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Polizeibericht
Hassgewalt trotz Kontaktsperre: Homophober Übergriff in Berlin
In der Nacht zu Donnerstag wurde ein 23-Jähriger in Berlin-Moabit von einem Unbekannten erst schwulenfeindlch beleidigt, dann mehrfach mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und getreten.
- 9. April 2020, 08:21h 2 Min.
In der Nacht zu Donnerstag wurde ein junger Mann in Berlin-Moabit geschlagen und getreten, nachdem er zuvor homophob beleidigt worden war. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Donnerstagvormittag.
Gemäß den bisherigen Ermittlungen war ein 23-Jähriger gegen 23.45 Uhr mit einer Frau und einem Mann unterwegs, als er an der Levetzowstraße Ecke Wikingerufer mit zwei Unbekannten aus einer dreiköpfigen Gruppe ins Gespräch gekommen sei. Der Dritte aus dieser Gruppe soll den 23-Jährigen dann zunächst homophob beleidigt, in der Folge mehrfach mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und ihn getreten haben. Anschließend habe sich das Trio entfernt.
Das Opfer erlitt eine Platzwunde an der Lippe
Der Angegriffene erlitt laut Polizeibericht eine Platzwunde an der Lippe, die er gegebenenfalls selbst ärztlich behandeln lassen wollte. Die weiteren Ermittlungen führt, wie bei Hasskriminalität üblich, der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Nähere Angaben zu den Beteiligten machte die Polizei ebenfalls wie üblich in ihrer Erstmeldung zunächst nicht.
Die Polizei der Hauptstadt macht anders als viele andere deutsche Polizeibehörden mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in ihren Pressemitteilungen publik. Sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen zudem eigene Ansprechpersonen für sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten. Damit soll Homo- und Transsexuellen, die traditionell ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Stellen von Anzeigen nach LGBTI-feindlichen Übergriffen erleichtert werden. Zuletzt hatte die Polizei Anfang März und Ende Februar zwei Angriffe auf trans Frauen gemeldet. (cw/pm)
















Ich hoffe, dass die Politik jetzt nicht die Corona-Krise missbraucht, um ihre Untätigkeit bei LGBTI-Themen zu rechtfertigen. Denn das eine hat mit dem anderen nichts zu tun und auch solche schlimmen Epidemien sind kein Grund, Menschenrechte aufzuschieben.