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Podcast

Warum Ralf König genug vom "Gezicke in sozialen Medien" hat

Im QUEERKRAM-Podcast spricht Deutschlands schwuler Comic-Papst über das Corona-Comeback von Konrad und Paul, "absurde" Kritik aus der queeren Community und warum er weiterhin auf seinen Bauch hört.

Podigee-Direktlink | Die dritte Folge (58 Min.)

Dass wir die Zeit in der Heimquarantäne einigermaßen überstehen, liegt auch an Ralf König. Seit Mitte März veröffentlicht Deutschlands schwuler Comic-Papst auf seiner Facebookseite täglich eine neue Geschichte, was seine beiden Kult-Knollennasen Konrad und Paul in der Corana-Krise so alles erleben. Die gesammelten Abenteuer, mal sehr vertraut und oft urkomisch, sollen nun bei Rowohlt als Buch erscheinen.

Wie die kurzen Corona-Comics entstehen und warum ihm das Zeichnen gerade jetzt so viel Spaß macht, erzählt Ralf König im dritten QUEERKRAM-Podcast von Nollendorfblogger Johannes Kram. Die große Resonanz und das einhellige Lob für die täglichen Strips spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Der Streit um das Brüsseler Wandgemälde

Das war vor einigen Monaten noch ganz anders, als dem 59-Jährigen wegen eines Brüsseler Knollennasen-Wandgemäldes Transfeindlichkeit und Rassismus vorgeworfen wurde. Eine Kritik, die König ebenso "auf den Sack geht" wie das "Gezicke in sozialen Medien", wie er sich bei Kram beschwert. Er werde weiterhin auf sein Bauchgefühl hören, um zu wissen, was angemessen sei und was nicht.


Ralf König (li.) und Johannes Kram bei einem Treffen vor der Corona-Krise

Den "absurden" Empfindlichkeiten in Teilen der queeren Community habe er ursprünglich sein nächstes Buch widmen wollen, verrät König im Gespräch, dies sei aber auf Eis gelegt. Corona dürfte den nächsten Shitstorm vorerst verhindert haben…

In dem extrem kurzweiligen Podcast spricht Ralf König außerdem u.a. über Klobürsten im Geschirrspüler, warum er Bully Herbigs erfolgreichen Kinofilm "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" für einen unangenehmen und schädlichen "Hightech-Detlev-Witz in anderthalb Stunde Länge" hält und dass er gerne mal als Theaterregisseur arbeiten möchte. Anhören!

Podigee-Direktlink | Die dritte Folge (58 Min.)

Zum Auftakt des QUEERKRAM-Podcasts hatte Johannes Kram Ende Februar den Theaterregisseur Falk Richter und den Schauspieler Jonas Dassler zu Gast, im vergangenen Monat sprach er mit trans Bundeswehrsoldatin Anastasia Biefang. (mize)



#1 tchantchesProfil
  • 11.04.2020, 15:01hSonstwo
  • Tja, wer sich in die sog. sozialen Medien begibt... Die Erkenntnis ist nicht neu.

    Und schade, dass er diese Comics nicht auf einer normalen Website veröffentlicht statt ausgerechnet auf Fakebook.
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#2 OlliAnonym
  • 11.04.2020, 15:11h
  • Ralf König mag nicht immer brillante Meisterwerke veröffentlichen, aber er ist herrlich unaufgeregt und blitzgescheit. Davon kann sich so mancher Aktivist aus der Community ne dicke Schreibe abschneiden! Danke an Johannes Krams für den guten Podcst.
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#3 RuferInDerWueste
#4 Dislike_FBAnonym
  • 11.04.2020, 17:02h
  • Antwort auf #1 von tchantches
  • "Und schade, dass er diese Comics nicht auf einer normalen Website veröffentlicht statt ausgerechnet auf Fakebook."

    Ja, das habe ich mir auch gedacht; umso mehr, wo FB seit einer Weile eine Anmeldung/Registrierung verlangt, um Artikel/Post/Kommentare dort lesen zu koennen.
    Waere vllt./wahrscheinlich lustig die Sachen zu lesen, aber deswegen bei FB anmelden - never!
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#5 schwulenaktivist
  • 11.04.2020, 17:05h
  • Ich gratuliere Ralf König zu seinen aktuellen comic strips! Ich mache mir mit 70 auch so meine Gedanken über unsere ficktive Community. Das beste was Schwule tun können ist über sich selbst zu lachen, wenn denn die anderen Buchstaben beleidigt sind! Über Heteros muss keiner mehr lachen, denn viele von uns sind ihnen ja gleich geworden.

    In den aktuellen heiligen Zeiten komme ich mir vor wie in einer religiösen Gemeinschaft in welcher Glaube viel wichtiger geworden ist als Wissen und Historie. Es bilden sich "Abtrünnige" und Sekten, die nur um Macht und Platz kämpfen - beispiellos bürgerlich. Amen
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#6 Still_IthProfil
  • 11.04.2020, 22:42hGießen
  • Absurde Dinge also, und Gezicke, das Leuten auf den Sack geht ^^

    Herrlich, es liest sich ein bisschen wie ein 90er-Jahre Konservativen-Stammtisch, der sich mit den Schwulen aus der Lindenstraße arrangieren muss - und dann stellen die auf diesen Paraden im Sommer obendrein noch ihre vollkommen absurden Forderungen nach ernsthafter Gleichberechtigung und tragen dabei Klamotten, die die Welt nicht braucht.

    Ich werde es mir nicht anhören, die Ausschnitte reichen mir als Content-Warnung ja schon, und was mich erwarten dürfte, kenn ich von Cis-Heten wie auch von Cis-Homos bereits zur Genüge.
    Möchte allerdings die Gelegenheit nutzen, um den Leuten, über die er sich beschwert, zu gratulieren:

    Danke, dass es euch gibt. Vermutlich macht ihr eine ganze Menge richtig.
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#7 Homonklin_NZAnonym
  • 11.04.2020, 22:48h
  • Über so genannte "soziale" Medien könnte man da allein ohne das Gezicke schon viel schreiben. Dass sich das ins Bodenlose entwickelt hat, seit Computer und Anschnur gehen so vereinfacht wurde, dass bald jeder Halbdackel sich darin austobt, und jede fünfte Trümmerlotte ihr ganz eigens frittiertes, oder auch frisiertes Mimimi zum Besten gibt. Dagegen war die Foster-Jenkins ein Gesangstalent, was da heute so abgeht.
    Verstehen kann man König da allemal.

    Es hat auch stark übertriebene Formen angenommen, was alles heute hyperempört zurückgewiesen, bekrittelt und abyssal verdammt wird. Da ist die LGBTIQ* schon manchmal schlimmer als der ärgste Faselknilch von der Katholiban-Hochburg drin.

    Asterix dürfte heute so nicht mehr publiziert sein, wie man mit dem aufwuchs. Da kommen die PoC-Angehörigen echt nicht gut weg, relevant zu dicken Lippen und Kulleraugen gesehen.

    ""...warum er Bully Herbigs erfolgreichen Kinofilm "(T)Raumschiff Surprise Periode 1" für einen unangenehmen und schädlichen "Hightech-Detlev-Witz in anderthalb Stunde Länge" hält ...""

    Ich fand ja schon den anderen Film mit der Winnetou-Verarsche hundsblöd.
    Bei Herbig kommt das wohl daher, dass er ein Verkappter ist. Jedenfalls meint das ein Kollege, in dessen Buch der auch nicht gut wegkommt. Da gab es so einen Polylog darüber, ob Bushido, Bully Herbig oder Karel Gott schwul seien, und alle tippten auf Bully Herbig.
    Weil - schon diese ulkige Frise, und wie der redet, und außerdem - man siehts ihm doch an der Nase an.
    Also wer weiß - vielleicht ist der ja heimlich schwul und traut es sich nicht zu, es zuzugeben. Deswegen lässt er Indianerhäüptlinge in Bunny-Kostümen rumhoppeln und Sky du Mont als geschmeidigen Bösewicht tanzen. Das fällt doch keiner Hete ein, mal echt jetzt. :)
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#8 Still_IthProfil
  • 11.04.2020, 22:52hGießen
  • Aber hey, weil auch Herr Kram die Parallele unmöglich entgehen kann, wird er natürlich entgegnen, dass ihn das jetzt schon ein bisschen daran erinnert, wie Bully und Herr Nuhr sich über ihn, seinen Blog und sein Buch geäußert haben, ne? ^^

    Also, falls diese Stelle existieren sollte, setze mir bitte jemand ne Zeitmarke, die Antwort darauf würd ich dann schon gern hören. Aber nicht schummeln und sich "versehentlich" um fünf Minuten vertun oder so.
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#9 Freiheit der KunstAnonym
  • 12.04.2020, 08:18h
  • Ich mag das Werk und den Humor von Ralf König überhaupt nicht, ich mag auch nicht seine oft derbe Ausdrucksweise und stimme wirklich nicht in allen Themen mit ihm überein.

    Aber ich schätze ihn dennoch sehr.
    Eben weil er sich nicht von Leuten, deren einziger Lebensinhalt es ist, über alles und jeden zu motzen, diktieren zu lassen, wie er seine demokratischen Grundrechte zu nutzen hat und wie nicht.

    Es gibt nicht nur unter LGBTI-Hassern Leute, die totalitär gesinnt sind und anderen ihre Vorstellungen diktieren wollen, sondern das gibt es auch unter LGBTI.

    Ich mag auch nicht Serien wie Southpark & Co, finde es aber toll, dass es sie gibt, denn es muss nicht immer alles jedem gefallen. Aber in einer pluralistischen Gesellschaft muss man eben auch mal Dinge ertragen, die einem nicht gefallen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Still_IthProfil
  • 12.04.2020, 11:31hGießen
  • Antwort auf #9 von Freiheit der Kunst
  • "Aber ich schätze ihn dennoch sehr.
    Eben weil er sich nicht von Leuten, deren einziger Lebensinhalt es ist, über alles und jeden zu motzen, diktieren zu lassen, wie er seine demokratischen Grundrechte zu nutzen hat und wie nicht."

    Und wenn du dann mal berücksichtigst, dass er selbst ja bzgl der Kunst anderer Leute selbst zu dieser Kategorie gehört, fragst du dich aber irgendwie gar nicht, ob Bully nicht vielleicht exakt ihn zu ebendieser Gruppe zählt?

    Frappierend ist doch, dass er's anscheinend hinbekommt, in ein und demselben Gespräch exakt das selbst zu tun, das er von noch kleineren Minderheiten, von Leuten mit noch weniger Rechten als er selbst sie hat, seinerseits übergriffig findet.

    Dass ihr über uns nicht-weiß-cis-männliche LGBT*IQA genauso redet, wie "die" (Cis-Heternormativen) über euch, fällt euch offenkundig überhaupt nicht auf.
    Nichtmal, wenn sowohl das eine
    (also eure Abfälligkeiten und Geringschätzung uns gegenüber als zu verteidigende Burg, auf die ein natürliches Anrecht bestehe, weil das alles ja gar nicht so schlimm sei und wir auch mal Spaß verstehen müssen),
    und das andere
    (wie die Heteronormativen mit euch umgehen, was so gar nicht okay ist, und was die echt auch mal einsehen sollten, und wo's gar nicht geht, wenn die das gar nicht so schlimm finden)
    in exakt demselben Gespräch stattfindet.

    Von jemandem, der wenigstens einen Artikel auf dem eigenen Blog stehen hat, in dem er die Tendenz dieser Zeit kritisiert, sich beim Angriff auf vergleichsweise Benachteiligte "mutig" zu finden, würde ich einfach mehr erwarten.
    Aber das ist schon sonne Sache, die mich bei Herr Kram enttäuscht, seit ich angefangen habe, seine Texte zu lesen, worauf ich zugegebenermaßen durch sein Buch erst gestoßen bin. Er schreibt schon seit einer ganzen Weile kluge Dinge, die eins zu eins GENAU SO auch für die binäre Sichtweise auf Geschlecht und auf Transfeindlichkeit anzuwenden sind wie auf Homofeindlichkeit. Und während ich Vieles von ihm das erste Mal gelesen habe, habe ich das, weil das inhaltlich eben so ist, natürlicherweise auch genau so übertragen und verstanden - als Kritik, die meine Themen genauso betrifft wie seine.

    Bloß, dass er selbst so absolut gar nicht fähig scheint, diese Verbindungen eigenständig zu sehen oder zu begreifen. Nichtmal, wenn er sich anscheinend sogar explizit mit Trans*-Menschen abgibt.

    Ich find das wirklich ziemlich desaströs und entmutigend, muss ich sagen. Weil's einfach so ein Beispiel ist, und so ein Punkt, an dem ich denke: Ja, ganz toll, wenn es dermaßen unmöglich ist, jemandem diese Diskriminierungsmechanismen und Diskriminierungs-Schönrederei bzgl. Transfeindlichkeit zu verdeutlichen, der selbst EXAKT dieselben Mechanismen seit Jahren mit ner ziemlich guten Wahrnehmung dafür analysiert, was ihn selbst betreffend alles nicht in Ordnung ist... dann frag ich mich schon, wann und wie wir bitte mal zu einer Gesellschaft kommen sollen, in der sowas wie ich tatsächlich ein einigermaßen gleichwertiger Mensch ist.
    Dabei bleibt ja dann die Frage, ob's ein Mangel an Fähigkeit ist, sich mal zu überlegen, wieweit man selbst solche Ausgrenzungsmechanismen und -rechtfertigungstrategien fährt, die man doch am eigenen Leibe als NICHT schön erlebt und empfindet; oder ob es am Willen dazu fehlt, weil selbstverständlich ist, dass die Welt ja in Ordnung ist, solange ICH klarkomme, und MEINE Interessen sichere.

    Mein Fazit dazu war gestern schon eher bitter: Klar, das Versprechen auf seinem Blog, dass die Community nach Corona aber mal so richtig anfangen muss, sich um die Ausgegrenzten und Abgehängten zu kümmern, bezieht sich ja praktischerweise auf die Zeit nach Corona, und da isses ja glücklicherweise noch ein bisschen hin, gell?
    Leute, die ähnlich sarkastisch auflachen wie ich, wenn's nen Spendenaufruf zu er Partyreihe gibt, von der sie wissen, dass sie da nicht willkommen sind, und in meinem Fall auch teilweise mit ner weniger als 50% Chance dafür rechnen, überhaupt reingelassen zu werden.
    "Eine" Community zu loben und heraufzubeschwören, wenn man selbst von solchen Ausschlüssen nicht betroffen ist, ist halt leicht, ne? Aus der Perspektive erleichtert aufseufzen zu können, und sich versichern zu können, dass diese Community nicht gespalten sei, geht recht einfach, solange sich das gegenseitig Leute versichern, die gesamtgesellschaftlich alle in etwa dieselbe Rechtssituation genießen - und das ist für Cis-Homosexuelle inzwischen eben die, bis hin zur Ehe politisch anerkannt zu sein, von der längst abgeschafften Psychopathologisierung mal ganz abgesehen.

    Ich will davon niemandem irgendwas missgönnen, um das klarzustellen - ich finde, jede*r Mensch*in sollte tatsächlich als er*sie selbst leben können, ohne Ausgrenzung erleben zu müssen, gesetzliche Schikane, Beschimpfungen oder den Ruf als Freaks, die aus unerklärlichen Gründen rumnerven und eigentlich eh im Wesentlichen lästig sind mit ihrer Idee, sich für vollwertige Menschen zu halten. Aber dass es sowas wie "Einheit" zwischen verschiedenen Gruppen geben kann, die rechtlich eben ein sehr verschiedenes Maß an Akzeptanz genießen, das bezweifle ich.

    Mindestens erwarten könnte man bei Menschen, die Diskriminierung aus eigener Erfahrung kennen, ein gewisses Maß an Verständnis und Empathie für den Versuch, sich gegen die ewige Abwertung zu behaupten. Stattdessen ist man stolz drauf und findet es irgendwie auch ein bisschen lustig, sich spießbürgerlich hinzustellen und einfach mal ein "Nö, lol, nicht mit mir - und die Regeln mache hier glücklicherweise immer noch ich!" zu erwidern, statt sich zum Zuhören und/oder Verstehen in irgendeiner Weise menschlich verpflichtet zu fühlen. Der Mut dazu, ein Arschloch zu sein. Wer Rechte hat, kann es sich halt leisten.

    PS: Auf Korrekturlesen hab ich gerade keine Lust... wer Grammatik- oder Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
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