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Corona-Krise

Gabriele Kuby und die Sehnsucht nach der Katastrophe

Die katholische Publizistin bringt in einem Text den Wunsch vieler homophober Gläubiger auf den Punkt, die hoffen, dass der Corona-Virus die Fortschritte der letzten Jahrzehnte bei LGBTI-Rechten auslöscht.


In Gabriele Kubys Welt sind sexuelle und geschlechtliche Minderheiten die Feinde (Bild: HazteOir.org / flickr)

Schon fast triumphierend schreibt Gabriele Kuby über die Entwicklungen der Corona-Krise und sieht ihre eigene politische Meinung bestätigt: "Klimaerwärmung interessiert plötzlich niemanden mehr", selbst Grüne und Linke würden einsehen, dass "die eigene Existenz" von Migranten bedroht werde, und kleine Kinder seien "plötzlich da, wo sie hingehören, bei ihren Müttern". Das schreibt sie in dem Beitrag "Corona ruft zur Umkehr!", der im "VATICAN magazin" erschienen war und am Dienstag online bei kath.net veröffentlicht wurde. "Wir sind nicht einmal die Herren über einen kleinen Virus", freut sich die 76-Jährige.

Die These des Kuratoriumsmitglieds im Forum Deutscher Katholiken: "Es ist die Stunde der Kirche". Natürlich ist es nicht die Stunde derjenigen Kirchen, die Homosexuelle gleich behandeln wollen oder Transpersonen akzeptieren. Nein, jetzt triumphieren die anderen. Wörtlich schreibt die "Genderkritikerin":

Vermutlich haben die "Reformatoren" der Kirche, die statt Umkehr Anpassung predigen, gedacht, es würde immer so weiter gehen mit der systematischen Auflösung der göttlichen Ordnung: Der millionenfachen Tötung ungeborener Kinder, der Rebellion gegen die Identität von Mann und Frau, der Zerschlagung der Familie, der moralischen Entfesselung der Sexualität, der Seuche der Pornographie, der juristischen Legitimierung der Homo-"Ehe", der kollektiven Vernachlässigung der Kinder und Jugendlichen, der "Verbesserung" des Menschen durch Transhumanismus. Der Widerstand der Kirche in all diesen Fragen war schwach, und die Gläubigen bekamen keine Orientierung von ihren Hirten, um den gewaltigen Manipulationen des Massenbewusstseins widerstehen zu können.

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Corona habe diesen Zug "für unbestimmte Zeit angehalten", so Kuby. "Es ist ein Vorspiel, eine Ouvertüre. Glaubt jemand, dass wir danach – wann ist danach? – zu business as usual zurückkehren werden?"

Die Sehnsucht nach der Katastrophe ist bekanntlich unter vielen homo- und transphoben Gläubigen verbreitet. Manche Christen sehnen sich nach der Endzeit, nach der es laut Bibel zum Jüngsten Gericht kommen soll, wie ein Kind nach einem Lolli. Dann endlich, so hoffen sie, wird für verhasste Gruppen wie Homosexuelle kein Platz mehr sein. Bis dahin machen sie aber fröhlich weiter Schwule und Lesben für die Katastrophe verantwortlich (queer.de berichtete). Bis zur nächsten Katastrophe.



#1 marbelaAnonym
  • 07.04.2020, 17:36h
  • Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    Ein Virus ist ein Virus.

    Dummheit ist Dummheit.

    Intoleranz ist Intoleranz.
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#2 piogiAnonym
  • 07.04.2020, 18:01h
  • Ich weiß wie es in einer Familie zugeht, in welcher man mehrmals die Woche zur Kirche rennt und herumheuchelt. Nach außen schön fromm tun, damit ja niemand irgendwas unerwünschtes über einen denkt und alle einen für rechtschaffen halten.

    Aber zusätzlich zu den Kirchenbesuchstagen wird noch an den anderen Tagen Alkohol getrunken, Gewalt und Terror an Familienmitgliedern ausgeübt und die Kinder an den Rand des Selbstmord getrieben.

    Und so etwas wünschen sich diese Religiösen Fanatiker. Das können nur aus der Hölle entkommene Dämonen sein.
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#3 TimonAnonym
  • 07.04.2020, 18:41h
  • Solche Wünsche sind tatsächlich eine reale Gefahr.

    Umso wichtiger ist es, sich auch in diesen Zeiten nicht einlullen oder verunsichern zu lassen, sondern den Kampf für volle Gleichstellung weiter fortzusetzen.
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#4 wiedehopfAnonym
  • 07.04.2020, 20:08h
  • Man muss ja fast bewundern, wie die religiösen Fundamentalisten in dieser Situation gegen alle Logik Oberwasser zu haben scheinen.
    Zeigt doch ein Blick auf die Realitäten, dass auffallend oft religiöser Fundamentalismus die Verbreitung von SARS-CoV-2 in besonderem Maße befördert:
    -Der Ausbruch im Zusammenhang mit der Shincheonji Church of Jesus in Daegu/Südkorea
    -Die heilige Pilgerstadt Qom im Iran
    -Das Treffen von evagelikalen Freikirchlern in Mulhouse, in dessen Folge sich das Elsass zur am stärksten von CoViD-19 betroffenen Region Frankreichs entwickelte
    -Die israelischen Corona-Hotspots Bnei Brak und Mea Shearim, die von Ultraorthodoxen bewohnt werden, die sich nicht an die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung halten wollen.
    -Bolsonaro und Trump als Corona-Leugner/-Verharmloser in Machtpositionen, deren Unterstützer sich ganz wesentlich aus evangelikalen Kreisen rekrutieren.
    Weitere Beispiele lassen sich bestimmt noch in großer Zahl finden.
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#5 easykeyProfil
  • 07.04.2020, 20:11hLudwigsburg
  • Mal schauen was die "göttliche Ordnung" so alles für Frau Kuby noch so bereithält. Auf Läuterung oder etwas anderes in der Preisklasse dürfen wir weniger hoffen.
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#6 wiedehopfAnonym
#7 goddamn liberalAnonym
  • 07.04.2020, 20:43h
  • Antwort auf #4 von wiedehopf
  • Recht hast Du!

    Auch die Ikonenküsserei und die Kommunion aus einem Löffelchen, die von einigen hochrangigen orthodoxen Popen immer noch verteidigt wird, wäre als weitere fromme Virusgefahr neben iranischer Pilgerei und 'evangelikaler' Massenverzückung zu nennen.

    Die Auswege sind ebenso glasklar:

    Aus dieser Katastrophe helfen drei Dinge, die mit dem menschenfeindlichen Paralleluniversum von Kuby u. Co. nichts zu tun haben:

    1. Der moderne Staat mit einem starken Gesundheitssystem als Produkt antifeudaler und antiklerikaler Revolutionen.

    2. Die moderne Wissenschaft als Produkt der Aufklärung.

    3. Aufgeklärte Mitmenschlichkeit, sei sie durch eine Vernunftreligion (Kant) oder durch einen säkularen Humanismus begründet.

    Noch Fragen?
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 07.04.2020, 20:53h
  • Antwort auf #6 von wiedehopf
  • Theodor Herzl hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass so jemand im modernen Staat seines uralten Kulturvolkes mal Minister werden kann.

    Hoffen wir, dass er die Krankheit gut übersteht und dass sie bei diesem armen Menschen eine Umkehr zu Realitätssinn und Humanismus bewirken kann.

    Nur eine wissenschaftliche Weltanschauung hilft bei der Orientierung in dieser Welt.

    So einfach ist das.
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 07.04.2020, 21:31h
  • So weit weg und doch so penetrant. Wusste gar nicht, dass die Olle noch schnattert. Hat ja ne Zeitlang den Rand gehalten. Bei der brennt doch das Bett!

    ""selbst Grüne und Linke würden einsehen, dass "die eigene Existenz" von Migranten bedroht werde""

    Bei dem Zeugs, das die einwirft, kommt es einem bald so vor, als glaubt die tatsächlich, die Coronaviren würden ausgerechnet Migranten dazu zwingen, sich bedrohlich zu verhalten. Nun denn, noch was, das mit dieser Katastrophen-Herbeisehnung mit kommt, ist magisches Denken.

    Mädel, das is den Viren Latte, wer welche Partei wählt!
    Die Unordnung in dem Gesicht ist nun auch nicht grade göttlich zu nennen, Irgendwas ist auch immer mit den verhärmten Gesichtern bei denen. Wieder heimlich mit der Nase volle Kanne in die Rosenkränze geschrammt, nech?
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#10 euqumanAnonym
  • 07.04.2020, 23:25h
  • Was sich Frau Kuby erhofft resultiert aus den aktuellen Wahlumfragen, SPD+GRÜNE+LINKE +FDP nur noch bei 46,5% und CDU /CSU +AfD =48%

    Die CDU/CSU hat sich ja lange von der AfD distanziert ,aber anscheinend hofft Frau Kuby , dass die CDU mit Ihren aktuellen 38% bei der Sonntagsfrage (Vorher war die CDU anfang März bei 26% ) mit der AfD eine Koalition eingehen könnte oder das die CDU/CSU wieder nach rechts abdriftet , wegen der hohen Prozentzahl die sie jetzt hat. Umso enttäuschender ist es ,dass Noch nicht mal Jens Spahn das Blutspendeverbot aufheben will. Ich werde niemals die CDU/CSU wählen ! Niemals , dass was die Partei Homosexuellen in der Vergangenheit angetan hat , dass lässt sich nicht vergeben.

    Und die Union hat jetzt leider erfolgreich ihre früheren Wähler ,die jetzt die ganze Zeit grün gewählt hätten zurückgewonnen.

    Wären die Grünen nicht so stark gewesen in den letzten Jahren in der Sonntagsfrage , sondern die AfD ganz stark gewesen wäre, dann wäre die Union Ruckzuck nach rechts gerutscht und wäre eine Koalition mit der AfD eingegangen.

    Die Grünen haben die CDU/CSU ja mehrmals in der Sonntagsfrage in den letzten Jahren überholt.
    Leider scheint das jetzt vorbei zu sein.

    www.wahlrecht.de/umfragen/
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