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Angst vor den Folgen

Lil Nas X: "Ich wollte das Geheimnis mit ins Grab nehmen"

Im Gespräch mit dem britischen "Guardian" erklärt der schwule Rapper, warum er sich eigentlich nie outen wollte. Dennoch möchte er die LGBTI-Community "zu 100 Prozent repräsentieren".


Auf Instagram zeigt Lil Nas X gerne seinen Körper (Bild: lilnasx / instagram)

Ungewöhnliches Geständnis in einem Journalistengespräch: Gegenüber dem Wochenendmagazin der britischen Zeitung "The Guardian" berichtete der schwule US-Rapper Lil Nas X, dass er sich eigentlich nie outen wollte. "Die Wahrheit ist, ich wollte das Geheimnis mit ins Grab nehmen", so der 20-jährige "Old Town Road"-Sänger.

Mit dem ursprünglich geplanten Versteckspiel habe er andere junge Queers schützen wollen. "Ich möchte andere nicht dazu ermutigen, etwas zu tun, wovon sie nicht zu hundert Prozent überzeugt sind", meinte Lil Nas X. "Vor allem wenn sie noch in der Mittelschule oder der High School sind. Denn dann ist es einfach sehr schwierig."

Für ihn sei der Schritt aus dem Schrank viel einfacher gewesen, so der Rapper. "Ich war von niemandem abhängig. Es gab niemanden, der mich aus dem Haus schmeißen konnte – niemanden, der mich deswegen scheiße behandeln konnte." Dennoch sei sein Schwulsein in der eigenen Familie bis heute ein Tabuthema: "Es war nie etwas, das aufkam oder worüber wir gesprochen haben: Wir halten Stillschweigen darüber. Niemand fragt: 'Oh, hast du einen Freund?"

Gleichzeitig versicherte Lil Nas X, sein eigenes Coming-out nicht zu bereuen: "Ich möchte zu 100 Prozent die LGBT-Community repräsentieren."

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Coming-out im Juni 2019

Lil Nas X hatte Ende Juni 2019 sein Coming-out in einem Twitter-Eintrag angedeutet (queer.de berichtete). Später erklärte er in einem Interview, dass sich er eigentlich aus Angst um die Reaktion der Fans nicht hatte outen wollen. "Ich weiß, dass Leute, die Countrymusik am meisten hören, Homosexualität nicht akzeptieren", so der Rapper im Nachrichtenmagazin "Time". Im Pride-Monat Juni habe er aber überall Regenbogenfahnen gesehen, wodurch er "vom Universum gepuscht" worden sei.

Direktlink | Das mit einem Grammy ausgezeichnete Musikvideo von "Old Town Road" wurde allein im Youtube-Kanal von Lil Nas X über 459 Millionen Mal abgerufen

Im Laufe des vergangenen Jahres erzählte der jetzt 20-jährige Rapper mehr von seinen Schwierigkeiten, in einem Sozialwohnungsviertel am Rande von Atlanta als Schwuler aufzuwachsen. Im Herbst 2019 sagte er etwa im CBS-Frühstücksfernsehen, dass er als Heranwachsender versucht habe, seine Homosexualität wegzubeten (queer.de berichtete).

Ende Januar konnte Lil Nas X bei der 62. Verleihung der Grammy Awards in Los Angeles zwei Trophäen mit nach Hause nehmen (queer.de berichtete). Am 1. April kündigte er überraschend ein Coming-in: "Ich war nie schwul. Ich hab's nur gesagt, um euch in den April schicken zu können. Hab's euch gezeigt", schrieb er auf Twitter (queer.de berichtete). Nur 13 Minuten später löste er den Aprilscherz mit den Worten "Okay, ich bin wieder schwul" auf. (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 05.04.2020, 19:22h
  • Schlimm, dass immer noch Leute so sehr Angst haben, sie selbst sein zu können und meinen, sich ein Leben lang verstecken zu müssen...

    Es muss sich so viel ändern - ganz grundlegend.
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#2 marcocharlottenburgAnonym
  • 05.04.2020, 20:45h
  • Das eine ist, sich nicht outen zu können oder zu wollen, die Gründe mögen vielfältig sein. Nichts aber wirklich nichts rechtfertigt aber gefaktes Outing oder aber dieses gefakte wider zurückzunemen. Das ist einfach nur dumm!
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#3 TheDadProfil
  • 06.04.2020, 09:20hHannover
  • Antwort auf #2 von marcocharlottenburg
  • ""Nichts aber wirklich nichts rechtfertigt aber gefaktes Outing oder aber dieses gefakte wider zurückzunemen. Das ist einfach nur dumm!""..

    Nun hat ja Lil Nas X gar kein solches "gefaktes Outing" vorgelegt..

    Ein Fake ist aber immer Scheiße, und Scheiße gehört dann auch "aufgeräumt", also entgegen Deiner Auffassung auch im Falle eines "gefakten Outings" dann auch immer zurückzunehmen !
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#4 Leon 4Anonym
#5 Nk231Anonym
  • 06.04.2020, 12:17h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Kannst du bitte mit den leeren Worten aufhören und mal ganz grundlegend darüber nachdenken, was DU SELBST tun kannst, damit sich endlich grundlegend was ändert?
    Oder fällt die grundlegende Verbesserung vom Himmel?!
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 07.04.2020, 01:04h
  • Antwort auf #2 von marcocharlottenburg
  • Der feine Unterschied ist hier, dass er nicht sein Outing gefaked hat, sondern gefaked hat, dass sein Outing nicht ernstgemeint war - kurzzeitig eben. Dann hat er ja gesagt, er sei (sic) wieder schwul.

    Dass er es zunächst lieber mit ins Grab nehmen wollte, kann man aber gut nachvollziehen. Nun ist er sicher in einer bedrohlicheren Lage groß geworden, als es das ist, wenn man in einer Enklave von bauerntrampeligen, verdummbibelten Nazis aufwächst, und niemand da ist, wer einem Zuspruch gibt oder sonstwo den Rücken stärkt. wenn man jeden Tag Angst haben muss, ob man den nächsten noch erlebt. Und das gibt es noch um Ebenen schlimmer.
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