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Kommentare zu:
CDU zweifelt an Denkmal für LGBTI in Düsseldorf


#11 BockbeinAnonym
  • 11.04.2020, 15:33h
  • Mit Abstand betrachtet, wirkt das tatsächlich wie ein Werk des späten Stalinismus. Um im Jargon zu bleiben, müsste man dann aber anmerken, dass bei fortgeschrittenen Produktivkräften das Herumfuchteln mit der Faust etwas wenig ist. Der alltägliche "Kampf" sieht anders aus.
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#12 Ralph
#13 Ralph
#14 Homonklin_NZAnonym
  • 11.04.2020, 23:18h
  • Antwort auf #6 von Fliegen
  • Um die 82 Millionen waren es zuletzt, oder nicht? Ob die alle beim Denken mahlen, weiß man zwar nicht, der Beruf des Müllers ist heute unterrepräsentiert. Da stehen und ne Faust hoch halten, können fast alle ohne ganz bestimmtes Handicap.

    Denk mal.
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#15 antosProfil
  • 12.04.2020, 11:13hBonn
  • Sind vielleicht erst die Blinden dran, bevor die Tauben das Denkmal schließlich übernehmen können? Wie dem auch sei, aus etlichen Kommentaren hier lese ich, wie leicht wir uns durch ein Deutungsangebot, das automatisiertes, blind verfügbares und gesinnungsethisch genehmes Wissen aufruft (gereckte Fäuste = kloppende Radikale = ästhetisch unschön, rät Ratsherr Fils) einen Deutungsrahmen verpassen lassen, in dem unsere Vorstellung und Projektion Betrachtung komplett ersetzt. Eyes wide shut. Betrachtung nicht mehr nötig, aber lieben Dank für das Angebot, Herr Richter. - Ein Effekt, den wir in anderen Zusammenhängen auf diesen Seiten ja doch ausgiebig beklagen, zum Beispiel, wenn wir die - ebenso blinden - von hetero- und cis-zentrischen Narrativen gerahmten Sicht- und Verhaltensweisen anprangern, die uns immer wieder ausschließen.

    Anscheinend nützt es auch wenig, dass der Künstler extra in Grobstrick erklärt: >>Es geht mir um das Spielen mit Eindrücken. Darum, dass das Denkmal erst mal klassisch aussieht, aber sich beim Näherkommen für andere Sichtweisen öffnet<<, dass das Denkmal außerdem in Beziehung zu weiteren (martialisch-monumentalen) Denkmälern in der Umgebung gesehen werden kann und soll, und selbst der von unseligen Schnell-Vergleichen heimgesuchte Ratsherr Fils einräumt, dass er sich das Modell doch >noch einmal näher ansehen< müsse, um dann vielleicht zu bemerken, was man schon am Foto des Entwurfs erkennen kann, nämlich zum Beispiel, dass die (linken) Fäuste gar nicht fest geballt sind (zuschlagen lässt sichs mit denen nicht), dass die Körperhaltungen keine aggressive Spannung aufzuweisen scheinen etc. - nein, nützt nix, hier stehen die Urteile fest. Kraftvoll, martialisch - wie aus Bronze: Aggressivität, Gigantomanie, Ästhetik des Stalinismus, Nordkorea. Schon Heine ist einst in böser Vorahnung vor sowas geflohen.

    Schaut doch mal hin.
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#16 steffdaAnonym
  • 12.04.2020, 12:18h
  • Das Gedenken an die Opfer gehört in die Herzen und Köpfe der Menschen und kann nicht an einen, wie auch immer gearteten Gegenstand, delegiert werden.
    Wir haben bereits die KZ-Gedenkstätten, die sehr greifbar zeigen worin staatliche, totalitäre Propaganda, Diskriminierung und Verfolgung münden können, wenn sie von breiten kreisen der Bevölkerung getragen wird bzw. wenn es schlicht egal zu sein scheint.
    Und wir haben die Stolpersteine, die zeigen das eben nicht nur die jeweils anderen verfolgt wurden, sondern Nachbarn, Bekannte, Kollegen, Freunde und Verwandte; das die Verfolgung eben sichtbar war und alle Schichten der Gesellschaft erfasste.

    Insofern halte ich immer neue Denkmäler für eine Alibifunktion und überflüssig.
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#17 BePrideAnonym
#18 Ralph
  • 12.04.2020, 12:54h
  • Dieser Entwurf entstammt dem sog. sozialistischen Realismus, d.h. dem stalinistischen Kunststil (wenn wir rein politisch gesteuerte und damit geistlose Kunst überhaupt eine solche nennen wollen, besser wäre wohl die Qualifizierung als Politkitsch). Schon Trotzki kritisierte an diesem Stil, dass er nur der Verehrung vermeintlicher Helden und der Schaffung falscher Mythen diene. Dass die Figuren des Entwurfs ein bisschen entspannter dazustehen scheinen als die üblichen vorwärtsdrängenden Karl-Marx-Aktivisten, ändert nichts am Gesamtbild, ebenso wenig der Verzicht auf die geballten rechten Fäuste, die durch ins Leere greifende linke Hände ersetzt sind - was soll denn da eigentlich aus der Luft gegriffen werden? Da sehen wir an Stelle der gängigen Drohgebärde der sozialistischen Monumentalfigur eine in zielloser Bewegung erstarrte zarte Geste wie nach dem Wattebäuschchenweitwurf. Die stilistische Selbsteinordnung fordert Kritik an anachronistischer Monumentalität heraus, die Ausführung im Einzelnen reizt zum Spott. Denkmal ja, aber bitte nicht als Wiedergänger eines Stils, den wir gerade in Deutschland wirklich satt haben und satt haben dürfen.
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#19 TheDadProfil
  • 12.04.2020, 13:55hHannover
  • Antwort auf #2 von Leon 4
  • ""Ist es unüblich""..

    Nein..

    Ebenso wie zu öffentlichen Bauten werden "Wettbewerbe" veranstaltet..

    Das dann trotzdem so viel hässliches an Bauten die Städte anfüllt muß also nicht wundern..

    Was das Denkmal betrifft..

    ""CDU-Ratsherr Alexander Fils gab dabei zu Protokoll: "Auf der Abbildung sieht das Kunstwerk zweifelhaft aus." Was ihn zweifeln lässt: Die nach oben gestreckten und geballten Fäuste erinnerten ihn an die Bildsprache der Zwanziger- und Dreißigerjahre.""..

    Exakt diesen Muff galt es aus den Amtsstuben zu vertreiben, und da ist die "Erinnerung" an ein "Kriegerdenkmal" auch richtig angesiedelt..
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#20 TheDadProfil
  • 12.04.2020, 13:58hHannover
  • Antwort auf #6 von Fliegen
  • ""In den Zeiten wie gerade""..

    Großer Unfug..

    Denn gerade "in den zeiten wie diesen" gilt es die bereits schon lange laufenden Prozesse NICHT einfach mal so in die Krise "umzulenken"..

    Es gibt ein Leben VOR, und es gibt auch ein Leben nach einer Krise..

    Jetzt hier einzuschreiten um in einer völlig fehlverstandenen Solidaritäts-Panik Gelder für Kunst&Kultur umzuleiten ist absolut Fehl am Platz..
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