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Rufus Gifford

Biden macht schwulen Ex-Botschafter zum Vize-Wahlkampfleiter

Der frühere US-Botschafter stieg einst in Dänemark zum TV-Realitystar auf – jetzt will Rufus Gifford dem Demokraten Joe Biden zum Wahlsieg verhelfen.


Rufus Gifford war vier Jahre lang US-Botschafter in Kopenhagen (Bild: US State Department)

Rufus Gifford, der während der Obama-Regierung von 2013 bis 2017 amerikanischer Botschafter in Dänemark war, ist zum Vize-Wahlkampfleiter von Präsidentschaftskandidat Joe Biden ernannt worden. Das bestätigte die Biden-Kampagne am Mittwoch gegenüber dem LGBTI-Magazin "Washington Blade". Der 45-Jährige soll unter anderem für die Finanzen verantwortlich sein und in der Öffentlichkeit gelegentlich als Sprecher des Kandidaten auftreten.

Gifford hatte Biden bereits vor der ersten Vorwahl in Iowa unterstützt. Jetzt wird er offenbar für sein frühes "Endorsement" belohnt. Der neue Biden-Mitarbeiter war über Hollywood in die Politik gekommen: Der aus Neuengland stammende Gifford arbeitete nach einem Uni-Abschluss zunächst hinter den Kulissen in der kalifornischen Filmmetropole, darunter als Coproduzent von Filmen wie "Dr. Dolittle 2" oder "Garfield – Der Film".

2004 arbeitete er erstmals für eine Präsidentschaftskampagne – für die des Demokraten John Kerry, der am Ende gegen George W. Bush verlor. 2008 erhielt er ein Angebot, bei der Wahlkampagne von Hillary Clinton mitzuarbeiten, am Ende entschied er sich aber doch für die Kampagne von Barack Obama und bewies damit politisches Gespür. Danach wurde er Finanzchef der Demokratischen Partei und engagierte sich beim Wahlkampf 2012 erneut für Obama.

Danach machte ihn der Präsident zum Botschafter von Dänemark – und der offen schwule Diplomat machte Eindruck auf die Skandinavier: In Dänemark wurde er zum Star der Realityserie "Jeg er Ambassadøren fra Amerika" (Ich bin ein Botschafter aus Amerika). Die Show lief zwei Jahre lang und wurde mit dem höchsten dänischen TV-Preis ausgezeichnet. Im Kopenhagener Rathaus, in dem 1989 die ersten Lebenspartnerschaften der Welt geschlossen worden waren, heiratete Gifford 2015 seinen langjährigen Partner, den Tierarzt Stephen DeVincent.

Direktlink | Fernsehtrailer für "Ich bin ein Botschafter aus Amerika"

Nach der Wahl Donald Trumps entschied sich Gifford, in seine Heimat zurückzukehren. Er versuchte, einen Sitz im US-Kongress zu ergattern, scheiterte 2018 aber in Massachusetts bei der parteiinternen Vorwahl.

Auf Twitter erklärte Gifford am Mittwoch, dass er "noch nie so heiß auf einen Job" gewesen sei wie jetzt. In einem weiteren Tweet zeigte er aber auch, dass er nicht nur Politik im Kopf hat: "Ich beginne am Montag mit einem ziemlich wichtigen Job. Bis dahin konzentriere ich mich auf meinen wichtigsten Job: als Ehemann dieses Kerls (und ja, ich habe das Abendessen zubereitet)." Dazu zeigte er ein Bild seines glückliches Ehemannes, vor dem ein Nudelgericht mit Salat und einem Glas Rotwein sitzt. (dk)

Twitter / rufusgifford

Twitter / rufusgifford