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"Urbi et orbi" auf Amerikanisch

Homo-Hasser erteilt Ostersegen im Weißen Haus

Donald Trump lud ausgerechnet einen der homophobsten evangelikalen Pfarrer in sein Machtzentrum ein, um den Ostersegen zu erteilen.


Bishof Harry Jackson und Präsident Donald Trump lobten sich am Freitag gegenseitig (Bild: Screenshot Youtube / The White House)

Am Karfreitag hat Harry R. Jackson Jr., ein Bischof der Pfingstgemeinde, im Oval Office in Anwesenheit von US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence den Ostersegen erteilt. Trump stellte Jackson als "hochangesehenen Gentleman" vor, für den "wir viel Respekt haben". Im Gegenzug dankte Jackson Trump, weil der 73-Jährige die Vereinigten Staaten "einfühlsam führt".

Twitter / markknoller

LGBTI-Aktivisten übten scharfe Kritik an der Wahl des evangelikalen Bischofs als Gast in der Machtzentrale des Weißen Hauses, weil dieser sich besonders als politischer Aktivist gegen LGBTI-Rechte einen Namen gemacht hatte – seit Jahrzehnten polemisiert der Pastor der Hope Christian Church im Bundesstaat Maryland insbesondere gegen die Gleichbehandlung von Homosexuellen. Er machte sich speziell im politischen Kampf gegen die Ehe für alle in der ersten Hälfte der Zehnerjahre einen Namen und war damals immer wieder Gast in Nachrichtensendern wie CNN.

Direktlink | Das Weiße Haus veröffentlichte den Besuch des Homo-Hassers stolz auf seiner Youtube-Seite

Jackson: Ehe für alle ist "satanischer Plan"

Wiederholt hatte Jackson das Bild von homosexuellen Aktivisten als Gefahr für Kinder gemalt. Zu seinen Lieblingssätzen über Homosexuelle gehörte: "Leute, die sich nicht reproduzieren, wollen eure Kinder rekrutieren." Die Ehe für alle sei ein "satanischer Plan". Mit heiratenden Homosexuellen sollen "verwirrende Frankenstein-Strukturen" herbeigeführt werden, "genau wie in den Zeiten von Hitler", so Jackson im Jahr 2012. Er setzte sich auch für die "Heilung" von sexuellen Minderheiten ein – 2013 hielt er etwa die Hauptrede beim "Ex-Gay Awareness Dinner", einer Veranstaltung radikaler Homo-"Heiler".


Jacksons Hassbotschaften auf Twitter (Beispiele aus dem Jahr 2012)

In den letzten Monaten zeigte die Trump-Regierung vermehrt Unterstützung für evangelikale Homo-Hasser – etwa durch eine 80-minütige Rede des Präsidenten beim von einer Hass-Gruppe organisierten Values Voter Summit oder durch staatliche Unterstützung der homophoben Gruppe "Nutten für Jesus".

Mutmaßlicher Grund für diese Nähe ist, dass Evangelikale zur wichtigsten Unterstützergruppe Trumps gehören – und besonders leicht durch die Themen Abtreibung und LGBTI-Rechte zu ködern sind. Diese Gruppe geht überdurchschnittlich oft an die Urne und entschied sich bei der letzten Wahl 2016 fast einstimmig für Trump. Insbesondere in "battleground states", in denen die Ergebnisse von Republikanern und Demokraten sehr knapp sind, können sie das Zünglein an der Waage sein. (dk)



#1 Kein WunderAnonym
  • 14.04.2020, 13:33h
  • Bei Trump wundert einen doch gar nichts mehr.

    Und dass die beiden sich gegenseitig loben ist auch kein Wunder. Politik und Religion haben immer schon gerne Hand in Hand gearbeitet, um sich gegenseitig Macht und Geld zu erhalten.
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#2 Ralph
  • 14.04.2020, 15:36h
  • Das Bild vom Todesengel stammt aus 2. Mose 11, 4+5: "Um Mitternacht will ich durch Ägyptenland ziehen und alle Erstgeburt soll sterben." Es handelt sich um die Ermordung unschuldiger Kinder durch Gott, die heute noch von den Juden gefeiert wird im Passafest. Die heutige Behauptung, dass mit diesem Fest des Auszuges aus Ägypten gedacht werde, ist falsch. Gefeiert wird der Massenmord, wie aus dem Text des heiligen Buches ausdrücklich hervorgeht. Den allermeisten Juden dürfte das gar nicht bewusst sein. Wie die Christen blenden auch die Juden heute gerne diejenigen Texte aus, die sich mit der Vorstellung des liebenden Gottes nicht vereinbaren lassen oder gar zu sehr Gewalttaten gegen Andersgläubige feiern. Sinn der Opferung des Passalammes war es nach dem Bibeltext jedenfalls, mit seinem Blut die Türrahmen zu bestreichen, so dass dem Todesengel signalisiert wurde, die Kinder in den Häusern mit den blutverschmierten Türen zu verschonen (2. Mose 12, 5-8, 13+14). Dass dieser Priester das Coronavirus mit dem alttestamentarischen Todesengel gleichsetzt, bedeutet nichts anderes als eine Gleichsetzung der heutigen Seuchenopfer mit den Opfern des Todesengels im Exodusbuch, was wiederum unterstellt, dass der Tod göttliche Strafe für den Widerstand gegen Gottes Befehle sei. Damit gelangt er auf verschlüsseltem, den meisten Zuhörern unklarem Wege zu dem selben Ergebnis wie andere Repräsentanten diverser Religionen, die Queer.de bereits zitiert hat.
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#3 GerritAnonym
  • 14.04.2020, 15:39h
  • Bei solchen Meldungen muss ich immer daran denken, dass die Mehrheit der US-Bürger eigentlich Hillary Clinton gewählt hatte und dass für Trump fast 3 Millionen weniger Menschen gestimmt haben. Und nur wegen des US-Wahlsystems kann dann jemand, der so deutlich unterlegen ist, Präsident werden und dann so viel anrichten.
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#4 Julian SAnonym
  • 14.04.2020, 17:37h
  • Auch wenn ich kein Ami bin und da auch niemals hin möchte, so kann man sich gar nicht vorstellen, wie sehr ich hoffe, dass dieser Typ und sein Gefolge bei der nächsten Wahl endlich abgelöst wird und dass die Amis verstehen, was der angerichtet hat.
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#5 KerzmanProfil
  • 14.04.2020, 22:27hPrinceton
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • >>> Es handelt sich um die Ermordung unschuldiger Kinder durch Gott, die heute noch von den Juden gefeiert wird im Passafest. Die heutige Behauptung, dass mit diesem Fest des Auszuges aus Ägypten gedacht werde, ist falsch. <<<

    Mal wieder der übliche antisemetische Quatsch, diesmal aufgewärmt in einem queren Forum: Juden haben niemals die Ermordung von Erstgeborenen >gefeiert<, damals nicht, heute nicht, trotz Exodus 12, 14. Flavius Josephus berichtete in seinen Schriften >Antiquitates Judaicae< im Jahre 84 a.d. von 375 ägyptischen Erstgeborenen, die von in Ägypten lebenden, aus Babylonien stammenden Sklaven erschlagen wurden. Die zehnte, letzte Plage wurde von denen, die Exodus geschrieben haben, in 12,12 ff. selbstredend als gottgewollt bezeichnet, eine konzeptionell andere Denkweise war zu jener Zeit unbekannt (siehe unter vielen: Wolfgang Petersen, Der Wille Gottes und die frühe Exegese, >zu: Oseh Shalom Bimromar, YaAseh Shalom Aleynu<. Hier auszuführen, meine Glaubensbrüder und -Schwestern und ich würden die Ermordung von Kindern, heute während Pesach, zelebrieren, ist eine haarsträubende Unverschämtheit, die sich wie alle antisemitische Narrative auf zero Fakten stützen kann. Und ich Ignorant hatte tatsächlich mal geglaubt, gruppenspezifische Hetze (calumnia ex mendatio) gegen außenstehende Minderheiten wäre generell auf einem queren Forum ausgestorben.
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#6 TheDadProfil
  • 15.04.2020, 08:44hHannover
  • Antwort auf #5 von Kerzman
  • Jetzt ist also die Kritik an Inhalten des AT schon "antisemitische Hetze ?

    Kuck an..

    Selbstredend ist Pessach nur der Aufhänger..
    Das Fest welches von "Christen" inzwischen weltweit als "Ostern" eingenommen wurde, bildet ja nur den Rahmen..

    Welchem Zweck dienten denn diese "10 Plagen", und wie wurde das "eigene Volk Gottes in der ägyptischen Sklaverei" vor den Auswirkungen dieser Plage geschützt ?

    Lämmer-Blut (es muß ja immer schön ein "unschuldiges Opfer" sein) diente zum Erkennen welche unschuldigen Knaben (es ging bei den zu tötenden Erstgeborenen selbstverständlich nur um männlichen Nachwuchs !), zu verschonen seien..

    Ich kann mich nicht so weit verbiegen um daraus einen vermeintlichen Antisemitismus abzuleiten..

    ""die heute noch von den Juden gefeiert wird im Passafest.""..

    Das sich aus dem Kennzeichnen der eigenen Haustür eine "Tradition" entwickelte, die zum Teil bis Heute überlebt hat, läßt diesen Schluß unbedingt zu..

    Interessanterweise ist dieser Ritus des Bestreichen der Türen gar nicht jüdisch, sondern schon vorher Teil einer nichtsesshaften, arabischen Kultur eigen gewesen,
    ""um Wüstendämonen aus der Behausung fernzuhalten""..

    de.wikipedia.org/wiki/Pessach#Entstehung_und_Wandel
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#7 Idefix2000Anonym
  • 15.04.2020, 11:20h
  • Antwort auf #3 von Gerrit
  • In Thüringen haben die Meisten auch nicht für Rot-Rot-Grün gestimmt und dennoch gibt eine solche Regierung.

    Ich bin für direkte Demokratie mit Volksbegehren und Volksabstimmungen.

    Alles Andere ist Demokratie Light.
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#8 AFD-WatchAnonym
#9 Unfug-WatchAnonym
  • 15.04.2020, 12:08h
  • Antwort auf #7 von Idefix2000
  • Eine direkte Demokratie in Doitschland endet im Verbrennen von Menschen. Guck dir doch mal die AfD-blauen Bundesländer im Osten an! Was meinst du, wie schnell es dort auch "LGBT-freie Zonen" wie in Polen geben würde, wenn die nur so könnten, wie sie wollen. Wer sich direkte Demokratie in Doitschland wünscht, ist ideologisch vernagelt und realitätsfremd.
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#10 FinnAnonym
  • 15.04.2020, 13:09h
  • Antwort auf #7 von Idefix2000
  • Was aber daran liegt, dass Union und FDP kategorisch eine Zusammenarbeit mit der Linken ablehnen, aber gleichzeitig schnelle Neuwahlen (wie Ramelow es wollte) abgelehnt haben und deshalb diese Parteien in eine Minderheitsregierung drängen.

    Wenn Union und FDP sich dem Bürgerwillen verwehren, dann entstehen eben solche Konstellationen. Aber das ist ja mit dem eigentlichen Wahlsieg Hillary Clintons nicht vergleichbar.
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