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Kommentare zu:
KONTRA: Der gestörte Schwule als mörderische Witzfigur


#1 IrrtumAnonym
  • 13.04.2020, 13:54h
  • " Joe Exotic ist kein Held. Und schon gar kein schwuler Held."

    Behauptet auch niemand.

    "in denen es "doch lustig" ist, wenn Menschen in Camps gesperrt und mit Kakerlaken überschüttet werden"

    Was haben Menschen, die sich daran ergötzen, andere Menschen leiden und vorgeführt zu sehen, zu tun mit Menschen, die eine spannende, skurille Geschichte feiern? Nichts.

    "in denen Twitter als Nachrichtenkanal gehandelt wird und Kim Kardashian den Präsidenten der USA in Fragen des Waffenrechts berät."

    Hat alles nichts mit der Doku zu tun.

    "Wäre es super gewesen, sich damit auseinanderzusetzen, wie schwierig ein Coming-out im tiefsten Süden der USA vor 30 Jahren war? Wäre es. Hätte es spannend werden können, sich damit zu beschäftigen, wie fließend die Identität von Männern sein kann, die Sex mit anderen Männern haben und wie der aussieht? Sehr. Könnte es eine tolle Fernsehserie abgeben, sich über erfolgreiche Polyamorie unter Schwulen zu unterhalten? Yup. Sollte man sich Gedanken darüber machen, warum Männer sich mit Tigern, Löwen und fetten Autos ihr Ego aufblasen müssen, um "echte Männer" zu sein? Sollte man."

    Eine Serie muss nicht zwingend moralisch belehren, sie kann auch einfach nur der Unterhaltung dienen, solange sie zumindest keine falschen Morallehren vermittelt und ich sehe nicht, wo die Doku dies tun würde. Abgesehen davon ist es aus meiner Sicht Unsinn, zu behaupten, dass Joe sich die Großkatzen zugelegt hat, um irgendwelche Männlichkeitsideale zu erfüllen. Er wirkt, als könnten Männlichkeitsideale ihn gar nicht weniger interessieren.
    Und was ist bitte gemeint damit, wie "fließend die Identität von Männern sein kann, die Sex mit anderen Männern haben"? Ist das eine Anspielung auf Joes nicht-schwule Ehemänner, die er mit Drogen und Tieren gefügig gemacht hat? Diese Männer hatten keine fließende Sexualität/Identität, sie waren stockhetero und wurden einfach nur ausgenutzt.

    "In denen man nicht über, sondern mit uns lacht."

    Niemand, der die Doku schaut lacht über "uns". Man lacht über die groteske Geschichte und evetl. über Joe als Person. Steckt der Autor dieses Text wirklich schon so tief in Identitätspolitik drin, dass er denkt, über einen Schwulen zu lachen wäre gleichbedeutend mit über die Community zu lachen?
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#2 jochenProfil
  • 13.04.2020, 14:14hmünchen
  • hab mir jetzt eine Folge angeschaut, - das reicht mir jetzt aber auch.
    wenn man gerade so gar nichts mehr mit seiner freien Lebenszeit anfangen kann, dann ist das vielleicht was zur Berieselung.. aber mehr nicht. Wie so vieles an "Unterhaltung" im Internet und Tv.
    Ich fands relativ uninteressant . Ist aber auch Geschmackssache

    Außerdem finde ich sollten Tiger nicht in Gefangenschaft leben - höchstens zur Arterhaltung in ein paar Zoos.
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#3 GirlygirlProfil
  • 13.04.2020, 15:27hKS
  • Grundsätzlich ist es ja gar kein Problem, dass der "Bösewicht" einer Minderheit angehört. Es ist aber problematisch, wenn Minderheiten fast immer in solch skurillen Verkörperungen dargestellt werden. Hier bei dieser Netflix Produktion handelt es sich ja wohl um eine wahre Begebenheit. Aber ganz Allgemein: Diverse Studien ergeben, dass wenn es um LGBT Repräsentation in den Medien geht, wir so gut wie unsichtbar sind, auch wenn uns durch Filterblasen etwas anderes suggeriert wird. Ich lebe in einem "stinknormalen" Umfeld, also weder homophob, noch linksliberale LGBT-Experten und es ist erschreckend wie wenig die mit LGBT in Berührung kommen. Ich möchte jetzt Netflix nicht verurteilen, aber gerade für junge Frauen wie mich ist LGBT Repräsentation wichtig. Es ist einfach nicht schön, dass ein Großteil der LGBT Repräsentation aus Männern besteht, die dann auch noch schlecht gemacht ist. Wir Schwulen, Lesben, Bisexuelle, Transgender etc. verdienen mehr Sichtbarkeit!
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#4 David JacobAnonym
#5 MittelhesseAnonym
  • 13.04.2020, 22:04h
  • Antwort auf #3 von Girlygirl
  • Ganz allgemein würde ich dir ja recht geben, aber willst du ernsthaft behaupten, das in aktuellen Netflix Produktionen LGBT-Charaktere, vor allem positiv dargestellte, unsichtbar seien? Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ehrlich gesagt waren wir weniger Netflix Produktionen ein, die ohne auskommen.

    Ansonsten gebe ich Kommentar 1 völlig recht. Weder meine Freundin noch ich sind beim Schauen von Tiger King jemals in eine Situation gelangt, wo Joe Exotics Sexualität Grund für Klamauk oder Gelächter gewesen wäre. Wer die Doku-Serie fertig geschaut hat, der würde das Sexualverhalten einiger heterosexueller Charaktere wahrscheinlich als mindestens genauso fragwürdig erachten. Wenn Tiger King uns eines lehrt, dann, dass es eben völlig egal ist, ob homo-, bi- oder heterosexuell, kauzige Leute gibt es überall. Wenn es jetzt schon problematisch sein soll, dass auch mal ein Schwuler seltsame Dinge macht, dann hat das auch nichts mehr mit einer ordentlichen Dokumentation zu tun - und hilft niemandem dabei, LGBT-Rechte zu unterstützen. Diesem Contra-Kommentar kann ich echt nichts abgewinnen.
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 13.04.2020, 23:33h
  • ""Ja, ich weiß, wir leben in Zeiten, in denen es als Unterhaltung gilt, wenn D-Promis sich unter Palmen anschreien, in denen es "doch lustig" ist, wenn Menschen in Camps gesperrt und mit Kakerlaken überschüttet werden, in denen Twitter als Nachrichtenkanal gehandelt wird und Kim Kardashian den Präsidenten der USA in Fragen des Waffenrechts berät.""

    Danke, eben sowas hätte ich mir schon zusammen gereimt, das sich Leute heute reinziehen, denn über so einen Unsinn schwatzen sie dann drüber.
    Hat mich wieder dran erinnert, warum ich lange schon nicht mehr fernsehe, und gar bei Kumpanen drum bitte, sie möchten erst diese Kiste aus stellen, bevor ich über die Türschwelle gehe.

    Kein Plan wer dieser VokuHila-Pimp ist, aber warum die alle diese Farbphase heller Tiger mit den Gendefekten weiter züchten, anstatt die Wildformen zu vermehren, wäre eine gute Frage gewesen. Es iost ja schön wenn sich Enthusiasten an der Erhaltung bedroter Arten beteiligen wollen. Dann sollte das Zuchtprogramm aber in Übereinstimmung mit den zoologischen Fachvereinigungen geplant werden, damit die Variantenfülle erhalten wird.
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#7 WindheimerAnonym
#8 Leon 4Anonym
  • 14.04.2020, 15:03h
  • Yeah... Wer sich von so was beleidigt/angegriffen fühlt ist in der selbst gewählten Opferrolle schon längst zu Hause und möchte sich beleidigt/angegriffen fühlen....
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#9 qwertzuiopüAnonym
  • 14.04.2020, 16:25h
  • Ich fand es unheimlich fesselnd als Unterhaltung :)
    Es ist eine Genremischung aus Doku, Krimi und Soap und gleichzeitig weiß man, dass das nicht gescriptet ist und trotzdem bizarrer als alles, was man sich hätte ausdenken können.
    Ich glaub, wer das mit der queer-community verbindet, ist auf dem falschen Dampfer, Joe macht nicht grade den Eindruck als würde er sich damit identifizieren. Er wirkt in jeder Hinsicht als Einzelfigur, die dabei entweder genial, irre oder beides ist.
    Natürlich sind Privatzoos problematisch, aber ein reifer Zuschauer wird da ja wohl etwas Distanz beim Sehen aufbringen können. Ich fand es überhaupt auch interessant davon zu hören, da ich gar nicht wusste, dass es soetwas gibt/gab.

    Und noch ein Gedanke an den Artikelautoren:
    Menschen vor sich selbst schützen und sie deshalb vor der Gesellschaft verbergen zu wollen, ist zutiefst autoritär. Joe Exotic scheint sich nicht der Lächerlichkeit preisgegeben zu fühlen.
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