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Nach 246 Folgen
"Will & Grace" zum zweiten Mal zu Ende gegangen
Fans müssen der Sitcom um Will, Grace, Karen und Jack Ade sagen – NBC hat die endgültig letzte Folge ausgestrahlt.

Karen (Megan Mullaly), Jack (Sean Hyes), Will (Eric McCormack) und Grace (Debra Messing) haben zum letzten Mal übereinander gelästert (Bild: NBC)
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24. April 2020, 09:37h 3 Min.
"Ich denke, dass 'Will & Grace' möglicherweise mehr getan hat, um die Öffentlichkeit zu bilden, als irgend jemand sonst." Diese Äußerung des damaligen Vizepräsidenten Joe Biden aus dem Jahr 2012 zeigt, dass "Will & Grace" mehr als nur eine weitere alberne Sitcom mit gut getimten Hintergrundlachern war. Die vor 22 Jahren gestartete Serie veränderte vielmehr die öffentliche Debatte um das Thema Homosexualität. Am Donnerstagabend verabschiedeten sich Will (Eric McCormack), Grace (Debra Messing), Karen (Megan Mullaly) und Jack (Sean Hayes) nach 246 Folgen zum bereits zweiten Mal von den amerikanischen Fernsehbildschirmen.
/ WillAndGrace | Trailer für die letzte FolgeCome laugh with us one last time. Don't miss the one-hour series finale event Thursday at 9/8c on @NBC. #WillAndGraceFarewell pic.twitter.com/PlUNnS7l14
Will & Grace (@WillAndGrace) April 20, 2020
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Die Serie war 1998 auf NBC gestartet und entwickelte sich schnell zum Überraschungserfolg. Nach acht Staffeln und teilweise überragenden Einschaltquoten von mehr als 20 Millionen Zuschauern per Folge war 2006 Schluss (queer.de berichtete).
Rückkehr dank Donald Trump
Das Revival vor drei Jahren verdankte die Sitcom ausgerechnet Donald Trump. Während des Wahlkampfes 2016 kehrten die Hauptfiguren im gleichen Set für ein knapp zehnminütiges Video zurück, um die Leute zum Wählen aufzufordern – und einen Präsidenten Trump zu verhindern (queer.de berichtete). Zwei Monate, nachdem Trump die Präsidentenwahl gewinnen konnte, gab NBC die Rückkehr von "Will & Grace" als Serie bekannt.
Zwar freuten sich viele Fans der Serie über angenehme Retro-Gefühle. Allerdings schien "Will & Grace" nun etwas aus der Zeit gefallen und konnte auch einschaltquotenmäßig kaum noch überzeugen – in der letzten Staffel rutschte die Quote teilweise sogar unter die Marke von zwei Millionen Zuschauern. Da half auch nichts, dass sich die Sitcom bei der Rückkehr teilweise mehr politisch positionierte, als es die alte Serie tat (queer.de berichtete).
/ EricMcCormack | Es ist vorbei…Goodnight Gracie… #WillandGrace pic.twitter.com/3flpxqUVuk
Eric McCormack (@EricMcCormack) April 24, 2020
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LGBTI-Aktivisten, die oft mit etwas arg klischeelastigen Handlungssträngen haderten, rechnen "Will & Grace" hoch an, dass die Serie um die Jahrtausendwende herum viele homophobe Meinungen in "Middle America", den konservativen ländlichen Regionen zwischen den großen Metropolen, geändert habe. Homosexuelle Figuren waren im frei empfangbaren Fernsehen damals noch Mangelware – und für viele Dorfbewohner waren Rechtsanwalt Will und sein ausgeflippter, vielen Klischees entsprechender Kumpel Jack die einzigen Schwulen, die sie kannten – und auch mochten. So wurde es für sie schwerer, dem damals geläufigen homophoben politischen Diskurs zu folgen.
Das vor der Coronakrise im Dezember 2019 gedrehte zweite Finale ähnelt übrigens dem wenig geliebten ersten ein wenig, wie "Vanity Fair" feststellte. Aber immerhin: Während das Ende 2006 noch mit einer gähnend langweiligen heterosexuellen Liebesgeschichte der beiden Kinder von Will und Grace endete, zeigt das neue Ende etwas komplexere Familienverhältnisse.
Kein zweites Revival in Aussicht
Dieser Abschied ist wohl für immer, wie die beiden Serienschöpfer David Kohan und Max Mutchnick gegenüber "Deadline" bestätigten. "Wir kommen nicht zurück", so der offen schwule Mutchnick, auf dessen eigene Erfahrungen viele Figuren und Handlungsstränge basierten. "Wir haben jetzt alle Geschichten erzählt, die diese Figuren hergeben."
/ MaxMutchnickThere are many things Ill miss about making WILL & GRACE, but what Ill miss most is pointing at people. Series finale starting now. #WillAndGraceFarewell pic.twitter.com/Q9kXJ8HTmN
Max Mutchnick (@MaxMutchnick) April 24, 2020
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Im deutschen Fernsehen hatte "Will & Grace", trotz einer vergleichsweise angenehmen Synchronisation, schon immer einen schweren Stand. Die Originalserie startete drei Jahre nach der US-Premiere auf ProSieben – ausgerechnet wenige Tage vor den islamistischen Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die vielen Insiderwitze, die sich auf amerikanische Politik oder die Unterhaltungsindustrie bezogen, waren hierzulande nur schwer verständlich. Und so litten die Quoten. Teilweise versendete Sat.1 die Serie um 2 Uhr morgens.
Für das Revival schaufelte ProSieben 2018 dann seine Primetime frei (queer.de berichtete). Die Quoten erwiesen sich allerdings als katastrophal, so dass die Serie schnell in den Minisender Sixx abgeschoben wurde. Die elfte und letzte Staffel ist hierzulande noch nicht einmal angelaufen.
"Will & Grace" ist nicht die einzige queere Traditionsserie, die diesen Monat zu Ende gegangen ist. Bereits vor zwei Wochen mussten sich Fans von den Kultserien "Schitt's Creek" und "Modern Family" verabschieden (queer.de berichtete). Dank Netflix und Co. dürften wir aber auch in Corona-Zeiten nicht so schnell am Ende unserer Watchliste ankommen.
Links zum Thema:
» Zehn queere Serien, wegen denen man gerne zu Hause bleibt 22.03.2020)
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