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Verrohung

Bremen: Übergriffe auf homophoben Pfarrer

Der "Hetzprediger von der Weser" Olaf Latzel beklagt, dass er seit mehreren Wochen Opfer von "Hass"-Übergriffen werde.


Olaf Latzel ist Pfarrer der St.Martini-Kirche in Bremen, links sind die Türme des Bremer Doms zu sehen (Bild: Jürgen Howaldt / wikipedia)

Der 52-jährige Bremer Pfarrer Olaf Latzel erklärte gegenüber der "Bild"-Zeitung, dass er und seine Gemeinde seit fünf Wochen "gestalkt" würden, angeblich von "Linken". "Unbekannte haben mein Auto an allen Seiten zerkratzt. Der Schaukasten und die Kirchentür wurden mit linken Symbolen und Hassparolen beschmiert", behauptete der umstrittene Pfarrer, der wegen ausländerfeindlicher und homophober Äußerungen oft in der Kritik steht.

Der evangelikale Pfarrer beschrieb weitere Übergriffe: So hätten linke Demonstranten Gottesdienstbesucher bedroht, außerdem sei ein Zehn-Liter-Eimer Joghurt gegen seine Kirchentür geworfen worden. Zuletzt hätten Hacker versucht, "Hassparolen" und Pornografie in die Internet-Live-Übertragung seiner Gottesdienste zu schleusen. Kürzlich habe zudem eine unbekannte Person auf seinen Namen ein Auto bestellt. Er habe inzwischen die Polizei eingeschaltet. Die Übergriffe sind inzwischen ein Aufregerthema in Lokalnachrichten und auf evangelikalen Portalen, in denen sich Latzel als Opfer stilisiert und vor Christenverfolgung in Deutschland warnt – es gehöre zur Nachfolge Jesu Christi, verfolgt zu werden, so der Pfarrer gegenüber "idea".

Politiker mahnen: Geht respektvoll miteinander um

Zuletzt riefen Politiker angesichts der Vorwürfe auf, zivil miteinander umzugehen: "Sachbeschädigungen sind immer zu verurteilen", erklärte etwa Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). "Sie sind Straftaten und kein legitimes Mittel, um sich mit Positionen auseinanderzusetzen, die man nicht teilt". Der Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Björn Fecker mahnte, das Vandalismus als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht in Ordnung sei, auch wenn etwa Latzels Aussagen über Homosexuelle "schlicht menschenverachtend" seien. Die FDP-Politikerin Birgit Bergmann ergänzte: "Wer Christinnen und Christen angreift, der greift uns alle an. Christen, Gläubige, Menschen."

Latzel selbst ist seit Jahren wenig zimperlich, wenn es etwa um sexuelle Minderheiten geht: So beschimpfte er Schwule und Lesben pauschal als Sünder, sofern sie nicht ihrer sexuellen Orientierung abschwören. Der 52-Jährige bot in der Vergangenheit etwa das Homo-"Heiler"-Seminar "Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung" an. Seine Ablehnung von sexuellen Minderheiten erklärte er laut Deutschlandfunk mit der Heiligen Schrift: "In der Bibel wird klar Homosexualität verurteilt. Wie andere Dinge auch: Wie Geldgier oder Ehebruch verurteilt wird oder wenn ich meinen Nächsten nicht gut behandele. Es wird gesagt, es ist Gott nicht wohlgefällig, nein, es ist Gott ein Gräuel, so wird das deutlich gesagt."

Außerdem ruft der "Hetzprediger von der Weser" ("Frankfurter Rundschau") Christen offen dazu auf, intolerant gegenüber anderen Religionen zu sein. Auch die Zulassung von Frauen zu geistigen Ämtern ist ihm ein Dorn im Auge. Auf evangelisch.de wurde daher in einem Kommentar kritisiert, dass sich Latzel "absichtlich wie die Axt im Walde" benehme.

Latzel ist Chef einer von 61 Kirchengemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche. In dieser Landeskirche ist die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare zwar möglich. Allerdings dürfen homophobe Pfarrerinnen oder Pfarrer Ehepaare wegen deren sexueller Orientierung ablehnen. (dk)

Direktlink | Mit antiislamischen Äußerungen mauserte sich Latzel zum Liebling der Rechtspopulisten



#1 goddamn liberalAnonym
  • 08.04.2020, 14:39h
  • Die Martinikirche ist ein altes Kulturdenkmal, das von völlig kulturlosen Gesellen besetzt wird.

    Wenn die Bremische Kirche diesem Zustand kein Ende bereiten kann, dann ist das die Aufgabe der 'links' dominierten Bremischen Bürgerschaft.

    Dass sie dieser Aufgabe nicht gerecht wird, ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir in einem Kirchenstaat leben.

    Allerdings nicht in einem wie Dänemark, wo die Staatskirche dem demokratischen Staat und seinen Werten verpflichtet ist, sondern in einem Staat, dem alle menschenfeindlichen Frommen beliebig auf der Nase tanzen können.

    Als Dank dafür, dass der Staat sie aus allgemeinen Steuermitteln nudelt.
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#2 BePrideAnonym
  • 08.04.2020, 14:45h
  • Der Pfarrer verstösst gegen die Bibel, das Grundgesetz und die Menschenrechte. Das sollte rechtliche Konsequenzen haben.
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#3 BePrideAnonym
#4 Leon 4Anonym
  • 08.04.2020, 15:03h
  • Antwort auf #2 von BePride
  • Bin mir da nicht so sicher, aber wenns dir wichtig ist kannst du afaik in solchen Fällen auch selber Strafanzeige stellen @ menschenrechte/grundgesetz.....??

    Ich wäre mir da allerdings gar nicht sicher ob seine Aussagen strafrechtlich relevant sind... Wen dem so wäre würde es doch bei solchen Fällen Anzeigen regnen? Sollte doch hier auch unter kollektivbeleidigung fallen und somit unrelevant sein?
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#5 FinnAnonym
  • 08.04.2020, 15:07h
  • -----------------------------------------
    Die FDP-Politikerin Birgit Bergmann ergänzte: "Wer Christinnen und Christen angreift, der greift uns alle an. Christen, Gläubige, Menschen."
    ----------------------------------------

    Ich wünschte, die FDP würde genauso deutliche Worte finden, wenn Christen (wie es hier der Fall ist) LGBTI angreifen.

    Natürlich ist Sachbeschädigung nicht in Ordnung und eine Straftat. Aber ist das denn wirklich schlimmer als Homoheilung mit all ihren Folgen für die Gesundheit? Und schlimmer als Hetze gegen LGBTI, die sich dann in Mobbing, Psychoterror oder gar Gewalt entlädt?

    Jeder dürfte gerne mein Auto komplett zerkratzen, wenn dadurch auch nur ein Mensch (egal welcher sexuellen Orientierung, welcher Religion, welcher Rasse und welches Geschlechts) vor Gewalt, Terror, Mobbing, etc. geschützt wird. Denn Menschen sind mir wichtiger als Gegenstände.
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#6 Wer Wind sätAnonym
  • 08.04.2020, 15:12h
  • Wer Wind sät...

    Natürlich darf auch Sachbeschädigung niemals ein Mittel der Auseinandersetzung sein, aber das sollten seine Aussagen auch nicht sein.

    Wer ernsthaft zu "umhauen, verbrennen, hacken" aufruft und meint, sich damit rausreden zu können, indem er hinweist, dass nicht er das fordert, sondern dass "unser Herr und Gott" das fordere, der muss halt auch mit Widerstand rechnen.

    Wie gesagt:
    das rechtfertigt auch meiner Meinung nach keine Sachbeschädigung, aber auch seine Aussagen sind inakzeptabel.
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#7 N8EngelProfil
  • 08.04.2020, 15:28hWenden
  • Gerade bei solchen Aussagen empfinde ich zweierlei. zum einen tiefe Verachtung für Menschen, die nicht in der Lage sind zivilisiert mit Kritikern umzugehen, es macht mich traurig, das es Subjekte gibt die sich auf ein derartiges Niveau herablassen. auf der anderen Seite empfinde ich Schadenfreude, da hier der Hass, den jemand säht, auf ihn selbst zurückfällt, er sich diskriminiert fühlt. Schade nur, das es nicht zur Einsicht führt, das er selbst auch etwas falsches tut, sondern dazu, das er sich als unschuldiges Opfer sieht.
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#8 Ganz einfachAnonym
  • 08.04.2020, 15:30h
  • Die Sache ist doch ganz einfach:
    wenn er der Meinung ist, Opfer einer Straftat geworden zu sein, dann steht es ihm frei, Anzeige zu erstatten und dann wird das seinen Lauf nehmen.

    So darf und so muss das jeder andere ja auch tun.

    Dann wird geprüft, ob tatsächlich eine Straftat vorliegt (das ist nötig, da es ja theoretisch auch sein könnte, dass jemand sowas selbst macht, um sich als Opfer hinstellen zu können, auch wenn ich ihm das natürlich nicht unterstellen will).

    Und wenn eine Straftat vorliegt, wird nach Beweisen, Zeugen, Motiven & Alibis möglicher Täter, etc. gesucht und versucht, den oder die Täter zu finden. Und dann muss die Tat auch zweifelsfrei nachgewiesen werden, da ansonsten die Unschuldsvermutung gelten muss. So ist das in einem Rechtsstaat.

    Und wenn das alles nicht gelingt, bleibt er leider auf dem Schaden sitzen - so wie jedes andere Opfer auch.

    Das ist ein ganz normaler Vorgang bei jeder Straftat und auch diese Tat macht da keine Ausnahme.

    Und ganz ehrlich: so ärgerlich ein verkratztes Auto auch ist, aber es gibt auch noch viel schlimmere Straftaten als diese. Man kann jetzt auch nicht erwarten, dass deswegen eine SOKO gebildet wird. Und ich bin mir nicht mal sicher, ob nicht eine Mehrheit der Bürger seine Hetze sogar schlimmer fände als Kratzer auf einem Auto.
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#9 JadugharProfil
  • 08.04.2020, 16:15hHamburg
  • Wenn einige so heftig reagieren, dann muß jener Geistliche nicht nur Wind, sondern Sturm gesät haben. Da jetzt Gegenwind aufkommt, mag es auch sein, daß er durch seine Abwehr weiter hetzt, um mit seinen menschenverachteten Ansichten im Recht zu sein. Er trägt, für das was passiert, eine Mitschuld. Wäre er einsichtig, dann gäbe es keine Eskalation! Ich hoffe, daß diese Sache von allen Seiten gründlich aufgeklärt wird, damit man erkennen kann, was wirklich vorgefallen ist. Ich traue keinen Geistlichen!
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#10 Ralph
  • 08.04.2020, 16:36h
  • Straftaten sind auch dann Straftaten und entsprechend zu ahnden, wenn sie gegenüber einem Rechtsextremisten begangen werden.
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