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TV-Serienstar

Jo Weil outet sich als schwul

Bereits vor rund zwei Jahrzehnten spielte Jo Weil den männerliebenden Oliver Sabel bei "Verbotene Liebe". Im Alter von 42 Jahren spricht er erstmals öffentlich über seine eigene sexuelle Orientierung.


Weil in einer Rolle in der Soap "Alles was zählt" (Bild: RTL / Kai Schulz)

Der deutsche Fernsehschauspieler Jo Weil hat sich in einem Interview in der "Bunten" als schwul geoutet. Der 42-Jährige nannte als Anlass für das Coming-out die Corona-Krise, die "den letzten Ruck gegeben" habe.

"Als sich die Situation zuspitzte, habe ich in Zürich im Musical 'Bodyguard' gespielt. In Interviews wurde ich oft gefragt, wie ich mit der Situation umgehe. Ich wollte so gerne sagen, was ich fühle, und zwar, dass ich mir sehnlichst gewünscht habe, zu Hause bei meinem Freund zu sein. Es kam mir falsch vor, dass ich nicht offen über meine Sorgen sprechen konnte."

Weil sagte auch, dass er mit seinem Freund Tom bereits seit mehr als zehn Jahren liiert sei. Eine Hochzeit komme für ihn aber derzeit nicht in Frage.


Weil war in den letzten zwei Jahrzehnten ein vielbeschäftigter Mann im deutschen Fernsehen – in der Actionserie "Medicopter 117 – Jedes Leben zählt" spielte er etwa zwischen 2002 und 2004 einen fliegenden Rettungssanitäter (Bild: TVNOW / Miguel Dieterich)

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Weil mochte Dylan statt Kelly

"Mit diesem Gespräch fällt eine schwere Last von meinen Schultern", so Weil weiter. Er habe sich "schon immer" zu Männern hingezogen gefühlt, was er in jungen Jahren an einer US-Teenieserie festmachte: "Als wir früher 'Beverly Hills, 90210' geguckt haben, fanden alle Jungs Kelly toll. Mir gefiel Dylan besser", so Weil. "Zum Glück bin ich in einem toleranten Elternhaus aufgewachsen und hatte keine Angst vor der Reaktion meiner Familie. Ich habe nicht dagegen gekämpft oder versucht, es zu unterdrücken. Ich habe akzeptiert, dass ich einen Männerkörper und nicht Brüste anziehend finde."


Der Schwulentest der Neunzigerjahre: Magst du eher Dylan (Luke Perry) oder Kelly (Jennie Garth)? (Bild: CBS)

Mit 15 oder 16 habe er auf einer Klassenfahrt "zwar mal ein Mädchen geküsst, aber nur, um den Schein zu wahren". Bevor er zum ersten Mal einen Mann geküsst hatte, habe er schon die "Wahrheit" über seine sexuelle Orientierung gewusst.

Weil spielte mit Unterbrechungen zwischen 2000 und 2015 in über 1.400 Folgen der ARD-Seifenoper "Verbotene Liebe" Oliver Sabel, der 2010 seinen Freund geheiratet hatte (queer.de berichtete). Als Pfarrer trat damals Dirk Bach in einer Gastrolle auf. Später war er auch bei den Soaps "Alles was zählt" (RTL) und "Rote Rosen" (Das Erste) dabei. Zudem war er etwa in mehreren Folgen des Dortmunder "Tatort" als Toni Kelling zu sehen.


Christian Mann (Thore Schölermann) und Oliver Sabel (Jo Weil, li.) gaben sich 2010 bei "Verbotene Liebe" mit dem Segen von Pfarrer Dirk Bach das Ja-Wort (Bild: WDR)

Der 42-Jährige beteiligte sich auch offen an vielen Szenevents, etwa bei CSDs oder als Juror bei Mr. Gay World. 2015 sagte er in einem Interview: "Vielfalt bedeutet für mich, dass jeder so sein soll und kann, wie es ihn selbst glücklich macht". (dk)



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#1 Pink FlamingoAnonym
#2 Nesiree DickAnonym
  • 22.04.2020, 11:17h
  • Genau, er WAR mal ein gefragter Schauspieler. Darum kann er sich ja auch jetzt outen.
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#3 LinusAnonym
  • 22.04.2020, 11:22h
  • Schön, dass er die Kraft dazu gefunden hat, zu sich selbst zu stehen und sich nicht mehr länger selbst zu verleugnen.

    Erst nach dem Outing wird einem langsam klar, was man sich davor selbst angetan hat.
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#4 Danny_BAnonym
  • 22.04.2020, 11:40h
  • Antwort auf #3 von Linus
  • Wenn man den Text liest, stellt mal ja schnell fest, dass er sich nicht geoutet hat, weil seine Familie das seit 25 Jahren weiß und weil er mit seinem Partner seit langem zusammen lebt.

    Er hat allenfalls entschieden, dass die Medienöffentlichkeit an seiner sexuellen Präferenz teilhaben darf.
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#5 mesonightAnonym
  • 22.04.2020, 11:46h
  • ...also das ist nun wirklich keine überraschung, aber ein bisschen lächerlich ist es schon, da er in einer serie einen schwulen gespielt hat. naja, sein outing wird fürs nächste dschungelcamp sicher reichen.
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#6 marioAnonym
  • 22.04.2020, 11:54h
  • irgendwie dachte ich, dass sei k(ein) (offenes) Geheimnis. Spätestens seit Verbotene Liebe (da spielte er zwar nur einen schwulen Mann) war das doch für viele schon klar. Aber schön dass er jetzt den Sprung gewagt hat. Ich fand ihn immer ganz symparthisch vor der Kamera.
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#7 Pink FlamingoAnonym
#8 Pink FlamingoAnonym
#9 Ralph
  • 22.04.2020, 13:18h
  • Antwort auf #5 von mesonight
  • Na, seiner Aussage zu seinem Engagement in Zürich ist doch zu entnehmen, dass er noch bis in allerjüngste Zeit verzweifelt den Hetero gemimt hat. - Immerhin hat es die Nachricht inzwischen auf die Startseite von t-online geschafft, so dass sich vielleicht der eine oder die andere, die Besetzungsentscheidungen fällen, an ihn erinnern werden. War wohl der Zweck der Übung.
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#10 StrottesAnonym
  • 22.04.2020, 13:23h
  • Antwort auf #2 von Nesiree Dick
  • Wenn jemand in einer Produktion eines großen Musicals eine Hauptrolle hat wie Jo Weil in der leider wegen Corona abgebrochenen "Bodyguard"-Tournee, dann läuft die Karriere offensichtlich weiter. Nur weil ein Darsteller nur noch selten im Fernsehen zu sehen ist, heißt das nicht, dass er keinen Erfolg mehr hat.
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