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DuckTales

Religiöse Homo-Hasser außer sich wegen schwuler Vögel

Dass in einer Disney-Serie auch gleichgeschlechtliche Eltern Nachwuchs großziehen, treibt einige christliche Fanatiker zur Weißglut.


Das schwule Paar in "DuckTales" – hier mit den Töchtern Lena und Violet – erregt die Gemüter intoleranter Erwachsener

Fundamentalistische Aktivisten zeigen sich empört darüber, dass in der Anfang April in den USA gestarteten dritten Staffel der Neuauflage von "DuckTales" ein schwules Paar vorkommt. Tyrian "Ty" Sabrewing und Indigo "Indy" Sabrewing sind in der auf Onkel-Dagobert-Comics basierenden Zeichentrickserie die Väter von Violet und Lena, zwei Freundinnen von Tick, Trick und Track (queer.de berichtete).

So hat die Organisation "One Million Moms" eine Petition gegen die Serie gestartet, die nach eigenen Angaben binnen weniger Tage von mehr als 15.000 Menschen unterzeichnet worden ist. In einem an Disney-Chef Bob Chapek adressierten Schreiben erklären die Aktivisten: "Ich stimme nicht zu, dass Sie die LGBTQ-Agenda Familien und Kindern bei der Neuauflage der Serie 'DuckTales' aufzwingen."

Dann wird dem Milliardenkonzern mit Liebesentzug gedroht: "Meine Familie wird weder 'DuckTales' anschauen noch Ihre Firma unterstützen, solange sich Ihr Fernsehsender von familienfreundlicher Unterhaltung entfernt. Ich werde meine Freunde dazu ermutigen, dasselbe zu tun." Auf ihrer Website argumentieren die "One Million Moms", dass die TV-Darstellung schwuler Eltern Kinder "indoktriniere", wenn homosexuelle Beziehungen als "normal" dargestellt würden.



Die Gruppe "One Million Moms" wird von der homophoben Organisation "American Family Association" gesteuert, die insbesondere LGBTI-Rechte bekämpft. Ihre Begründung: Die Bibel sage deutlich, "dass Homosexualität unnatürlich und sündhaft" sei. Die 1977 gegründete Organisation, die mit harten Bandagen gegen die Ehe für alle gekämpft hatte, verlor jahrelang an Einfluss, hat aber mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zuletzt wieder an Profil gewonnen. Derzeit umwirbt Trump besonders evangelikale Konservative als seine zentrale Wählergruppe – etwa durch das Anheuern eines besonders homophoben Predigers zum Osterfest (queer.de berichtete).

Homosexualität als "anti-biblischer, sündhafter Lebensstil"

Auch andere christliche Fundamentalisten befürchten die Apokalypse, wenn in einem TV-Sender Regenbogen-Vogelfamilien zu sehen sind. "Disney will vermehrt die schwule Agenda über [die Streamingplattform] Disney+ verbreiten, um Ihre Kinder mit diesem anti-biblischen, sündhaften Lebensstil zu indoktrinieren, der Familien kaputt macht", schrieb etwa der evangelikale Aktivist Ken Ham vergangenen Freitag.

Der Australier ist Chef der christlichen Organisation "Answers in Genesis", die die Evolutionstheorie verteufelt. Er betreibt ein Kreationistenmuseum in Kentucky, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, den Regenbogen zu enthomosexualisieren (queer.de berichtete). (dk)



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#1 Ralph
  • 23.04.2020, 14:02h
  • Ich denke, Disney hat sich vorher gut überlegt, dass damit in ein homofeindliches Wespennest gestochen wird, und sich trotzdem dafür entschieden. Einer der größten Unterhaltungskonzerne der Welt kann sich das auch leisten, und er setzt damit ein klares Signal, insbesondere gegenüber Kindern, dass nicht Hass und Ausgrenzung angesagt sind, sondern Akzeptanz und Vielfalt.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 23.04.2020, 14:06h
  • Gut, dass es im Amerika der religiösen Mimöschen unter einem orangenen Oberaffen noch etwas gibt, worüber sich diese Schießbudenfiguren ereifern können. Man kann sich die Schadenfreude einfach nicht verkneifen, wenn man sich vorstellt, dass so etwas Harmloses wie ein Vogel in einer Kinderserie diese ganzen reaktionären HB-Männchen auf die Palme bringt.
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 23.04.2020, 14:24h
  • Niedlich! :D

    Von mir aus könnte man sowas übrigens auch als Positivmeldungen bringen und nicht immer die Proteste dagegen in den Vordergrund stellen.
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#4 Nk231Anonym
  • 23.04.2020, 17:11h
  • Das ist doch der beste Beweis dafür wie unsinnig Homo- und auch Transphobie ist. Es ist schon so stark behaftet, dass sie sich schon über schwule Zeichentrick-Figuren aufregen :'-D Wie lächerlich.
    Aber es ist gar nicht lustig. Denn die Auswirkungen von Stigmatisierung und Diskriminierung sind extrem schädlich.

    Und es ist dabei auch wichtig zu sagen, dass die Nazizeit in unserem Land sehr stark zur Stigmatisierung und Diskriminierung bishin zur Gewalt gegen uns beigetragen hat. Und das schwappte auch auf andere Länder über. Natürlich begann das schon vor der Nazizeit, denn Bibel und Religion tragen auch stark dazu bei. Ja, es gibt Schritte vorwärts, aber es ist schlicht zu wenig und zu langsam. Ja, Geduld muss man haben, aber das Leid ist einfach zu groß, als dass man das Jahrzehnte lang ertragen könne. Corona macht gerade deutlich, was wir schon seit langem erleiden: Diskriminierung hat Kontaktausschluss zur Folge, bishin zur Ausgrenzung und Vereinsamung - wir kennen das schon.

    Es sind Berufe von Menschen verloren gegangen, manche hat es krank gemacht, manche sind Frührentner, es gibt Suizidgefährdung - die Fakten sind klar und liegen bereit. Eigentlich ist es eine neue Verletzung von Menschenrechte, wenn Wissen und die Wissenschaft über LSBTTIQ von Schulen, Kitas, und Allgemeinwissen ferngehalten wird. Berlin ist zum Glück ein Vorbild wenn es um LSBTTIQ Akzeptanz geht mit der Broschüre, die veröffentlicht wurde.
    Aber in anderen Bundesländern sieht es mau aus.
    Auch die Beratungsstellen, wo Leute arbeiten, die zum Teil selbst Befindlichkeiten zeigen. Die nicht offen in der Kommunikation sind und ihre Befindlichkeiten lieber untereinander besprechen, aber bloß nicht mit der Person, die Beratung wünscht. Und wenn jemand von denen noch Gefühlswallung bekommt, dann übernehmen diese etwa nicht die Verantwortung, sondern das wird dann uns in die Schuhe geschoben mit dem Verweis, wir sollen doch unsere Gefühle in den Griff bekommen.
    Ganz typisch für Leute, die eben selbst noch Befindlichkeiten bezüglich LSBTTIQ haben und es aber bis zum Teufel komm raus nicht zugeben können.
    Also das Thema Sündenbock ist leider immer noch brandaktuell. Wir werden noch zu oft als Sündenbock benutzt für alle möglichen und unmöglichen Befindlichkeiten und Vorurteile, die Heteros haben.

    Und wie es aussieht wird sich das erst ändern, wenn wir eine neue Regierung haben, eine bessere.
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#5 GerritAnonym
  • 23.04.2020, 18:06h
  • Es wird niemand gezwungen, sich das anzusehen. Wem das nicht gefällt, der braucht es nicht zu gucken.

    So einfach ist das.
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#6 FinnAnonym
  • 23.04.2020, 18:26h
  • Das zeigt wieder mal, dass solche Leute eine totalitäre Gesinnung haben.

    Die reden immer so, als ginge es ihnen darum, in Ruhe ihren Glauben leben zu können und fordern für anderen Respekt dafür.

    Aber sie bringen anderen kein bisschen Respekt entgegen.

    Die wollen der ganzen Welt ihre totalitäre Gesinnung aufzwingen, wo alles was ihnen nicht passt, nicht mehr gezeigt oder thematisiert werden darf.
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#7 Ralph
  • 23.04.2020, 19:28h
  • Antwort auf #5 von Gerrit
  • Ganz recht. Wenn bibel.TV Ulrich Parzany gegen Schwule und Lesben giften lässt, guck ich mir's nicht an. Daher: Wer ein Homopaar mit Kindern bei Disney nicht sehen will, schaltet so lange woanders hin. Es geht ja nicht "nur" um Respekt vor Schwulen und Lesben und vor Kindern in Regenbogenfamilien, es geht auch um die Unabhängigkeit und Freiheit der Medien.
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#8 EstherAnonym
  • 23.04.2020, 20:12h
  • Ich selbst bin leider in so einer krassen christlich fundamentalistischen Gemeinde aufgewachsen. Als ich mich vor 3 Jahren geoutet habe, hab ich alle meine Freunde und teile meiner Familie verloren. Mir wurden Dinge vorgeworfen wie zb dass Dämonen in mir sind, ich Heilung brauche, ich auf jedenfall in die Hölle komme usw...
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 23.04.2020, 20:34h
  • ""... Lebensstil zu indoktrinieren, der Familien kaputt macht""

    Wann könnten diese Schundbarden endlich mal begreifen, dass es hierbei gar nicht um einen Lifestyle geht, sondern um die queerer bzw. schwuler, lesbischer Natur entsprechende Art, Familie zu leben. Und dass das gar keine Familien kaputt macht, sondern ehestens Welche schafft, könnten die sich auch mal hinter die gesalbten Ohren schreiben.

    Zudem ist unverständlich, warum gerade sie sich mit ihrer christlichen Agenda allen anderen aufzwingen wollen, die an ihrer Religiosität gar kein sonderliches Interesse hegen.
    Da gibt es ja noch einige andere uralte und vielfach verkehrt übersetzte, neu interpretierte Legenden, auf die sie selbst auch keinerlei Rücksicht nehmen, zum Beispiel den Schöpfungsmythos der knubbelnasigen Egolifanten aus dem Gestirn des hühneräugigen Ochsen .

    Wie, was? Die zählen nicht?
    Ja warum glauben die denn, ihre unangenehmen Legenden vom Wüstenlatscher aka Lattenjupp würden ausgerechnet zählen?

    Und es geht um gezeichnete anthromorphe Vögel. Nochmal, es geht um gezeichnete Vögel. Werden diese Million Moms jetzt ausziehen, um Vögel abzumurksen? Damit die vielleicht nicht schwul zusammenfinden? Wie weit geht der Hass dieser erheblich gestörten Leute eigentlich?

    Man könnte eine Dankeschön-Unterschriftenaktion starten.
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#10 lindener1966Profil
  • 23.04.2020, 21:50hHannover
  • 15.000 Unterzeichner in einem 328 Millionen Volk sind allerdings nicht besonders viel. Die Amerikaner haben momentan auch andere Probleme, würde ich denken. 0,0046%
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