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Amsterdam

15-jähriger Homo-Hasser bedroht händchenhaltendes schwules Paar

In Holland machte in sozialen Netzwerken ein Video die Runde, das einen 15-Jährigen zeigt, der zwei Männer homophob beschimpft und bedroht. Der junge Muslim warf den Schwulen später vor, islamophob zu sein.


Ausschnitt aus dem von Fabio Viana veröffentlichten Video – Viana war eines der beiden Angriffsopfer

Ein schwulenfeindlicher Übergriff am Ostersonntag erschüttert die Szene in Amsterdam: Ein 15-Jähriger hat ein schwules Paar, das händchenhaltend zu einem Supermarkt im Osten der Stadt gelaufen war, homophob beschimpft. Er oder einer seiner Freunde hätten dem Paar später ins Gesicht gespuckt, berichtete das Paar in sozialen Netzwerken. Der Jugendliche filmte die Beschimpfungen mit seinem Handy, ebenso wie der Brasilianer Fabio Viana, einer der beiden Angegriffenen. Nachdem das Video in sozialen Netzwerken die Runde machte, stellte sich der mutmaßliche Täter der Polizei.

In dem von Viana aufgenommenen Video ist zu sehen, wie der Jugendliche das Paar auf Englisch mit den Worten "Schwule sind nicht normal" oder "Krebs-Homos" beschimpfte und ihnen mit dem Tod drohte, während er sich selbst filmte. Der Junge trat auch nach Viana. Eine Passantin versuchte erfolglos, die Lage zu beruhigen.

Kurze Zeit später, so berichteten die angegriffenen Männer, hätten sie die Polizei über die Notrufnummer 112 angerufen. Als die Beamten eintrafen, war der Junge aber bereits geflüchtet. Nachdem die Polizisten wieder wegfuhren, sei er aber mit Freunden zurückgekommen – einer habe den beiden Männern ins Gesicht gespuckt. In Zeiten der Corona-Krise ist dies laut niederländischen Medien ein schweres Vergehen, das mit durchschnittlich 60 Tagen Gefängnis geahndet werden könne.

Am Montag habe sich der Jugendliche bei der Amsterdamer Polizei gemeldet und werde nun befragt, erklärten die Behörden auf Twitter. Sie würden den Vorfall sehr ernst nehmen und schnell ermitteln. Medienberichten zufolge sei der aus Amsterdam stammende Junge bereits polizeibekannt gewesen und werde noch immer festgehalten.

Twitter / Politie_Adam

Auf Facebook erklärte Viana kurz nach dem Vorfall: "Ich hätte das wirklich nicht in einem Land wie den Niederlanden erwartet. Vielleicht in meinem Heimatland Brasilien, aber nicht hier." Am Montagabend erklärte er, die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema (Grüne) habe ihn und seinen Freund angerufen und ihre Unterstützung zugesagt.

The mayor from Amsterdam, Femke Halsema, has just called us to say that she supports us and that there is no place for…

Gepostet von Fabio Viana am Montag, 13. April 2020
Facebook / Fabio Viana

15-Jähriger wirft seinen Opfern Islamphobie vor

Der islamistische Video-Blogger Youness Ouaali, der in der Vergangenheit zur Gewalt gegen israelische Touristen in den Niederlanden aufgerufen hatte und im Februar wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen zu einer Bewährungsstrafe und 200 Stunden Sozialarbeit verurteilt worden war, postete am Montag ein Interview mit dem mutmaßlichen Täter. Das Video war offenbar aufgenommen worden, bevor sich der 15-Jährige der Polizei gestellt hatte. Darin identifizierte sich der Junge mit dem Namen Ilyas. Er behauptete, dass die beiden Schwulen ihn vor seinem Ausbruch islamophob beleidigt hätten – eine derartige Äußerung ist auf den in sozialen Netzwerken veröffentlichten Szenen allerdings nicht zu erkennen.

Auch Anwalt Anis Boumanjal, der den 15-Jährigen vertritt, warf den Schwulen vor, gegen Muslime gehetzt zu haben. Er sagte außerdem, dass sein Mandant "seine Wut auf falsche Art und Weise geäußert" habe. "Es ist wohl keine Entschuldigung, aber eine plausible Erklärung für das Verhalten eines minderjährigen Kindes." (dk)



#1 FinnAnonym
  • 14.04.2020, 12:41h
  • Es wird höchste Zeit, diesem renitenten, bereits polizeibekannten Jugendlichen die Grenzen aufzuzeigen.

    Vielleicht hat er dann noch die Chance, zur Vernunft zurück zu finden. Gelingt ihm das nicht, muss man die Gesellschaft vor solchen Gestalten schützen.
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#2 SinnlosAnonym
  • 14.04.2020, 13:36h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Sorry, aber wenn ich mir auf dem Video diese vom Hass zerfressene Fratze ansehe und höre, was der so von sich gibt, glaube ich nicht, dass der sich noch belehren lässt. Dessen Gedankenwelt ist vermutlich längst abgeschlossen.

    Aber ich stimme zu, dass die Allgemeinheit vor solchen Subjekten viel besser geschützt werden muss.
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#3 Alexander_FAnonym
  • 14.04.2020, 14:03h
  • Erst andere beleidigen und bedrohen, und dann vorwerfen, sie seien "islamophob". Soviel Chutzpe muss man erstmal haben, als eindeutiger Aggressor auch noch zu behaupten, man sei das eigentliche Opfer.
    Religon macht's möglich.
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#4 Religioten-WatchAnonym
#5 Pink FlamingoAnonym
  • 14.04.2020, 16:10h
  • Antwort auf #3 von Alexander_F
  • Nachdem er sich mit seinem Anwalt darüber beraten hat, wie jetzt vorzugehen sei. Selbst der Anwalt fährt auf diese Schiene mit. Ich hoffe, dass diese Aussage komplett wiederlegt wird. Immerhin gibt es ja auch Zeugen dieses Vorgangs.
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#6 Julian SAnonym
  • 14.04.2020, 17:24h
  • Antwort auf #5 von Pink Flamingo
  • Ja, die alte Masche der Täter-Opfer-Umkehr.

    Ich hoffe nur, dass er eine harte Strafe bekommt und man ihm und anderen klar macht, dass sowas nicht hingenommen wird. Und wenn er dann nochmal sowas macht, sollte die Strafe noch härter werden.
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#7 Roman BolligerAnonym
  • 14.04.2020, 20:28h
  • Antwort auf #5 von Pink Flamingo
  • Der Anwalt fährt ja auch die "Baby-Schiene".
    Meint er damit das hasserfüllte Babyface des 15-Jährigen auf dem Foto? Ein 15-jähriges Bubi, welches vor Angst schon wieder in die Windeln scheisst, diesmal weil das hilflose Ding zwei Männer sieht, die sich auf dem Weg zum Supermarkt bei der Hand halten?
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#8 Pink FlamingoAnonym
  • 14.04.2020, 21:34h
  • Antwort auf #7 von Roman Bolliger
  • Oh, da kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Anwälten interessiert die Wahrheit weit weniger, nur der Erfolg zählt. Doch hier blamiert sich der Anwalt des Jungen Rüpel gewaltig. Ich wäre schon sehr überrascht, wenn dieser Anwalt mit solch einer Behauptung durchkommt und das in Holland.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 15.04.2020, 06:27hBerlin
  • Die übliche Methode, um aus Tätern Opfer zu machen, und aus Opfern Täter. So wird der Hass weiter angestachelt, weil der eigene Glauben ja unbedingt mit allen Mitteln verteidigt werden muss.
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