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Spin-off-Gerüchte

"Modern Family" ist nach 250 Folgen zu Ende gegangen

Die letzten Folgen der bahnbrechenden Mockumentary-Serie sind gelaufen, es gibt aber bereits Gerüchte über ein Spin-off mit der Regenbogenfamilie von Mitch und Cam. Außerdem sagt "Schitt's Creek" Lebewohl.


Die "Modern Family"-Familien bestehen aus: hinten v.l.n.r. Jay Pritchett (Ed O'Neill), Gloria Delgado (Sofia Vergara), Manny Delgado (Rico Rodriguez), Luke Dunphy (Nolan Gould), Phil Dunphy (Ty Burrell), Cameron Tucker (Eric Stonestreet), Mitchell Pritchett (Jesse Tyler Ferguson), vorne v.l.n.r. Joe Pritchett (Jeremy Maguire), Haley Dunphy-Marshall (Sarah Hyland), Alex Dunphy (Ariel Winter), Claire Dunphy (Julie Bowen), Lily Tucker-Pritchett (Aubrey Anderson-Emmons) (Bild: ABC)

Am Mittwochabend war es soweit: Nach rund elf Jahren räumte der Disney-Sender ABC seine Primetime für das Finale von "Modern Family" frei. Nach einer einstündigen Dokumentation über das Serienphänomen zeigte das in den Vierzigerjahren gegründete TV-Network die letzten beiden Folgen der Mockumentary-Serie. "Modern Family" war nicht nur ein großer Zuschauererfolg in den USA, sondern stellte auch queeres Leben ganz selbstverständlich dar.

Außerdem überzeugte die Show die Kritiker: In den ersten fünf Jahren konnte "Modern Family" jedes Jahr den Emmy für die beste Comedy-Serie gewinnen. Insgesamt brachte es die Reihe bislang auf 22 Emmys.

Allerdings sind die Quoten in den letzten Jahren rückläufig. Während die Serie in Staffel drei noch durchschnittlich rund 13 Millionen Zuschauer vor die Fernsehgeräte lockte, waren es zuletzt weniger als die Hälfte – das sind aber immer noch mehr als die meisten anderen ABC-Produktionen.

Viele Fans der Serie sagen in sozialen Netzwerken ade, darunter etwa auch die lesbische Entertainerin Ellen DeGeneres. Sie attestierte der Show, über elf Staffeln durchweg für Lacher gesorgt zu haben. "Ihr wart ein großer Teil unser aller Leben und wir vermissen euch jetzt schon", so die 62-Jährige.

Twitter / TheEllenShow

Twitter / ModernFam | Das gesamte "Modern Family"-Team verabschiedet sich

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Die Serie schrieb auch queere Geschichte: Sechs Jahre vor der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in den USA erzählte sie die Geschichte von drei "modernen Familien", darunter auch die des schwulen Paares Cameron "Cam" Tucker (Eric Stonestreet) und Mitchell "Mitch" Pritchett, der vom offen schwulen Jesse Tyler Ferguson dargestellt wurde. In der ersten Folge adoptierten die beiden ein Kind aus Vietnam. Lily (dargestellt als Baby von Ella Hiller und Jaden Hiller, ab Staffel drei: Aubrey Anderson-Emmons) ist bis zum Ende dabei – in der letzten Staffel adoptierten sie noch einen Jungen. Übrigens: Ferguson erwartet in drei Monaten mit seinem Ehemann auch im echten Leben ein Kind (queer.de berichtete).

Positive Darstellungen von schwulen Figuren – wie von Mitch und Cam – werden dafür mitverantwortlich gemacht, dass die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Paaren in den USA in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. Umfragen zufolge waren zu Beginn der Serie noch knapp 60 Prozent der Amerikaner gegen die Ehe für alle – dieser Wert hat sich bis heute halbiert.

Serien-Ableger mit Mitch und Cam?

Derzeit gibt es Gerüchte, ob es ein Spin-off der Serie geben wird – mit Mitch und Cams Regenbogenfamilie als Protagonisten. Im Medienmagazin "Deadline" erklärten die Serienschöpfer Steve Levitan und Christopher Lloyd, dass sich Mitch und Cam für ein Spinoff eignen würden, auch wenn es dazu noch keine weiterführenden Planungen gebe. Die neue Serie könnte ein guter Neuanfang sein: [ACHTUNG SPOILER] Die beiden ziehen in der letzten Folge mit ihrer Familie nach Missouri, wo Cam seinen Traumjob als Football-Trainer gefunden hat.

In Deutschland konnte die Serie nie so richtig an die Popularität in Amerika anknüpfen. Erschwerend hinzu kam hierzulande, dass die ersten sechs Staffeln ausgerechnet im Testosteron-Sender RTL Nitro liefen, der eher weniger geeignet ist für tiefsinnige (schwule) Familiengeschichten.

Viele entdecken deshalb die Serie erst, als Netflix sie ins Programm aufnahm: Dort werden aber bislang nur die ersten neun Staffeln gezeigt. Die zehnte Staffel wurde im Pay-TV-Kanal Sky One und später auf Comedy Central ausgestrahlt und ist auch auf DVD erhältlich (queer.de berichtete). Staffel zehn und elf sind im Originalton mit deutschen Untertiteln außerdem auf Amazon Video erhältlich, allerdings zum happigen Preis von 2,49 Euro pro Folge oder 34,99 Euro pro Staffel.

Auch "Schitt's Creek" ist vorbei

"Modern Family" ist diese Woche übrigens nicht die einzige gerade unter Schwulen populäre nordamerikanische Serie, die zu Ende gegangen ist: Am Dienstag endete die kanadische Comedyreihe "Schitt's Creek" nach sechs Staffeln und 80 Folgen.

Die Serie stammt aus der Feder des Komikers Eugene Levy (Jims Vater aus "American Pie") und dessen schwulen Sohn Dan Levy. Beide spielen auch in "Schitt's Creek" Vater und Sohn – Dan Levy stellt dabei den pansexuellen David dar, dessen sexuelle Orientierung in der Serie nie ein Thema war, das problematisiert wurde. [ACHTUNG SPOILER] In der gleichzeitig im amerikanischen Pop TV und im kanadischen CBC ausgestrahlten letzten Folge geht es um Davids Hochzeit mit seinem Freund.


Die Hauptdarsteller: Moira Rose (Catherine O'Hara), Alexis Rose (Annie Murphy), Johnny Rose (Eugene Levy) und David Rose (Dan Levy) in ihrem Motelzimmer in Schitt's Creek (Bild: CBC)

Die Handlung der Serie: Johnny Rose (Eugene Levy), ein reicher Videotheken-Magnat, und Moira Rose (Catherine O'Hara), eine Soap-Darstellerin, haben ihr komplettes Vermögen verloren, da ihr Manager keine Steuern für sie entrichtet hat. Sie sind daher gezwungen, mit ihren zwei Kindern ihr Leben mit ihrer einzigen verbliebenen Ressource wiederaufzubauen: einer kleinen Stadt namens Schitt's Creek, die sie für ihren Sohn Anfang der Neunzigerjahre als Witz-Geschenk gekauft hatten.

In Deutschland hat das RTL-Streamingportal TVNOW bislang die ersten fünf Staffeln veröffentlicht. Wann die letzte Staffel erhältlich ist, ist bislang nicht bekannt.



#1 FinnAnonym
  • 09.04.2020, 16:41h
  • Bei Modern Family finde ich es okay. 250 Episoden sind genug. Irgendwann ist dann auch die Luft raus und dann lieber aufhören, solange die Leute noch "Schade" sagen und nicht "Endlich".

    Aber bei Schitt's Creek hätte ich gerne noch eine Staffel mehr gesehen. Das hätte gerne noch über die magische Grenze von 100 Episoden kommen dürfen.
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#2 NerdAnonym
  • 09.04.2020, 16:56h
  • Evtl sollte man auch erwähnen das MF auch auf Comedy Central lief/läuft (auch die 10. Staffel schon vor ner weile).
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  • Anm. d. Red.: Danke für den Tipp - wir haben das im Artikel ergänzt.
#3 Nk231Anonym
  • 09.04.2020, 19:41h
  • Schitt's Creek ist ausnahmsweise mal richtig gut gemacht: authentisch und nicht negativ bewertend - super. Darf gerne als Vorbild für weitere Serien fungieren.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 10.04.2020, 10:16h
  • Wenn's am schönsten ist, soll man aufhören...

    Die Quoten ließen ja schon länger nach und irgendwann hat jede Serie ihren Zenit überschritten. Dann sollte man dann auch einen Schlussstrich ziehen und das nicht noch ausdehnen, bis es wirklich niemand mehr sehen will.

    Und mit den 250 Folgen gibt es ja für alle Fans genug Material, das immer mal wieder zu sehen. 250 Folgen ist schon ziemlich viel für eine Serie; da kommen nur ganz wenige Serien ran.
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