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Hasspredigt vom Islamführer

Roth: "Situation für LGBTI-Personen in der Türkei gefährlich"

Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) hat die homophoben Aussagen von Diyanet-Chef Ali Erbas verurteilt. Auch Politiker*innen von Linke bis CDU äußern sich besorgt über die Entwicklung in der Türkei.


Der offen schwule SPD-Politiker Michael Roth ist seit 2013 Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Politiker*innen in Deutschland haben die homofeindlichen Tiraden des Chefs der türkischen Religionsbehörde Diyanet scharf kritisiert. Die Aussagen zeigten, "wie sehr sich die Politik der AKP von Rechtsstaatlichkeit und Minderheitenschutz entfernt" habe, sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Omid Nouripour, der Tageszeitung "Welt". Sie machten einmal mehr deutlich, "dass die Situation für LGBTI-Personen in der Türkei unverändert sehr schwierig, ja gefährlich ist", erklärte Michael Roth (SPD), Europa-Staatsminister im Auswärtigen Amt, gegenüber der Zeitung.

Sevim Dagdelen, die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, bezeichnete die Äußerungen als einen "erneuten Beleg dafür, dass sich das Erdogan-Regime weiter in Richtung Islamismus und antidemokratischer Muslimbruderschaft radikalisiert".

Erbas: Homosexualität lässt Generationen "verrotten"

Diyanet-Chef Ali Erbas hatte in einer Predigt zu Beginn des Fastenmonats Ramadan am vergangenen Freitag in der Türkei gesagt, dass Homosexualität Krankheiten mit sich bringe und Generationen "verrotten" (queer.de berichtete). Konkret behauptete Erbas, dass HIV durch Homosexualität erzeugt würde. Er kritisierte zudem Ehebruch und das Zusammenleben unverheirateter Paare. Er rief Gläubige zum gemeinsamen Kampf auf, Menschen vor diesen "Arten des Bösen" zu schützen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Montag, Erbas' Aussagen seien "absolut richtig", ein Angriff auf den Leiter der türkischen Religionsbehörde Diyanet sei ein "Angriff auf den Staat". Gleichzeitig schränkte Erdogan ein, die Äußerungen des Chefs der Religionsbehörde seien nur bindend für Muslime. Für alle anderen handele es sich lediglich um eine Meinung.

CDU fordert Stellungnahme von Ditib

Für Menschen mit einem autoritären Staatsverständnis gehöre Homophobie "zum guten Ton", meinte FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle gegenüber der "Welt". Solche Formen der Desinformation seien für die Bekämpfung der Pandemie gefährlich, weil sie andere Bemühungen konterkarieren könnten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg forderte eine Stellungnahme des türkischen Moscheeverbands Ditib: "Von den in Deutschland tätigen Religionsvertretern erwarten wir, dass sie sich zu den hier geltenden Grundwerten wie Freiheit und Toleranz bekennen und diese auch vermitteln, sagte der innenpolitische Sprecher der Union. Nach Angaben der "Welt" wurde Anfragen an Ditib nicht beantwortet.

AKP-Regierung heizt Diskriminierung an

Homosexualität ist in der Türkei nach dem Strafgesetzbuch nicht verboten, sondern wurde bereits im Jahr 1858 legalisiert. Queere Aktivist*innen beklagen jedoch immer wieder Diskriminierung, die von der homophoben AKP-Regierung angeheizt wird. Die CSD-Parade im Zentrum Istanbuls war in den vergangenen Jahren verboten worden, Aktivist*innen gingen aber dennoch auf die Straße (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 Nicht in die EUAnonym
  • 29.04.2020, 10:27h
  • Auch das ist (neben vielen weiteren politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Gründen) ein weiterer Beleg dafür, dass die Türkei nicht in die EU gehört.

    Mal ganz abgesehen davon, dass die Türkei eh zu weniger als 3% in Europa liegt und zu mehr als 97% in Asien.
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#2 Carsten ACAnonym
#3 Nk231Anonym
  • 29.04.2020, 13:56h
  • Diese Aussagen von der Oberkappe werden also kritisiert und verurteilt.

    Und was wird für die geouteten Schwulen getan? Dazu lese ich nichts.
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#4 VerlogenAnonym
  • 29.04.2020, 15:27h
  • Antwort auf #3 von Nk231
  • Ja genau.

    Die SPD hat kein Problem damit, diesen Staat als "sicheres Herkunftsland" zu definieren, statt sich mal für ein generelles Asylrecht für LGBTI aus solchen Staaten einzusetzen.

    Das ist sowas von heuchlerisch, verlogen und durchschaubar. Aber so kennen wir ja die SPD. Gerne Marketing, um ein paar LGBTI-Wähler zu täuschen, aber wo man dann wirklich etwas ändern könnte, bleibt man tatenlos.
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#5 GerritAnonym
  • 29.04.2020, 17:04h
  • Ja Herr Roth, das haben Sie ganz richtig erkannt.

    Und wieso besteht die SPD dann nicht auf einem Asylrecht für die betroffenen Personen? Sondern blockiert das sogar?

    Auch Sie ganz persönlich sind doch kein unbeteiligter Beobachter, sondern seit 7 Jahren Staatsminister im Auswärtigen Amt, also an genau der richtigen Position.

    Oder sind auch ihnen Pöstchen wichtiger als Menschenleben? Können Sie sich wirklich noch im Spiegel betrachten, wenn Sie wissen, dass Sie Teil so einer Regierung sind?
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#6 FennekAnonym
  • 29.04.2020, 17:28h
  • "Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) hat die homophoben Aussagen von Diyanet-Chef Ali Erbas verurteilt."

    Und wieso verurteilt er nicht genauso den Gesetzentwurf seiner Partei zu Konversionstherapien, die ähnlichen Schaden anrichten und durch dieses Gesetz nicht verhindert, sondern teilweise sogar begünstigt werden?

    Ach nein, bloß nicht die eigene Partei kritisieren. Das könnte ja ganz schnell das Ende der eigenen Partei-Karriere bedeuten und man müsste sich einen anderen Job suchen.
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#7 Religioten-WatchAnonym
#8 Nk231Anonym
  • 29.04.2020, 18:20h
  • Antwort auf #4 von Verlogen
  • Zur Zeit fällt mir auf, dass die SPD sich sehr stark selbst feiert (für was schreiben sie nicht) und den sogenannten Aufbruch nach den Parteitagen mit der Rose als Symbol offensichtlich schon wieder vergessen haben?
    Und jedwede Kritik wird einfach ignoriert und mit weiteren Feiertiraden verdeckt.
    Ich finde das fragwürdig bis beängstigend.
    Damit meine ich aber nicht alle in der SPD, sondern wie sich die SPD als Partei im Internet präsentiert. Ob das von einer Person ausgeht oder nicht, weiß ich nicht.

    Es ist auch fragwürdig, wenn die GroKo nicht aktiv wird bezüglich der geouteten Schwulen, oder zumindest nicht mal Hilfe anbietet.
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#9 blahblahblahAnonym
  • 29.04.2020, 18:24h
  • Antwort auf #2 von Carsten AC
  • "Wir haben bereits genug Homohasser-Staaten in der EU, die viele Fortschritte verzögern oder gar verhindern."

    Du meinst zu allererst selbstverstaendlich Deutschland, nicht ?!? Das Land, das als einziges EU-Land seit Jahren ein EU-weites Antidiskriminierungsgesetz blockiert. Du hast ja so so Recht. Deutschland raus aus der EU - dann koennen die uebrigen 26 Staaten endlich fortschreiten.
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#10 dellbronx51069Anonym
  • 29.04.2020, 18:37h
  • Antwort auf #7 von Religioten-Watch
  • Ich halte die für sogar noch gefährlicher für LGBTI, da sich der Bevölkerungsaufbau in den Großstädten mit den entsprechenden Moscheen anders vollzieht als auf dem Land wo von Christfaschisten gern mal von der Kanzel gehetzt wird aber die Community nicht so präsent ist. Gerade in Großstädten wird ja auch immer wieder von Übergriffen wie z.B. in Berlin berichtet.
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