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"I Am What I Am"

Gloria Gaynor singt bei Corona-Benefizkonzert der Homo-Hasser

Ausgerechnet die Sängerin der schwulen Hymne "I Will Survive" engagiert sich für ein Benefizveranstaltung von Krik Cameron, der Homosexualität als "zerstörerisch" diffamiert hat.


Gloria Gaynor sang bei der live auf Facebook, Youtube und anderen Plattformen übertragenen Benefizveranstaltung "Hope Rising" das Gospellied "Joy Comes In The Morning" (Bild: Facebook)

Am Samstagabend dankten Weltstars wie Lady Gaga, die Rolling Stones oder Elton John beim virtuellen Corona-Konzert "One World: Together At Home" Helfern in Krankenhäusern und Geschäften. Am Sonntagabend kopierte der LGBTI-feindliche evangelikale Aktivist Kirk Cameron dieses Konzept und brachte mehrere Musiker im "Hope Rising"-Konzert zusammen, darunter neben außerhalb der evangelikalen Blase weitgehend unbekannten Bands wie Casting Crowns oder MercyMe auch die 70-jährige Gloria Gaynor, die mit Discohits wie "I Will Survive" und "I Am What I Am" die schwule Kultur mitgeprägt hat. Sie sang bei "Hope Rising" gemeinsam mit drei anderen Künstlern den Gospelsong "Joy Comes In The Morning".

Die Spendenempfänger der beiden Konzerte sind sehr unterschiedlich: Während bei "One World" die Gelder an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den Kampf gegen Corona gehen, spendet "Hope Rising" seine Einnahmen ausgerechnet an die extrem homophobe Evangelisationsorganisation Samaritan's Purse von Franklin Graham.


Franklin Graham wurde bei "Hope Rising" auch ein Forum gegeben, um persönlich für seine Hassorganisation Samaritan's Purse zu werben (Bild: Screenshot Hope Rising)

Der Sohn des Star-Evangelisten Billy Graham sorgt derzeit mit seinem Feld-Hospital im Central Park von New York City für Schlagzeilen, in dem er nur Mitarbeiter akzeptiert, die schriftlich beteuern, homo- und transphob zu sein (queer.de berichtete). Der Prediger ist für seine vielen LGBTI-feindlichen Äußerungen berüchtigt (queer.de berichtete).

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Gaynor beteuerte wiederholt: Bin nicht homophob

Gaynor macht seit Jahrzehnten aus ihrem ausgeprägten christlichen Glauben kein Geheimnis: Sie hat mehrfach erklärt, dass sie 1982 ein Bekehrungserlebnis gehabt habe. In den letzten Jahren hat die 70-Jährige wiederholt gesagt, dass ihr "absoluter" christlicher Glaube nicht bedeute, dass sie homophob sei. Zu politischen LGBTI-Themen hat sie sich nie direkt geäußert.

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Auf Fragen, ob sie Homosexualität als Sünde ansehe, antwortete sie stets ausweichend. Sie trat nach ihrer Bekehrung auch immer wieder in schwulen Bars auf und betonte, dass sie viele homosexuelle Verwandte und Bekannte habe, etwa den Chef ihres Fanclubs.

Noch heute feiert sie musikalische Erfolge, wenn auch auf anderem Terrain: 2019 brachte sie das christliche Album "Testimony" heraus, das im Januar diesen Jahres mit einem Grammy als bestes Roots-Gospel-Album ausgezeichnet wurde.


Leonardo DiCaprio und Kirk Cameron spielten Anfang der Neunzigerjahre gemeinsam in der Serie "Unser lautes Heim" mit (Bild: ABC)

Organisiert wurde "Hope Rising" von Schauspieler Kirk Cameron, der aus der US-Familienserie "Unser lautes Heim" (1985-1992) bekannt wurde, in der auch Leonardo DiCaprio als Teenager mitspielte. Eigenen Angaben zufolge hatte Cameron als 17-Jähriger ein christliches Erweckungserlebnis und sehe sich seither als Missionar an. Dieser religiöse Eifer bedeutet für ihn offenbar auch, dass er seine Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben öffentlich kundtut. In einer CNN-Talkshow bezeichnete er Homosexualität etwa als "unnatürlich" und "zerstörerisch" (queer.de berichtete).

Cameron war in den letzten Jahren nur noch als Schauspieler in christlichen Filmen aufgetreten. Für Schlagzeilen sorgte 2014 sein Film "Saving Christmas", der als einer der schlechtesten Produktionen aller Zeiten gilt. In dem Film sorgt Cameron dafür, dass alle bei einer Weihnachtsfeier glücklich sind. Der Film hat vier Mal den Negativpreis Goldene Himbeere erhalten, darunter als "schlechtester Film" und für das "schlechteste Drehbuch". Cameron wurde als "schlechtester Darsteller" ausgezeichnet. Außerdem gewann er den Preis als "schlechtestes Leinwandpaar" – gemeinsam mit seinem Ego.


(Bild: Screenshot Hope Rising)



#1 BePrideAnonym
  • 20.04.2020, 15:32h
  • Da kann mensch jetzt extra ausgiebig die Hymnen singen und nach ihnen tanzen, um HeterosexistInnen zu persiflieren.
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#2 ReligiotInnen-WatchAnonym
#3 Petrillo
  • 20.04.2020, 16:21h
  • Donna Summer hat es wenigstens noch die Karriere gekostet, nachdem sie es sich mit ihrer Haupt-Fangruppe dank "christlichem" Geschwafel verscherzt hatte.

    Gloria Gaynor ist ja schon lange ziemlich weg vom Fenster - soll sie sich halt die Rente bei den Christen zusammen singen und nicht bei CSDs.
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#4 Nk231Anonym
  • 20.04.2020, 17:42h
  • Erstmal sollte man vorsichtig sein, was man als "Schwulenhymne" bezeichnet und was die Sängerin mit diesem Lied eigentlich aussagen wollte. Diese zwei Dinge verwischen sich gegenseitig viel zu schnell und manchmal hat das eine mit dem anderen absolut gar nichts zu tun.
    Natürlich lassen sich Sänger/innen gerne mit ihren Liedern als "Schwulenhymne" feiern - kann ja nur der Karriere guttun. Ob da aber immer eine eigene Überzeugung dahintersteckt, die LSBTTIQ wirklich zu unterstützen, das ist eine ganz andere Frage, und oft lautet da die Antwort leider "nein."
    Ein Lied kann man selbstverständlich als eigene Identifikation betrachten und es kann in Discos oder durch das Radio zu einer Hymne werden. Was aber eine Schwulenhymne ist, ist dann automatisch eine Hymne für die gesamte LSBTTIQ. Ich finde, gerade jetzt, wo Zusammenhalt wichtig ist, und manche der LSBTTIQ immer noch schlechter dastehen, sollte man keine "nur Schwule erlaubt" Blase errichten, die wieder mehr Ausgrenzung schafft als Stärke.
    Zu den Liedern "I Will Survive" und "I Am What I Am" haben Lesben, Bisexuelle, Trans, und Inter garantiert genauso gerne getanzt und dazu gesungen wie Schwule. Vielleicht sollte man da öfters aus seiner eigenen Welt heraustreten und begreifen lernen, dass es außer der schwulen Welt auch noch andere Welten gibt.
    Ich bin lesbisch und manchmal stört es mich ehrlich gesagt, wenn mal wieder ein Artikel auftaucht mit dem Titel: "Schwulenikone" - als ob eine Ikone nicht auch eine Lesbenikone oder Transikone sein könnte :-/
    Zum Beispiel ist Kylie Minogue eine Sängerin, die nicht nur speziell Schwule anspricht, sondern auch viele Heteros und sicherlich noch andere. Ich bin lesbisch und finde einige ihrer Lieder ziemlich gut und finde sie als Mensch sehr sympathisch.
    Dass aber manche Schwule da ein Zaun darum herum bauen wollen und sagen: "Stopp, Schwule nur" das finde ich irgendwie daneben.
    Die Bezeichnung LSBTTIQ gibt es nicht umsonst. Und die CSD's wurden auch nicht deshalb ins Leben gerufen, damit man sich demonstrativ abkapseln kann.

    Wollte das nur mal hingeschrieben haben, weil manche Titel mancher Artikel wirklich nicht gerade gelungen rüber kommen. Manch einer kann sich da tatsächlich mal ausgegrenzt sehen.

    Jetzt zum Inhalt des Artikels:
    Solange sich Gloria Gaynor selbst nicht positioniert, kann man sie auch nur schwer in eine Schublade stecken. Ob es so sinnvoll war, ausgerechnet da teilzunehmen, wo sich homophobe Leute tummeln und "für einen guten Zweck" Geld sammeln - und sie gleichzeitig sagt, sie habe nichts gegen Homosexuelle - das klingt nach einer Hetero-Frau, die offensichtlich auch noch bestimmte Dinge zu lernen hat ;-)

    Bevor ich bei etwas teilnehme, informiere ich mich üblicherweise. Als ich von den Zelten im Central Park hörte, fand ich das zuerst sehr positiv. Als ich aber gelesen hatte, wer das in die Wege geleitet hat - Samaritan's Purse - da gingen dann meine Alarme an.

    Anscheinend verlassen sich immer noch viele auf die "guten Worte" und denken nicht drei Schritte vorwärts. Sie leben in ihrer eigenen Welt und vergessen, eine Sache aus mehreren Blickwinkel zu betrachten.
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#5 Ralph
  • 20.04.2020, 17:47h
  • Ich habe ohnehin nie verstanden, wieso eine Frau jenen wunderbaren Song singen soll, den Jerry Herman für einen schwulen Mann geschrieben hat. Erst jetzt erfahre ich, dass diese Frau auch noch einen schwulenfeindlichen Hintergrund hat. Desto schlimmer.
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#6 Ralph
  • 20.04.2020, 18:02h
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • Es stimmt. Viele Songs werden als Schwulenhymnen bezeichnet, weil sie aus der Szene heraus dazu gemacht werden und als solche in der Szene große Popularität erlangen. Das entspricht oft nicht der Intention von Texter, Komponist und Sänger(in). "I am what I am" allerdings ist als Schwulenhymne ausdrücklich geschrieben. Jerry Herman hat es verfasst für Zaza, den schwulen Travestiestar in seinem Musical "La Cage aux Folles", als dessen Bekenntnis zum Schwulsein.
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#7 Nk231Anonym
  • 20.04.2020, 18:59h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • Das glaube ich dir ja. Es hat mich einfach an einzelne Artikel erinnert, deren Titel ich nicht so gelungen fand.
    Es wäre gut, wenn man generell etwas bedachter die Titel auswählt. Natürlich gibt es Themen, die spezifisch sind, das meine ich nicht. Ich meine die Betitelung eines Artikels wie zum Beispiel ein Song von Kylie Minogue, der vorgestellt wird. Da muss man keinen schwulen Artikel daraus machen, sondern einfach den Song darstellen, die Sängerin und dass sie bei der gesamten LSBTTIQ beliebt ist, je nach Geschmack.
    Das wäre rücksichtsvoll :-)
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#8 FinnAnonym
#9 TheDadProfil
  • 20.04.2020, 21:39hHannover
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • ""Erstmal sollte man vorsichtig sein, was man als "Schwulenhymne" bezeichnet und was die Sängerin mit diesem Lied eigentlich aussagen wollte.""""..

    Äh ?
    Gloria Gaynor ist eine Interpretin !

    Die Aussage eines Liedes bestimmt der Texter, und "I Am What I Am" stammt aus dem Musical "La Cage aux Folles"..

    ""Gloria Gaynor hatte im Jahre 1979 mit ihrem überraschenden Hit I Will Survive ihren größten Erfolg. Schon 1982 wurde sie wiedergeborene Christin. 1983 veröffentlichte sie eine Disco-Version von I Am What I Am als Single, und es ist auch auf ihrem 1984 erschienenen Album I Am Gloria Gaynor enthalten.""..

    de.wikipedia.org/wiki/I_Am_What_I_Am
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#10 zundermxeAnonym
  • 21.04.2020, 10:14h
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • Guten Morgen,

    denke persönlich nicht, dass... man vorsichtig sein sollte was als Schwulenhymne bezeichnet... werden KANN.
    Besonders nicht in diesem Fall.
    Gloria ist (zumindest früher) bei vielen explizit schwulen Veranstaltungen aufgetreten. Sie war bspw auch Anfang der 90er auf einen der (sicher nicht nur für mich) legendären Gay-Happenings in der Krefelder Königsburg.
    Viel zu viele derer, die damals i will survive mitgeschmettert haben leben mittlerweile nicht mehr.
    Weiß ich leider zu genau da ich zu der Zeit über Jahre ehrenamtlich in einer lokalen Aids-Hilfe im Umland mitgearbeitet habe.
    Von der Edel-Tunte bis zum Lederkerl haben alle mitgegrölt.
    Ähnlich war es übrigens bspw auch bei Hildegard Knef.

    Sicher sind sie nicht einfach nur schwule Ikonen für viele; aber mit aller Berechtigung halt auch.
    Beide liebe und verehre ich zumindest für ihre Musik.
    Das ist ein kleines Stück weit schon (auch) schwule Geschichte.

    Doch jeder Mensch ist halt nicht nur Künstler*in. Natürlich gefällt mir diese sagen wir mal christliche Facette an Gloria Gaynor überhaupt nicht.
    Doch ich betrachte das ähnlich wie bei Cat Stevens. Er hat früher auch viele tolle Texte und Musik gemacht bevor er zum Religions-Faschisten wurde.
    Trotzdem höre ich privat hin und wieder seine alten Lieder. Kaufe aber nichts mehr von ihm.
    Seine alten Lieder erzählen wer er mal war und indirekt was Religion aus dem friedlichsten Schaf machen kann.

    Vereinnahmen würde ich Künstler*innen nie wollen. Das steht auch niemandem zu. Egal für was.
    Die Bezeichnung Schwulenhymne ist daher für mich nie als ausschließend oder beanspruchend gemeint. Sie trifft aber recht gut wie ich bestimmte Lieder erlebt habe und sie empfinde. Als schwuler Mann könnte ich schlecht behaupten, dass dieses oder jenes Lied bspw (auch) eine Lesbenhymne wäre. Das wäre allein deswegen schon anmaßend weil ich es nicht wirklich wüsste.
    Es gibt so etwas wie einen Besitzanspruch an Künstler*innen oder deren Kunst nicht. Von keiner Seite.
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