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Kinderbuch

"Nicht jeder mit Penis ist ein Bub"

Das neue Kinderbuch "Der Katze ist es ganz egal" von Franz Orghandl erzählt vom selbstbewussten Coming-out eines trans Mädchens und den Reaktionen ihres Umfelds. Wir haben eine Leseprobe!


Jennifer betrachtet Papas beachtlichen Busen – will aber später lieber so einen wie die Mama hat

  • 18. April 2020, 09:54h 53 2 Min.

Es gibt nicht viele Kinderbücher, die vom Coming-out eines trans Mädchens oder Jungen erzählen, und nur ganz wenige, die sowohl emanzipatorisch und aufklärerisch als auch humorvoll und ironisch sind. "Der Katze ist es ganz egal" (Amazon-Affiliate-Link ) aus der Feder der österreichischen Autorin Franz Orghandl gehört auf jeden Fall dazu.

"Einer Verwechslung auf die Spur gekommen"


"Der Katze ist es ganz egal" ist im Klett Kinderbuch Verlag erschienen

Im Mittelpunkt der von Theresa Strozyk sympathisch illustrierten Geschichte steht Jennifer, die eines Tages mit diesem neuen Vornamen aufgewacht, endlich kann man sagen, und nun allen von ihrer Transition erzählt: "Ich bin nicht anders als früher, außer, dass ich einer Verwechslung auf die Spur gekommen bin."

Die Reaktionen sind unterschiedlich: Während die eigenen Eltern, auch Oma und Opa und sogar die Lehrerin ausrasten oder zumindest besorgt sind, kann sich Jennifer nur auf ihre besten Freund*­innen Gabriel, Anne und Stella verlassen. Und auf ihre Katze: Denn die ist weder froh noch traurig über ihren neuen Namen, ihr ist er ganz egal.

Herzhaft und in heiterem Ton, gar nicht als Problemgeschichte, erzählt Orghandl die mutmachende Geschichte, wie ein Kind seinem Herzen folgt und dabei alle mitnimmt. Jennifer und ihre Freund'innen sind die klugen Held*­innen in diesem wunderbaren Buch, das für Kinder ab neun Jahren empfohlen wird: "Nicht jeder mit Penis ist ein Bub", sagt die selbstbewusste Protagonistin, und ihre Freundin Anne unterstützt sie: "Auf die Seele kommt es an!"

Neugierig geworden? Die ersten 17 Seiten gibt es als PDF-Leseprobe zum Download! (cw/pm)

Infos zum Buch

Franz Orghandl: Der Katze ist es ganz egal. Kinderbuch für Kinder ab 9 Jahren. Mit Bildern von Theresa Strozyk. 104 Seiten. Klett Kinderbuch Verlag. Leipzig 2020. Gebundene Ausgabe: 13 €. ISBN 978-3-95470-231-2

Informationen zu Amazon-Affiliate-Links:
Dieser Artikel enthält Links zu amazon. Mit diesen sogenannten Affiliate-Links kannst du queer.de unterstützen: Kommt über einen Klick auf den Link ein Einkauf zustande, erhalten wir eine Provision. Der Kaufpreis erhöht sich dadurch nicht.

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-w-

#1 FredericAnonym
  • 18.04.2020, 18:38h
  • Ich hab mir tatsächlich das Buch als PDF heruntergeladen. Ich finde die Zeichnungen ziemlich lieblos und die Herangehensweise an die Thematik eher unschön. Aber gut, muss jeder selbst wissen. Ich würde dieses Buch eher nicht kaufen / verschenken.
  • Direktlink »
#2 Still_IthEhemaliges Profil
  • 19.04.2020, 02:19h
  • Ich hab mir die Leseprobe angesehen, und mindestens jeder zweite Satz strotzt vor problematischen Subtilitäten, bei denen ich sehr, seehr stark bezweifle, dass auch nur eine trans*-Person zum Sensitivity-Reading herangezogen wurde, die in sowas wie Trans*-Emanzipation involviert wäre.

    Würd mich #1 also anschließen: Nicht wirklich schön.
    "Nicht problematisierend" find ich, muss ich sagen, auch eine Einschätzung bzw. nen Prädikat, das die Leseprobe absolut überhaupt nicht verdient. Alles daran schreit schon sehr nach ner voyeuristischen Betrachtungsweise.

    Tut mir ehrlich leid drum, klang in der Zusammenfassung vielversprechend. Aber würd ich so weder Erzieher*innen noch Eltern oder gar betroffenen Kindern empfehlen.

    Angefangen schon mit dem verallgemeinernden Maskulinum in "Nicht jedeR(!!!) mit Penis ist ein Bub" ist daran einfach so Vieles problematisch, dass es nen paar DinA4-Seiten bräuchte für bloß die ersten zwei Seiten. Da isses mir ehrlich gesagt gerade zu spät für. Und eigentlich hab ich da auch einfach keine Lust drauf.

    Zusammenfassen würde ich meinen Eindruck als: Eine Cis-Person eignet sich hier die Trans*-Perspektive an und ermächtigt sich sozusagen damit in die Marginalisiertenrolle hinein, um aus dieser heraus sehr viel Legitimierung zu verteilen für Ansichten, Ausdrücke und Formulierungen, die in sich zutiefst transfeindlich sind. Den Lesenden vermittelt das: Ah, da schreibt ja ein Transmädchen, und das hat so überhaupt kein Problem damit, als Bub/Junge bezeichnet zu werden, na das beruhigt mich jetzt aber, da hab ich ja ein schönes Vorbild dafür, dass ich das von realen Trans*-Personen wohl auch erwarten kann, oder? So viel Verständnis und Rücksichtnahme für Deadnaming, Misgendern, Rollenklischees - es ist wahrlich ein Traum!

    Ja, allerdings. Ein Traum für Cissen. Die so weitermachen und weiterdenken wollen wie immer - bloß eben mit dem bestätigenden Schulterklopfen, dass das wirklich voll und ganz okay ist.
    Nur ist es genau das im Real-Life leider gerade nicht.

    Das ist eben genau die Art von "nicht-problematisierender" Transsexualität, wie die "nicht-problematisierende" Homosexualität von Dumbledore, für die ich viel Lob dafür gesehen habe, dass sie so unglaublich selbstverständlich ist, dass man nirgendwo in den Filmen oder Büchern etwas davon erfährt oder sieht. Ja, solche Schwulen wollen die Leute - wo das Outing außerhalb der Leinwand stattfindet, und sich auf eine so subtile Andeutung beim Blick in einen Spiegel beschränkt, dass man hinters Schwulsein nichtmal kommt, wenn man davon vorher nichts wusste.
    Und solches Transsein, in dem das Trans*-Mädchen es vollkommen normal findet, dass die Mutter in der Jungenabteilung die Klamotten einkauft und das auch weiter tun möchte, und die vollkommene Ignoranz ihres Trans*-Seins so gar nicht antagonisiert, sondern als gottgegebene Selbstverständlichkeit brav hinnimmt, das wünschen sich eben Cis-Personen.
    Die Trans*-Person als ewig anleitende, einzig verantwortungsvolle und verantwort-tragende Person gegenüber dem stets naiven, uninformierten und unreflektierten Umfeld, stets in der Pflicht, psychologisch jeden nur erdenklichen Mist kompensieren zu müssen als Gegenleistung dafür, existieren zu dürfen - und das am besten schon im Alter von 5-7 Jahren. Weil man mehr von Cis-Personen schließlich nicht erwarten kann, nicht wahr? Wikipedia aufzurufen, um dort nachzulesen, was Transsexualität ist, und/oder danach gar noch selbstständig Energie in die eigene Bildung diesbezüglich zu investieren, bloß weil es einen Menschen in der eigenen Familie betrifft - das wär wirklich viel verlangt, eindeutig, ZU viel. Sowas kann man von einer Person, die nicht selbst trans* ist, einfach nicht erwarten.

    Wenn Trans*-Sein nur dann nicht problematisch ist, wenn es brav und still bleibt,
    dann sehe ich für meinen Teil gerade darin schon den Kern des Problems.
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#3 JannesAnonym
  • 19.04.2020, 03:53h
  • Was für ein cooles Buch. Die kaltschnäuzige Geschichte überrascht angesichts ihres trockenen Humors und der vielschichtigen Ironie mit ihrem feinsinnigen Tiefgang. Und eines möchte ich als Transmann mal sagen: Kaum wo findet sich noch so viel an Schubladenklischee wie ausgerechnet in der Trans-Szene. Davon ist dieses Buch ganz weit weg. Ich würde sogar sagen, es kämpft auch dagegen an. Finde ich gut. Ein genialer Rundumschlag.
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