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Neu auf Netflix

Baby Butch & English Rose Femme

Die Probleme eines herrlich-komplizierten lesbischen Paares stehen im Mittelpunkt der Dramödien-Serie "Feel Good": George ist zum ersten Mal mit einer Frau liiert, Mae ringt mit ihrer Gender-Identität.


Lesbisches Paar mit viel emotionalem Gepäck: Mae (Mae Martin) und George (Charlotte Ritchie) im Bett (Bild: Netflix)
  • Von Patrick Heidmann
    18. April 2020, 05:02h, 1 Kommentar

Man kann ja über den Boom der Streamingdienste, Serien und sonstiger Inhalte dieser Tage vieles sagen, von "wer soll da noch den Überblick behalten" bis "viel zu viel von dem Zeug, das dafür produziert wird, ist überflüssiger Mist". Aber ein Gutes hat die Sache auf jeden Fall für sich: die queere Vielfalt auf den Bildschirmen dieser Welt ist größer denn je. Und nicht zuletzt in Sachen lesbischer Sichtbarkeit tut sich gerade einiges.

Nachdem in den vergangenen Wochen an dieser Stelle schon von neuen Serien wie "Work in Progress" oder "The L Word: Generation Q" sowie von der Teeniekomödie "Booksmart" die Rede war, muss unbedingt auch noch "Feel Good" erwähnt, eine von Netflix verbreitete Produktion des britischen Channel 4 von gerade einmal sechs halbstündigen Folgen. Erfunden und (gemeinsam mit Joe Hampson) geschrieben wurde sie von Mae Martin, einer in Großbritannien lebenden Komikerin, die auch die Hauptrolle spielt.

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Gut fühlt sich eigentlich niemand

Martin verkörpert in "Feel Good" eine Version ihrer selbst, also eine kanadische Komikerin namens Mae in England (Typ: Baby Butch), die gleich in der ersten Episode eine Beziehung mit der Lehrerin George (Typ: English Rose Femme, dargestellt von der aus "Call the Midwife" bekannten Charlotte Ritchie) eingeht. Es langsam angehen zu lassen, ist ihre Sache nicht, auch weil Mae sich nach Stabilität sehnt und für George, die bislang nur mit Männern liiert war, alles aufregendes Neuland ist. Dass sie allerdings – außer dem gemeinsamen Mitbewohner – niemandem in ihrem Umfeld von ihrer Liebe zu Mae erzählt, ist nur eines von vielen Problemen, denen sich das Paar stellen muss.


Mae und George in einem glücklichen Moment (Bild: Netflix)

Der Titel der Serie führt dabei in die Irre: im herkömmlichen Sinne gut fühlt sich hier eigentlich niemand, weder die Protagonistinnen noch das Publikum. Beide Frauen schleppen reichlich emotionales Gepäck mit sich herum und verhalten sich entsprechend immer wieder alles andere als vorbildlich.

Vor allem Mae hat wahrlich nicht nur Beziehungssorgen, sondern ringt nebenbei mit ihrer Gender-Identität, dem Kampf gegen ihre vermeintlich überwundene Drogensucht oder dem mehr als komplexen Verhältnis zu ihren Eltern (schon wieder in einer wunderbaren kleinen Rolle zu sehen: "Friends"-Star Lisa Kudrow). Dass so viel Bitterkeit und Drama nie zu viel wird, liegt daran, dass Martin daraus immer gerade genug Humor zu gewinnen versteht.

Hoffen auf die zweite Staffel

Vor allem allerdings kann man sich an der 32-jährigen, die im realen Leben Labels wie lesbisch oder bisexuell vermeidet und sich selbst sowohl als Frau als auch nicht-binär identifiziert, einfach nicht sattsehen. Selbst in Momenten, in denen die von ihr gespielte Figur nicht unbedingt sympathisch oder nachvollziehbar auftritt, besticht Martin mit enorm charismatischer Ausstrahlung, irgendwo zwischen cool, beschützenswert und verdammt komisch.

Man kann nur hoffen, dass ihr und "Feel Good" eine zweite Staffel vergönnt ist (das Ende leitet zumindest darauf hin). Und sich bis dahin die Wartezeit verkürzen mit weiteren tollen Frauen, die Frauen, demnächst etwa im Dokumentarfilm "A Secret Love" (Netflix, 29.4.), der Krimiserie "Hightown" (StarzPlay, 17.5.) oder Hannah Gadsbys neuem Comedy-Programm "Douglas" (Netflix, 26.5.).

Direktlink | Englischer Originaltrailer zur Serie



#1 LeonAnonym
  • 18.04.2020, 15:42h
  • [...] und sich selbst sowohl als Frau als auch nicht-binär identifiziert [...].

    Kann mir jemand erklären wie das funktioniert?
    Entweder hat man eine binäre Geschlechtsidentität oder eben nicht, aber beides?
    Ich verstehe es einfach nicht?

    Aber evtl kann mich ja hier jemand aufklären?
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