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Gaga-Politik

Trump über Joe-Exotic-Begnadigung: "Ich schau es mir an"

Die Doku "Großkatzen und ihre Raubtiere" und ihr schwuler Protagonist Joe Exotic bewegen die Amerikaner – jetzt äußert sich sogar der mächtigste Mann der Welt zur Sache.


Donald Trump und Joe Exotic bewarben sich 2016 um die Präsidentschaft (Bild: The White House / Tampa Bay Police Department)

Bei seiner täglichen Pressekonferenz zur Corona-Krise hat US-Präsident Donald Trump am Mittwochnachmittag – möglicherweise eher scherzhaft – erklärt, er werde über eine Begnadigung von Joseph Allen Maldonado-Passage alias Joe Exotic nachdenken. Exotic, der mit der Netflix-Doku "Tiger King" (deutsche Titel: "Großkatzen und ihre Raubtiere") auf einen Schlag weltweit bekannt wurde, sitzt gerade eine Haftstrafe von 22 Jahren ab. Der offen schwule 57-Jährige soll unter anderem versucht haben, einen Killer auf eine Rivalin anzusetzen. Kürzlich hatte der offen schwule Großkatzenzüchter die US-Behörden wegen seiner angeblich ungesetzlichen Inhaftierung auf eine Millionensumme verklagt (queer.de berichtete).

Ein Reporter der Boulevardzeitung "New York Post" fragte während der Pressekonferenz im Weißen Haus, ob Trump eine Begnadigung von Exotic in Erwägung ziehe. Der Präsident tat zunächst so, als ob er den Züchter nicht kenne. Nach einigen Nachfragen und Hänseleien gegenüber Journalisten sagte Trump schließlich: "Ich schau es mir an."

Joe Exotic wird immer wieder mit dem amerikanischen Staatschef in Zusammenhang gebracht. Selbst der Produzent und Co-Regisseur verglich letzte Woche Exotic ("ein waffenschwingender Polygamist mit Vokuhila") offen mit Trump: "Man kann Parallelen zwischen Joe und unseren augenblicklichen Präsidenten sehen", so Goode. "Sie haben sich beide um die Präsidentschaft beworben. Stellen Sie sich nur vor, wenn Joe Präsident wäre." Exotic hatte 2016 aber nur 962 Stimmen auf sich vereinigen können, während Trump rund 63 Millionen Wählerinnen und Wähler von sich überzeugen konnte.

Vorschlag von Trump-Sohn: Mit Begnadigung Gegner trollen

Auch ein Teil des Trump-Clans ist von Exotic besessen. Präsidentensohn Donald Trump Jr. outete sich etwa vor wenigen Tagen in einem Radiointerview als Fan der Netflix-Serie. Der 42-Jährige, der zugleich mit transphoben Twitter-Einträgen für die Politik seines Vaters wirbt, erklärte ferner, das Gerichtsurteil gegen Exotic sei "aggressiv" gewesen. Er könne sich auch eine Begnadigung vorstellen, um Trump-Gegner zu provozieren: "Vielleicht nicht genau in diesem Augenblick, aber generell könnte ich das einfach für ein Meme befürworten. Einfach, um die Medienreaktion zu sehen", so Trump Jr., bei dem – wie bei seinem Vater – nicht immer klar ist, ob er einen Witz zu machen versucht oder eine Sache ernst meint.

Der US-Präsident kann nach Gutdünken Menschen begnadigen, die nach Bundesrecht verurteilt worden sind. Bislang begnadigte der 73-Jährige unter anderem konservative Hardliner wie den früheren Sheriff Joe Arpaio, der wegen Verletzung von Gerichtsanordnungen hinter Gittern gehen sollte. Zu den von Trump Begnadigten gehörte auch der Armee-Oberleutnant Michael Behenna, der wegen Ermordung eines irakischen Gefangenen verurteilt worden war. (dk)

Direktlink | Ein Video der Dreierhochzeit von Joe Exotic, John Finlay und Travis Maldonado, die auch bei "Großkatzen und ihre Raubtiere" in Ausschnitten gezeigt wird