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DuckTales

Religiöse Homo-Hasser außer sich wegen schwuler Vögel

Dass in einer Disney-Serie auch gleichgeschlechtliche Eltern Nachwuchs großziehen, treibt einige christliche Fanatiker zur Weißglut.


Das schwule Paar in "DuckTales" – hier mit den Töchtern Lena und Violet – erregt die Gemüter intoleranter Erwachsener

  • 23. April 2020, 11:40h 14 2 Min.

Fundamentalistische Aktivisten zeigen sich empört darüber, dass in der Anfang April in den USA gestarteten dritten Staffel der Neuauflage von "DuckTales" ein schwules Paar vorkommt. Tyrian "Ty" Sabrewing und Indigo "Indy" Sabrewing sind in der auf Onkel-Dagobert-Comics basierenden Zeichentrickserie die Väter von Violet und Lena, zwei Freundinnen von Tick, Trick und Track (queer.de berichtete).

So hat die Organisation "One Million Moms" eine Petition gegen die Serie gestartet, die nach eigenen Angaben binnen weniger Tage von mehr als 15.000 Menschen unterzeichnet worden ist. In einem an Disney-Chef Bob Chapek adressierten Schreiben erklären die Aktivisten: "Ich stimme nicht zu, dass Sie die LGBTQ-Agenda Familien und Kindern bei der Neuauflage der Serie 'DuckTales' aufzwingen."

Dann wird dem Milliardenkonzern mit Liebesentzug gedroht: "Meine Familie wird weder 'DuckTales' anschauen noch Ihre Firma unterstützen, solange sich Ihr Fernsehsender von familienfreundlicher Unterhaltung entfernt. Ich werde meine Freunde dazu ermutigen, dasselbe zu tun." Auf ihrer Website argumentieren die "One Million Moms", dass die TV-Darstellung schwuler Eltern Kinder "indoktriniere", wenn homosexuelle Beziehungen als "normal" dargestellt würden.



Die Gruppe "One Million Moms" wird von der homophoben Organisation "American Family Association" gesteuert, die insbesondere LGBTI-Rechte bekämpft. Ihre Begründung: Die Bibel sage deutlich, "dass Homosexualität unnatürlich und sündhaft" sei. Die 1977 gegründete Organisation, die mit harten Bandagen gegen die Ehe für alle gekämpft hatte, verlor jahrelang an Einfluss, hat aber mit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zuletzt wieder an Profil gewonnen. Derzeit umwirbt Trump besonders evangelikale Konservative als seine zentrale Wählergruppe – etwa durch das Anheuern eines besonders homophoben Predigers zum Osterfest (queer.de berichtete).

Homosexualität als "anti-biblischer, sündhafter Lebensstil"

Auch andere christliche Fundamentalisten befürchten die Apokalypse, wenn in einem TV-Sender Regenbogen-Vogelfamilien zu sehen sind. "Disney will vermehrt die schwule Agenda über [die Streamingplattform] Disney+ verbreiten, um Ihre Kinder mit diesem anti-biblischen, sündhaften Lebensstil zu indoktrinieren, der Familien kaputt macht", schrieb etwa der evangelikale Aktivist Ken Ham vergangenen Freitag.

Der Australier ist Chef der christlichen Organisation "Answers in Genesis", die die Evolutionstheorie verteufelt. Er betreibt ein Kreationistenmuseum in Kentucky, das sich unter anderem zum Ziel gesetzt hat, den Regenbogen zu enthomosexualisieren (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Taemin
  • 23.04.2020, 14:02h
  • Ich denke, Disney hat sich vorher gut überlegt, dass damit in ein homofeindliches Wespennest gestochen wird, und sich trotzdem dafür entschieden. Einer der größten Unterhaltungskonzerne der Welt kann sich das auch leisten, und er setzt damit ein klares Signal, insbesondere gegenüber Kindern, dass nicht Hass und Ausgrenzung angesagt sind, sondern Akzeptanz und Vielfalt.
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#2 Alexander_FAnonym
  • 23.04.2020, 14:06h
  • Gut, dass es im Amerika der religiösen Mimöschen unter einem orangenen Oberaffen noch etwas gibt, worüber sich diese Schießbudenfiguren ereifern können. Man kann sich die Schadenfreude einfach nicht verkneifen, wenn man sich vorstellt, dass so etwas Harmloses wie ein Vogel in einer Kinderserie diese ganzen reaktionären HB-Männchen auf die Palme bringt.
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#3 qwertzuiopüAnonym
  • 23.04.2020, 14:24h
  • Niedlich! :D

    Von mir aus könnte man sowas übrigens auch als Positivmeldungen bringen und nicht immer die Proteste dagegen in den Vordergrund stellen.
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