Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35891

Betreiber von Corona-Hospital

Franklin Graham vergleicht Homo- und Transsexuelle mit Junkies

Der evangelikale Eiferer hat das Verbot queerer Mitarbeiter in seinem Zelt-Krankenhaus verteidigt – mit kruden Vergleichen.


Franklin Graham vermischt – wie schon sein Vater Billy zuvor – seine homophobe Auffassung vom Christsein mit politischem Engagement (Bild: Matt Johnson / flickr)

Franklin Graham, amerikanischer Evangelist und Betreiber einer christlichen Wohltätigkeitsorganisation, hat sein Verbot von LGBTI-Mitarbeitern in seinem mit 68 Betten ausgestattetenen Zelt-Krankenhaus im New Yorker Central Park gegen Kritik verteidigt. Gegenüber der Zeitung "Charlotte Observer" verglich der 67-Jährige Homosexualität mit Drogenmissbrauch, Alkoholkonsum und anderen Verhaltensweisen, die er als unchristlich ansieht.

Die Errichtung des provisorischen Hospitals war vor gut zwei Wochen auf Kritik gestoßen, weil alle Mitarbeiter in einem "Glaubensbekenntnis" versichern mussten, dass sie homo- und transphob sind (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten warnten daraufhin davor, dass diese verbriefte Abneigung gegenüber sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten für LGBTI-Patienten tödlich sein könne. Unter anderem protestierte der Aktionskünstler Reverend Billy gegen das Hospital und wurde von der Polizei festgenommen (queer.de berichtete). Er musste deshalb eine Nacht im Gefängnis verbringen.

Here's a sum up of Billy's past week: planting the rainbow flag, thrown in the Tombs, the bishop changes his mind on…

Gepostet von RevBilly & Stop Shopping Choir am Montag, 13. April 2020
Facebook / RevBilly & Stop Shopping Choir

"Alle unsere Mitarbeiter sind Christen"

Wörtlich sagte Graham, als er vom "Charlotte Observer" auf seine Ablehnung von LGBTI-Helfern angesprochen wurde: "Alle unsere Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter sind Christen. Es ist für uns sehr wichtig, dass – wenn mir Menschen helfen – dies im Namen von Jesus tun." Das sei "Teil dessen, wer wir sind".

Der Sohn des 2018 verstorbenen Erweckungspredigers Billy Graham fuhr fort, er wolle auch keinen Helfer, der während der Arbeit Alkohol trinke. "Ich will keine Person in unserem Team, die Drogen benutzt", so Graham weiter. Er wolle auch niemanden, der "Schimpfworte gebraucht" oder "Mädchen aufreißt". Allerdings erwähnt sein "Glaubensbekenntnis" weder Alkoholismus noch Drogenmissbrauch noch Schimpfworte oder die Belästigung von Frauen.

Graham will im Juni in Köln auftreten

Franklin Graham will seine Sicht des Christentums im Juni auch in Deutschland verbreiten: Ausgerechnet zu Beginn der CSD-Saison will er am 20. Juni in der Kölner Lanxess Arena auftreten – in einem euphemistisch "Festival of Hope" genannten Evangelisationsevent (queer.de berichtete). Trotz Appellen unter anderem von CSD-Organisatoren hält die Lanxess Arena bislang an der Veranstaltung fest, anders als Veranstaltungssäle in Großbritannien (queer.de berichtete). Noch ist aber unklar, ob das Groß-Event wegen der Corona-Krise stattfinden kann.


Auf seiner Homepage wirbt das "Festival of Hope" trotz der Corona-Krise weiterhin mit dem Auftritt von Franklin Graham in der Lanxess Arena, der größten Multifunktionsarena in Deutschland (Bild: festivalofhope.de)

In den letzten Jahren hatte Franklin Graham persönlich immer wieder gegen queere Menschen polemisiert. So warb er wiederholt für Homo-"Heilung" und lobte unter anderem das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda". Homosexuelle sind seiner Meinung nach so lange "Feinde" von Christen, solange sie ihre sexuelle Orientierung nicht "bereuen".

Graham macht seinen Einfluss auf höchster politischer Ebene geltend: Anfang 2017 trat er etwa bei der Amtseinführung Donald Trumps auf. Im aktuellen Präsidentschaftswahlkampf stellte sich Graham klar auf die Seite des Amtsinhabers und kritisierte die Kandidaten der Demokraten: Er forderte letztes Jahr etwa den offen schwulen Pete Buttigieg auf, für seine Homosexualität Buße zu tun (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ralph
  • 14.04.2020, 10:37h
  • Die Familie Graham ist ein besonders gutes Beispiel dafür, dass das Christentum in seiner nicht weichgespülten, reinen Ausprägung schlicht eine totalitäre Ideologie ist, die scharf abgrenzt zwischen den eigenen Angehörigen einerseits und allen Menschen, die ihr nicht folgen, andererseits, wobei letztere aufs Übelste mit Hass überzogen werden. Das Christentum steht einer freiheitlichen, vielfältigen Gesellschaft ebenso entgegen wie Menschenwürde und Grundrechten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FliegenAnonym
  • 14.04.2020, 11:23h
  • ...WEIß ER AUCH IN WAS FÜR N CRUSING PARK ER SEINE ZELTE AUFGESCHLAGEN HAT !? DA HAT SICH BESTIMMT SO MANCHER SEINER GLAUBENSBRÜDER AUCH SCHON "HELFEN" LASSEN ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 goddamn liberalAnonym
  • 14.04.2020, 11:35h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Schon im Mittelalter wussten manche, dass es DAS Christentum gar nicht gibt.

    Insofern ist es Unsinn, einem Menschenfeind wie diesem Pseudo-Frömmigkeit verschachernden Geschäftsmann zuzubilligen, er sei mit seiner unreinen Ideologie und seinen egoistischen Wirtschaftsinteressen Vertreter irgendeiner 'reinen Lehre'.

    Es ist natürlich ein Skandal, dass dieser unzivilsilierten Figur in Deutschland, dem Land des rosa Winkels, die Säle geöffnet werden, damit er seine Homophobie unter die Massen bringen kann.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FinnAnonym
#5 BePrideAnonym
  • 14.04.2020, 12:40h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Begib' Dich bitte auch in dem Sinne auf den Boden des Grundgesetzes, dass Du Glaubensfreiheit respektierst und nicht einer Agenda folgst, Glauben, quasi wie hier über das Christentum, die Existenzberechtigung zu nehmen. Konzentriere Dich doch bitte in Deiner Kritik direkt auf die Personen, die Grundrechte nicht respektieren und stelle sie nicht Glaubensgemeinschaften pauschal gleich.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 hugoAnonym
  • 14.04.2020, 13:28h
  • Nun, der Mann hat eine Zeitreise aus dem Mittelalter gemacht, sonst könnte er als angeblicher Christ nidt Hass verbreiten. Damals was das üblich-aber nicht mehr in 21. Jahrhundert.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 GerritAnonym
  • 14.04.2020, 15:26h
  • Um solche Leute und ihre totalitäre, scheinheilige Ideologie zu durchschauen, genügt eine einfache Fragestellung:

    Wieviele Menschen erleiden Schaden durch Homo- und Transsexuelle?

    Und wieviele Menschen erleiden Schaden durch religiöse Extremisten, durch ihre Lügen und ihre Hetze?
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Julian SAnonym
  • 14.04.2020, 17:22h
  • Antwort auf #5 von BePride
  • Aber es ist schon auffällig, dass viel LGBTI-Feindlichkeit immer von Seiten unterschiedlichster Religionen, ihrer Vertreter und Anhänger kommt.

    Und selbst diejenigen Homohasser, die selbst keiner Religion angehören, kommen ja nicht von selbst darauf, welche Gruppen angeblich minderwertig sind, sondern auch die sind ja von einem gesellschaftlichen Bild geprägt, was über Jahrhunderte von Religionen geprägt wurde.

    Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht ohne jede Religion überhaupt sowas wie LGBTI-Feindlichkeit geben würde.

    Und es muss auch die Frage erlaubt sein, ob nicht dem System Religion, das für sich beansprucht, die ultimativen, letztgültigen Wahrheiten zu kennen, auch das Totalitäre und der absolute Allmachtsanspruch systembedingt innewohnen. Denn wenn man andere Positionen duldet, gibt man ja indirekt zu, dass man vielleicht doch nicht die letztgültigen Wahrheiten kennt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Leon 4Anonym
#10 KölnerAnonym
  • 14.04.2020, 17:41h
  • Also wenn der wirklich in der Kölnarena aka LanxessArena auftreten darf, werde ich dort keine Veranstaltungen mehr besuchen... Und auch jedem sagen, warum ich das so mache.

    Denn auch als Veranstalter darf man nicht immer nur das Geld im Blick haben und hat eine moralische Verantwortung, jeglicher Art von Hetze (egal ob von politischen oder religiösen Hardlinern) kein Forum zu bieten.
  • Antworten » | Direktlink »