Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?35989

HRW-Bericht

Marokko: Community nach Massen-Outing in Sorge

Unbekannte nutzten Apps wie "Grindr" und "Hornet", um Fotos und Infos mutmaßlicher Schwuler zu klauen und in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen.


Die Flagge Marokkos (Bild: pixabay)

In Marokko, wo Homosexualität weiterhin strafbar ist, sind in den letzten Wochen zahlreiche Nutzer von queeren Dating-Apps öffentlich bloßgestellt worden. Unbekannte hätten sich seit Mitte April bei verschiedenen Dating-Apps registriert und anschließend Fotos und Profilinfos von – zumeist männlichen – Nutzern in sozialen Netzwerken geteilt, berichtete Human Rights Watch (HRW) am Montag.

Die veröffentlichten Fotos seien mit Anfeindungen und Drohungen gegen die Opfer versehen worden. Für lesbische, schwule, bisexuelle oder trans Menschen könne dies zu Ausgrenzung und Gewalt durch die Familie und Gesellschaft sowie zu strafrechtlicher Verfolgung führen, beklagte die Menschenrechtsorganisation.

"Das Outing von LGBT kann für deren Existenzgrundlage, ihre Sicherheit und mentale Gesundheit schädlich sein", sagte Graeme Reid von Human Rights Watch. Die Preisgabe der Identität der App-Nutzer im Internet habe dazu geführt, dass Familien Mitglieder aus dem Haus geworfen hätten. Die Organisation berichtet von einem 23-jährigen Studenten, der deswegen derzeit auf der Straße lebe. Andere Nutzer der Apps lebten in Panik. Einige Medien berichten, im Zusammenhang mit der Outing-Aktion habe es mindestens einen Selbstmord eines jungen Schwulen gegeben.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Dating-App löschte 1000 Fake-Profile

"Wir sind uns der schrecklichen Situation in Marokko bewusst", sagte der Geschäftsführer der Dating-App "Hornet", Christof Wittig, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Etwa 1000 gefälschte Profile, die mutmaßlich an der Aktion beteiligt waren, seien bereits gelöscht worden. Zudem seien Nutzer informiert und gewarnt worden. Gegenüber Reuters berichtete auch die App "Grindr" von Warnungen, die man an Nutzer in dem Land verschickt habe.

Human Rights Watch forderte die Regierung Marokkos auf, die Privatsphäre von LGBT zu schützen und "Anti-LGBT-Gesetze abzuschaffen, die dieses homophobe Verhalten noch befördern". Nach Artikel 489 des Strafgesetzbuches kann "unanständiger oder unnatürlicher Geschlechtsverkehr mit einer Person des gleichen Geschlechts" mit Haftstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren sowie Geldstrafen zwischen 120 bis 1200 Dirham belegt werden.

Die strafrechtliche Verfolgung gilt als sporadisch, allerdings kam es in den letzten Jahren durchaus noch zu Anklagen und Verurteilungen von Männern und Frauen nach dem Paragrafen. Berichten zufolge komme es zudem häufig zu Erpressung und Gewalt durch die Polizei.

Human Rights Watch erinnerte die Behörden daran, dass die Verfassung ein Recht auf Privatsphäre vorsehe und die unerlaubte Veröffentlichung privater Kommunikation unter Strafe stehe. Gegenüber AFP hatte das Innenministerium bekannt gegeben, dass man im Zusammenhang mit dem Vorkommnissen Vorermittlungen gegen Unbekannt wegen Anstiftung zu Hass und Diskriminierung begonnen habe.

Trans Influencerin löste Outing-Welle aus

Zu den massenhaften Outings war es gekommen, nachdem eine populäre Influencerin in einem von über 100.000 Menschen angesehen Instagram-Video ihre größtenteils weiblichen und heterosexuellen Follower aufgefordert hatte, schwule Dating-Apps zu installieren und so herauszufinden, ob sich Homosexuelle in der Nähe befänden.

Die in der Türkei lebende marokkanische Beauty-Expertin Naofal Moussa, auch bekannt als Sofia Talouni, meinte: "Diese Apps zeigen euch die Personen in eurer Nähe. 100 Meter, 200 Meter, sogar nur einen Meter, direkt neben euch im Wohnzimmer." Und, mitten in der Corona-Krise: "Da alle zu Hause zusammen sind, könnte es deinen Mann in eurem Schlafzimmer zeigen, es könnte euren Sohn zeigen, der möglicherweise im Badezimmer ist."

Moussa, die bis zu einer Sperre auf 620.000 Follower bei Instagram kam, reagierte damit Medienberichten zufolge auf Anfeindungen ihr gegenüber. Allerdings zeigte sie sich nach der Sperre in einem in einem neuen Account hochgeladenen Video uneinsichtig und homofeindlich: "Denkt nicht, dass ihr meinen Account gelöscht habt", reagierte die trans Influencerin auf Kritik in sozialen Netzwerken. "Das waren internationale Organisationen. Ihr (…) seid nur marokkanische Schwuchteln. Niemand interessiert sich für euch."

Wenn das Land Homosexualität legalisieren würde, würde sie als erstes dagegen protestieren, so Moussa weiter: "Wir sollten Homosexualität nicht anerkennen. Wir sind ein islamisches Land." Die Regierung sorge immerhin dafür, dass auch Homosexuelle grundlegende Menschenrechte und Nahrung und Unterkunft hätten und sich frei auf der Straße oder in Discos bewegen könnten. (cw/dpa)



#1 HassverbrecherinAnonym
  • 27.04.2020, 22:52h
  • Hier noch mehr grausige Details:

    www.lgbtqnation.com/2020/04/trans-instagrammer-leads-campaig
    n-hunt-gay-men-already-one-suicide/


    I feel bad for those f****ts but I dont care, she said.

    Was für eine unfassbare Hassverbrecherin!!! Und niemand wird sie zur Rechenschaft ziehen! Nicht unter Erdogan!

    Wie geht das? Schwulenhass und gleichzeitig trans? Ich verstehe es einfach nicht!

    Ich wähle die Partei, die verspricht, verfolgten Marokkanern (ja, egal ob schwul, trans oder aus anderen Gründen vom Regime verfolgt) Asyl zu gewähren! Selbst Linke würde ich jetzt wählen, nur glaube ich, dass das KEINE Partei auf Bundesebene interessiert. Zumindest nicht genug, um dafür eventuell "bürgerliche" Stimmen aufzugeben.

    So viel Hass auf der Welt! Warum?

    :'-(
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LevenAnonym
#3 HassverbrecherinAnonym
#4 Nk231Anonym
  • 28.04.2020, 09:55h
  • Antwort auf #1 von Hassverbrecherin
  • Wie das geht: weil zu viele rechtsverdrehte in Machtpositionen kommen und sich keinen Pfifferling um Gesetze scheren oder diese gar nicht in die Wege leiten, oder aushebeln.

    Ich verstehe es auch nicht. Es ist schlimm. Wahrscheinlich muss man sich selbst hassen um so einen Hass auszuüben?

    Man muss die Parteien darauf aufmerksam machen. Von alleine tut sich da kaum was.

    Also, aktiv werden und darauf aufmerksam machen lautet das Motto und nicht warten bis eine Partei von selbst aktiv wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BarbarenAnonym
  • 28.04.2020, 09:59h
  • Barbarenstaat.

    Und da machen auch noch Leute Urlaub und unterstützen solche Machenschaften damit indirekt.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Nk231Anonym
#7 HassverbrecherinAnonym
  • 28.04.2020, 12:07h
  • Antwort auf #4 von Nk231
  • "Man muss die Parteien darauf aufmerksam machen. Von alleine tut sich da kaum was.

    Also, aktiv werden und darauf aufmerksam machen lautet das Motto und nicht warten bis eine Partei von selbst aktiv wird."

    Hab ich schon oft gemacht. Auch in diesem Falle habe ich an meine lokale SPD, die Grünen und die Linke geschrieben. Da kommen oft nur warme Worte oder der Verweis darauf, dass insbesondere auf Bundesebene eben "Konsensfindung" betrieben werden müsse. :-(
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Nk231Anonym
  • 28.04.2020, 16:33h
  • Antwort auf #7 von Hassverbrecherin
  • Gut, dass du das gemacht hast. Ich habe auch was geschrieben.
    Wie immer auch geantwortet wird, es wird so informiert und sie sind dann aufgefordert, zu handeln. Da kann man dran bleiben und öfters mal nachfragen, wie die Konsensfindung voran schreitet und wie das Ergebnis aussieht.
    So kann man etwas Druck machen und nachhaken.

    Ansonsten überlege ich gerade, was zügig umgesetzt werden kann...
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Nk231Anonym
  • 28.04.2020, 16:47h
  • In Marokko selbst gibt es keinen Schutz. Wenn also keine Hilfe käme, müssten die Geouteten flüchten. Ein positiven Bescheid in Deutschland zu erhalten, kann bis zu drei Jahre dauern.
    Es muss also dringend Hilfe kommen, egal von wem: einer Hilfsorganisation oder auch vom Bund her.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 dellbronx51069Anonym