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Kommentare zu:
"Nicht jeder mit Penis ist ein Bub"


#51 LorenzAnonym
  • 24.04.2020, 18:17h
  • Liebe Leute, nun habe ich das Buch, dann die Leseprobe und dann noch einmal das Buch gelesen. Ich meine, da muss mal einiges dazu gesagt werden, um Missverständnisse auszuräumen.

    Die Geschichte arbeitet stark, teilweise plakativ, mit Klischees. Das ist also Absicht und Erzählstrategie. Gebrochen werden sie immer wieder an ungewöhnlicher Stelle. Der wertende Leser sollte also achtsam sein, denn die Geschichte provoziert, um aus der Reserve zu locken.
    Als Schauplatz wurde nicht nur das schrullige Wien, sondern vor allem auch eine noch deutlich unaufgeklärtere Zeit gewählt, was betont, dass es Kinder wie Jennifer nun mal bereits vor aufgearbeiteten Genderdiskursen gegeben hat. An ihr werden nicht die zur Aufklärung mittlerweile üblichen Gegenüberstellungen von Stereovorurteilen und den abgesegneten Antworten darauf abgehandelt. Etwas, das manchen Lesern anscheinend schon körperlich wehtut. Aber da müssen sie mit Jennifer durch, die sich durch eine politisch inkorrekte Welt schlägt. Es greift den vernachlässigten Punkt auf, dass wir zwar Verhaltensregeln schaffen und perfektionieren können, es aber immer wieder mit der durchaus fehlbaren und vor allem kleingeistigen Natur des Menschen zu tun haben werden. Besonders gefällt mir, als auch Jennifer selbst als Spießerin geoutet wird, als sie sich für ihre neue und unkonventionelle Freundin Stella schämt. Statt Vorurteile einfach nur zu entkräften, lässt sie die Autorin miteinander tanzen. Es wird nicht gewertet, sondern gezeigt. Dabei wird wenig Rücksicht auf Befindlichkeiten und Moden genommen, was unserer Gesellschaft in meinen Augen gut tut und vor allem gutes Schreiben ausmacht.
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#52 Gutes BuchAnonym
  • 29.04.2020, 21:31h
  • "Als Schauplatz wurde nicht nur das schrullige Wien, sondern vor allem auch eine noch deutlich unaufgeklärtere Zeit gewählt, was betont, dass es Kinder wie Jennifer nun mal bereits vor aufgearbeiteten Genderdiskursen gegeben hat. An ihr werden nicht die zur Aufklärung mittlerweile üblichen Gegenüberstellungen von Stereovorurteilen und den abgesegneten Antworten darauf abgehandelt."

    Ich meine, das fasst so ziemlich zusammen, was anscheinend übersehen oder ignoriert wird, wenn das Buch aufgrund angeblich fehlender Trans-Sensitivity oder Elternfiguren, die nicht sofort vorbildlich reagieren, kritisiert wird. Würde alles schon so dargestellt werden, wie es angeblich auf Strich und Komma zu sein hat, könnte doch niemand etwas lernen. Höchstens nachmachen. Keine Fragen würde aufgeworfen werden, Parallelen zu anderen Problematiken unterschlagen. Der Autor hat sich schon was gedacht bei dem, wie und was er hier erzählt. Besser das ganze Buch lesen und zwar unvoreingenommen!
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