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Evangelikaler Star

Pat Robertson: Ehe für alle und Abtreibung für Corona-Pandemie verantwortlich

Der einflussreiche Medienmogul, US-Fernsehprediger und ehemalige Präsidentschaftskandidat weiß wieder einmal sehr genau, wer die Schuld für negative Entwicklungen trägt.


Pat Robertson hetzt bereits seit Jahrzehnten in seinem "700 Club" gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten (Bild: Screenshot The 700 Club)

  • 21. April 2020, 10:55h 16 3 Min.

Der 90-jährige evangelikale Prediger Pat Robertson hat in seiner Personality-Show "The 700 Club" unter anderem die Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben für die Corona-Krise verantwortlich gemacht. Eine Heilung sei nur in Sicht, wenn die Menschen aufhörten zu sündigen.

Konkret antwortete er auf den Brief eines Zuschauers. "John" hatte gefragt, ob es "Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und antiisraelische Leute" Gott unmöglich machten, das Land in Bezug auf das Coronavirus zu heilen. Robertsons Antwort: "Wissen Sie was – Sie sprechen etwas sehr Wichtiges an."


(Bild: Screenshot The 700 Club)

Unter Berufung auf ein Bibelzitat machte der Prediger die "bösen Wege" der Menschen verantwortlich. "Wir kehren nicht um, und wir haben schreckliche Dinge getan", so der TV-Prediger. "Wir haben den Bund gebrochen, den Gott mit der Menschheit geschlossen hat." Unter anderem habe der Mensch "das Leben von Unschuldigen genommen und sie millionenfach abgeschlachtet". "Ich meine, wir habe diese schreckliche Plage in unserer Gesellschaft erlaubt. Es ist kein Wunder, dass Gott uns für schuldig hält. Aber die Antwort ist: Bekennen Sie Ihre Sünden und hören Sie auf zu sündigen. Dann wird das Land geheilt. Nicht davor. Sie haben recht."

In den letzten Wochen warfen Würdenträger der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam heiratenden Lesben und Schwulen immer wieder vor, Gott zu erzürnen und damit die Corona-Krise provoziert zu haben. Dazu gehören etwa Rabbi Meir Mazuz und Pastor Steven Andrew, Metropolit Mark sowie Patriarch Filaret und der schiitische Kleriker Muktada al-Sadr.

Robertson seit Jahrzehnten aktiv

Pat Robertson beeinflusst mit seinen kruden Thesen mit dem "The 700 Club" seit mehr als einem halben Jahrhundert Millionen von konservativen Christen. 1961 gründete er das noch heute erfolgreiche Christian Broadcasting Network (CBN), danach auch die Lobbygruppe Christian Coalition und die private Regent University. Er verbreitete zudem mehrere Verschwörungstheorien, beispielsweise dass die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen eine "Neue Weltordnung" etablieren wollten, um einen totalitären Weltstaat zu etablieren. Damit heizte er besonders in den Neunzigerjahren die Entwicklung rechtsradikaler Milizen in den USA an.

Auch parteipolitisch war er aktiv: 1988 belegte er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner bei den parteiinternen Vorwahlen Rang drei hinter George H.W. Bush und Bob Dole.

Schwule und Lesben gehören seit jeher zu den Hauptfeinden des evangelikalen Gurus. So behauptete er in der Vergangenheit, dass Gott eine US-Autobahn von unreinen Schwulen säubern wolle, dass Menschen nur homosexuell werden, wenn sie missbraucht worden sind, und das Hollywood arme heterosexuelle Schauspieler in Homo-Rollen zwinge. Seine Sendung warb auch für die "Heilung" von Homosexuellen. Robertson sagte in einer Folge auch, dass er am liebsten kotzen würde, wenn er küssende Homo-Paare sehe. Zuletzt gibt er sich viel apokalyptischer: So erklärte er, dass Gott die Vernichtung der USA zulassen werde, wenn der christliche Glaube im Land abnehme.

Der Einfluss Robertsons reicht bis Deutschland

Der "700 Club" ist die erfolgreichste christliche Sendung der Welt. Seit 2007 zeigt der Hamburger Privatsender Bibel TV eine deutsche Version von Robertsons Show. An dem Sender ist unter anderem die Evangelisations-Organisation Samaritan's Purse beteiligt, die wegen der Corona-Krise derzeit im New Yorker Central Park ein Feldhospital betreibt – und nur Helfer akzeptieren will, die schriftlich ihre Homo- und Transphobie garantieren (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Pink FlamingoAnonym
  • 21.04.2020, 13:39h
  • Nicht schooon wieder. Ich könnt Kotzen, wenn ich das nun schon wieder lese.
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#2 PiakAnonym
  • 21.04.2020, 13:52h
  • Solange antike Märchenbücher unter irrationalem Schutz stehen, wird sich das nicht geben.
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#3 TomDark
  • 21.04.2020, 14:03h
  • "Bekennen Sie Ihre Sünden und hören Sie auf zu sündigen. Dann wird das Land geheilt..."

    Ja, Pat Robertson, Sie haben ja so recht:

    Bitte tun Sie es!

    Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Evangelikalen!
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