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Mit 74 Jahren

Kinderbuchautorin Jacqueline Wilson outet sich als lesbisch

Eine der beliebtesten englischen Schriftstellerinnen für junge Menschen spricht erstmals über ihre Homosexualität.


Jacqueline Wilson wurde 2008 zur Ritterin geschlagen und darf seither das Wort "Dame" ihrem Namen voranstellen (Bild: Screenshot Sky News)

Die britische Kinder- und Jugendbuchautorin Dame Jacqueline Wilson hat sich gegenüber "Guardian Review" als homosexuell geoutet. Außerdem verriet die 74-Jährige, dass sie bereits seit 18 Jahren fest mit ihrer Partnerin Trish liiert ist. Die beiden leben in der südenglischen Grafschaft Sussex.

Wilson schrieb bislang 110 Bücher, darunter auch die bekannte Reihe um die zehnjährige Tracy Beaker (auf Deutsch wurde der Nachname der Protagonstin geändert. Die Buchtitel lauten: "Die unglaubliche Geschichte der Tracy Baker", "Bühne frei für Tracy Baker" und "Tracy Baker ist unschlagbar"). Viele ihrer Bücher haben für dieses Genre eher ungewöhnlich ernste Themen wie Adoption, Scheidung oder psychische Erkrankungen.

Als 19-Jährige hatte sie 1965 einen Mann geheiratet, von dem sie sich kurz nach dem Jahrtausendwechsel scheiden ließ. Die Ehe brachte eine Tochter hervor.

"Habe nie versteckt gelebt"

"Ich habe nie wirklich versteckt gelebt", sagte Wilson gegenüber "Guardian Review". "Die Sache ist nicht neu für alle, die je irgendetwas über mich wissen. Sogar der entfernteste Bekannte von mir weiß, dass ich eine Beziehung mit einer Frau habe."

Die einzige Person, die sich jemals über ihre Partnerin empört hatte, sei ihre Mutter gewesen. "Das hat mich nicht zu sehr getroffen, weil sie auch meinen Ex-Mann gehasst hat", so Wilson.

Anlass für das Coming-out sei ihr 111. Buch mit dem Titel "Love Frankie", das in Kürze auf Englisch erscheinen soll. In diesem Buch behandelt sie erstmals ausdrücklich das Thema Homosexualität: Die burschikose Schülerin Frankie verliebt sich darin in Sally, das schönste Mädchen ihrer Klasse. In diese Geschichte habe sie ihr Herz und ihrer Seele gesteckt, so Wilson. Sie habe gewusst, dass dieses Buch auch Fragen nach ihrem Privatleben aufwerfen würde.

Ferner erklärte Wilson, dass sie sich nicht als Mentorin für lesbische Teenagerinnen sehe, die sich outen wollten. "Ich denke nicht, dass Mädchen je eine grauhaarige und faltige Autorin als Vorbild wollen, wenn sie mit ihrer Homosexualität klarkommen wollen", so die 74-Jährige. "Ich bin sicher, sie können glamourösere Beispiele finden." (dk)