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Evangelikaler Star

Pat Robertson: Ehe für alle und Abtreibung für Corona-Pandemie verantwortlich

Der einflussreiche Medienmogul, US-Fernsehprediger und ehemalige Präsidentschaftskandidat weiß wieder einmal sehr genau, wer die Schuld für negative Entwicklungen trägt.


Pat Robertson hetzt bereits seit Jahrzehnten in seinem "700 Club" gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (Bild: Screenshot The 700 Club)

Der 90-jährige evangelikale Prediger Pat Robertson hat in seiner Personality-Show "The 700 Club" unter anderem die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben für die Corona-Krise verantwortlich gemacht. Eine Heilung sei nur in Sicht, wenn die Menschen aufhörten zu sündigen.

Konkret antwortete er auf den Brief eines Zuschauers. "John" hatte gefragt, ob es "Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und antiisraelische Leute" Gott unmöglich machten, das Land in Bezug auf das Coronavirus zu heilen. Robertsons Antwort: "Wissen Sie was – Sie sprechen etwas sehr Wichtiges an."


(Bild: Screenshot The 700 Club)

Unter Berufung auf ein Bibelzitat machte der Prediger die "bösen Wege" der Menschen verantwortlich. "Wir kehren nicht um, und wir haben schreckliche Dinge getan", so der TV-Prediger. "Wir haben den Bund gebrochen, den Gott mit der Menschheit geschlossen hat." Unter anderem habe der Mensch "das Leben von Unschuldigen genommen und sie millionenfach abgeschlachtet". "Ich meine, wir habe diese schreckliche Plage in unserer Gesellschaft erlaubt. Es ist kein Wunder, dass Gott uns für schuldig hält. Aber die Antwort ist: Bekennen Sie Ihre Sünden und hören Sie auf zu sündigen. Dann wird das Land geheilt. Nicht davor. Sie haben recht."

In den letzten Wochen warfen Würdenträger der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam heiratenden Lesben und Schwulen immer wieder vor, Gott zu erzürnen und damit die Corona-Krise provoziert zu haben. Dazu gehören etwa Rabbi Meir Mazuz und Pastor Steven Andrew, Metropolit Mark sowie Patriarch Filaret und der schiitische Kleriker Muktada al-Sadr.

Robertson seit Jahrzehnten aktiv

Pat Robertson beeinflusst mit seinen kruden Thesen mit dem "The 700 Club" seit mehr als einem halben Jahrhundert Millionen von konservativen Christen. 1961 gründete er das noch heute erfolgreiche Christian Broadcasting Network (CBN), danach auch die Lobbygruppe Christian Coalition und die private Regent University. Er verbreitete zudem mehrere Verschwörungstheorien, beispielsweise dass die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen eine "Neue Weltordnung" etablieren wollten, um einen totalitären Weltstaat zu etablieren. Damit heizte er besonders in den Neunzigerjahren die Entwicklung rechtsradikaler Milizen in den USA an.

Auch parteipolitisch war er aktiv: 1988 belegte er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner bei den parteiinternen Vorwahlen Rang drei hinter George H.W. Bush und Bob Dole.

Schwule und Lesben gehören seit jeher zu den Hauptfeinden des evangelikalen Gurus. So behauptete er in der Vergangenheit, dass Gott eine US-Autobahn von unreinen Schwulen säubern wolle, dass Menschen nur homosexuell werden, wenn sie missbraucht worden sind, und das Hollywood arme heterosexuelle Schauspieler in Homo-Rollen zwinge. Seine Sendung warb auch für die "Heilung" von Homosexuellen. Robertson sagte in einer Folge auch, dass er am liebsten kotzen würde, wenn er küssende Homo-Paare sehe. Zuletzt gibt er sich viel apokalyptischer: So erklärte er, dass Gott die Vernichtung der USA zulassen werde, wenn der christliche Glaube im Land abnehme.

Der Einfluss Robertsons reicht bis Deutschland

Der "700 Club" ist die erfolgreichste christliche Sendung der Welt. Seit 2007 zeigt der Hamburger Privatsender Bibel TV eine deutsche Version von Robertsons Show. An dem Sender ist unter anderem die Evangelisations-Organisation Samaritan's Purse beteiligt, die wegen der Corona-Krise derzeit im New Yorker Central Park ein Feldhospital betreibt – und nur Helfer akzeptieren will, die schriftlich ihre Homo- und Transphobie garantieren (queer.de berichtete). (dk)



#1 Pink FlamingoAnonym
#2 PiakAnonym
  • 21.04.2020, 13:52h
  • Solange antike Märchenbücher unter irrationalem Schutz stehen, wird sich das nicht geben.
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#3 TomDarkProfil
  • 21.04.2020, 14:03hHamburg
  • "Bekennen Sie Ihre Sünden und hören Sie auf zu sündigen. Dann wird das Land geheilt..."

    Ja, Pat Robertson, Sie haben ja so recht:

    Bitte tun Sie es!

    Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Evangelikalen!
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#4 Alexander_FAnonym
  • 21.04.2020, 14:13h
  • Gibt's den immer noch? Sollte der nicht längst im Altersheim sitzen und dort seine Predigten halten? Oder haben sie ihn dort rausgeworfen, weil die ganzen Alt-Hippies dort seinen Stuss nicht hören wollen?
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#5 BePrideAnonym
#6 maenneAnonym
  • 21.04.2020, 18:46h
  • Das ist die Sorte Leute, von denen sich viele Amis regelmäßig die Gehirne waschen lassen und dann komplett von eigenen Gedanken befreit in Scharen Trump anhimmeln.
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#7 Miguel53deProfil
  • 21.04.2020, 19:36hOttawa
  • Robertson mit seinem großen Einfluss ist ein Beispiel dafür, wie so genannte Christen Schritt für Schritt die Macht in den USA übernommen haben. Ganz speziell natürlich diese Extremen.

    Natürlich gehts längst nicht mehr um Gott oder die Menschen. Es geht allein um Macht und Mamon. Dafür ist diesen Typen kein noch so peinlicher Auftritt zu schade, denn sie wissen, dass ihnen Millionen von Menschen folgen - und sie reich und mächtig machen.

    Machtmenschen, wie ein Donald T. nutzt deren Einfluss natürlich gern für seine Zwecke. Auch dann, wenn es doch jedermann klar ist, dass dieser Mann mit Religion nicht das geringste am Hut hat. Nichts von der Bibel, die er doch so preist, weiß. Aber das ebensowenig wie von der Verfassung seines eigenen Landes.

    Ich werde nie verstehen, wie ausgerechnet die Menschen, die insbesondere von solchen Scharlatanen ausgebeutet werden, diesen so bereitwillig folgen. Ganz sicher spielt da das doch eher zweifelhafte Bildungssystem der USA eine Rolle. Und eben auch, wie die Religion sich mehr und mehr Einfluss erschlichen hat.

    Ein guter und wichtiger Artikel, liebe Queer-Redaktion, in dem ich nur ein Wort bemängel. Im 4. Absatz heißt es: In den letzten Wochen warfen Würdenträger der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam... Da stört mich das Wort Würdenträger doch arg. Entweder müsste es in Anführungsstriche gesetzt oder durch einen anderen Begriff ersetzt werde. Vielleicht geht ja noch Vertreter.

    Von Würde kann bei den meisten dieser religiösen Verführer nämlich nicht die Rede sein. Robertson ist ein gutes Beispiel dafür. Aber auch dieser schreckliche und ebenso extrem reiche Unwürdenträger unseres Lords Jesus... Siehe Link:

    www.youtube.com/watch?v=8CMgcLO9jH4

    Und das ist nur ein Beispiel von Pastor Copland. In einem anderen fordert er seine Gemeinde auf, nur ja nicht ihre Spenden an ihn zu stoppen. Ja, er bedroht sie regelrecht. Der arme Multimillionär.
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#8 marcocharlottenburgAnonym
  • 21.04.2020, 19:47h
  • Leider ist es so, dass das Virus die Menschheit im Allgemeinen und auch Besonderem nicht schlauer macht.
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#9 KerzmanProfil
  • 21.04.2020, 22:36hPrinceton
  • >>> Eine Heilung sei nur in Sicht, wenn die Menschen aufhörten zu sündigen. <<<

    Da darf Herr Robertson ja mal mit gutem Beispiel voran gehen; er und seine evangelikalen Kohorten haben seit gefühlten 50 Jahren mit ihrer Ausgrenzung, ihren Haßpredigten und ihrer Wissenschaftsfeindlichkeit wirksam dazu beigetragen, die gesellschaftliche Spaltung in U.S.A. zu forcieren und zu zementieren. Ich fürchte jedoch, das Krebsgeschwür ihrer Wahnvorstellungen ist nicht mehr therapierbar, der Weg zur Einsicht, zur Reue und zur Umkehr verbaut. Sie haben sich unvorstellbare Geldsäcke angehäuft aus den Spenden ihrer gläubigen Simpeltons (die sich zu großen Teilen aus von Hillary Clinton im Wahlkampf 2016 zutreffend, wenn auch für sie nachteilig mit dem Wort > deplorables < Charakterisierten zusammensetzen), da müssen Herr Robertson und Konsorten erst einmal zu originären, apostolischen Jesus-Christus-Jüngern mutieren, wenn sie denn ihr menschenfeindliches Geschäftsmodell aufgeben und den Schaden, den sie nicht nur den eigenen Religionskommilitonen, sondern dem gesamten staatlichen Gefüge bereitet haben, wiedergutmachen wollten.

    >>> Wir haben den Bund gebrochen, den Gott mit der Menschheit geschlossen hat. <<<

    Einen Bund mit > der Menschheit < gibt es nicht, da haben sich die evangelikal Wiedergeborenen, unter Berufung auf Herrn Paulus, lediglich aufs Trittbrett gesetzt und in der Folgezeit Terror im Bremserhäuschen gemacht. Das Unglück begann, als Herr Saulus auf dem Weg nach Damaskus einen Schlaganfall erlitt, vom Pferd/vom Esel fiel, Stimmen hörte und kurzzeitig erblindete (Apostelgeschichte 9, 3 und 4); von dieser (mentalen) Erblindung hat sich die komplette Garde evangelikaler Haßprediger vom Schlage eines Pat Robertson bis zum heutigen Tag nicht erholt.

    >>> So erklärte er, dass Gott die Vernichtung der USA zulassen werde, wenn der christliche Glaube im Land abnehme. <<<

    Da sollte sich Herr Robertson mal auf den nicht mehr ganz neuen Stand religionsphilosophischer Erkenntnis hin abarbeiten: da ist seit Gottfried Wilhelm Leibniz von göttlichem > Zulassen < nicht mehr die Rede; was gesellschaftlich schiefgeht, haben Menschen zu verantworten. Und unter anderem
    die törichten Verlautbarungen, die auf der fehlgeleiteten Weltsicht seiner Auslegung des > christlichen Glaubens < beruhen, genauso wie seine bedauerliche Einflußnahme auf staatliche Entscheidungen führen die U.S.A. unmittelbar zum Abgrund hin, in Richtung Dritte-Welt-Bananenrepublik à la William Porter (O. Henry).
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#10 Homonklin_NZAnonym
  • 21.04.2020, 23:08h
  • Antwort auf #7 von Miguel53de
  • Lese da immer "Würgeträger", dann passt es wieder.

    Well, der Typ hat nicht mehr alle Zossen vor der Kutsche, gelinde gesagt.

    Der rotiert schon reibungslos in seinem Wahnbild drin, der muss aufpassen, dass er in den Kurven nicht aus der Bahn fliegt.

    Seinem "Gott" ist schietegal, was aus den USA wird, aus ihm, aus sonstwem. Fantasiegestalten nehmen bloß Einfluss auf das Gemüt der Religioten. Bloß wenn die handgreiflich werden, kann es gefährlich enden.

    Vielleicht ist auch der gruppenbezogene Menschenhass für viel verantwortlich, mit dem seine Malevolenz zu glänzen beliebt. Als Religionazi in einem von Verbitterung und Wahn(un)sinn dominierten Ideengewürge zu leben, muss doch Märchenbuch-Göttin, Elfen und achtarmige, blaue Hindu-Wesen wie fliegende Spaghetti-Monster und Mannshirsche alle gleichsam ankotzen.
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