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Stimmen aus der Community

"Lesben* werden meist nicht mitgedacht"

Zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit am 26. April fordern LGBTI-Aktivist*innen mehr Sensibilität in der Community, Maßnahmen gegen Mehrfachdiskriminierung und besseren Schutz vor Gewalt.


Außerhalb des CSD sind Lesben oft unsichtbar (Bild: Brian Kyed / Unsplash)

Zum dritten Mal wird am Sonntag in Deutschland der Tag der lesbischen Sichtbarkeit begangen. Ziel des Aktionstages ist es, Lesben im öffentlichen Raum sichtbar zu machen, die Vielfalt des lesbischen Lebens zu zeigen und Diskriminierungen zu bekämpfen.

Ins Leben gerufen wurde der Tag der lesbischen Sichtbarkeit 2008 vom spanischen LGBTI-Verband FELGTB. Seitdem wird jährlich am 26. April in vielen spanischen Städten gefeiert, informiert und protestiert. In zahlreichen anderen Ländern wurde die Idee aufgegriffen. In Großbritannien und Dänemark findet in diesem Jahr sogar eine "Lesbian Visibility Week" statt.

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"Lesben* werden meist nicht mitgedacht"

In einer Pressemitteilung zum Aktionstag beklagte der LesbenRing e.V. die Unsichtbarkeit lesbischer Frauen auch in Deutschland. "Lesben* werden meist nicht mitgedacht, wenn die Rede von Frauen oder Homosexuellen ist", erklärte Vorstandsfrau Hedy Gerstung. "Die Bezeichnung 'Homosexuelle' bezieht sich auf schwule Männer, der Begriff 'Frauen' auf heterosexuelle Frauen."

Lesben würden zwar häufig mitgemeint, etwa in Abkürzungen wie LGBTI, "doch ihre Interessen und ihre besondere Situation als mehrfachdiskriminierte Personen, also etwa als Frau und als Lesbe*, bleiben unberücksichtigt", so Gerstung. "Dies ergeht auch lesbischen Trans*-Frauen oder nicht-binären Lesben* so, sie kommen in der Regel nicht vor, werden nicht gesehen."

Mehr lesbenfeindliche Gewalt gemeldet

Der Berliner Antigewaltprojekt L-Support veröffentlichte zum Tag der lesbischen Sichtbarkeit aktuelle Fallzahlen. So registrierte es im vergangenen Jahr 36 Meldungen von homo- und transphober Gewalt gegen Frauen. Darin enthalten sind 23 Fälle, die sich im Jahr 2019 in Berlin ereignet haben.

Ein Großteil der Betroffenen berichtet von teilweise aggressiver verbaler Gewalt in Form von Beleidigungen, Anpöbeln und sexueller Belästigung wie zum Beispiel übergriffige Fragen oder Bemerkungen. In mehreren Fällen wurden die Betroffenen angespuckt. In nur drei der ausgewerteten 29 Fälle wurde Anzeige erstattet. Die meisten Vorfälle ereigneten sich im öffentlichen Raum, zum Beispiel im ÖPNV oder auf der Straße. Vereinzelte Vorfälle fanden im familiären oder beruflichen Umfeld statt.

"Viele lesbische, bisexuelle und queere Frauen erleben Gewalt im Alltag, doch es wird zu selten darüber gesprochen", erklärte Projektleiterin Sabine Beck. "Homophobe Gewalt wird häufig nur als Problem der schwulen Community wahrgenommen. Über lesbenfeindliche Gewalt zu sprechen trägt dazu bei, ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch Frauen betroffen sind. Gleichzeitig wird es für Betroffene leichter, Gewalterfahrungen zu verarbeiten, wenn sie wissen, dass sie damit nicht allein sind."

"Krisenzeiten verstärken Ungleichheiten"

Aufgrund der Corona-Krise wurde die ursprünglich am 24. April vorgesehene Verleihung des "Berliner Preises für Lesbische* Sichtbarkeit" verschoben (queer.de berichtete). Dennoch dürfe der Tag nicht vergessen, mahnte Berlins Justizsenator Dirk Behrend. "Krisenzeiten verstärken Ungleichheiten und Unsichtbarkeiten", erklärte der Grünen-Politiker in einer Pressemitteilung. "Es ist daher besonders wichtig, auch in diesem Jahr den Internationalen Tag für Lesbische* Sichtbarkeit zu markieren." (cw)



#1 Nk231Anonym
  • 26.04.2020, 11:51h
  • Danke dafür :-)

    Es stimmt, als lesbische Frau hat man es mit Mehrfachdiskriminierung zu tun. Nicht nur, dass hetero Männer einen hetero behandeln, auch manche hetero Frauen können ziemlich derb werden bishin zur Gewalt. Beispiel: eine ältere Frau wandte mir gegenüber mal Gewalt an. Ich erlebte Diskriminierung und Homophobie hauptsächlich beruflich, weniger im Alltag.
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#2 HugogeraldAnonym
  • 26.04.2020, 14:34h
  • Antwort auf #1 von Nk231
  • Also geht es Lesben so wie Schwulen?!
    Also wir schwulen Männer werden von hetero Frauen hetero behandelt (angeflirte, sie wollen uns heiraten wegen der Rente, ...) und wie uns hetero Männer teilweise behandeln weiß jeder und jede.
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#3 Girlygirl
  • 26.04.2020, 15:09h
  • Antwort auf #2 von Hugogerald
  • Homosexuelle Frauen und homosexuellen Männer werden auf jeden Fall anders behandelt. Leider ist es bis heute so, dass manche Hetero Männer Schwule abwertend behandeln. Heterosexuelle Frauen hingegen haben oft eine gute Beziehung zu Schwulen (Klischee), weil sie sie oft nicht als "richtige" Männer wahrnehmen. Das ist natürlich auch auf eine Art und Weise schei**e, weil sie sie auf ihre Sexualität reduzieren. Ich habe schon mitgekriegt, dass sich (Klischeehafte, tussige) Hetero Frauen mit ihren schwulen "Besties" halbnackt im Bett räkeln. Umgekehrt wäre das jedoch undenkbar. Der Gedanke dahinter ist, dass ein Hetero Mann sich zwar an eine Lesbe ranmachen würde, aber eine Hetero Frau niemals einem Schwulen in den Schritt greifen würde. Hetero Männer sexualisieren laut Klischee alles, also sie stellen sich Schwule beim Sex vor (eklig) und Lesben im Bett vor (geil). Schwule und Lesben werden in unserer Gesellschaft noch immer unterschwellig diskriminiert, nur bei Schwulen ist es direkter und aggressiver. Bei lesbischen Frauen ist es eher so ein Belächeln und nicht Ernstnehmen der sexuellen Orientierung. Beides sollte aufhören.
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#4 Nk231Anonym
  • 26.04.2020, 16:22h
  • Antwort auf #2 von Hugogerald
  • Ich kenne die aktuelle Situation von Schwulen gerade nicht, aber ich hatte mal einen schwulen Kumpel. Sobald wir unterwegs waren, wurde er mit demselben Blödsinn konfrontiert wie ich, wenn ich alleine unterwegs bin.
    Oh ja, es gibt genug Hetero-Frauen, die was für Lesben empfinden und flirten. Die ihre Männer satt haben und Abwechslung bei uns suchen. Nur trauen kann man ihnen nicht, denn wenn es ernst wird, stehen sie nicht hinter einem, sondern leugnen, oder gehen halt wieder zu einem Mann, wenn sie von uns gesättigt und aufgemöbelt wurden.
    (*augenroll*)
    In dieser Hinsicht scheint es offensichtlich ähnlich zu sein :-/
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#5 Nk231Anonym
  • 26.04.2020, 16:26h
  • Antwort auf #2 von Hugogerald
  • Ja, das ist bekannt. Und einige Hetero-Frauen stehen in ihrem Verhalten den Lesben gegenüber im Vergleich zu Hetero-Männern gegenüber Schwulen in nichts nach :-/ Also deutlich gesagt: einige Hetero-Männer behandeln Schwule genauso kacke wie einige Hetero-Frauen das bei Lesben machen.
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#6 stimmtAnonym
  • 26.04.2020, 22:22h
  • Leider ist dem Artikel nichts hinzuzufügen, und das war schon 25 Jahren der Fall.
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#7 TheDadProfil
  • 27.04.2020, 09:07hHannover
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • ""Ich kenne die aktuelle Situation von Schwulen gerade nicht, aber ich hatte mal einen schwulen Kumpel.""..

    Als "Teil einer Community" ist das jetzt ein Offenbarungseid..
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#8 SarkastikerAnonym
  • 27.04.2020, 12:07h
  • Hier sammeln sich gerade wieder einmal absolut überraschende Erkenntnisse an.
    Ich bin beeindruckt.
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#9 WahrheitIstRelativAnonym
  • 27.04.2020, 13:13h
  • Antwort auf #2 von Hugogerald
  • "... wegen der Rente..)"

    Hör mal, so wie Schwule sich in Heteros verlieben können, können Heteras sich in Schwule verlieben und ein bisschen blind sein, hoffen, dass er bi ist usw gehört dazu und hat nichts mit fehlender Achtung zu tun!
    Als Phobie sehe ich es eher, wenn du hier Menschen auf "... wegen der Rente" abstempelst!
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#10 WahrheitIstRelativAnonym