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Colorado/USA

Schwuler Gouverneur empört über Vergleich seiner Corona-Politik mit Nationalsozialismus

Sichtlich bewegt äußerte sich Jared Polis, der erste jüdische und erste offen schwule Gouverneur von Colorado, zu einem Nazi-Vergleich des republikanischen Oppositionsführers.


Jared Polis ist seit Januar 2019 der 43. Gouverneur des bergigen US-Bundesstaates Colorado (Bild: Governor's Office)

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch konnte Jared Polis, der demokratische Gouverneur des US-Bundesstaates Colorado, kaum die Tränen zurückhalten. Der Grund: Ein Journalist der Tageszeitung "Grand Junction Daily Sentinel" fragte ihn, was er über Kritik an der von ihm angeordneten Einschränkung der Bewegungsfreiheit aufgrund der Corona-Krise halte, bei der seine Politik auch mit der von Nazi-Deutschland verglichen wurde.

Der 44-Jährige, der erste jüdische Regierungschef von Colorado und der erste offen schwule Gouverneur eines US-Bundesstaates, antwortete: "Als ein jüdischer Amerikaner, der Familienmitglieder im Holocaust verloren hat, ist für mich jeder Vergleich mit dem Nationalsozialismus zutiefst beleidigend. Wir haben gehandelt, um Leben zu retten – das ist genau das Gegenteil von der Abschlachtung von sechs Millionen Juden, Gypsies, Katholiken, Schwulen, Lesben, Russen und so vielen anderen Menschen."

Twitter / denverpost

Die Frage bezog sich auf eine Äußerung von Patrick Neville, dem Anführer der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus von Denver. Der 37-Jährige hatte Ende März in einem Radiointerview die "Stay-at-home"-Anordnung der Polis-Regierung als "haarsträubend" kritisiert und behauptet, diese führe zu "einer Gestapo-artigen Denkweise". Bis heute hat er sich für seine Wortwahl nicht entschuldigt. Er sagte lediglich, dass er heute nicht mehr das Wort "Gestapo" verwenden würde, sondern das Wort "autoritär".


Patrick Neville zog ausgerechnet gegen den jüdischen und schwulen Gouverneur die Nazi-Karte (Bild: Screenshot KMGH-TV)

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Polis: Widerstand gegen Corona-Regeln schadet Mitbürgern

In der Pressekonferenz betonte Polis weiter, dass die Einschränkungen vorerst bestehen bleiben müssten: "Das Coronavirus wird Teil unseres Lebens sein. Wir werden lernen müssen, damit zu leben." Er appellierte an die Bevölkerung, das Virus ernst zu nehmen: Wer Partys veranstalte, übe keinen Akt des Widerstandes gegen die Landesregierung aus. "Vielmehr bringen Sie sich und Ihre Liebsten in Gefahr, Sie verlängern die wirtschaftliche Durstphase und machen es Ihren Mitbürgern schwerer."

Jared Polis ist ein Selfmade-Millionär, der um die Jahrtausendwende mit Internetfirmen wie ProFlowers.com enorme Gewinne erzielen konnte. 2008 bewarb er sich erstmals um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus und gewann mit großer Mehrheit – vier Mal wurde er wiedergewählt. Im November 2018 war er schließlich bei der Gouverneurswahl erfolgreich (queer.de berichtete). (dk)



#1 FckAfdAnonym
  • 17.04.2020, 14:08h
  • Als Politiker in der derzeitigen Situation Ausgangsbeschränkungen anzuordnen und an die Bevölkerung zu appellieren, diese im eigenen Interesse auch einzuhalten, sind keine Nazi-Methoden, sondern einfach gesunder Menschenverstand!
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#2 Nk231Anonym
  • 17.04.2020, 14:33h
  • Deswegen habe ich immer wieder darauf hingewiesen, dass Unterstellungen und Vorwürfe ein denkbar schlechtes Kommunikationsmittel sind. Die Auswirkungen zeigen sich hier.
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#3 Ralph
  • 17.04.2020, 15:55h
  • Es ist das typische Verhalten von jemandem, dem eine bestimmte Meinung, Handlung oder Entscheidung nicht behagt, aber darüber nicht diskutieren will oder kann, das Gegenüber als Nazi, Antisemiten, Rassisten oder Ähnliches zu beschimpfen. Er meint dann, jeder Notwendigkeit einer Äußerung in der Sache enthoben zu sein und den Gegner so diskreditiert zu haben, dass andere ihm nicht beizuspringen wagen.
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#4 Julian SAnonym
  • 17.04.2020, 16:14h
  • Dass die Republikaner sogar die aktuelle Epidemie mit all ihren Toten und die Opfer des Nazi-Regimes missbrauchen, um politische Gegner zu attackieren, sagt alles über ihren Charakter.

    Die gehen wirklich über Leichen.

    Ich kann nur hoffen, dass die Bürger das endlich mal durchschauen und dass die Republikaner bald die Quittung dafür bekommen, dass sie das Land immer mehr spalten wollen.
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#5 GerritAnonym
  • 17.04.2020, 17:16h
  • Wenn ein Politiker wissenschaftliche Empfehlungen zum Eindämmen einer gefährlichen und teilweise tödlichen Pandemie weitergibt, handelt er verantwortungsvoll.

    Dass dann politische Gegner, die wissenschaftliche Fakten leugnen, von ihrem Versagen ablenken wollen, sagt mehr über sie aus als über ihn.

    Dass sie dann aber auch noch einem Juden, der selbst Vorfahren im Holocaust verloren hat, Nazi-Methoden vorwerfen, ist an Perversität nicht mehr zu überbieten.
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#6 lindener1966Profil
#7 Nk231Anonym
  • 17.04.2020, 22:47h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Das könnte eine Erklärung sein. Und gerade weil das schon als typisch gilt, muss das dringend vermieden werden. Denn damit tut man niemandem was Gutes, ganz im Gegenteil. Zum einen hat sich der Moderator als nicht professionell gezeigt, und zum anderen hat er noch seinen Gast diffamiert.
    Wäre ich Programmchef, würde ich mir überlegen, ob ich diesen Moderator noch länger angestellt haben möchte.

    Aber das Land, wo es stattfand, ist gerade so dermaßen zerrissen und gespalten, und voller Probleme, dass das entweder keinem mehr auffällt, oder aber leider schon Alltag zu sein scheint.

    Wie auch immer, wenigstens können wir von solchen Dingen lernen und es besser machen.
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#8 Ralph
#9 TheDadProfil
  • 18.04.2020, 12:37hHannover
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Das unterschreibe ich vollständig..

    Und möchte hier dann auch noch einfügen, das solche Vorwürfe bisweilen dazu genutzt werden um Diskussionen gar nicht erst aufkommen zu lassen, weil man sich damit überfordert sieht..
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#10 AmisAnonym
  • 18.04.2020, 21:25h
  • Antwort auf #4 von Julian S
  • "Ich kann nur hoffen, dass die Bürger das endlich mal durchschauen und dass die Republikaner bald die Quittung dafür bekommen, dass sie das Land immer mehr spalten wollen."

    Erwartest Du von Menschen, die, nach all dem was das Trampeltier getan und gesagt hat, "ihren" Praesidenten IMMER NOCH unterstuetzen.
    Nee, die sind mittlerweile so durch die jahrelange "Gehirnwaesche" der Medien und Reps "eingenordet", dass die ja sogar die Einfuehrung einer gesetzlichen Krankenvers. als Teufelszeug betrachtet haben (obwohl das bedeutet, dass sie im Krankheitsfall u.U. ihr Hab und Gut verkaufen "duerfen", um die Therapiekosten bezahlen zu koennen - Super, sind zwar wieder gesund, haben aber kein Haus, Auto... mehr; Armerika halt)
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