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Appell

UN-Menschenrechtschefin warnt vor Corona-Folgen für LGBTI

Die Corona-Pandemie betrifft queere Menschen überproportional, warnt Michelle Bachelet. Sie forderte die Regierungen in aller Welt auf gegenzusteuern.


Michelle Bachelet ist seit September 2018 bei den Vereinten Nationen für die Durchsetzung der Menschenrechte verantwortlich (Bild: Chatham House / flickr)

Michelle Bachelet, die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, hat die Mitgliedsstaaten am Freitag aufgefordert, angesichts der Corona-Krise sicherzustellen, dass die Grundrechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten geachtet werden.

Diese Gruppe sei von der Pandemie wegen Diskriminierung und Vorurteilen mehr betroffen als die Durchschnittsbevölkerung. Ihre in Genf ansässige Behörde nannte sechs Maßnahmen, die Staaten durchführen müssten (PDF). So müssten LGBTI einen gleichberechtigten Zugang zur Gesundheitsfürsorge haben. Außerdem müssten die Machthaber ihr Wort gegen Homo- oder Transphobie erheben oder dürften Notstandsgesetze nicht dazu missbrauchen, LGBTI-Rechte einzuschränken.

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Bachelet: LGBTI oft schutzlos und marginalisiert

"LGBTI zählen in vielen Gesellschaften zu den schutzlosesten und am meisten marginalisierten Gruppen und sind besonders den Gefahren von Covid-19 ausgeliefert", erklärte Bachelet. "In Ländern, in denen gleichgeschlechtliche Beziehungen kriminalisiert werden und in denen gegen Transmenschen vorgegangen wird, könnten diese Menschen sogar dazu verleitet werden, aus Angst vor einer Festnahme oder vor Gewalt keine medizinische Hilfe aufzusuchen."

Das Leben und die Gesundheit eines jeden Bürgers müsse geschützt werden, so die ehemalige chilenische Präsidentin. Die 68-Jährige wies auf die schwierige Situation vieler queerer Menschen hin – etwa von LGBTI-Jugendlichen, die derzeit in Heimquarantäne einer feindlichen Atmosphäre nicht ausweichen könnten.

Bachelet hatte während ihrer zwei Amtszeiten als Staatchefin von Chile (2006 bis 2010 sowie 2014 bis 2018) LGBTI-Rechte gefördert. So hatte sie 2015 auch das Gesetz über eingetragene Lebenspartnerschaften unterzeichnet (queer.de berichtete). Danach versuchte sie, die Ehe-Öffnung in ihrem Land durchzusetzen (queer.de berichtete). Über dieses Vorhaben hat das Parlament aber bis heute nicht abgestimmt. (dk)



#1 Ralph
  • 20.04.2020, 17:53h
  • Solche Aufrufe nützen erfahrungsgemäß nichts, Dennoch ist es wichtig, dass die Vereinten Nationen immer wieder klarstellen, dass auch queere Menschen Würde und Grundrechte haben und deren Verletzung verwerflich ist.
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#2 FinnAnonym
  • 20.04.2020, 20:51h
  • Sie hat vollkommen recht.

    Aber ich fürchte, dass die Staaten, wo ihre Worte am wichtigsten wären, am wenigsten darauf hören werden.
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