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Menschenrechtsgerichtshof

Kanada: Regenbogenflagge diskriminiert keine Christen

Eine homophobe Christin fühlte sich diskriminiert, weil ihre Heimatstadt die Regenbogenflagge hisste. Ein kanadisches Gericht wies ihre Klage jetzt in allen Punkten ab.


Ein kanadisches Gericht hat entschieden: Die Regenbogenfahne ist nicht diskriminierend (Bild: Nan Palmero / flickr)

Der Menschenrechtsgerichtshof der westkanadischen Provinz British Columbia hat vergangene Woche die Klage einer homophoben christlichen Aktivistin gegen die Regenbogenfahne zurückgewiesen. Kari Simpson wollte vor dem "Human Rights Tribunal" erreichen, dass die LGBTI-Fahne nicht mehr von städtischen Behörden in ihrer 26.000 Einwohner zählenden Heimatstadt Langley anlässlich der CSD-Saison gehisst wird. Der Hintergrund: Der Stadtrat von Langley hatte 2016 die Flaggenverordnung geändert, damit die Regenbogenfahne parallel zum CSD im nahegelegenen Vancouver gehisst werden kann.

Simpson hatte argumentiert, dass das Hissen der Flagge "zum Hass auf Christen und jede andere religiöse Gruppe aufruft, die nicht die politische Agenda der Sex-Aktivisten unterstützt". Die Flagge sei unter anderem ein Symbol für "Unterdrückung", von "Sonderrechten für spezielle Gruppen" sowie von Kindesmissbrauch. Sie könne Opfer von sexuellen Missbrauch durch Homosexuelle "triggern", behauptete Simpson. Ferner verglich sie den Regenbogenbanner mit der Hakenkreuzfahne von Nazi-Deutschland, die ebenfalls "ein Symbol für eine militante politische Bewegung" gewesen sei.

Gerichtshof: Regenbogenfahne ist ein integratives Symbol

Der Menschenrechtsgerichtshof wies die Klage Simpsons rundweg ab. Richter Paul Singh erklärte, dass dass Hissen der Regenbogenfahne ein Beitrag zum Abbau von Diskriminierungen sei und integrierend wirke. "Die Regenbogenfahne ist ein Symbol des Stolzes, das die Vielfalt der LGBTQ-Communitys symbolisiert", so Singh.

Simpson hatte auch dagegen geklagt, dass ihr Antrag auf das Hissen der "Kanadischen Christenfahne" am "Nationalen Tag des Segens" von Langley abgelehnt worden sei. Auch hier habe sich die Stadt nach Ansicht des Menschenrechtsgerichts richtig verhalten. Richter Singh erklärte, dass Gemeinden wegen der staatlichen Neutralität keiner Religionsgemeinschaft das Hissen einer Flagge erlaubten. Außerdem habe Simpson sowohl die Fahne als auch den Feiertag selbst erfunden.

Die homophobe Aktivistin hat bereits mehrfach mit ihren schrillen Äußerungen in Kanada für Aufsehen gesorgt. Nationale Schlagzeilen verursachte etwa eine Klage Simpsons zur Jahrtausendwende gegen den Radiosender CKNW. Ein Kommentator hatte Simpson wegen ihrer Homophobie unter anderem mit dem Ku-Klux-Klan und Adolf Hitler verglichen. Sie klagte daraufhin wegen übler Nachrede und erhielt zunächst in mehreren Instanzen Recht. Nach einem achtjährigen juristischen Kampf urteilte der Oberste Gerichtshof in Kanada jedoch 2008, dass die damalige Gesetzgebung zu übler Nachrede veraltet sei und nicht mehr angewandt werden könne. (dk)



#1 GerritAnonym
  • 14.04.2020, 15:44h
  • Das zeigt nur wieder mal, wie durchgeknallt manche Religionsanhänger sind, dass die jede Art von Meinungsäußerung, die nicht ihr totalitäres Weltbild nachplappert, als Diskriminierung ansieht.

    Wir müssen ja auch das Geläute von Kirchen ertragen, Kruzifixe an Kirchen und in anderen Gebäuden ertragen, etc. auch wenn wir gar nicht Mitglied dieser Religion sind. Dann müssen diese Leute auch Regenbogenflaggen, etc. ertragen.

    Eine Demokratie ist eben pluralistisch und kein Gottesstaat.
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#2 Ralph
  • 14.04.2020, 15:47h
  • Es kann nur immer wieder festgestellt werden, dass diejenigen, die Menschenwürde und Grundrechte von Schwulen, Lesben, transidentischen und zwischengeschlechtlichen Menschen als nicht zustehende Sonderrechte diffamieren und den genannten Gruppen jedes denkbare Verbrechen andichten, dabei für sich das Sonderrecht in Anspruch nehmend, bodenlosen Hass über sie auszukübeln - das mit religiöser Begründung tun. Das gilt für diese Frau als besonders widerwärtige Hetzerin, aber es gilt auch für scheinbar zivilisierter auftretende Personen, die einfach nur freundlich lächelnd vom christlichen Menschenbild faseln, das gleiche Rechte für alle verbiete. Im Ergebnis besteht kein Unterschied.
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#3 Leon 4Anonym
  • 14.04.2020, 17:17h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Absolut Probs dafür dass du nicht wie alle anderen sämtliche Anhänger dieser oder jener Religion direkt mit Schaum vorn Mund an den Pranger stellst, sondern richtigerweise "manche" davorsetzt.... Und des mein ich völlig ehrlich, ich selbst hab ja auch 0 mit Religion am Hut, aber normalerweise liest man unter solchen Kommentaren ausschließlich narrative ala "alles Kinderschänder" und "wer der Kirche angehört unterstützt dies und jenes"...

    Diese normale, logische Differenzierung ist erfrischend oO
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#4 Julian SAnonym
  • 14.04.2020, 17:29h
  • Es ist wirklich bezeichnend, dass diejenigen, die für selbst massivste Hetze noch auf Meinungsfreiheit pochen, anderen jegliche Meinungsfreiheit absprechen wollen.

    Das zeugt wieder von einem totalitären Weltbild und beweist, dass es denen gar nicht um Freiheitsrechte geht, sondern dass sie diese nur missbrauchen um ihr eigenes totalitäres Weltbild durchzusetzen.
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#5 Julian SAnonym
  • 14.04.2020, 17:35h
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Im Prinzip stimme ich Dir zu:
    es gibt in vielen Religionen auch Menschen, die weitaus liberaler sind als ihr "Führungspersonal" und einige andere Mitglieder.

    Aber:
    wenn man Mitglied in so einer Kirche ist, muss man sich schon fragen, ob man deren Positionen und entsprechende Verlautbarungen nicht auch durch seine Mitgliedschaft, sowohl finanziell wie auch moralisch, unterstützt.

    Und wo Du schon selbst das Thema Kinderschänder angesprochen hast:
    wenn man mal anguckt, wieviel Kindesmissbrauch es in der Kirche gab (und vielleicht gibt), wie das gedeckt wurde (und wird) und wie immer noch auf allen Ebenen nur gerade so viel zugegeben wird, wie sich eh nicht mehr vertuschen lässt, dann muss man sich schon noch fragen, ob man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, noch Mitglied solch einer Organisation zu sein.

    Oder wie man immer wieder mal von Leuten hört, die aus der Kirche austreten:
    "Ich bin ausgetreten, gerade WEIL ich Christ bin."

    Ich finde, gerade wenn man sich selbst wirklich als Christ bezeichnet, kann man eigentlich nicht mehr reinen Gewissens Mitglied einer Organisation sein, die christliche Grundwerte regelmäßig und anhaltend mit Füßen tritt und wo es allzu oft nur noch um Macht und Geld geht.
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#6 Miguel53deProfil
  • 14.04.2020, 18:40hOttawa
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Wie heißt es so schön in einer alten, deutschen Redensart? Mitgegangen. Mitgefangen. Mitgegangen.

    Man kann, Beispiel, Mitglied der katholischen Kirche sein. Unter deren Klerus und Gläubigen gibt es viele ganz vernünftige Menschen. Soweit so gut.

    Und doch sind da die lauten, schrillen Menschenverachter. Bischöfe, die Hass verbreiten und sogar zur - zumindest staatlichen - Gewalt gegenüber queren Menschen aufrufen. Und das ohne deutlichen Widerspruch ihres Obersten, der angeblich der Stellvertreter Jesu auf Erden ist. Ganz abgesehen davon, dass dessen eigene Aussagen voller Widersprüche sind. Und das keiner dieser Päpste je klar gemacht hätte, dass laut Neuem Testament Jesus kein einziges Wort zur Homosexualität verloren hat.

    Wer in einer derartigen, weltumspannenden, immer noch einflussreichen Organisation Mitglied bleibt, der ist mitgegangen, wird mitgefangen und muss sich darüber im Klaren sein, dass er/sie auch mitgehangen wird.
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#7 TimonAnonym
  • 14.04.2020, 19:07h
  • Auf die Idee, durch eine Flagge diskriminiert zu werden, können auch nur Anhänger totalitären Gedankenguts kommen.

    Die wollen ihr Leben leben und ihre Symbole zeigen, ohne dass ihnen jemand reinredet. Dann haben die das umgekehrt auch zu akzeptieren. Können und wollen die aber nicht, weil die Gleichschaltung wollen und dass jeder sich ihrer Ideologie beugt.
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#8 FinnAnonym
  • 15.04.2020, 13:15h
  • Antwort auf #3 von Leon 4
  • Immer wieder beteuern Mitglieder verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften, dass sie ja in vielen Punkten gar nicht damit übereinstimmen. Das mag sein. Aber schweigend wegsehen ist auch nicht viel besser als mitmachen...

    Wenn die wirklich Dinge so fundamental anders sehen, wieso gibt es dann nicht viel mehr Widerspruch und Widerstand von diesen Mitgliedern?!

    Z.B. bei Themen wie LGBTI-Rechten, den altertümlichen, menschenfeindlichen und teilweise gesundheitsschädlichen Positionen bzgl. Verhütung, Masturbation und Geschlechtsverkehr, bei massenhaftem Kindesmissbrauch und dessen anhaltender Vertuschung, bei dubiosen Finanz- und Immobiliendeals, etc. etc. etc.

    Es genügt nicht, bei Kritik an solchen Organisationen einfach nur zur Selbstberuhigung zu sagen "Das sehen ja viele Mitglieder auch anders", aber dann die Funktionäre dennoch so weitermachen zu lassen wie bisher...

    Man muss gar nicht selbst mitmachen - Auch wer schweigt oder wegsieht, macht sich mitschuldig.
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#9 AmurPrideProfil
  • 16.04.2020, 01:16hKöln
  • Anstelle eines eigenen Kommentars werde ich es mir einmal erlauben hier Kommentiertes zu zitieren und nur an der einen oder anderen Stelle EIN Wort auszutauschen:

    >>..wenn man [Angehöriger] [der Bundesrepublik Deutschland] ist, muss man sich schon fragen, ob man deren Positionen und entsprechende Verlautbarungen nicht auch durch seine Mitgliedschaft, sowohl finanziell wie auch moralisch, unterstützt.
    Und wo Du schon selbst das Thema Kinderschänder angesprochen hast:
    wenn man mal anguckt, wieviel Kindesmissbrauch es in [Deutschland] gab (und vielleicht gibt), wie das gedeckt wurde (und wird) und wie immer noch auf allen Ebenen nur gerade so viel zugegeben wird, wie sich eh nicht mehr vertuschen lässt, dann muss man sich schon noch fragen, ob man es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, noch [Angehöriger] solch eine[s Staates] zu sein.
    Oder wie man immer wieder mal von Leuten hört, die aus [Deutschland] aus[wandern]:
    "Ich bin ausge[wandert], gerade WEIL ich [Deutscher] bin."
    Ich finde, gerade wenn man sich selbst wirklich als [Deutscher] bezeichnet, kann man eigentlich nicht mehr reinen Gewissens Mitglied eine[s Staates] sein, d[er Deutsche] Grundwerte regelmäßig und anhaltend mit Füßen tritt und wo es allzu oft nur noch um Macht und Geld geht..<<

    >>..Wie heißt es so schön in einer alten, deutschen Redensart? Mitgegangen. Mitgefangen. Mitgegangen..<<

    >>..Man muss gar nicht selbst mitmachen - Auch wer schweigt oder wegsieht, macht sich mitschuldig..<
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#10 TheDadProfil
  • 16.04.2020, 12:36hHannover
  • Antwort auf #9 von AmurPride
  • Hübsch "übersetzt"..

    Was genau erschließt sich Dir an diesen Aussagen nicht ?

    Denkst Du etwa, man könne als Deutscher nicht genau aus diesem Grund aus Deutschland auswandern ?

    Welchen Grund gäbe es denn dann ?
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