Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35971

Bremen

Homosexualität "todeswürdig": Kirche prüft dienstrechtliche Schritte gegen Latzel

Der evangelische Bremer Pastor Olaf Latzel hatte CSD-Besucher*innen u.a. als "Verbrecher" bezeichnet. Nach Ermittlungen des polizeilichen Staatsschutzes sieht nun auch die Kirchenleitung eine "Grenze überschritten".


Wiederholt mit Hasspredigten aufgefallen: Pastor Olaf Latzel bei einem Fernsehinterview (Bild: Screenshot ARD Mittagsmagazin)

Die Bremische Evangelische Kirche prüft dienstrechtliche Schritte gegen ihren Pastor Olaf Latzel. Mit seinen LGBTI-feindlichen Äußerungen schade er der Kirche, der Gemeinschaft der Gemeinden und den gesamtkirchlichen Einrichtungen, zitiert die Nachrichtenagentur epd aus einer Freitag veröffentlichten Erklärung der Kirchenleitung.

Zuvor hatte der Staatsschutz der Polizei Bremen Ermittlungen gegen den Pfarrer der St. Martinikirche aufgenommen (queer.de berichtete). Latzel wird Volksverhetzung vorgeworfen, weil er Mitte Oktober 2019 in seinem anderthalbstündigen Seminar "Biblische 'Fahrschule' zur Ehe" homosexuelle und trans Menschen diffamiert hatte.

Tiraden gegen die "teuflische Homo-Lobby"

In dem auf Youtube mittlerweile gelöschten Vortrag bezeichnete der 52-Jährige an unterschiedlichen Stellen die "Homo-Lobby" und den "ganzen Genderdreck" als "teuflisch", CSD-Besucher*innen seien "Verbrecher", und "gelebte Homosexualität" sei "vor Gott ein Gräuel" sowie "todeswürdig". Die Anerkennung von Transsexualität zerstöre ferner "unsere gesamte Zivilisation und Kultur". Schuld an all diesen Entwicklungen sei die "zunehmende Gottlosigkeit". Latzel kritisierte auch, dass Kinder an Schulen von queeren Themen "durchlöchert" werden würden.


Der Vortrag wurde auf Youtube mittlerweile gelöscht

Bremens Kirchenpräsidentin Edda Bosse verurteilte diese Äußerungen "auf das Schärfste". Latzel habe Menschen herabgesetzt, beleidigt und in ihrer Würde verletzt. Die Kirchenleitung stehe "klar an der Seite homosexuell lebender Menschen". Bosse erklärte, bereits in der Vergangenheit habe es Äußerungen von Pastor Latzel gegeben, die bis an die Grenze des Erträglichen gegangen seien. "Diese Grenze ist jetzt überschritten."

Bekannt als "Hetzprediger von der Weser"

Anfang des Monats hatte sich Olaf Latzel in den Medien noch als Opfer von "Linken" stilisiert (queer.de berichtete). Er beklagte, dass es Übergriffe auf ihn und seine Kirche gegeben habe. So sei das Gebäude etwa mit dem Spruch "God is gay" besprüht worden.

Latzel ist Chef einer von 61 Kirchengemeinden der Bremischen Evangelischen Kirche. Er war bereits wiederholt wegen Ausbrüche gegen Homosexuelle oder Angehörige anderer Religionen aufgefallen. Die "Frankfurter Rundschau" bezeichnete ihn deshalb als "Hetzprediger von der Weser". (cw)



#1 Svetlana LAnonym
  • 25.04.2020, 09:10h
  • Da kann es ja eigentlich nur ein Ergebnis geben...

    Da er aber schon öfter mit homosexuellen- und transfeindlichen Tiraden auffällig geworden ist kann man sich natürlich auch fragen, warum diese Prüfung nicht schon längst erfolgt ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DramaQueen24Profil
  • 25.04.2020, 09:11hBerlin
  • Staat und Kirche ermitteln gegen ihn. Für ihn und seine Anhänger bedeutet das, dass er das "arme" Opfer, und alle anderen vom Satan benutzte Diener von ihm sind. Es wäre zum Lachen, würde er nicht so viel Schaden mit seiner Hetze anrichten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Ralph
  • 25.04.2020, 10:19h
  • Bemerkenswert, dass die Kirche sich erst dann zum Handeln genötigt sieht, wenn der polizeiliche Staatsschutz Ermittlungen aufgenommen hat. Man bedenke zudem: Der Staatsschutz ist nicht einfach nur die Polizei, sondern eine besondere Einheit, die nur tätig wird, wenn die freiheitlich-demokratische Grundordnung bedroht ist oder sein könnte.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 goddamn liberalAnonym
  • 25.04.2020, 11:51h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Es ist auch erstaunlich, dass militante Homophobie (bei der man nicht nur im Land des rosa Winkels gerne zwei Augen zudrückt, wenn sie ein interreligiös frommes Mützchen aufhat) der Grund ist, dass gegen Latzel vorgegangten wird.

    Nach dem Motto 'Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" hätte ich eher vermutet, dass gegen die antikatholischen Ausfälle des Konvertiten Latzel ("Reliquen-Dreck") etwas unternommen worden wäre. Es geht ja bei den Kirchen darum, ökomenisch gemeinsame Privilegien zu sichern.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 kaymahuProfil
  • 25.04.2020, 12:00hFrankfurt
  • ...bis dann eines Tages - wie schon so oft bei solchen Typen - alle Bauklötzer staunen, weil er in einer tropischen Gaybar mit seinem etwas arg jungen Twink knutschend erwischt wurde...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 AnonymAnonym
  • 25.04.2020, 12:18h
  • Es ist offensichtlich nun einmal auch die Realitaet in Deutschland, dass der werte Herr Pfarrer diese radikale Meinung nicht nur erst seit gestern vertritt und er sicherlich nicht der einzige Pfarrer in Deutschland ist, der so denkt.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 ursus
  • 25.04.2020, 12:58h
  • "Die Kirchenleitung stehe "klar an der Seite homosexuell lebender Menschen"."

    Und so sieht diese Klarheit in der Praxis aus:

    "Die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare liegt in der Bremischen Evangelischen Kirche im Ermessen der einzelnen Gemeinde und ihrer Pastoren / Pastorinnen. [...] Fragen Sie Ihren Pastor / Ihre Pastorin."

    www.kirche-bremen.de/feiern/trauung/trauung_haeufige_fragen.
    php


    Da steht niemand wirklich an unserer Seite. Da wird unsere Menschenwürde dem "Ermessen" unserer Feinde anheimgestellt. Ganz offiziell und unverschleiert.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Alexander_FAnonym
  • 25.04.2020, 15:07h
  • Und bei dieser "Prüfung" wird man dann wohl feststellen, dass alles in Ordnung ist, weil Sonderregelung x und juristische Extrawurst y da kein Problem drin sehen. Und auch, weil Latzel mit seinen Predigten ein würdiger Nachfolger Martin Luthers ist; wenn man vom Sprachhistorischen absieht, gleichen sich die Predigten in ihrem Ton bis aufs Haar.

    Jetzt, da es eigentlich auf der Hand liegt, dass die EKD amtlich ausgemachte Terroristen schützt, wäre damit eigentlich ein Grund gegeben, ihr nicht nur den Geldhahn zuzudrehen, sondern sie sogar komplett zu zerschlagen.
    Aber das wird in Merkeldeutschland wohl leider nur ein schöner Traum bleiben...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 snowAnonym
#10 goddamn liberalAnonym
  • 25.04.2020, 17:30h
  • Antwort auf #9 von snow
  • "Der Typ würde am besten in die evangelische Kirche von Würtemberg oder Sachsen paßen"

    Was die massive Homophobie betrifft, auf jeden Fall!

    Seine antikatholischen Ausfälle mit "Dreck" und "Mist" hätten selbst dort aber aus ganz pragmatischen Gründen (kirchlicher Machterhalt) aber wohl ein Disziplinarverfahren nach sich gezogen.
  • Antworten » | Direktlink »