesondere Kindern und Jugendlichen, ein ekelhaftes Beispiel geben". Der erste CSD in der 300.000-Einwohner-Stadt im Nordosten des Landes war wenige Tage später von schweren Ausschreitungen überschattet worden.

Direktlink | Eindrücke von der Gewalt gegen den CSD in Bialystok von Euronews

Die rund 800 Teilnehmer und auch sie schützende Polizisten wurden von hunderten Hooligans bei dem selbst friedlichen Umzug gestört und mit Steinen, Knallkörpern, faulen Eiern und Flaschen beworfen (queer.de berichtete). Katholische und nationalistische Gruppen hatten zudem rund 40 Gegenkundgebungen abgehalten; vor der Kathedrale beteten hunderte Menschen gegen die "Sünde der Sodomie" und standen Infostände und Plakatwände von homofeindlichen Gruppen wie der irreführend benannten Organisation "Stoppt Pädophilie".

"Erzbischof Wojda hat sich nie für seinen Beitrag zur Entwicklung dieser dramatischen Ereignisse entschuldigt, und wie Sie sehen können, betreibt er weiter sehr effektiv Hassreden", kommentierte der Aktivist Pawel Krupinski, der den Videomitschnitt der neuesten Predigt veröffentlicht hatte, gegenüber queer.pl.

Twitter / radiobialystok | Die Situation vor der Kathedrale an der CSD-Wegstrecke

Polnische Bischöfe hatten im letzten Jahr die Stimmungsmache der Regierung und ihr nahestehender Medien gegen Homo- und Transsexuelle, die unter anderem zu mehrfacher Gewalt gegen queere Veranstaltungen und politisch zur Schaffung von "LGBTI-freien Zonen" führte, kräftig unterstützt. So hatte der Krakauer Erzbischof vor einer "Regenbogenpest" gewarnt, die Polen wie einst der Nationalsozialismus oder der Kommunismus bedrohe (queer.de berichtete). Die Bischofskonferenz stellte sich öffentlich gegen LGBTI-Rechte (queer.de berichtete). (nb)



#1 kuesschen11Profil
  • 02.04.2020, 21:19hFrankfurt
  • Die Aussagen des polnischen Erzbischofs stinken nach Pogrom und Klerikalfaschismus.

    Es ist schlimm, wenn diese öffentliche Hass-Hetze schonungslos und ungestraft davon kommt.
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#2 easykeyProfil
  • 02.04.2020, 21:57hLudwigsburg
  • Antwort auf #1 von kuesschen11
  • So ist es....warum tun Menschenrechtsorganisationen, die EU oder sonstirgendwer mit Gewicht etwas gegen diese verstaubten Klerikalnazis nichts? Wenn es sein muss, soll Polen direkt aus dem Vatikan regiert werden...aber ohne Zugehörigkeit zu einem zivilisierten Europa - mögen sie in ihrer Welt leben
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#3 Julian SAnonym
  • 02.04.2020, 22:15h
  • Die Hetze der katholischen Kirche wird immer extremer und perverser.

    Es wird immer deutlicher, dass die Kirche die größte Gefahr für Humanität, Freiheit und ein friedliches Miteinander ist.
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#4 LissyAnonym
  • 02.04.2020, 22:45h
  • Und ich wettere gegen den Mief und den Muff unter den katholischen Talaren, die Kinderschänder in ihren Reihen duldet und schützt, sich bereichert, die Religion Jesu mit ihrem schändlichen Verhalten konterkariert.
    Und komisch, dass Priester meist kleine Jungen sexuell missbrauchten.
    Das ist nicht homosexuell?
    Und dann auf Minderheiten hetzen?
    Vade retro, Satanas!
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#5 N8EngelProfil
  • 02.04.2020, 23:04hWenden
  • Antwort auf #3 von Julian S
  • Es gibt in diesem Buch, auf das sich diese Weltanschaungsorganisation bezieht eine Stelle an der geschrieben steht, das man sich bevor man sich dem Splitter im Auge des anderen zuerst um deb Balken im eigenen Auge kümmern solle.
    Da wäre zuerst das Problem der noch immer nicht aufgeklärten Missbrauchsskandale. Diese werden mit beinahe maffiös anmutenden Taktiken kleingehalten, es wird nur etwas zugegeben, wenn es nichtmehr verdeckbar ist.
    Dann hätten wir Verstöße gegen das Gebot der Nächstenliebe. Es wird in diesem Buch gefordert, das man seinen nächsten lieben soll, selbst wenn es der Feind ist.
    Als drittes gibt es den Auftrag der Wahrheitspflicht. Man solle über niemanden unwahre Dinge verbreiten. Nach aktuell wissenschaftlicher Sichtweise sind Aussagen, die nicht überprüfbar wahr sind Unwahr.
    Achja, ich vergas ich gehe hier mit Logik an etwas heran und versuche alternative Realitäten zu verstehen, was in religiösen Zusammenhängen natürlich nicht erlaubt ist.
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#6 G4stAnonym
#7 BePrideAnonym
  • 02.04.2020, 23:55h
  • Wojda, ich will ihnen ihre meinung nicht abstreiten, dass sie nach Sünde, Ungehorsam gegenüber Gott, unmoralischem Leben und Pädophile stinken, wenn kein Leben Gottes in ihnen ist. In ihrer Duftfahne fehlt jedoch der Gestank nach LGBT-Feindlichkeit, Volksverhetzung und sicherlich noch Einiges mehr.
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#8 Homonklin_NZAnonym
  • 03.04.2020, 01:37h
  • Neben all dem verquasten Schwachsinn, was die allgemein so daher texten, hier:

    ""Und: "Wir stinken nach der Sünde der Pädophilie.""

    - hat er ja doch mal sowas in Richtung Selbsterkenntnis zum Thema seiner "Kirche" verlauten lassen. Ganz kurz in den Spiegel geguckt, dann munter weiter mit dem Hassgespei.

    Einen Marsch für Gleichberechtigung können die natürlich nicht ausstehen. Gleichberechtigung würde bedeuten, dass sie selbst keinen Anspruch auf Sonderbehandlung mehr behalten könnten.

    Möge der sich seine "Sünden" in seinen wenig rosig odorierten A... es ist eigentlich vergeudete Müh und da steckt vermutlich noch anderes drin. Gegen den ätzenden Knilchengestank kann man eh nicht wirklich anstinken
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#9 DramaQueen24Profil
  • 03.04.2020, 02:21hBerlin
  • "Wir stinken nach der Sünde der Pädophilie. Wir stinken nach der Sünde der Homosexualität. Wir stinken nach der Sünde von LGBT."

    Bezogen auf die katholische Kirche ist das treffend formuliert.
    Nur, Was passiert mit pädosexuellen Priestern?
    Sie werden heimlich versetzt, wo sie weitermachen können. Werden sie angeklagt, wäscht die RKK ihre Hände, die alles vertuschten, in Unschuld, wirft den Homosexuellen alles in die Schuhe.
    Und homosexuelle Priester?
    Die sind gezwungen, ihre Gefühle heimlich und mit Lügen zu leben, obwohl alle Priester Bescheid wissen, dass der "Gehilfe" ein Geliebter ist. Nur, sich selbst outen, dass dürfen sie nicht, sonst verlieren sie ihren Job! Heuchlerbande, elendige!
    Und was ist mit der "Sünde der LGBT"?
    Ja, auch da stinkt die RKK gewaltig, nicht nur, weil sie Betroffene ohne finanzielle Entschädigung entlässt (nach dem Motto: "Unser Geld, unsere Regeln", obwohl fast alles Geld vom Staat kommt), sondern auch, weil sie Menschen dafür verurteilt, was sie sind!
    Tja, Erzbischof, so gesehen, stimme ich Ihnen zu!
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#10 MarthaAnonym
  • 03.04.2020, 05:15h
  • Meine tiefstempfundene Verachtung hat sich 'dieser Verein' zwischenzeitlich redlich verdient...
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