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Orthodoxe Kirche

Ukraine: LGBTI-Organisation verklagt homophoben Patriarchen

Queere Aktivisten verlangen eine Entschuldigung von einem der hochrangigsten Kirchenvertreter der Ukraine, weil er heiratende Homosexuelle für die Corona-Pandemie mitverantwortlich machte. Die Kirche droht mit Gegenklagen.


Bischof Filaret Denyssenko macht "Sünde" – wie die in der Ukraine nicht existierende Ehe für alle – für die Corona-Krise verantwortlich (Bild: Håkan Henriksson / wikipedia)

Die ukrainische LGBTI-Organisation Insight hat am Montag erklärt, dass sie wie im Vorfeld angekündigt bei einem Kiewer Gericht Klage gegen den orthodoxen Bischof Filaret Denyssenko, einen der hochrangigsten religiösen Anführer des Landes, eingereicht habe. Anlass war eine Äußerung des 91-Jährigen vergangenen Monat in einem Fernsehinterview, als der orthodoxe Ehrenpatriarch die Corona-Pandemie als "Gottes Strafe für die Sünden der Menschen" bezeichnet und insbesondere die gleichgeschlechtliche Ehe dafür verantwortlich gemacht hatte (queer.de berichtete). Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist dies die erste derartige zivilrechtliche Klage in einer Ex-Sowjetrepublik.

"Unser Ziel ist es zu zeigen, dass es keinen Platz mehr für derartige Äußerungen von Kirchenführern in der Ukraine gibt", erklärte Insight-Chefin Olena Schewtschenko. Ihre Gruppe wolle erreichen, dass sich der Patriarch entschuldigen und zugeben müsse, dass er mit der Aussage falsche Informationen verbreitet habe. Auf Facebook erklärte die Gruppe, ihr gehe es bei der Klage nicht um Geld, sondern um "Ehre und Würde".

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Gepostet von Insight LGBTQ NGO am Montag, 13. April 2020
Facebook / Insight LGBTQ NGO

Die Äußerungen Filarets waren auch von Amnesty International scharf kritisiert worden. Diese würden zu einer Zunahme von Angriffen und Diskriminierung auf sexuelle Minderheiten führen, warnte Amnesty-Sprecherin Maria Gurijewa.

Kirche droht mit juristischem Gegenschlag

Die Orthodoxe Kirche hatte bereits vor der Klageeinreichung den LGBTI-Aktivisten gedroht, dass man eine Gegenklage gegen alle Beteiligten, "die traditionelle Familienwerte der Ukraine beeinträchtigen", in Erwägung ziehe. Kirchenvertreter hätten das Recht, ihre Meinungsfreiheit in Anspruch zu nehmen, insbesondere wenn diese "auf Moral basieren", so die Kirche in einer Pressemitteilung.

Nachdem die Ukraine 1991 unabhängig wurde, legalisierte das Land Homosexualität. Bis heute werden aber gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht anerkannt; das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe ist sogar in der ukrainischen Verfassung verankert. Zwar zeigten sich Regierungsvertreter in den letzten Jahren vermehrt offen für LGBTI-Rechte, unter anderem wegen des Drucks aus der Europäischen Union. Allerdings gibt es noch immer häufig Übergriffe auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Vergangenen September jagten etwa Rechtsextremisten Teilnehmer des ersten CSDs in der Großstadt Charkiw (queer.de berichtete). (dk)



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#1 FinnAnonym
  • 15.04.2020, 13:05h
  • Richtig so.

    Auch Kirchen stehen nicht über dem Gesetz. Und wenn man der Meinung ist, dass sie Recht gebrochen haben, muss man auch sie verklagen können.

    Und dann muss ein unabhängiges, neutrales Gericht prüfen, ob das berechtigt ist oder nicht.

    So läuft das in einem Rechtsstaat und daran müssen sich auch Kirchen endlich gewöhnen, dass sie weder ihre eigenen Gesetze machen noch im rechtsfreien Raum agieren, sondern dass auch für sie dieselben Gesetze gelten wie für alle anderen auch. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
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#2 Alte MascheAnonym
  • 15.04.2020, 13:39h
  • "Die Kirche droht mit Gegenklagen."

    Wie immer:
    die hetzen nach Lust und Laune und wenn man sich dann dagegen wehrt, dann drohen sie.

    Die haben echt nichts anderes drauf als hetzen, drohen, unterdrücken, bevormunden und Hass schüren.

    Nur so können die ihre Schäfchen auf Linie haben und nur so können die ihren Verein am Leben halten. Wenn die nicht so viel Macht hätten, könnte man sich über diese Armseligkeit nur noch amüsieren.
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 15.04.2020, 13:50h
  • Ich weiß nicht, in wie weit die Orthodoxen diese Gebote aus den religiösen Schriften ihrer Konzerne huldigen mögen. Also davon, nicht falsches Zeugnis wider den Nächsten zu verbreiten. Auch wenn es relativ aussichtslos wäre, so könnte man mindestens beklagen, dass sie diesbezüglich verstoßen haben, und ganz viel Lügen erzählen.

    Ansonsten schätze ich das eher so ein, dass deren Gerichte diese "Kirchen" noch hofioeren könnten.
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#4 GerritAnonym
  • 15.04.2020, 14:16h
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    Die Orthodoxe Kirche hatte bereits vor der Klageeinreichung den LGBTI-Aktivisten gedroht, dass man eine Gegenklage gegen alle Beteiligten, "die traditionelle Familienwerte der Ukraine beeinträchtigen", in Erwägung ziehe.
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    Aha, weil man Hetze nicht schweigens hinnehmen will, beeinträchtigt man "die traditionellen Familienwerte der Ukraine".

    Oder weil man liebt?

    Was sollen denn diese "traditionellen Familienwerte" sein? Dass man hassen muss statt zu lieben?

    Die sollen gerne wegen "Verstoßes gegen Familienwerte" klagen. Viel Spaß dabei. Dann sind sie selbst aber die Hauptschuldigen.

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    Kirchenvertreter hätten das Recht, ihre Meinungsfreiheit in Anspruch zu nehmen, insbesondere wenn diese "auf Moral basieren", so die Kirche in einer Pressemitteilung.
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    Richtig, auch für Kirchenvertreter gilt dieselbe Meinungsfreiheit wie für alle anderen auch. Aber eben auch dieselben Grenzen der Meinungsfreiheit, nämlich dort, wo es um Diffamierung, Verleumdung, Hetze, etc. geht.
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#5 marbelaAnonym
  • 15.04.2020, 14:31h
  • Ich glaube ich verstehe diese Leute, die meinen, dass jetzt alle Menschen homosexuell werden und damit die Menschheit gefährdet ist, weil sie wohl selber homosexuelle Gefühle haben sie aber unterdrücken (müssen, oder es eben auch nicht tun).

    Aber es ist ja eben nicht so, dass Alle Menschen homosexuell werden würden. Es sind doch laut wissenschaftlichen berichten nur 10% der Menschheit homosexuell veranlagt.

    Durch LGBTI-Aktionen werden ja nur die versteckt lebenden Homosexuellen, welche tagtäglich ihr Umfeld anlügen (was ja eigendlich die Sünde ist - du sollst kein Falsch Zeugnis...) dazu ermuntert endlich wahrhaftig und ehrlich zu sein.

    Auserdem würde es der Überbevölkerung gut tun, wenn dadurch keine unerwünschten Nachkommen gezeugt würden. Ich vermute, dass es nur wenige Homosexuelle gibt, welche sich Kinder wünschen.
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#6 Drohen Drohen DrohenAnonym
  • 15.04.2020, 19:00h
  • "Kirche droht mit juristischem Gegenschlag"

    Immer nur drohen, drohen, drohen. Was anderes können die nicht.

    Das ist also deren Verständnis von Nächstenliebe und Barmherzigkeit...
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