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Kommentare zu:
German Mr. Leather 2004 ist jetzt ein "Männerrechtsaktivist"


#11 lindener1966Profil
  • 22.04.2020, 22:11hHannover
  • Wenn diese Aktivisten behaupten, dass Männer unterdrückt seien, bedeutet das eigentlich, dass Sie die Privilegien eines Patriarchats zurück wollen. Privilegien, die ihnen ihrer Meinung nach nach einem vermeintlichen Naturgesetz unbedingt zustehen. Dazu kommt ein Männerbild, das Gemeinschaft unter Männern als Kampfgemeinschaft versteht. Die anderen Männer dagegen sind Konkurrenten, Feinde, Gegner. Dieses Männerbild muss individuell gegenüber anderen ständig aktiv aufgebaut, bewiesen und erhalten werden. Frauen- und LGBTQ+- Gleichstellung stören da nur, weil es dieses Männerbild wertlos macht. Männer, die diesem Image folgen, haben in den liberalen Gesellschaften des Westens heutzutage Probleme, weil diese auf Gleichberechtigung und Teilhabe beruhen und (mentale) Flexibilität erfordern, was bei diesen Männern eben als "unmännlich" gilt.
    Mir fallen da immer Berichte aus Afrika ein, wo Frauen in Notlagen flexibel und erfinderisch sind, sich oft ein kleines "business" aufbauen mit Dingen, die sie können. Die Männer sitzen nur rum, sind arbeitslos, weil ihre bäuerliche Tätigkeit aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist (Dürre etc.) und Tätigkeiten wie die der Frauen "unmännlich" seien. Die eigentlich gute Luft und die Einsamkeit Schottlands scheint ihm nicht gut bekommen zu sein.
    In übrigen ist er Bi und hatte mal in einem Interview verkündet, dass er nach seinem Rückzug nach Schottland nur noch mit Frauen Sex haben will, was einige böse "Schwuppen" wohl nicht so gut aufgenommen haben sollen. Vielleicht ist das ja der Grund?

    p.s. muss ich jetzt meine pornoclips mit dem Typen von meinem Rechner verbannen? ;-)
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#12 Still_IthProfil
  • 22.04.2020, 22:17hHessen
  • Antwort auf #10 von Kuroba
  • "Alles in allem läuft im Geschlechtsmodell "Mann" einiges schief und es ist an der Zeit dieses Modell abzulegen."

    Ah, stimmt. Und jemand, der Argumentationen führt wie z.B. das Frauenwahlrecht abzuschaffen, wenn/weil weniger Frauen als Männer Wehrdienst ableisten

    "Er stellt auch das Frauenwahlrecht infrage, schließlich leiste das weibliche Geschlecht oft keinen Wehrdienst ab."

    wird da sicherlich ein idealer Verbündeter sein.

    Ist ja nicht so, dass die Geringschätzung für Pflegeberufe, die oft die bezahlte Version der unbezahlten Standardarbeit von Frauen sind, ihre geringe Wertschätzung aufgrund ebendieses Rufs als "Frauenberufe" hätten, aka aufgrund von Misogynie.

    Und ist ja nicht so, dass Typen wie der da vielleicht zu Misogynie beitragen, statt Geschlechtergrenzen abzubauen, wenn sie Rechte wie z.B. das Wahlrecht daran knüpfen, dass die betreffende Person gefälligst Dienstleistungen für den Staat erbringt, der mit "männlichen" Stereotypen verbunden werden.
    Ich mein, Corona hin oder her - der Staat ruht nicht auf der Pflegekraft, sondern stets auf dem Militär. Nicht wahr?

    Ich sehe schon, wenn es um das Prinzip "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" geht, bist du offenkundig äußerst wählerisch. Vielleicht gehst du einfach mal lernen, wie Misogynie funktioniert.

    Hab ja auch ehrlich gesagt nicht den Eindruck, dass du die Situation mit der Kombi "weißer, deutscher Mann" + "Pflege" so direkt aus allererster Hand kennst. Im Berufsumfeld selbst liegt die Praxis doch eher im zügigen Wegbefördern. Es gibt einfach Arbeiten, für die Cis-Männer nicht wertlos genug sind.
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#13 KurobaAnonym
  • 22.04.2020, 23:18h
  • Antwort auf #12 von Ith_
  • Du hast mich wohl missverstanden.

    "Ah, stimmt. Und jemand, der Argumentationen führt wie z.B. das Frauenwahlrecht abzuschaffen, wenn/weil weniger Frauen als Männer Wehrdienst ableisten

    "Er stellt auch das Frauenwahlrecht infrage, schließlich leiste das weibliche Geschlecht oft keinen Wehrdienst ab."

    wird da sicherlich ein idealer Verbündeter sein."

    Ist er nicht. Ich habe auch im ersten Satz gesagt, dass ich ihm in vielen Punkten - man könnte sogar allen Punkten, wiederspreche. Das einzige was mich mit ihm verbindet ist die Tatsache, dass ich ebenfalls der Meinung bin, dass Männer Opfer von Ungerechtigkeiten, ja man könnte es sogar Diskriminierungen nennen, wenn der Begriff nicht mit "Machtstrukturen" verknüpft wäre, nennen.
    Der Typ ist ein Maskulinist ... für die hab ich genausowenig übrig wie für radikal Feminist*innen.

    "Ist ja nicht so, dass die Geringschätzung für Pflegeberufe, die oft die bezahlte Version der unbezahlten Standardarbeit von Frauen sind, ihre geringe Wertschätzung aufgrund ebendieses Rufs als "Frauenberufe" hätten, aka aufgrund von Misogynie."

    Entweder liegt es daran oder eben daran, dass Ökonomie sich nur auf Effizienz fokussiert. In der Ökonomie wird alles "wertgeschätzt" was in irgendeinerweise das Kapital verbessert. Jeder Soziale Beruf wird da entwertet so z.B. auch die Philosophie - welche auch mit vielen Männern besetzt ist hat einen schlechten Ruf und wird unterbezahlt bzw. man kann mit Geistes- und Kulturwissenschaften im Gegensatz zu den MINT Fächern weniger verdienen. Ob das daran liegt weil sie "weiblich" oder "männlich" sind oder weil sie einfach für den Kapitalismus unzureichend sind, bleibt Ansichtssache. Soziale Berufe sind in der breiten Bevölkerung geschätzt. Krankenschwester und Kindergärtner bekommen im Alltag durchaus Respekt gezollt, nur in der Bezahlung lässt sich das nicht nieder. Kapitalismus eben.

    "Und ist ja nicht so, dass Typen wie der da vielleicht zu Misogynie beitragen, statt Geschlechtergrenzen abzubauen, wenn sie Rechte wie z.B. das Wahlrecht daran knüpfen, dass die betreffende Person gefälligst Dienstleistungen für den Staat erbringt, der mit "männlichen" Stereotypen verbunden werden.
    Ich mein, Corona hin oder her - der Staat ruht nicht auf der Pflegekraft, sondern stets auf dem Militär. Nicht wahr?"

    Dieses Argument des Typen ist absolut nicht nachvollziehbar und unterschreibt hier keiner, hier stehen wir auf der selben Seite.

    "Ich sehe schon, wenn es um das Prinzip "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" geht, bist du offenkundig äußerst wählerisch. Vielleicht gehst du einfach mal lernen, wie Misogynie funktioniert."

    Vill. schaust du dir nochmal meine Intention an, bevor du mir unterstellst ich sei Misogyn. Aber das war ja wieder klar, wer nicht dem Diskurs folgt muss entweder Nazi, Rassist oder ein Frauenhasser sein. Andere Meinung wird ... nein, muss abgewertet werden.

    Meiner Meinung nach muss angefangen werden, Menschen nicht gleichberechtigt, sondern gleichwertig zu behandeln. Gleichwertigkeit ist fundamentaler als Gleichberechtigung.

    Ich weiß nicht ob es durchgedrungen ist. Ich bin auf der Seite einer jeden liberalfeministin. Ich bin für mehr Frauen in jedem gutbezahlten ökonomischen Beruf und für die Auflösung der Geschlechterrollen im generellen. Ich sehe nur einfach zu häufig - vorallem im Sozialen Bereich - dass Probleme von Männern eben nicht gleichwertig wie Probleme von Frauen benannt werden. Das halte ich für schlecht. Wenn du oder sonst wer, dies als Frauenfeindlich definieren wollt, gut, macht das. Ich weiß nur, dass es mir um wahre Gleichwertigkeit geht. Es ist zum Glück irrelevant ob ich nun auch lauthals mitschreind für die Frauenrechte kämpfe oder diese im stillen unterstütze. Ihr habt Millionen von Anhängerinnen und Kämpferinnen die das übernehmen ... doch sehe ich auf der Seite der Männer irgendwie noch aufholbedarf. Leider gibt es keine richtige "Männerbewegung". Die "Männerrechtsbewegung" und "Maskulinisten" sind absolute Ideologisten mit zweifelhaften Absichten. Schade dass das "Mens liberation movement" seit Jahren ausgestorben ist und entweder im liberalfeminismus oder im Maskulinismus untergegangen ist.
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#14 GüntherAnonym
  • 23.04.2020, 09:04h
  • Vor vielen Jahren hat er noch Video veröffentlich, wo er mehr oder weniger bekannt gab, dass er nicht mehr schwul wäre, eher bisexuell und sich nun für Frauen und Vaginalverkehr begeistere, was ihm irgendwie besser gefiele. Es war wohl eine langsame Verwandlung zu dem, was er jetzt vertritt.
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#15 AnimalblackAnonym
  • 23.04.2020, 13:50h
  • Antwort auf #2 von Irrtum
  • Moment mal:

    Schulnoten:
    Es gibt zahlreiche Studien, die das feststellen, allerdings allesamt auch darauf hinweisen, dass ein großer Teil der schulischen Unterschiede dadurch erklärt werden kann, dass z.B. schulförderliches Verhalten, wie lesen, als typisch weiblich gilt bei Schülern. Deswegen lesen viele Jungs weniger und haben dann entsprechende Nachteile. Schauen sie sich die entsprechenden Studien von IGLU, PISA und vielen anderen mehr an!

    Aber Methoden auf Mädchen zugeschnitten? Sowas kann nur von jemandem kommen, der wohl die Schule beim letzten als Schüler von Innen gesehen hat. Ich arbeite als Lehrer und weder bei uns noch bei irgendeiner anderen Schule, in der ich schon gearbeitet habe, gab es auf Mädchen zugeschnittene Methoden im allgemeinen Unterricht...selten so einen Blödsinn gelesen!

    Und zu den anderen Behauptungen hätte ich gerne irgendeinen Link, einen Namen oder sonst etwas, womit man di Behauptungen überprüfen kann. Ansonsten sehe ich das als den gleichen unfundierten Mist an, den ich schon in Ihrem Beitrag beim Thema Schule durch meinen Beruf erkennen konnte.
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#16 AnimalblackAnonym
  • 23.04.2020, 14:14h
  • Antwort auf #10 von Kuroba
  • Auch wenn vieles von dem beschriebenen wahr ist und es auch gesellschaftliche stereotype gibt, die Männern das Leben schwer machen, so empfinde ich daraus die Konsequenz Frauenprobleme werden mir immer egaler, weil Männer mich als weichei ansehen, wenn ich über Probleme und Gefühle rede als ziemlich perfide und seltsam.

    Diesen gesellschaftlichen Druck, sich wie ein halbirrer Idiot zu verhalten (Männlich sein im traditionellen Sinne) habe ich bisher hauptsächlich von Männern an Männern sagen hören. Und weil also Männer dich und andere Männer diskriminieren, weil sie nicht den archaischen Männlichkeitsbild entsprechen, findest du es also legitim Frauen zu diskriminieren und ihre Anliegen abzuwerten? Was ist das denn für eine Logik???

    Und du hast kritisiert, dass Männern oft die Schuld für die Übel der Welt bekommen? Nun, welches Geschlecht hatte nahezu überall auf der Welt nahezu ununterbrochen die gesellschaftliche Macht in den letzten Jahrtausenden? Wer war für die Kreuzzüge verantwortlich, wer entschied über Kriege und kämpfte in ihnen? Wer hat in den letzten Jahrtausenden Gesetze gemacht und fast alle machtvollen und gutbezahlten Stellen besetzt? Richtig, alles Männer. Dann sollte auch klar sein, warum vor allem Männern (zurecht) das Vorgehen ihrer männlichen Vorgänger und die Folgen daraus vorgeworfen werden!
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#17 TheDadProfil
  • 23.04.2020, 15:02hHannover
  • Antwort auf #11 von lindener1966
  • ""Wenn diese Aktivisten behaupten, dass Männer unterdrückt seien, bedeutet das eigentlich, dass Sie die Privilegien eines Patriarchats zurück wollen. Privilegien, die ihnen ihrer Meinung nach nach einem vermeintlichen Naturgesetz unbedingt zustehen.""..

    Das mag vielleicht für den Einen oder Anderen selbst-ernannten Aktivisten so sein..

    Doch das bedeutet eben nicht, das es keine Diskriminierung gäbe..
    Und deshalb führt eine Beendigung der Diskriminierung auch nicht zwangsläufig zurück an den vermeintlichen Trog der Privilegien..

    Denn es gibt genügend Männer innerhalb von Gesellschaften die diese Privilegien niemals erlangt haben, und sie deshalb erst gar nicht verlieren brauchten um diskriminiert zu werden..

    Schwule Männer zum Beispiel..
    Oder auch Angehörige aus dem "Prekariat"..

    Die immer angeführte Schicht der Privilegierten, die so genannten "Old white Men" ist deutlich kleiner als sie immer mal wieder dargestellt wird..

    Aber der Kampf eines "radikalen Feminismus" macht hier keine Unterschiede in Herkunft und Zugang zu Ressourcen..
    Sie setz mit ihren Schlagworten der "Old, white Men" den Fokus auf Schwanzträger, da ist es egal ob man im Schloss wohnt, oder auf der Parkbank schläft..

    Es klang hier ja auch schon an..
    Frauen sind ja nur deshalb "seltener Obdachlos", weil sie dann dann bei "Bekannten" unterkriechen würden..

    Wer bei "Bekannten" unterkommt ist nicht obdachlos, da ist die Statistik gnadenlos..
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#18 TheDadProfil
#19 AnimalblackAnonym
  • 23.04.2020, 15:40h
  • Antwort auf #18 von TheDad
  • Aber der Umstand, dass Mädchen anders lernen, heißt ja nicht, dass die Methodik in der Schule auf Mädchen ausgerichtet ist.

    Ein Kommentator vor mir schrieb schon sehr treffend, dass es nach wie vor gesellschaftlich weit verbreitet ist, Mädchen zur Anpassung zu erziehen und Jungen eher weniger.
    Aber angepasstes Verhalten bringt eben mit sich, dass die Kinder mehr aufpassen, fleißiger sind etc.
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#20 KurobaAnonym
  • 23.04.2020, 15:53h
  • Antwort auf #16 von Animalblack
  • "Auch wenn vieles von dem beschriebenen wahr ist und es auch gesellschaftliche stereotype gibt, die Männern das Leben schwer machen, so empfinde ich daraus die Konsequenz Frauenprobleme werden mir immer egaler, weil Männer mich als weichei ansehen, wenn ich über Probleme und Gefühle rede als ziemlich perfide und seltsam."

    Das ist nicht das Ergebnis, auch wenn es so rüberkam. Diese Einstellung entwickelt sich etwas komplexer als mal eben runtergebrochen "weil andere Männer mich als weichei ansehen".
    Hier mal meine Erfahrung zu diesem Thema: Ich studiere Sozialpädagogik, habe 95-97% weiblichen Anteil in allen meinen Seminaren und Vorlesungen. Die Seminare fokussieren sich in 90% auf Frauenprobleme und Frauenempowerment. Am Rande und auch nur wenn die Komiliton*innen sich darauf fokussieren geht es mal um das Geschlecht "Mann" in einem ausgearbeiteten Referat.
    Demnach ist es nicht selten, dass ich in bestimmten Debatten gerne mal die Sichtweise auf Männer lenke. Die Reaktion daraufhin ist meistens ablehnend, obwohl ich es so neutral und sachlich wie möglich äußere. Doch hier mal eine Erfahrung, welche bei mir den Tropfen zum überlaufen brachte und mich wirklich sehr kritisch werden lies:

    Wir hatten ein Seminar über Geschlecht und Migration. Im laufe des Seminars ging es um Rassismus. Daraufhin stellte ich die Frage, ob es möglich ist, als weißer auch Rassismus zu erfahren mit dem Beispiel: Wenn in einer Schule ein 80%iger Migrationsanteil herrscht, sind die weißen durchaus in der Minderheit. Das selbe gilt für Gefängnissen. (Das allein auf einer bestimmten Schulform zumeist Hauptschulen, und in Gefängnissen so ein hoher Migrationsanteil vorherrscht ist ein Beweis für Rassismus in Makro- und Meso-ebene) Nun können Weiße in dieser Mikro-eben ja durchaus Opfer von Rassismen werden, da sie aufgrund ihrer Nationalität oder Hautfarbe anders behandelt werden würde. Das selbe würde für Männer in Care-Arbeit gelten, denn wenn sie mit Kindern arbeiten, müssen sie sich Erniedrigung und Kompetenzabspruch erdulden.

    Darauf wurde mir von meinen Komilliton*innen und meiner Dozentin ganz klar gesagt, dass dies eben nicht der Fall sein kann, denn Diskriminierung benötigt immer Machtstrukturen (aber anscheinend nur die Machtstrukturen in der Makro und mesoebene, denn die Machtstrukturen in der Mikro-ebene wurden vollkommen ignoriert) benötigt, somit können weiße nicht opfer von Rassismus und Männer nicht Opfer von Sexismus sein. ... Es wäre vill möglich dass sie Opfer von Mobbing sind oder von irgendwas anderem, aber nicht von Diskriminierung. Auf meine Frage, wieso man sich so dagegen streubt, den Diskriminierungsbegriff zu weiten und die Opfer von diesen Erfahrungen nicht so im Regen stehen zu lassen wurde mir gesagt, dass dies zu einer Relativierung der "richtigen" Probleme führen würde.

    Ab da war der Zug abgefahren. Wenn also die Probleme von Männern und Probleme von Weißen nur "relativierend" auf die "richtigen" Probleme wirken würden, hab ich keine Lust, dieser "Gleichberechtigung" zu folgen, denn da ist anscheinend etwas vollkommen falsch gefahren. Es mag sein, dass dies eine Einzelerfahrung ist, aber das war durchaus prägend. Und deswegen halte ich mich dem Feminismus absofort kritisch gegenüber.
    Ich hoffe, du verstehst nun eher, was ich meinte.

    "Diesen gesellschaftlichen Druck, sich wie ein halbirrer Idiot zu verhalten (Männlich sein im traditionellen Sinne) habe ich bisher hauptsächlich von Männern an Männern sagen hören. Und weil also Männer dich und andere Männer diskriminieren, weil sie nicht den archaischen Männlichkeitsbild entsprechen, findest du es also legitim Frauen zu diskriminieren und ihre Anliegen abzuwerten? Was ist das denn für eine Logik???"

    Ja und nein. Männlichkeitsideale (stark, ökonomisch sicher, Beschützer, Risikobereit etc.) werden von Männern sowie von Frauen reproduziert. Das fängt in der "Horde", wenn Männer untereinander sind an, da hier klare Hierachien gebildet werden und sich diese durch "Männlichkeit" abzeichnet und hört bei der Partnerfindung (was bevorzugt die Frau, was erwartet die Frau, was muss der Mann mitbringen) auf. Reflektierte Männer, welche rücksichtsvoll, liebevoll, verletzlich und sensibel sind, haben es in der Partnerwahl wesentlich schwerer, als "männliche Männer". Das sorgt dafür, dass eben dieses "Ideal" des "sensibelen Mannes" schnell verworfen wird. Dazu kommt, dass offene und sensible Männer wesentlich größere Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben, als "traditionelle Männer". Der Kapitalismus ist ein sehr stark verwobenes System mit traditionellen Geschlechterrollen und nur schwer zu durchbrechen. Da Männer sich zum einen durch materiellen Besitz definieren, ist eben der Verlust der Karrieremöglichkeit ein weiteres Problem, dass Männer haben. Unsere Gesellschaft ist noch nicht ausgelegt für den "sensiblen Mann", verlangt aber permanent, dass Männer sich doch so verhalten sollen, da sie sonst Mittäter des Patriachats und somit böse böse sind.
    Man(n) kann hier nicht gewinnen.

    "Und du hast kritisiert, dass Männern oft die Schuld für die Übel der Welt bekommen? Nun, welches Geschlecht hatte nahezu überall auf der Welt nahezu ununterbrochen die gesellschaftliche Macht in den letzten Jahrtausenden? Wer war für die Kreuzzüge verantwortlich, wer entschied über Kriege und kämpfte in ihnen? Wer hat in den letzten Jahrtausenden Gesetze gemacht und fast alle machtvollen und gutbezahlten Stellen besetzt? Richtig, alles Männer. Dann sollte auch klar sein, warum vor allem Männern (zurecht) das Vorgehen ihrer männlichen Vorgänger und die Folgen daraus vorgeworfen werden!"

    Also die Männer die in den Krieg geschickt wurden, weil sie gezwungen wurden ihrem Land zu dienen sind nun schuld an allem Übel der Welt? Ich glaube du verwechselst gerade Korrelation und Kausalität.

    Ja, die Mächtigen wahren fast immer Männer. Aber auch nur 0,001%. Du überschattest das vergehen der oberen 1% die alle Männer waren und machst den Rest der 99% zu mittätern. Die obdachlosen und armen Männer waren bestimmt Mitschuld an der ökonomischen Ungerechtigkeit. Die Sklaven und Zwangsarbeiter waren bestimmt mitschuld am Krieg. Schön wenn man so generalisierend über ein Geschlecht reden kann und man sich selbst nicht damit identifizieren muss, weil man A) entweder weiblich ist oder B) so "aufgeklärt" und "progressiv" dass man aus dem "Patriachat" herausfällt.
    Muss echt schön sein, wenn die Feinde bekannt sind.
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