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Berlin

Scheinheiliger Messechef schmeißt hin

Er inszenierte sich als größter Straight Ally der Hauptstadt und umwarb gleichzeitig LGBTI-feindliche Folterländer. Nun tritt Christian Göke als Geschäftsführer der Messe Berlin zurück.


Christian Göke ist seit 2013 Vorsitzender der Geschäftsführung der landeseigenen Messe Berlin GmbH (Bild: Messe Berlin)

Eine gute Nachricht für LGBTI-Rechte: Der Chef der Berliner Messegesellschaft, Christian Göke, verlässt das Unternehmen. Göke gehe zum Jahresende, um sich neuen Herausforderungen zu stellen, erklärte ein Unternehmenssprecher gegenüber dpa. Der 54-Jährige löst seinen Vertrag damit ein Jahr vorfristig auf.

Durch die Auswahl LGBTI-feindlicher Verfolgerstaaten wie Malaysia oder Oman als offizielle Partnerländer der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) war Göke in den vergangenen Jahren in die Kritik geraten (queer.de berichtete). Dem Versuch des rot-rot-grünen Senats, mit einem Code of Conduct für Geschäftspartner der Messe, die Hofierung homophober Staaten künftig zu verhindern, widersprach er öffentlich (queer.de berichtete). Der Westfale beharrte darauf, dass die Messegesellschaft bei Menschenrechtsverletzungen "geschäftspolitische Neutralität" bewahren müsse.

Inszenierte LGBTI-Freundlichkeit

Gleichzeitig inszenierte sich der Messechef mehrfach als LGBTI-Aktivist. "Gegenseitiges Verständnis, Akzeptanz und Toleranz sind Grundpfeiler unseres Tuns", begründete Göke 2014 den Beitritt der Messegesellschaft zum Berliner Bündnis gegen Homophobie (queer.de berichtete). Im Streit um die ITB-Partnerländer behauptete er, sich "subtil" für Veränderungen in den Verfolgerstaaten einzusetzen, ja sogar die Staatshomophobie zu einem Auswahlkriterium zu machen: "Deswegen bin ich davon überzeugt, dass wir mit unserem Ansatz viel mehr für die Rechte Homosexueller in Malaysia getan haben, als es ein Code of Conduct erreicht hätte." Ein sehr gewagtes Eigenlob: Auf der ITB 2019 hatte Malaysias Tourismusminister öffentlich erklärt, dass es in seinem Land überhaupt keine Lesben und Schwulen gebe (queer.de berichtete).

Christian Göke war vor zwanzig Jahren von der Messe Frankfurt nach Berlin gekommen. Unter ihm hatte das Landesunternehmen unter anderem das internationale Geschäft ausgebaut und etwa Ableger der ITB in Asien ins Leben gerufen, die Sanierung des Messegeländes in Charlottenburg in die Wege geleitet sowie neue Hallen errichtet. Im Rennen um die Internationale Automobilausstellung musste sich Berlin vor Kurzem München geschlagen geben. (mize/dpa)



#1 Hononklin_NZAnonym
  • 05.04.2020, 12:51h
  • Hoffentlich sind die dann bei der Neubesetzung etwas prüfender bei der Sache.
    Noch so eine Type, die ihren "LSBt-Akrivismus" als Dekor verwendet, um dann nebenbei Menschenrechte als Aspekt von geschäftlichem Kalkül zu betrachten, braucht die welt nicht.

    Kenne den Dude zwar nicht persönlich nu, aber so ein Verhalten und die Zwiespältigkeit ermöglichen auch einen vagen Blick in die andere Seite.

    So einen Typ der nur Geschäft und Wirtschaft im Kopf hat, bekommt ihr wohl bald als Merkela-Nachfolger, wies schaut. Nicht das Bratpfannengesicht, den mit dem Rillen-Glühbirnenkopf.
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#2 Carsten ACAnonym
  • 05.04.2020, 19:02h
  • Besser spät als nie.

    Wer Homohassern ein Forum bietet und Kritik daran abtut, ist auf so einem Posten eine Fehlbesetzung.
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#3 PeerAnonym
  • 05.04.2020, 19:02h
  • Hoffentlich achtet sein Nachfolger mehr auf die Einhaltung von Menschenrechten in Partnerländern.
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#4 DramaQueen24Profil
  • 06.04.2020, 00:46hBerlin
  • Schmeißt hin, kriegt aber bestimmt noch ne Menge Kohle als "süßen Abgang".
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