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Wegen transphobem Gesetzentwurf
Europaabgeordnete appellieren an Ungarn
Auch Ungarn habe die Pflicht, europäische Menschenrechtsstandards zu achten und Transmenschen anzuerkennen. Das mahnen mehrere Dutzend Parlamentarier in einem Brief an die Regierung in Budapest an.
- 15. April 2020, 13:15h 2 Min.
63 Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben einen interfraktionellen Offenen Brief unterzeichnet, in dem sie Ungarn auffordern, Transsexuelle weiterhin anzuerkennen. Das autoritär von Ministerpräsident Viktor Orbán regierte Land hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass Transpersonen nach einem neuen Gesetzentwurf das Recht verlieren sollen, ihre Geschlechtsangabe und ihren Namen in Dokumenten zu ändern (queer.de berichtete).
Der Brief wurde von der LGBTI-Intergroup – einer Gruppe von Abgeordneten, die sich für die Rechte queerer Menschen engagiert – verfasst. Darin äußern sich die Parlamentarier*innen "sehr besorgt" über die Entwicklungen in dem knapp zehn Millionen Einwohner zählenden EU-Mitgliedsstaat.
Rechtslage in Europa eindeutig
In dem Schreiben wird etwa auf eine Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs vom Januar 2019 verwiesen: Damals hatten die Straßburger Richter zu einer Beschwerde aus Nordmazedonien klargestellt, dass Transpersonen ein Grundrecht auf Anerkennung ihres Geschlechtes haben (29683/16). Bereits 2015 hatten die Europa-Richter in einem Fall gegen die Türkei ähnlich entschieden (queer.de berichtete). Das Recht gehe auf Artikel 8 der Menschenrechtskonvention (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) zurück. Außerdem habe der ungarische Verfassungsgerichtshof im Juni 2018 entschieden, dass die Namensänderung ein Grundrecht für Transmenschen sei, heißt es in dem Schreiben.
/ LGBTIintergroup63 MEPs co-signed a letter to the Minister of the PM's office and Minister of Justice in Hungary asking them to revoke article 33 of the omnibus bill, which restricts the rights of #trans and #intersex Hungarian citizens.#Drop33 pic.twitter.com/ulhRnAEIOR
LGBTI Intergroup (@LGBTIintergroup) April 15, 2020
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Die Unterzeichner*innen fordern von Ungarn, "das Prinzip der Selbstbestimmung" zu achten. Dies sei nach europäischem Recht die Pflicht der Regierung in Budapest.
Der Brief wurde unter anderem auch von den deutschen Abgeordneten Birgit Sippel und Delara Burkhardt (beide SPD) sowie von Terry Reintke, Hannah Neumann, Rasmus Andresen und Erik Marquardt (alle Grüne) unterschrieben. Auch die österreichischen Parlamentarier Andreas Schieder und Evelyn Regner (beide SPÖ) setzten ihren Namen unter das Schreiben. Zu den Unterstützer*innen gehören mit der Irin Maria Walsh und der Finnin Sirpa Pietikäinen auch Mitglieder der Europäischen Volkspartei. (dk)















Genau dieser Satz fasst die Hilflosigkeit der EU zusammen.
Man hat nicht nur die EU-Erweiterungen viel zu vorschnell und viel zu blauäugig und naiv vorgenommen, sondern es ist auch ein Konstruktionsfehler, dass man Verstöße gegen EU-Recht im Bereich der Grundrechte und der entsprechenden Charta nicht wirklich verhindern kann.
Deswegen kann man jetzt die Einhaltung der EU-Menschenrechts-Charta und demokratisch-rechtsstaatlicher Grundprinzipien nicht erzwingen, sondern nur appellieren.
Aber das wird genauso wenig Erfolg haben wie alle bisherigen Appelle.