Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35951

Elena Milaschina hatte über Homo-Verfolgung berichtet

Deutschland und Frankreich fordern Kreml zum Schutz von Journalistin auf

Der tschetschenische Präsident droht einer Journalistin mit der Ermordung, weil sie unter anderem über Verfolgung Homosexueller in seinem Reich recherchiert und geschrieben hatte.


Elena Milsaschina ist eine der wenigen unabhägigen Journalistinnen in Russland, die über Menschenrechtsverletzungen gegen LGBTI in Tschetschenien berichtet (Bild: Amnesty International)

Die Menschenrechtsbeauftragten von Deutschland und Frankreich haben Russland aufgefordert, Berichten über Morddrohungen des tschetschenischen Regionalpräsidenten gegen die Journalistin Elena Milaschina nachzugehen. "Drohungen seitens staatlicher Funktionsträger sind völlig inakzeptabel und widersprechen jeder Rechtsstaatlichkeit", hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch. Die prominente und mehrfach ausgezeichnete russische Investigativjournalistin verfolgt seit Jahren die prekäre Menschenrechtslage und Korruption in Tschetschenien und berichtete im Mai 2017 als erste über die Verfolgung Homosexueller in der Region (queer.de berichtete).

Die Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Bärbel Kofler, und der französische Menschenrechtsbotschafter François Croquette forderten die russische Regierung auf, "die von ihr eingegangenen internationalen und europäischen Verpflichtungen einzuhalten, um die Pressefreiheit und den Schutz von Journalisten zu gewährleisten".

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Kadyrow soll Milaschina für vogelfrei erklärt haben

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte zuvor berichtet, die Journalistin der Zeitung "Nowaja Gaseta" werde nach einem Bericht über die Corona-Pandemie in Tschetschenien von dem autoritären Regionalpräsidenten Ramsan Kadyrow offen mit dem Tod bedroht. "Offenbar soll hier erneut eine Journalistin wegen ihrer kritischen Berichterstattung für vogelfrei erklärt werden", erklärte Peter Franck, Russland-Experte von Amnesty International in Deutschland.

Amnesty zufolge hatte Kadyrow Mitte April ein Video auf der Plattform Instagram veröffentlicht, in dem er Milaschina bedrohte und den Inlandsgeheimdienst aufforderte, "diese Nicht-Menschen zu stoppen". Milaschina hatte laut Amnesty berichtet, dass viele Menschen in Tschetschenien Angst hätten, sich bei Corona-Symptomen in Behandlung zu begeben, da sie fürchteten, wie Terroristen behandelt und isoliert zu werden. Die Journalistin hatte früher mehrfach berichtet, wie in der Region angebliche Terroristen außergesetzlich inhaftiert und teilweise getötet wurden.

Milaschina war bereits Anfang Februar wegen ihrer Berichterstattung über Tschetschenien angegriffen worden. Demnach wurden sie und die Menschenrechtsanwältin Marina Dubrowina in einem Hotel in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny von einer etwa 15-köpfigen Gruppe zu Boden geschlagen und an den Haaren gezogen (queer.de berichtete).

Bereits kurz nach ihren ersten Berichten zur anti-queeren Verfolgungswelle in Tschetschenien war Milaschina bedroht worden und verbachte eine Zeit lang an einem sicheren Ort. Bei einem Treffen in der Achmat-Kadyrow-Moschee in Grosny hatten Religionsanführer eine Resolution verabschiedet, in der sie die Berichterstattung zur Verfolgungskampagne als "Lüge und Verleumdung" bezeichneten, die die "Würde und Ehre" der Bürger angriffen – Verantwortliche müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Das Büro der Zeitung erhielt damals zwei Briefe mit weißem Pulver.

Seit 2000 sind fünf feste oder freie Journalistinnen und Journalisten der "Nowaja Gaseta" ermordet worden. Mehrere von ihnen wie Anna Politkowskaja oder Natalja Estemirowa hatten vor allem über Tschetschenien berichtet. (AFP/cw)



#1 LinusAnonym
#2 Carsten ACAnonym
  • 22.04.2020, 15:22h
  • "Der tschetschenische Präsident droht einer Journalistin mit der Ermordung, weil sie unter anderem über Verfolgung Homosexueller in seinem Reich recherchiert und geschrieben hatte."

    Menschen, die die Wahrheit sagen, waren solchen Leuten schon immer ein Graus. Die gefährden dieses System aus Lügen und Unterdrückung.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ivan NegroznyAnonym
  • 22.04.2020, 17:16h
  • Russland ist ein Menschrechte brechender Barbarenstaat, wie die UdSSR es war. Tschetschenien ist Teil Russlands. Nichts dort passiert ohne Putins Einverständnis.
  • Antworten » | Direktlink »