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Regulierung

Seriöse Online-Casinos finden: Bald wird es einfacher?

Im Glücksspielvertrag der Bundesländer soll künftig das Gambling im Internet mit aufgenommen werden.


Wer gerne einmal Online-Casinos nutzt, hat es künftig eventuell leichter. Es kommt allerdings drauf an, wie die Regulierung am Ende im Detail aussehen wird (Bild: DEAR / Unsplash.com)

  • 23. April 2020, 11:45h, noch kein Kommentar

Das Casinospiel im Internet ist mannigfaltig und praktisch an jeder zweiten virtuellen Ecke verfügbar. Online-Casinos boomen, sie bieten ihren Spielern alles, was aus den örtlichen Casinos und Spielbanken bekannt ist – und noch mehr. Doch ist es für den Spieler zuweilen schwer, ein seriöses Online-Casino zu finden. Die Lizenzierung war bislang immer ein Problem und während Gambler vor Ort davon ausgehen können, dass das Casino kontrolliert wird, so stellt er sich online die Frage, wer denn genauer hinschaut. Allerdings sieht es ganz so aus, als würde die Suche nach einem seriösen Casino bald auch im Internet einfacher.

Regulierung soll 2021 erfolgen

Anfang des Jahres wurde nun, nach längerem Hin und Her, beschlossen, dass nicht nur der Glücksspielvertrag novelliert wird, sondern dass das Online-Glücksspiel in Form von Casinos und Sportwetten mit aufgenommen wird. Für geneigte Spieler ist das vorteilhaft, denn sie können künftig auf sehr ähnliche Regelungen vertrauen, die auch für das örtliche Casino gelten:

Lizenzierung: Die Online-Anbieter können nun in Deutschland Lizenzen beantragen und nach Prüfung erhalten. Wobei gesagt werden muss, dass seriöse Anbieter schon heute echte Lizenzen haben, die allerdings auf EU-Recht basieren und aus Malta stammen.
• Kontrolle: Die Online-Casinos werden unter einer ständigen Kontrolle stehen, die auch beinhaltet, dass sich Spieler bei Ungereimtheiten in deutscher Sprache an eine Behörde wenden können.

Der aktuelle Glücksspielstaatsvertrag läuft im Sommer 2021 aus, direkt im Anschluss wird der neue Vertrag mitsamt der Online-Regulierung in Kraft treten. Aktuell werden die Entwürfe noch in den Parlamenten und später von der EU-Kommission geprüft und schließlich verabschiedet. Ob es einen direkten zeitlichen Anschluss an den alten Vertrag gibt, ist geplant, doch könnte sich dies aufgrund der aktuellen Situation ein wenig verzögern.

Welche Änderungen sind geplant?

Mit dem Glücksspielvertrag kommen Änderungen und feste Regeln. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es durchaus schon heute Casinos und auch Sportwetten-Anbieter gibt, die sich an eine Regelung halten: Das Einzahllimit. Dieses war nämlich eigentlich für den aktuellen Vertrag geplant, doch schaffte es der Paragraf nicht in den letzten Entwurf. Grundsätzlich steht Folgendes zu den Änderungen fest:

• Einzahlungslimit: Monatlich dürfen Spieler nur noch 1.000 Euro an Einsätzen einzahlen. Im Detail ist aktuell jedoch noch nicht ersichtlich, wie sich der Betrag zusammensetzt oder ob er glücksspiel- und casinoübergreifend berechnet wird.
• Sperrdatei: Aus dem Offline-Geschäft kennen Spieler schon die Möglichkeit, dass sie sich auf eine Sperrliste setzen lassen und im Anschluss nicht mehr in bestimmten Casinos spielen dürfen. Diese Liste galt bislang für ein Bundesland und nicht selten auch nur anbieterbezogen. Online soll es eine Sperrdatei geben, die unabhängig von Casinos und Anbietern funktioniert. Auch Anbieter haben die Möglichkeit, auffällige Spieler auf die Liste setzen zu lassen. Dieser Vorgang soll der Spielsucht vorbeugen.
• Behörde: In Sachsen-Anhalt wird eine neue Glücksspielbehörde entstehen, die für die Lizenzierung, Kontrolle, aber auch für die Überwachung der Sperrliste und des Einzahlungslimits zuständig ist.
• Einschränkungen: Diese betreffen aktuell nicht das Casinogeschäft, sondern die Sportwetten. Dort sollten Live-Wetten beziehungsweise Ereigniswetten aufgrund ihrer hohen Suchtgefahr verboten werden.

Wie bereits erwähnt, werden die Entwürfe aktuell in den Landesparlamenten besprochen und bearbeitet. Noch sind auch Vertreter der Casinolandschaft mit bei den Diskussionen dabei. Welche Änderungen tatsächlich aus dem Entwurf- ins Endstadium übergehen, kann noch nicht zuverlässig gesagt werden, da aktuell auch die Informationen recht dürftig sind. Sicher ist, dass in der Vergangenheit nicht nur der Sportwettenverband und der Verband der Automatenwirtschaft Bedenken anmeldeten, sondern Datenschützer ob der Datenübertragung, die notwendig ist, um Sperrlisten zu führen und Einzahlungen zu überprüfen, höchst alamiert waren. Es ist daher gut möglich, dass sich noch etwas ändert.


Es bleibt am Ende abzuwarten, welche Regeln letztlich beschlossen werden (Bild: Bill Oxford / Unsplash.com)

Wie lassen sich seriöse Online-Casinos finden?

Fakt ist, dass ein Großteil der aktuellen Online-Casinos seriös arbeiten und korrekt lizenziert sind. Sie arbeiten mit einer EU-Lizenz und orientieren sich am EU-Recht, sodass eine Lizenz aus Malta einen ähnlichen Stellenwert hat, auch wenn sie nicht aus Deutschland stammt. Onlinespieler sind also schon recht gut geschützt. Trotzdem gibt es Merkmale:

• Lizenz: Jedes Online-Casino muss die Lizenz samt Behörde klar erkennbar auf der Webseite ausweisen, und zwar so, dass ein Spieler bei der Behörde nachfragen kann. Die Lizenznummer ist daher auch anzugeben. Dieses Portal ist auf seriöse Online Casinos spezialisiert und bietet einen guten Überblick.
• Doppellizenz: Wer jetzt nach einem Casino sucht, welches vermutlich auch eine deutsche Lizenz erhalten wird, der sollte sich die in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbieter anschauen. Das Bundesland vergab damals schon einmal Lizenzen und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Anbieter eine deutschlandweite Lizenz erhalten. Und: Für Bürger aus Schleswig-Holstein sind diese Casinos heute schon unter der deutschen Lizenz tätig.
• Verifikation: Bei der Anmeldung können Spieler durchaus erkennen, wie genau es das Casino mit dem Spielerschutz nimmt. Umso komplizierter und sicherer die Altersverifikation ist, umso besser.
• Zahlungswege: Es müssen gesicherte Zahlungsmittel für Ein- und Auszahlungen zur Verfügung stehen. Natürlich arbeiten viele Anbieter mit Online-Zahlungsdienstleistern, die nicht jedem bekannt sind, doch genießen die meisten eine gute Reputation.

Auch dem Spieler sollten Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen. Oft können Gambler in ihrem Nutzeraccount ein Einzahlungslimit festlegen, das sich gar wöchentlich konfigurieren lässt. Wer wöchentlich beispielsweise nur zehn Euro als Höchstgrenze einzahlen möchte, der legt diesen Wert fest. Bei einigen Casinos kann der Wert auch nur nach mehrfacher Rückbestätigung abgeändert werden.

Zuletzt sollte jeder Spieler auf der Suche nach einem neuen Casino aber auch Test- und Erfahrungsberichte lesen. Viele Seiten bieten detaillierte Blicke hinter die Kulissen, da sie die jeweiligen Casinos tatsächlich überprüft haben. Gerade hinsichtlich der Auszahlungsregeln und der verschiedenen Quoten sind dort wunderbare Infos zu finden.

Fazit – schön heute oft seriös

Die heutige Casinolandschaft im Internet ist professionell und durchaus seriös. Dass es oft nicht so scheint, liegt an der Tatsache mit der EU-Lizenz, die das deutsche Recht quasi aushebelt. Doch auch ein Casino mit einer Lizenz von Malta ist geprüft und wird überwacht. Dennoch wird sich dieses Problem im kommenden Jahr lösen, denn dann dürften die ersten echten deutschen Lizenzen für das Online-Glücksspiel vergeben werden. Wer also in seiner Freizeit etwas spielen möchte, findet dann zumindest in Bezug auf die Rechtssicherheit bessere Chancen. (ak)