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Studie

Asexuelle und trans Menschen sind während der Coronakrise besonders einsam

Die Folgen der Corona-Pandemie treffen laut einer deutschen Studie manche Gruppen härter als andere.


Zu Hause bleiben zu müssen, Familienmitglieder und Freunde nur noch digital sehen zu dürfen, die heißersehnte Urlaubsreise nicht antreten zu können – die Corona-Pandemie führt zu starken Einschränkungen des Alltags (Bild: daniMU / flickr)

Menschen ohne Partner*in leiden unter der Coronakrise stärker als Personen in einer Beziehung – besonders einsam fühlen sich auch asexuelle und trans Menschen. Das sind einige der Ergebnisse einer Untersuchung der Fachhochschule Münster und der Berliner Universitätsklinik Charité, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Die Forscher unter Führung von Dr. Wolfram Herrmann vom Fachbereich Gesundheit der FH Münster hatten einen Fragebogen ausgewertet, der einen Schwerpunkt auf lesbische, schwule, bisexuelle und trans Menschen richtete.

"Besonders einsam fühlen sich Menschen, die keinen Partner oder keine Partner haben und/oder allein wohnen – völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung", erklärte Herrmann. Verstärkt werde dies durch die Tatsache, dass viele Menschen derzeit im Homeoffice arbeiten. "Nicht ins Büro gehen zu können bedeutet auch, weniger persönlichen Kontakt mit anderen Menschen haben zu dürfen. Wir alle agieren derzeit überwiegend digital, damit kommen die einen besser und die anderen schlechter zurecht." Einsamkeit sei ein wichtiger Einflussfaktor auf Depressivität, so der Experte für das öffentliche Gesundheitswesen. "Es ist deshalb ganz wichtig, besonders diejenigen zu erreichen, die allein leben. Hier ist die Gefahr am größten, ernsthafte psychische Probleme zu bekommen."

Unterschiede "für uns völlig überraschend"

Diese Ergebnisse seien nicht besonders überraschend, in einem anderen Punkt sehe das jedoch anders aus: "Wir haben herausgefunden, dass sich asexuelle und trans Menschen deutlich einsamer fühlen als andere." Während nur ungefähr 15 Prozent der cis- und heterosexuellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer angaben, sich einsam zu fühlen, waren es bei den asexuellen und trans Menschen zirka 50 Prozent. "Dieser Unterschied ist sehr gravierend und für uns völlig überraschend." Warum das so sei, bleibe unklar.

"Es gibt viele Beratungsstellen, natürlich auch für asexuelle und trans Menschen. Wegen des Coronavirus sind derzeit auch diese Anlaufstellen geschlossen, und ich befürchte, es gibt wenige digitale Beratungsangebote", so der Wissenschaftler. Das sei grundsätzlich aber auch gar nicht so einfach, weil Kontakt von Angesicht zu Angesicht wichtig sei. "Im Prinzip fehlt also derzeit die Möglichkeit, sich persönlich bei Menschen Hilfe zu holen". Hilfsangebote, die während der Coronakrise angeboten werden, sind unter anderem auf der #QueerCoronaSupport-Seite auf queer.de abrufbar.


Prof. Dr. med. Wolfram Herrmann lehrt und forscht an der Fachhochschule im westfälischen Münster (Bild: FH Münster / Wilfried Gerharz)

Struktur im Alltag schaffen

Ein weiterer Teil der Studie beschäftigt sich mit der Lebenszufriedenheit, die trotz Coronakrise insgesamt gar nicht so schlecht sei, so Herrmann. Aber: "Diejenigen, die sich einsamer fühlen, haben auch eine deutlich geringere Lebenszufriedenheit." Ob und wie sich das wieder ändere, hänge maßgeblich mit dem Verlauf der Coronakrise zusammen. "Um die Lebenszufriedenheit zu steigern, wäre es wichtig, dass Menschen wieder arbeiten gehen dürfen." Weil aber das in nächster Zeit nur beschränkt möglich sei, sei es wichtig, Struktur im Alltag zu schaffen. "Das kann vieles sein: ein kleiner Spaziergang jeden Morgen, ein regelmäßiges Mittagessen mit Freunden per Skype, ein Online-Workout jeden Nachmittag. Vielen Menschen hilft es, ein bisschen Alltag in die heimischen vier Wände zu holen, und das bedeutet auch: digital an Veranstaltungen teilnehmen und sich online mit Freunden und Familienmitgliedern verabreden."

In der Studie konnten die Wissenschaftler auch zeigen, dass die Kontakte mit Freunden und Arbeitskollegen abnehmen, während Kontakte zur Familie zunehmen – vor allem per Telefon und Videotelefonie. "Das passiert aber nicht so stark, wie die persönliche Gespräche weniger werden", sagt Herrmann.

An der Studie haben insgesamt über 2.600 Menschen teilgenommen. Sie kommen aus allen Bundesländern und sind nach Angaben der Wissenschaftler hinsichtlich ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität bunt gemischt. (pm/dk)



#1 N8EngelProfil
  • 16.04.2020, 12:09hWenden
  • Das zu verstehen ist gar nicht so kompliziert, wie sich die Forscher das vorstellen. Transpersonen und asexuelle Personen sind deutlich seltener in Beziehungen. Beide Gruppen suchen aus unterschiedlichen Gründen seltener sexuell motivierte Beziehungen, haben dadurch eine stark eingeschränkte Partnerwahl und leben dadurch öfter alleine, oder mit Personen zusammen, die ein anderes Lebensmodel haben. Nimmt man hier die Kontakte zu Gleichgesinnten, die ja nicht zum häuslichen Umfeld gehören, isoliert man diese Personen zusätzlich. Sie haben also mehr Kontakte zu Menschen, von denen sie sich unverstanden fühlen und weniger zu Menschen, die eine ähnliche Geschichte haben.
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#2 michael hnkAnonym
  • 16.04.2020, 12:24h
  • Interessant wäre mal zu erfahren, wie viele der 2600 Befragten denn angaben, asexuell zu sein. Tatsächliche Asexualität soll ja *extremst* selten vorkommen; ich meine mal was von 0,1-0,2 % gelesen zu haben. Unter 2600 Befragten wären das ja dann so zwischen 2,6 und 5,2 Personen, was aber dann wiederum nicht annähernd eine repräsentative Aussagekraft hätte.
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#3 56James35Anonym
  • 16.04.2020, 12:38h
  • Auch ältere Schwule, die keinen Partner/keinen Ehemann haben, leiden unter der Einsamkeit. Wer ruft sie an? Mit wem können sie sich unterhalten? Die, die einen Partner/Ehemann haben, wissen nicht, was es bedeutet, den ganzen Tag allein zu sein. Die Homoehe/die Heteroehe ist nur schön, wenn sie nicht egoistisch ist.
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#4 extremstAnonym
  • 16.04.2020, 14:46h
  • Antwort auf #2 von michael hnk
  • Bei 83 Millionen Einwohnern in Deutschland wären 0,1% 83.000 Menschen! Nur zur Erinnerung, ab 100.000 Einwohner zählt man in Deutschland als Großstadt. Was daran *extrem* wenig sein soll, kannst du sicherlich erklären.
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#5 FinnAnonym
  • 16.04.2020, 16:53h
  • Ja, viele leiden unter der Isolation. Aber es ist im Moment die beste Waffe, um die Ausbreitung zu verlangsamen und eine medezinische Versorgung aller Infizierten sicherstellen zu können. Und natürlich auch um Zeit zu gewinnen für die Entwicklung eines Impfstoffs und von Medikamenten.
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#6 Still_IthProfil
  • 16.04.2020, 17:18hGießen
  • Antwort auf #1 von N8Engel
  • Trans*-Personen sind auch überdurchschnittlich häufig arbeitslos, besonders in Fällen mit später Transition und ggf. schlechtem Passing. Und nach 12-24 Monaten Hartz IV wird das mit der sozialen Teilhabe oft schon aus finanziellen Gründen sonne Sache.

    Ab davon, @N8Engel, spar dir bitte die Formulierung mit der "Partnerwahl", die das so klingen lässt, als seien wir irgendwie besonders wählerisch und insofern sei das n hausgemachtes Thema. Allein schon in Apps für die Partnersuche ist sowas wie unsereins häufig von der Profilgestaltung her nichtmal eingeplant. In schwulen Apps gibt's "trans" im Wesentlichen als Fetish und meint cis-männliche Damenwäscheträger oder Transvestiten. Bei dem Hetero-Kram, den ich mir angesehen habe, sieht's nicht so viel anders aus. Wenn du als trans* im Profil irgendwo sichtbar bist, über Texte o.ä., stößt du generell auf Ablehnung, seien's Homos oder Heteros, und die Bi-Leute, die sich "bereiterklären", mit dir bloß zu chatten, halten sich allein dafür schon für wahnsinnig großzügige Gönner.

    Bei der Uni nebenan gab's über die letzten Jahre immer mal wieder Speed-Dating, Flyer lagen öffentlich aus. Einer der Termine war für "queere" Menschen reserviert. Aber definiert war das auch als lesbisch oder schwul. Dritte Option, trans* - Fehlanzeige.

    Was die Studie betrifft, ich wundere mich über die Ergebnisse da wenig, sondern eher darüber, dass irgendwer, der*die in der Richtung forscht, darüber überrascht sein kann. Und ich bezweifle auch einigermaßen, dass die Messergebnisse da nen Vorher-Nachher-Effekt angemessen berücksichtigen. Das meiste, oder ziemlich viel zumindest von der Einsamkeit, die da festgestellt wurde, dürfte schon vor der Corona-Krise vorhanden gewesen sein. Das, was wegfällt, an tatsächlicher "Community", mit trans* unter sich, ist rein zeitlich betrachtet nen extrem kleiner Anteil des Alltags. Einmal im Monat, lass es im aller-allergünstigsten Fall einmal die Woche sein - aber einmal im Monat ist wahrscheinlicher, ehrlich betrachtet. Klar, das fehlt. Und das ist zur Kompensation wichtig, weil's gerade für Leute am Anfang, mit schlechtem Passing und erst teilweise oder noch gar nicht geoutet, auch mal wichtig sein kann, einen ganzen Abend lang korrekt gegendert zu werden, und niemanden da sitzen zu haben, der*die aus bloßer Gehässigkeit mit dem Deadname um sich wirft (als erzieherische Maßnahme besonders beliebt seitens nicht-akzeptierender Eltern und Geschwister, und wehe, du wagst es dann, wütend zu werden, du Daueraggro-Geschöpf, das doch froh sein soll - schließlich WOLLTEST du doch die Aufmerksamkeit). Im Gesamtbild sind solche monatlichen oder wöchentlichen Kompensationsversuche mit mal _einem_ vergleichsweise gewaltfreien Abend aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Ein wichtiger Tropfen, klar, ein bisschen abfedern von all dem Mist, den eins ertragen muss, ist besser als gar nicht. Nur, ehrlich betrachtet muss man ja sagen: Das eigentlich Problem ist, dass es solche Kompensationsangebote überhaupt braucht, weil's eben einfach sowas von nicht selbstverständlich ist, mal nen Tag ohne irgendwelchen Mist zu erleben. Und zwar Mist, der speziell dich als Trans*-Person betrifft, bei dem dein Umfeld dir gern rät, da doch "wenigstens heute/diese Woche/diesen Monat/dieses Jahr/dieses Jahrzehnt AUSNAHMSWEISE MAL drüberzustehen", und der zu dem, was andere Menschen aushalten müssen, oben noch drauf kommt. Denn es ist ja mitnichten so, dass du als Trans*-Person davon ausgenommen wärst, dir z.B. Sorgen um Risikopersonen zu machen, die dir was bedeuten, oder anstrengende Nachbar*innen ertragen zu müssen. Obendrauf kommt halt bloß noch z.B. dieser Newsletter, der dich in seiner Betreffzeile mit nem Namen anschreibt, den du als Beleidigung empfindest. Und wo du dich fragst, ob du gerade die Nerven hast, dich mit dem Unternehmen rumzuschlagen, um da künftig den richtigen Namen zu sehen, den Newletter abbstellst, oder die Mail nicht einfach löschst und dir vornimmst, das irgendwann mal zu machen.

    Dazu, nicht bloß einsam zu sein, sondern sich einsam zu fühlen, trägt ja eben wirklich gut bei, dass du ständig drauf gestoßen wirst, dass dasunddas mal wieder nicht einplanen konnte, dass es Menschen wie dich gibt. Das Gegenüber sieht sich davon regelmäßig vollkommen unerwartet getroffen - wie jetz, es gibt sowas wie trans*? Ja, also, Gleichberechtigung schön und gut, Dritte Option schön und gut, aber dass wir das jetzt beim elektronischen Formular für die Rechnungsanschrift berücksichtigen und neben "Frau" und "Mann" wenigstens noch "-" anbieten, das kann wirklich niemand von uns verlangen. Sich den angezeigten Vornamen selbst aussuchen? - Da könnte ja jeder kommen!!!

    Mir wird ja auch auf dieser Plattform hier oft genug mehr oder weniger direkt unterstellt, ich sei halt daueraggro, und das mutmaßlich grundlos und bloß, weil's mir Spaß mache, mich aufzuregen. Dass es sich beschissen anfühlt, mit diesen hunderten Ecken im Alltag klarkommen zu müssen, die dir wieder und wieder verklickern, dass sowas wie du nicht vorgesehen ist, dass man von dir schon erwarten darf, um die Extra-Wurst jetzt zu bitten... Leute, ey, ich will keine Extra-Wurst sein, ne? Und so extra, so eine Ausnahme, so selten ist es streng genommen auch überhaupt nicht, non-binär, nicht-dya, nicht-cis zu sein. Im Gegenteil - häufig genug, um den Fall vorher einzuplanen, isses sehr wohl, und seit es die Dritte Option gesetzlich gibt, wär's btw auch angemessen, das zu tun.
    Ihr glaubt gar nicht, wie dankbar man ist, wenn ein*e Sachbearbeiter*in mal extra nen Briefumschlag ohne Fenster benutzt - um deinen richtigen Namen auf die Post zu schreiben, statt den, zu dem das System ihn*sie ansonsten gezwungen hätte. Da ist man dankbar für, wirklich und tatsächlich.
    Schön wäre andererseits, auch wirklich und tatsächlich, auf diese Gnade nicht angewiesen zu sein, weil man im System einfach mal von vornherein eingeplant und mitgedacht wäre, und vermittelt bekäme, dass So-Sein okay ist, statt dass So-Sein jetzt echt viel verlangt ist, man doch mal drüber nachdenken solle, ob man echt so sein müsse, und das vielleicht in Zukunft auch lassen könnte.
    Letzteres hab ich für meinen Teil übrigens zeitweise versucht. Spätestens mit nem nicht-(mehr-)binär zuweisbaren Körper kannste das vergessen.

    Du läufst gegen Mauern aus Desinteresse, Gleichgültigkeit und manchmal auch offener Ablehnung, wenn du die "Extra-Wurst", die du ja schließlich sein wollest, und was ja der einzige Grund sein könne, wieso du dir das alles ausgedacht hast, einforderst. Immer und immer und immer wieder. Das Mindeste, was die Gegenseite von dir verlangen kann, sind Demut und Dankbarkeit, wenn du dich outest und sie dich nicht sofort offen hasst. Am besten schon allein dafür, dass sie dich nicht verklagt dafür, dass du dich mit deinem Namen vorgestellt hast.

    Dann wär's ja schön, sagen zu können: Hey, da ist Schutzraum, da gibt's ne Szene, in der ich mich drauf verlassen kann, okay zu sein. Schließlich steht ja dran "hier bist du so willkommen, wie du bist".
    Bis du halt checkst, dass das in den allermeisten Fällen Propaganda ist, bei der durchaus vordefiniert ist, wer denn gemeint ist, mit dem Willkommen-Sein. Solange du die Subtexte hinter den Standardphrasen nicht kennst, stehst du regelmäßig da und verstehst die Welt nicht mehr. Und das Fiese ist, dass die Phrasen sich dann auch noch verändern und du gewissermaßen auf dem aktuellen Stand sein und bleiben musst.
    Trans*-Frauen sind bei den Lesben und Feminist*innen extremst selten willkommen. Trans*-Männer will man in der schwulen Szene nicht. In unserer Region wird's diese Woche ne Video-Chat-Besprechung geben, zu LGBT-Issues in der Krise. Leitung hat der Mensch inne, der neulich maßgeblich dazu beigetragen hat, mich bei den Vorbereitungen zu ner queeren Veranstaltung rauswerfen zu lassen, weil's nicht angeht, dass ich ggü schwulen Künstlern die Forderung anbringe, in einem Abriss der queeren Historie Menschen einzubauen, die ohne Penis auf die Welt gekommen sind.
    Einsamkeit ist nicht bloß, dass du allein in der Wohnung sitzt, weil du keine*n Partner*in hast. Einsamkeit ist, wenn du weißt, wo sie dich all nicht wollen, selbst wenn's kein Corona gäbe, was die Anwesenheit bei einer RL-Versammlung verhindert.

    Persönlich glaub ich nicht, dass ich mir diese Videokonferenz antun werde. Wenn ich an dem Abend lustig genug drauf bin, um aus der Not eine Tugend zu machen, und aus Galgenhumor von vornherein mal die Stoppuhr laufen lasse, wie lange's bis zum Rauswurf dauert, mir ein Transfeindlichkeits-Bullshit-Bingo daneben lege, für den Fall, dass es doch eine halbe Stunde wird statt zehn Minuten - mal gucken, in so einem Format vielleicht. Ansonsten ist rausgeworfen-werden, weil der Rest sich demokratisch drauf geeinigt hat, dass eine reine nicht-trans*-Gruppe viel konstruktiver funktioniert, eigentlich eher die Art Erlebnis, die ich für meine vier Wände nicht brauche. In dem einzigen Schutzraum, den's für sowas wie mich gibt, meiner Wohnung, reicht's mir vollkommen aus, wenn ich mir die Ausgrenzung hin und wieder schriftlich gebe. Nicht noch in Taten, zugehörigen Gesichtern und dem Erleben in Real-Life, das mir bei dieser Leitung ohnehin zu annähernd 100% sicher ist.

    DAS ist Einsamkeit. Und ich verbitte mir die Unterstellung, die sei selbstgewählt, weil ich ja einfach mal aufhören könne, Ansprüche zu stellen. Wenn der Anspruch ist, dass ich's ertragen müsse, nicht willkommen zu sein und nicht existieren zu dürfen als das, was ich bin, BIN ich nicht willkommen. Ehe ich meine Würde an der Tür abgebe, ziehe ich für meinen Teil es vor, für mich zu bleiben.
    Hab übrigens Verständnis dafür, wenn Leute, die Einsamkeit weniger gut ertragen als ich, an der Stelle lieber mal Kompromisse machen. Aber traurig ist ja irgendwie auch das.
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#7 michael hnkAnonym
  • 16.04.2020, 18:11h
  • Antwort auf #4 von extremst
  • Rein statistisch gesehen ist die Teilmenge 83.000 innerhalb einer Gesamtmenge 83.000.000 tatsächlich "extrem wenig", was denn bitteschön sonst!? Aber hier geht's ja auch gar nicht um's ganze Volk, sondern lediglich um die vorliegende Studie und die Frage, wie hoch die Teilmenge der asexuellen Befragten tatsächlich war; bloß um die Repräsentativität der Aussage besser einschätzen zu können. Nicht mehr und nicht weniger.
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#8 N8EngelProfil
  • 16.04.2020, 20:39hWenden
  • Antwort auf #6 von Ith_
  • Hallo Ith_,
    Ich schreibe keineswegs aus einem Elfenbeinturm, ich differenziere nur zwischen nachprüfbaren Fakten und emotional geprägten persönlichen Erfahrungen. Wie Du in anderen Themen nachlesen könntest bin ich eine Frau, die intersexuell geboren ist und männlich sozialisiert wurde.

    Zum Thema Partnerwahl: ich will Dir mal ein anschauliches Beispiel geben: Wenn Du in den letzten Wochen in einen Supermarkt gegangen bist und Klopapier kaufen wolltest bist Du oftmals ohne welches wieder raus gegangen, was eher selten an besonderen Ansprüchen lag, sondern weil das Regal einfach komplett leer war.

    Zum Thema Vorurteile: auch das kenne ich, Transsexuelle sind Wesen mit Titten und Gehänge zwischen den Beinen, wenn man dann anspricht, das es auch FzM Transsexuelle gebe, dann kommen manche noch auf "Weiber im Holzfällerhemd".
    Ich wurde von queeren Personen nach der Größe meines Anhängsel gefragt, erhielt keinen Zutritt zu einer Lesbenparty mit der Begründung, das Männer keinen Zutritt hätten.
    Du siehst, ich kann Deine Probleme nachvollziehen.

    Du bist ein sehr emotionaler Mensch, Du lässt Deinen Gefühlen freien Lauf, auch wenn Du hier kommentierst. Das führt oft dazu, das Du missverstanden wirst. Viele hier glauben Du seiest ein lauter Mensch, der nur frustriert ind einsam ist. Ich denke, Du brauchst einen Tapetenwechsel, Du brachst Menschen, die auch für Dich da sind, wenn Du jemanden brauchst. Ich habe zum Glück 2 (Trans)männer in meinem Freundeskreis, die mich auffangen, wenn ich falle. aber auch mir fällt es schwer zu ertragen, das alles nur via Telefon und Internet geht.
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#9 WindheimetAnonym
#10 AvenusAnonym
  • 16.04.2020, 23:07h
  • Gibt m.E. noch immer die Seiten des Aven-Us Netzwerks für Asexuelle mit Chat und Forum und dazu eine deutschsprachige Seite:

    www.aven-forum.de/index.php

    Wie es da mit Beratung aussieht, kann ich nicht sagen. Die jungen Asexuellen haben wohl auch Whatsapp Gruppen und sind auf modernen Kanälen vertreten. Ameisenbären.
    Komisch, dass der Forscher das nicht kannte.
    Einsamkeit, tja wenn man immer schon allein war, gewöhnt man sich daran irgendwann. Man kann auch unter Menschen einsam sein. Wenn die Menschen nicht nett sind, ist man oft selber schuld und verdient es nicht anders. Menschen kennen zu dürfen muss man erst mal verdient haben. Klar ist man öfter traurig. Man kann lustige Filme schauen oder Witze lesen und einen rauchen. Macht Freude.
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