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Kommentare zu:
Schwuler Asylsuchender soll abgeschoben werden


#1 DramaQueen24Profil
  • 25.04.2020, 20:16hBerlin
  • Mein Senf dazu:

    Allgemein: Es ist schwer, wenn nicht sogar unmöglich für Richter oder BamF-Mitarbeiter, festzustellen, ob jemand homosexuell ist, vor allem, wenn einem eigene Vorurteile und Bilder, wie Homosexuelle "zu sein haben", im Wege stehen.
    Speziell: Selbst Richter müssen wissen, wie Homosexualität in einigen Ländern verfolgt werden. Outet sich jemand in Saudi-Arabien oder auf Jamaika, in Kenia oder Nigeria in Russland oder Polen, ist einem soziale Ächtung gewiss. In den meisten Fällen auch Gefängnis und Mord (durch Staat oder/und Familie). Mir ist es lieber, jemand kommt nach Deutschland, der vielleicht nicht homosexuell ist, als das jemand in diese Länder zurückgeschickt wird, und man seinen Leichnam auf die Straße wirft.
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#2 OffeneFragenAnonym
  • 25.04.2020, 21:02h
  • Offenbar darf sein Ehemann ja in Deutschland bleiben. Warum bekommt er dadurch kein Aufenthaltsrecht?
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#3 FinnAnonym
  • 25.04.2020, 21:50h
  • So viel zu den Lügen von Union und SPD, kein LGBTI würde in einen Staat abgeschoben, wo Verfolgung droht.

    Ich hoffe sehr, dass es doch noch gelingt, dass die beiden dauerhaft bleiben können...

    Aber auch dann ist klar, dass es weiterhin zig Fälle von Abschiebungen von LGBTI geben wird, von denen die Öffentlichkeit nichts erfährt.
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#4 Nk231Anonym
  • 25.04.2020, 22:01h
  • Sag ich's doch: Urteile sind manchmal wirklich haarsträubend :-/

    Seine Homosexualität sei nicht glaubhaft dargelegt? Was wünscht sich die Richterin denn? Dass er vor ihr mit seinem Partner vög...?

    Sehr geehrte Frau Richterin,
    Er hat einen Partner seit langer Zeit. Sie flüchteten aus Russland.
    Das sind zwei Fakten, die man recherchieren kann, wenn man es denn möchte! Sogar Photos und Videos gibt es. Was mehr brauchen Sie denn? Wie es in Russland aussieht, weiß sogar ich als nicht-Richterin. Seit es Internet gibt, kann man das mit wenigen Klicks herausfinden. Zur Not ruft man das Auswärtige Amt an oder die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Oder einen beliebigen CSD in irgendeiner Stadt. Die wissen alle Bescheid.
    Und jetzt kommen Sie neunmal-klug daher und zieren sich die Fakten anzuerkennen. Da geht einem echt der Hut hoch.

    In 10 Tagen soll er abgeschoben werden? Nach Russland zurück? Nachdem er sich hier geoutet hat, weil Sie das aufgrund des Verfahrens so wollten? Und nachdem seine Fotos und Geschichte durch die Presse gegangen sind, weil Sie ihm nicht rechtzeitig geholfen haben?
    Geht's noch?

    An diejenigen, die ihm helfen:
    Kann denn der Arbeitgeber nicht einspringen und entsprechende Aussagen vor Gericht machen, oder ihm notfalls Obhut geben, wenn er tatsächlich abgeschoben werden soll?
    Oder wie wäre es, wenn er in einem anderen Land um Asyl bittet? Ginge das notfalls?
    Oder Arbeitskollegen demonstrieren vor dem Gerichtsgebäude und stellen sich als weitere Zeugen vor Gericht vor.

    Ich drücke die Daumen, dass irgendwas funktioniert und er hierbleiben kann.
    Zurück nach Russland bedeutet Verfolgung, Gewalt, schlimmstenfalls Tod. Er hat bei uns um Asyl gesucht. Ich denke nicht, dass Russland darüber erfreut sein wird. Sie werden ihn nicht freundlich empfangen, wenn ich das mal ganz vorsichtig sagen darf.

    Sehr geehrte Frau Richterin,
    Denken Sie nochmal gut nach, was Sie da tun. Sowas würden Sie sich für Ihren eigenen Sohn nicht wünschen, egal ob Sie einen haben oder nicht.
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#5 RyluriAnonym
  • 25.04.2020, 22:19h
  • Antwort auf #2 von OffeneFragen
  • "weshalb der Kläger ohne Weiteres nach dem ersten sexuellen Kontakt mit einem Mann sofort die Erkenntnis gehabt haben mag, homosexuell zu sein."
    Das liest sich wie ein Urteil aus dem Jahre 1970 und nicht 2019. Wie kommt man denn auf die Idee man müsste Sex gehabt haben um zu wissen, dass man schwul ist? Die Richterin denkt wahrscheinlich auch, man müsste es nochmal mit einer Frau probieren um auch ganz sicher zu sein. Das beweist aber auch, dass die Behörden hier mit Schwulen genauso umgehen würden wie mit Trans-Personen, wenn es nicht entsprechende Gesetze gäbe.
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#6 PiakAnonym
  • 25.04.2020, 23:25h
  • Es handelt sich schlicht um einen homophoben Akt der Rechtsbeugung. Auch wenn Aburteilungen nicht zu erwarten sind, sollte es in solchen Fällen - Richterprivileg hin oder her - mehr Anzeigen geben um Druck aufzubauen (siehe Fall Künast).
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#7 trans naysayerAnonym
  • 26.04.2020, 01:05h
  • Antwort auf #5 von Ryluri
  • "Das beweist aber auch, dass die Behörden hier mit Schwulen genauso umgehen würden wie mit Trans-Personen, wenn es nicht entsprechende Gesetze gäbe."

    Nicht "würden". Sie tun es ja tatsächlich und ignorieren und verletzen offen und unverhohlen europäische Gesetze.

    Warum auch nicht-? Warum sollte sich Deutschland aufhalten lassen, wenn es die Möglichkeit hat, vor einem Gericht über die Homosexualität von Menschen - Fragestellung: ja oder nein - zu befinden-? Wenn man plötzlich die Möglichkeit hat-?
    Bezüglich trans Menschen wird das in Deutschland doch auch so gemacht:

    Hier wird ganz offensichtlich vor deutschen Gerichten eine fremdbestimmte "Begutachtung von Homosexuellen" (sic!) umgesetzt, in der homo- und bisexuelle Männer und Frauen nach konstruierten heteronormativen Narrativen, die in eine gerichtliche "Behandlungs-Leitlinie-Homosexualität" gemündet sind, beweisen müssen, dass sie sie selbst sind. Einschliesslich des Beweises eines "inneren Konflikts" den homo- und bisexuelle Menschen nach heteronormativen "Begutachtungs-Leitlinien" selbstverständlich gefälligst vorzuweisen haben. Schon allein deshalb, weil das Teil der "Diagnose" (sic) ist.

    Woher kommen bloss die Parallelen zum "TSG" und der "S3-Leitlinie-Gender Dysphorie" der deutschen Sexologen---?

    Bedankt euch bei Richard Freiherr von Krafft-Ebing - Psychiater und Sexualmediziner (sic!!!) - der in seinem fundamentalen Werk "Psychopathia Sexualis" die fixe Idee "sexuelle Orientierung" überhaupt erst erfunden hat. Vorher gab es "sexuelle Orientierung" schlicht nicht.

    Das muss reichen. Ich halte mich hier bewusst kryptisch...

    "kryp·tisch
    /kryptisch/
    Adjektiv
    bildungssprachlich
    unklar in seiner Ausdrucksweise oder Darstellung und daher schwer zu deuten, dem Verständnis Schwierigkeiten bereitend"

    ...und werde dazu auch nicht mehr sagen. Auch ganz bewusst.
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#8 FredericAnonym
#9 PascaleAnonym
  • 26.04.2020, 11:38h
  • Ich glaube das einzigste was jetzt vielleicht noch helfen könnte, dass beide Männer an die Öffentlichkeit gehen und das in allen Medien über die Abschiebung berichtet wird. Insbesondere alle privaten TV Sender sollten die beiden einschalten und das Medienwirksam ausschlachten lassen. Wenn die beiden einen guten Rechtsanwalt haben, sollte dieser wissen wie man so eine Geschichte Medienwirksam vermarktet. Wenn der öffentliche Druck gegen die Abschiebung so groß wird, könnte ich mir vorstellen, dass das Urteil noch einmal vor dem Gericht landet.
    Eine andere Möglichkeit wäre, dass man sich von seinen Arzt bescheinigen lässt, daß man Suizid gefährdet ist, falls er abgeschoben wird.
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#10 Bastian MelcherAnonym
  • 26.04.2020, 12:25h
  • Hi,

    kann man sich da irgendwie einsetzen um das zu verhindern? Gibt es eine Petition? Grade er als pflegekraft wird doch nicht nur besonders jetzt in der Corona Zeit hier gebraucht, sondern auch allgemein bei diesem sehr starken Fachkräftemangel in der Pflege seit vielen Jahren schon. Manche kennen mich als Verfechter gegen Homoheilung sog. Konversionstherapien. Dort beschreibe ich in zahlreichen Interviews was es bedeutet schwul zu sein und nicht akzeptiert zu werden und das in Deutschland. Also bitte in Russland soll es keine Probleme geben? Wie bitte möchte eine wahrscheinlich heterosexuell Richterin wissen, was es bedeutet schwul oder lesbisch oder bi oder trans zu sein? Woran macht man das fest? Es ist nicht zu bestimmen und jeder empfindet anders darüber.

    Ich würde gerne mal persönlich mit der Richterin sprechen. Ganz freundlich und ganz eindrücklich.

    Wie können wir das verhindern?
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#11 Michel2020Anonym
  • 26.04.2020, 13:55h
  • Der junge Russe aus Regensburg soll sich so schnell wie möglich mit Campus Asyl in Regensburg in Verbindung setzen.

    Ich habe ausserdem eine Freundin informiert, die in einer Menschrechtsorganisation aktiv ist und Juristin ist. Vielleicht fällt ihr noch etwas ein.

    Würdet Ihr diese Informationen bitte weiterleiten an ihn? Und mir schreiben, wie ich ihn im Fall , dass wir helfen können, erreichen kann

    Vielen dank.

    LG Michael
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#12 TheDadProfil
  • 26.04.2020, 14:06hHannover
  • Das letzte was man vom derzeit abgetauchten Bundesinnenminister Seehofer dazu vernehmen konnte war die Pressemitteilung das man Abschiebungen in die EU und auch die Aufnahme von Flüchtlingen aus anderen EU-Ländern bis auf weiteres nicht mehr durchführt..

    www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/corona-abschiebungen-
    103.html


    Das Russland ja nicht zur EU gehört "denkt" man in Regensburg offenbar, man könnte die geschlossenen Grenzen einfach mal so ignorieren ?

    Davon mal abgesehen ist Andrei P. inzwischen ausgebildeter Gesundheits-und Krankenpfleger, ein Job der allein schon vor Abschiebung schützen sollte..

    Was sagt denn der Arbeitgeber dazu ?
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#13 Nk231Anonym
  • 26.04.2020, 14:37h
  • Übrigens möchte ich noch was hinzufügen:
    Das Argument, nach einmal Sex könne man noch nicht erkennen, ob man homosexuell sei oder nicht, zeigt nur, dass die Richterin keine Ahnung von Homosexualität hat, bzw. ihr ein Stück Wissen fehlt.
    Es gibt Homosexuelle, die recht früh in ihrem Leben den/die richtige Partner/in gefunden haben und glücklich miteinander sind. Dasselbe gibt es nämlich auch bei Heteros. Oder wollen Sie, Frau Richterin, behaupten, dass junge Heteros nicht selbst erkennen würden, ob sie hetero sind oder nicht?
    So wie es das bei Heteros gibt, gibt es das auch bei Homos.
    Jede Geschichte der LSBTTIQ ist individuell. Man kann doch nicht alle in einen Topf werfen, so nach dem Motto: "Die haben ja eh alle wechselnde Sexpartner." Erstmal ist es diffamierend, die gesamte LSBTTIQ als Sex zu reduzieren, und zweitens haben eben gar nicht alle wechselnde Partner/innen.
    In dieser Hinsicht sind wir nicht anders als Heteros. Außer Sex gibt es bei euch Liebe - bei uns auch. Bei euch kann mal eine Beziehung zuende gehen - bei uns auch. Bei euch gibt es die Liebe auf den ersten Blick - bei uns auch. Manche von euch haben immer noch den/die erste Beziehung - manche von uns auch. Manche von euch wissen schon sehr früh, was sie wollen - manche von uns auch. Manche von euch sind frühreif, manche von uns auch.

    An diesem Punkt gibt es keine Unterschiede!
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#14 peskoProfil
#15 PascaleAnonym
  • 26.04.2020, 19:47h
  • Wie Weltfremd muss eine Richterin eigentlich sein, so ein Urteil zu fällen.
    Muss eine Richterin/ Richter sich nicht ganz intensiv um das jeweilige Land informieren bevor diese Asylbewerber abschieben darf. Hätte die Richterin dieses getan, hätte sie zu einem ganz anderen Urteil kommen müssen. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, manche sind gleicher. Ich möchte nicht wissen welcher Partei die Richterin sich zugehörig fühlt.
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#16 Lord VishnuAnonym
#17 FredericAnonym
  • 26.04.2020, 20:24h
  • Private TV Sender und BILD wären hier sehr hilfreich. Oft sind so Einzelfälle positiv berücksichtigt worden.
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#18 dellbronx51069Anonym
#19 Pink FlamingoAnonym
  • 27.04.2020, 09:23h
  • Antwort auf #17 von Frederic
  • Ausgerechnet hier die BLÖD zu erwähnen, halte ich für vollkommen daneben. Schon vergessen? War es doch gerade die Blödzeitung, die in den 80er Jahren üble Hetze gegen Aidskranke täglich abgesondert hatte. Hatte bei mir damals zum Bruch mit meiner heterosexuellen Mitbewohnerin geführt. Mit der ich eine Wohnung teilte. Sie schmiss mich kurzerhand raus. Zuvor legte sie mir demonstrativ die Blödzeitung aufs Bett. Zum Fall von Andrej gäbe es immernoch die allerletzte Möglichkeit, ihn privat zu verstecken. Ich weiß, diese Lösung ist nicht besonders klug. Doch bevor er zurück nach Russland überstellt wird?
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#20 remixbeb
  • 27.04.2020, 10:47h
  • Antwort auf #13 von Nk231
  • natürlich..das ist an Blödheit nicht zu überbieten. Ich bin mir sicher, diese Frau Richterin hat nach ihrem ersten Mal auch nicht ihre Orientierung in Frage gestellt. Ich habe auch nie ernthaften Sex mit Frauen gehabt, aber ich habe auch nach 43 Jahren kein Bedürfnis danach..
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#21 Nk231Anonym
  • 27.04.2020, 19:20h
  • Antwort auf #20 von remixbeb
  • Weiß der Himmel, was sie sich vorstellt, ich möchte es gar nicht wissen. Aber dass sie Heterosexualität als was anderes betrachtet als Homosexualität, das kommt zumindest deutlich rüber.
    Vielleicht sollte der Asylbewerber das Urteil wegen Befangenheit anklagen - ?
    Also, ich meine, weil die Richterin Befindlichkeiten zeigt und seine Homosexualität nicht erkennt, kann sie nicht neutral bleiben und deshalb auch kein sachliches Urteil fällen. Ihr Urteil ist mit ihrer Befindlichkeit falsch entschieden worden.

    So denke ich gerade. Kann der Asylbewerber dahingehend was erreichen?
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