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Einzelkommentar zu:
Marokko: Community nach Massen-Outing in Sorge


#31 trans naysayerAnonym
  • 30.04.2020, 00:30h
  • Antwort auf #24 von RetroGay
  • "Ich habe lediglich ausgeführt, daß sich in der Community - dank Frau Butler und ihren schwulenfeindlichen QueerfeministInnen- ein Klima etabliert hat, schwulen CIS Schwanzträgern Unterdrückertum & Privilegiertheit zu unterstellen, und zum Feind zu erklären."

    Grundsätzlich zu "privilege":

    Wer "weiss", "cis" und "männlich" ist, ist privilegiert. Auch dann, wenn man schwul ist. Das ist eine Tatsache.

    Obwohl ich mit vielfätigen Diskriminierungen konfrontiert bin, verfüge selbst ich als bisexuelle Transwoman of Color dennoch auch über privilege. Auch das ist eine Tatsache:

    - Ich besitze ein 100%iges passing und erfahre dadurch im Alltag ein cis-privilege.
    - Selbst wenn ich out bin, erweist sich mein passing immer noch als privilege. Niemand stellt infrage, dass ich eine Frau bin.
    - ich bin eine binär verortete Frau. Damit erfahre ich ebenfalls Privileg.
    - ich verfüge über Bildungs-privilege. Das eröffnet mir Optionen und öffnet mir Türen.
    - ich besitze beauty-privilege (ja, das IST ein Privileg!)
    - the list goes on...

    Meine Privilegien haben unmittelbare Auswirkungen auf mein Leben und meine Optionen. Sie öffnen mir Türen, ermöglichen mir Zugang und Teilhabe. Ich weiss ganz genau, welche Türen sich mir öffnen - und anderen verschlossen bleiben. Ich weiss auch warum. Ich bin mir meiner Privilegien bewusst und dankbar dafür.

    "Privilege" ist vielschichtig und bewegt sich entlang komplexer sich kreuzender und überschneidender Intersektions-Linien. Privilege is shifting. It slips and it's constantly moving.

    Sein Privileg muss man sich einfach nur klar machen. Es ist kinderleicht, seine Privilegien zu erkennen. Es ist eine reine Frage des Wollens. Das hat auch nichts mit Ideologie zu tun. Es gibt jedoch Menschen, die sich ihre Privilegien nicht klar machen wollen und sie nicht als solche erkennen wollen.

    Der Satz "Frau Butler und ihre schwulenfeindlichen Queer-Feminist:innen" ist haarsträubend.

    Weder sind Queerfeminist:innen feindlich gegenüber schwulen cis Männern eingestellt - noch ist die queer theory schwulenfeindlich. Judith Butler ebenfalls nicht. Und weder die queer theory noch Queer-Feminist:innen sprechen schwulen cis Männern ihre Identität ab.

    Leider ist es (nicht nur) in Deutschland so, dass es eine kleine, aber sehr lautstarke Gruppe einer so called "queer-feministischen community" gibt, die die queer theory weder gelesen - und selbst wenn gelesen i.d.R. nicht verstanden haben. Diese kleinen Gruppen erweisen dem Queer-Feminismus - mit viel understatement ausgedrückt - keinen Gefallen. Ich denke in diesem Zusammenhang auch an die entsprechenden Twitter-Blasen, die - sorry, not sorry - für lautes Geschrei immer zu haben sind, aber durch wenig, falsches oder gar kein Wissen zu queer theory glänzen.

    Bedauerlicherweise gibt es aber auch in schwulen communities immer wieder das passgenaue Gegenstück zu diesen so called "queer-feministischen communities", die sich dann untereinander die ewig gleichen rituellen gegenseitigen Anfeindungen bieten und allen Ernstes ebenfalls davon überzeugt sind, dass Queer-Feminist:innen cis-schwulenfeindlich sind. Auch diese Menschen haben die queer theory selten gelesen oder verstanden.

    In diesem aktuellen Fall des oben stehenden Artikels genügten das kleine Wort "trans" und ein Angriff auf schwule Männer um den Reflex "Schwulen-Feindlichkeit + trans = Queer-Feminismus" kurz zu schliessen.

    Wer dann zwischen einer kriminellen religiösen Fundamentalistin, die ihr Verdammen von Schwulen mit dem Koran begründet und Queer-Feminist:innen, der queer-theory und am Ende sogar Judith Butler selbst eine Verbindung konstruiert - und unterstellt, dass Naofal Moussa "queer-feministisch motiviert" ist und agiert - der sollte das dann auch erklären und faktenbasierend herleiten können.
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