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Bibelforschung

Warum Adam und Eva nicht zwingend Mann und Frau sind

Bibelzitate werden häufig genutzt, um Lesben, Schwule und trans Menschen zu diskriminieren. Dabei projizieren heutige Leser*innen allerdings häufig eigene Vorstellungen in die biblischen Texte.


Ausschnitt aus dem Gemälde "Adam und Eva im Paradies" von Lucas Cranach

"Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau" (Gen. 1,27). Dieses Bibelzitat wird sehr oft herangezogen, um die Zweiteilung der Geschlechterrollen und die Diskriminierung von Lesben, Schwulen und trans Menschen theologisch zu begründen. Doch aus kulturwissenschaftlicher Sicht sei diese Auslegung falsch, erklärten Bibelwissenschaftler*innen bei einer Tagung in Halle.

"In der hebräischen Bibel finden sich sehr verschiedene kulturelle Entwürfe von Geschlechterrollen, von Sexualität und auch von Partnerschaft und Familie", erklärte Stefan Schorch, Professor für Bibelwissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Mitte, bei einem Vortrag Mitte Januar bei den "Theologischen Tagen". In kirchlichen Diskussionen und darüber hinaus könne man aber häufig eine Verengung wahrnehmen, weil biblische Zitate und Belegtexte aus ihren Kontexten herausgelöst werden.

Adam als androgyne Person oder Protoplast

Die "Theologischen Tage" – eine jährliche Veranstaltung der Theologischen Fakultät der MLU in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Evangelischen Landeskirche Anhalt – hatten sich mit dem Thema "Fluides Geschlecht: Bibelwissenschaftliche Perspektiven auf Homosexualität, Transsexualität und Jungfrauenschaft" befasst. Neben Schorsch sprach dort u.a. Michaela Bauks, Professorin für Bibelwissenschaft am Institut für Evangelische Theologie der Universität Koblenz-Landau.

Adam und Eva müssen nicht zwingend Mann und Frau gewesen sein, erklärte Bauks in ihrem Vortrag "Der erste Mensch ein Protoplast". Es gehe immer nur um die Auslegung der alten Schriften in bestimmten kulturellen Zusammenhängen. "Einige Texte bezeugen die Erschaffung eines männlichen Paares, andere die eines männlichen und weiblichen Typs", so die Professorin. Der hebräische Name "Adam" bedeute sowohl Mann als auch Mensch, Menschheit oder Jemand. Das erste von Gott geschaffene Lebewesen könne etwa androgyn gewesen sein – oder einfach nur eine Zelle mit Zellwand.

Auch Prof. Dr. Annette Weissenrieder von der MLU befasste sich in ihrem Vortrag über Jungfrauen und Eunuchen im Neuen Testament mit kulturellen Bewertungsunterschieden: "Wir können keineswegs von vornherein davon ausgehen, dass bestimmte Ausprägungen sexuellen Begehrens, wie etwa Homo- oder Heterosexualität, in der Antike genauso betrachtet wurden wie heute." (cw)



#1 BePrideAnonym
  • 12.04.2020, 14:22h
  • An dem Artikel werden Fundamentalisten wohl zu knacken haben, fühlen sie sich nun gläubig oder auch nicht. Sehr wahrscheinlich geben sie sich aber weiter in Ignoranz gegenüber dem Leben.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 12.04.2020, 14:30h
  • Na das weiß man ja schon von den abrahamitischen Mythen vorangegangenen Kulturen, dass die eine andere Sichtweise über Sexualitäten, Gender, Orientierung usw. hatten. Wir wissen natürlich auch dort nicht ganz exakt, welche Betrachtungsform sich erhielt und welche anderen Deutungen evtl. verloren gingen.

    Warum das aber so viel zu bedeuten haben soll, was in Schöpfungsmythen so und anders hingestellt wurden, und heute auf eine bestimmte Passform zugeschnitten wird, und weshalb es noch immer angewandt wird, um als Ermahnungs- und Drohkonzept zu fungieren - selbst in queerer Neuinterpretierung dann, das bleibt fraglich.

    Eigentlich dürften die auf den ganzen Darstellungen keinerlei Nabel haben, wennschon die eine aus einem entbehrlichen Teil des anderen hergestellt worden sein soll - in einer der jüngeren Interpretationen wenigstens.
    Auch müsste Lilith dann als Wüstengeistin auftreten. Ach so, Die hat man in den jüngeren texten so oder so wieder entsorgt.

    So weit, dass die Protoplasten kannten, waren sie in der fraglichen Zeit mit Mikroskopen noch nicht, denke ich. Wenn da tatsächlich von einer Zellwand die Rede war, meinten sie vermutlich die Kerkerbegrenzung oder sowas,.
    Zumal dann manches nicht passt, wenn das 2 Männer waren. Die Genesis wäre nach bei einander liegen zu Ende gewesen.
    Aber sie gingen in ein anderes Land, und nahmen sich eine Frau.
    (War da um die Sintflut rum irgendwann) Als es keine anderen Menschen gab. Deswegen sind wir heute manchmal so behaart, denn die müssen, wenn an dem ganzen Mythos was dran ist, mit Schimpansinnen gevögelt haben, oder auf Homo erectus-Mädels getroffen sein. Schummeln gilt nicht.

    Andere Idee? Die waren vielleicht zwei Frauen, und die Kerle, die das übersetzten, hatten daran was auszusetzen. Also die von der judaischen Volksfront, oder vielleicht auch von der Volksfront von Judäa..
    Und die Schlange ist der Phallus von Yggdrasil. Na ja, da käme man durcheinander

    Erstaunlich ist ja mehr, wioe viele Leute sich von diesem Kram so binden lassen, dass das noch immer ihren besten Schritt in die gelebte Freiheit hemmt. Denn dafür ist es völlig unwichtig, was Christen in ihren Schöpfungsmythen sehen wollen

    Mensch hätte den Geist, sich andere, schönere, Gerechtere zu schreiben.
    Etwa Herr der Ringe etwa wartet damit auf, dass bis auf Durin, den Schläfrigen, alle Zwerge paarweise erwachten. Tolkien war einen Schritt weiter :)
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#3 DramaQueen24Profil
  • 12.04.2020, 18:44hBerlin
  • Weiß nicht, auf welche Quellen man sich bezieht, oder welche Forschungsergebnisse, nur am Ergebnis für Betroffene wird sich wenig ändern. Betroffene werden sich bestätigt fühlen, liberale Christen es mehr oder weniger wohlwollend zur Kenntnis nehmen, und Fundichristen werden das zum Anlass nehmen, um über das "verweichlichte Christentum" der evangelischen Kirche zu hetzen. Denn für die sind alle, die nicht ihrer Meinung sind, Abtrünnige.
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#4 saltgay_nlProfil
  • 13.04.2020, 10:49hZutphen
  • Bei Hormonklinisch erhebt sich die Frage, warum er sich die Mühe macht soviel Aufhebens um seine Weltsicht zu verkünden. Er lehnt das doch ab - das ist seine Meinung und das ist in Ordnung.

    Nicht in Ordnung ist allerdings die Tatsache, dass er hier in inquisitorischer Art und Weise Zustimmung für sich und seine Ansichten einfordert. Darin unterscheidet er sich in nichts von Freikirchlern aus dem Bibelgürtel, die am liebsten die Nichtgläubigen auf dem Scheiterhaufen sehen würden.

    Merke: eine eng begrenzte exclusive Weltsicht mit Strafandrohung ist ebenso zu bewerten wie ein fanatischer Islam im IS.

    Ja, die Hormone, deren Struktur nicht immer monoklin ist.
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#5 KaffeeAnonym
  • 13.04.2020, 12:36h
  • Antwort auf #4 von saltgay_nl
  • "Nicht in Ordnung ist allerdings die Tatsache, dass er hier in inquisitorischer Art und Weise Zustimmung für sich und seine Ansichten einfordert. "

    So früh am Morgen schon auf Aggressionslevel 7 ? Und wenn da nix zum Angreifen steht, muss man sich halt "inquisitorisches" zurechtfabulieren.
    Kamillentee trinken, Schnappatmung einstellen, Angriffsmodus zurückfahren!
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#6 antosProfil
  • 13.04.2020, 14:36hBonn
  • Antwort auf #5 von Kaffee
  • >> Und wenn da nix zum Angreifen steht []<<

    ...so ist es; auch für das schäbige Rumreiten auf dem Usernamen sehe ich keinen vernünftigen Grund. User Homonklin_NZs Kommentaren hier eine >inquisitorische Art< unterzuschieben ist einfach Bullshit. - Was man an den Kommentaren immer ablesen kann, ist eine gewisse Lust am Fabulieren, und Freude daran, unterschiedliche Themen miteinander kurzzuschließen (Bauchnabel!) - nicht die schlechteste Motivation hier.
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#7 Still_IthProfil
  • 14.04.2020, 14:35hGießen
  • Ist halt ein ziemlicher Fluch des digitalen Zeitalters, was Buchreligionen betrifft. Statt einfach Passagen "versehentlich" fehlerhaft abzuschreiben, die ins aktuelle Moralempfinden der jeweiligen Zeit so nicht passten, wie das in solchen Situationen jahrhundertelang der Standard gewesen ist, sind sie ja leider heute gezwungen, die Texte erstmal so stehenzulassen, wie sie sind - und durch möglichst umständliche Interpretationen zu der Deutung zu gelangen, mit der sie möglichst wenig anecken.

    Insofern würd ich sagen: Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein und so ^^
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