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RTL-Tanzshow

"Let's Dance": Zweites Aus für Loiza Lamers

Drei Wochen nach ihrem spektakulären Comeback scheiterte das aus den Niederlanden stammende trans Model in der RTL-Tanzshow erneut an den Stimmen der Zuschauer*innen.


Loiza Lamers (re.) und Andrzej Cibis konnten mit ihrem Paso Doble nicht überzeugen (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)
  • 18. April 2020, 05:41h, noch kein Kommentar

Nach der Karfreitagspause wurde im RTL-Format "Let's Dance" besonders viel getanzt: Neben ihren eigenen Choreografien mussten sich die Paare auch in den sogenannten "Jury-Team-Tänzen" beweisen. Dadurch konnten die Teilnehmer*innen bis zu 20 wichtige Extrapunkte verdienen. Für das niederländische Model Loiza Lamers reichte es am Ende trotzdem nicht. De 25-jährige trans Frau scheiterte an den Stimmen der Zuschauer*innen.

Lamers wurde damit bereits zum zweiten Mal aus der Sendung gewählt (queer.de berichtete). Nachdem sie eigentlich schon in der vierten Folge ausgeschieden war, war sie für Sänger John Kelly nachgerückt (queer.de berichtete). Der hatte die Show wegen eines Krankheitsfalls in der Familie verlassen.

Sie sei "sehr traurig", aber auch "unendlich dankbar" für die Rückkehr, sagte Lamers in einer ersten Reaktion gegenüber RTL. Laut Juror Joachim Llambi habe sie "nicht 100, sondern 150 Prozent" gegeben. Nach einigem Zittern erreichte jedoch die Komikerin Ilka Bessin die nächste Runde. Ihr Tango war von der Jury mit 16 von 30 Punkten am schlechtesten bewertet worden. Durch eine gute Gruppenleistung im "Jury-Team-Tanz" konnte sie diesen Stand auf 31 Punkte verbessern.

Team-Tanz in drei Gruppen

Der Team-Tanz wurde 2019 in der Promi-Tanzshow eingeführt. Dabei werden alle Teilnehmenden in drei Gruppen eingeteilt und jeweils einem Jury-Mitglied zugewiesen. Gemeinsam wird dann in den Teams eine Choreografie erarbeitet.

Im letzten Jahr hatte das Team von Motsi Mabuse diese Kategorie mit der Höchstpunktzahl von 20 Punkten für sich entschieden. Auch beim diesjährigen Gruppentanz überzeugte Mabuse besonders. Ihre Jury-Kollegen Jorge González und Joachim Llambi gaben Mabuses Choreografie zum "La-La-Land"-Soundtrack 17 Punkte.


Jurymitglieder Jorge González und Motsi Mabuse (Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Sänger Luca Hänni und Sportler Moritz Hans konnten im Team von Mabuse wichtige Zusatzpunkte mitnehmen. Beide überzeugten aber auch in ihren jeweiligen Paartänzen. "Ich habe von Anfang an Gänsehaut gehabt", sagte Juror González über Hännis Rumba. Für den Contemporary erhielt Kletterer Hans sogar volle 30 Punkte von der Jury. Die zweite Höchstpunktzahl an diesem Abend vergab die Jury an die Artistin Lili Paul-Roncalli (21). "Die Aufgabe Samba war voll erfüllt", lobte Tänzer Llambi.

Viel Gutes fand die Jury auch am Auftritt von Schauspieler Martin Klempnow – obwohl in seinem Slowfox mit Partnerin Marta Arndt (30) nicht jeder Schritt saß. "Du hast nicht alles perfekt gemacht, aber mein Herz hast du", sagte Jurorin Motsi Mabuse. Überzeugt habe sie vor allem Klempnows sichtlicher Spaß auf dem Parkett. "Vor ein paar Wochen dachten wir noch, der fliegt gleich raus. Und jetzt legst du so eine Persönlichkeit auf die Tanzfläche."

Der Spaß am Tanzen musste den Teilnehmern allerdings auch in dieser Woche zur Motivation reichen. Zum Schutz vor dem Corona-Virus tanzten die Paare wieder ohne Publikum, der Applaus kam vom Band. Dazu hatte RTL Zuschaue*innen-Fotos auf die leeren Sitze geklebt. Auch für die Jury verschärften sich in dieser Folge die Kontaktbeschränkungen. Erstmals saßen die Juroren nicht nur weit auseinander, sondern wurden zusätzlich durch Plexiglas-Scheiben voneinander getrennt.

Lamers war erste trans "Topmodel"-Siegerin weltweit

Loiza Lamers war 2015 als Siegerin der achten Staffel von "Holland's Next Top Model" bekannt geworden (queer.de berichtete). Die gelernte Frisörin war die erste trans Frau weltweit, die eine Ausgabe des von Dutzenden TV-Sendern produzierten "Topmodel"-Franchise gewinnen konnte. Zwar beteiligten sich auch bei Heidi Klums ProSieben-Sendung "Germany's Next Topmodel" mehrfach trans Frauen, konnten aber nie den Sieg holen.

In den Niederlanden hat Lamers bereits durch die Teilnahme an mehreren Realityformaten ihre Bekanntheit in den letzten Jahren gesteigert. So belegte sie 2018 in der auf RTL5 ausgestrahlten Abenteuershow "Expeditie Robinson" den sechsten Platz von 16 Kandidat*innen (in Deutschland lief die in Schweden entwickelte Show unter den Titeln "Expedition Robinson" und "Survivor"). Zuletzt war Lamers im vergangenen Jahr als Jurorin der zwölften Staffel von "Hollands Next Top Model" im Fernsehen zu sehen.

2017 wurde Lamers von PETA engagiert. Die Tierschutzorganisation warb mit ihr und "Men's Health"-Titelstar Benjamin Melzer erstmalig mit trans Models für Bekleidung ohne Pelz – "Transform your wardrobe: Don't wear fur", stand in Regenbogenfarben über einem Schwarz-Weiß-Bild der beiden Models (queer.de berichtete). (cw/dpa)